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Beiträge zu Automatisierung, KI, Cloud und digitalen Arbeitsprozessen.

Cyberangriffe im Baugewerbe: Risiken verstehen & wirksam schützen
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Cyberangriffe im Baugewerbe: Risiken verstehen & wirksam schützen

Ob Ransomware, Phishing oder unsichere Privatgeräte im Baustellenalltag: Die Baubranche steckt mitten in der Digitalisierung und wird damit zunehmend zum Ziel von Cyberkriminellen. Wir zeigen, welche Angriffsarten Bauunternehmen besonders bedrohen, warum gerade der Mittelstand oft unterschätzt wird und mit welchen konkreten Maßnahmen sich Daten, Projekte und Mitarbeitende wirksam schützen lassen.

5 Min. Lesezeit

Cyberangriffe im Baugewerbe: Risiken verstehen und wirksam schützen

Cyberangriffe gehören inzwischen zu den größten Bedrohungen für Unternehmen aller Branchen – auch für Bauunternehmen. Gerade die Baubranche, die sich mitten in der Digitalisierung befindet, ist ein attraktives Ziel für Hacker. Veraltete Systeme, ungeschulte Mitarbeitende und der Einsatz privater Geräte (BYOD) bieten Angreifern ideale Einstiegspunkte. Wer seine IT-Sicherheit nicht aktiv schützt, riskiert Datenverlust, Produktionsausfälle und teure Erpressungsversuche durch Ransomware.

Arten von Cyberangriffen und ihre Folgen

Cyberangriffe sind vielfältig und entwickeln sich ständig weiter. Die wichtigsten Angriffsmethoden, die auch Bauunternehmen betreffen, sind:

Malware und Ransomware
Schadsoftware (z. B. Viren oder Trojaner) infiziert Systeme, zerstört Daten oder verschlüsselt sie. Ransomware fordert anschließend Lösegeld, um den Zugriff wieder freizugeben.

Phishing
Täuschend echte E-Mails oder Webseiten fordern Mitarbeiter auf, Passwörter einzugeben oder schädliche Anhänge zu öffnen. Laut BSI zählt Phishing weiterhin zu den häufigsten Angriffsarten.

Passwort-Cracking
Cyberkriminelle nutzen automatisierte Verfahren, um Passwörter zu knacken. Schwache oder mehrfach verwendete Kennwörter machen es ihnen besonders leicht.

Distributed Denial of Service (DDoS)
Webseiten oder Online-Systeme werden mit Anfragen überlastet, bis sie ausfallen. Das kann Baustellen-Managementsysteme oder Online-Portale lahmlegen.

Social Engineering & PICNIC
Oft sind es nicht technische Lücken, sondern menschliche Fehler, die Angriffe ermöglichen. Der Begriff PICNIC („Problem in Chair, not in Computer“) beschreibt, dass ungeschulte Mitarbeitende oft unbeabsichtigt Sicherheitslücken öffnen – z. B. durch das unkritische Anklicken von Links oder Pop-ups.

Warum die Baubranche besonders gefährdet ist

Digitalisierung im Aufbau
Viele Bauunternehmen setzen neue Software ein, aber IT-Sicherheitsstandards sind noch nicht überall etabliert.

BYOD-Risiko
Private Smartphones und Tablets werden oft für Unternehmensdaten genutzt und sind häufig unzureichend gesichert (BYOD = Bring your own device)

Hohe Personalfluktuation
Bei wechselnden Teams ist es schwer, einen einheitlichen Sicherheitsstandard aufrechtzuerhalten.

Wertvolle Projektdaten
Baupläne, Kalkulationen und Vertragsinformationen sind für Wirtschaftsspionage attraktiv.

Erpressungsgefahr
Ransomware-Angriffe können Bauprojekte lahmlegen und hohe Lösegeldforderungen nach sich ziehen

Das BSI stellt fest, dass vor allem mittelständische Unternehmen häufig glauben, „zu klein“ für Hacker zu sein. Doch gerade diese Betriebe sind aufgrund begrenzter IT-Sicherheitsressourcen besonders anfällig.

Handlungsempfehlungen für Bauunternehmen

Mitarbeiterschulung

Alle Beschäftigten sollten regelmäßig zu IT-Sicherheit und Phishing-Erkennung geschult werden.
Tipp: Interaktive Awareness-Trainings und Phishing-Simulationen helfen, das Sicherheitsbewusstsein zu stärken.

Sicherheitsstandards einführen

  • Aktuelle Antivirenlösungen (z. B. Microsoft Defender)
  • Regelmäßige Updates & Patches
  • Nutzung von starken Passwörtern und Mehr-Faktor-Authentifizierung

BYOD klar regeln

Private Geräte sollten nur mit strikten Sicherheitsvorgaben (z. B. Mobile-Device-Management) zugelassen werden.

Backups & Notfallpläne

Regelmäßige, verschlüsselte Backups schützen vor Datenverlust. Ein Notfallplan definiert das Vorgehen bei einem Angriff (z. B. Kommunikation, Wiederherstellung).

Externe Sicherheitsexperten einbinden

Gerade mittelständische Bauunternehmen profitieren von IT-Sicherheitsaudits und individuell abgestimmten Schutzkonzepten.

Fazit

Cyberangriffe sind längst kein Randthema mehr – auch nicht für die Baubranche. Gerade weil viele Bauunternehmen ihre Digitalisierung noch aufbauen, sind sie ein attraktives Ziel für Hacker. Angriffe wie Ransomware, Phishing oder Social Engineering können Projekte lahmlegen, sensible Daten gefährden und hohe Kosten verursachen.Die gute Nachricht: Mit aktueller Technik, klaren Sicherheitsrichtlinien und vor allem gut geschulten Mitarbeitenden lässt sich das Risiko deutlich reduzieren. Wer regelmäßig Backups erstellt, seine IT-Infrastruktur schützt und im Ernstfall einen Notfallplan hat, ist Hackern einen entscheidenden Schritt voraus.

Tipp: IT-Sicherheit ist keine einmalige Maßnahme, sondern ein fortlaufender Prozess. Bauunternehmen sollten ihre Schutzsysteme und Schulungen regelmäßig überprüfen und an neue Bedrohungen anpassen.

FAQ: Cyberangriffe im Baugewerbe

Warum ist die Baubranche ein Ziel für Hacker?

Weil Bauunternehmen wertvolle Projektdaten besitzen und oft über unzureichend geschützte IT-Infrastrukturen verfügen.

Wie häufig sind Ransomware-Angriffe auf Unternehmen?

Laut BSI-Lagebericht 2024 ist Ransomware weiterhin die größte Bedrohung für Unternehmen aller Branchen.

Reicht Antivirensoftware als Schutz aus?

Nein. Notwendig sind zusätzlich Firewalls, sichere Passwörter, regelmäßige Schulungen und aktuelle Backups.

Was bedeutet PICNIC in der IT-Sicherheit?

„Problem in Chair, not in Computer“ beschreibt, dass menschliche Fehler oft Ursache von Sicherheitsvorfällen sind.

Wie können kleine Bauunternehmen IT-Sicherheit umsetzen?

Durch einfache Maßnahmen wie regelmäßige Updates, Nutzung von Cloud-Diensten mit hohen Sicherheitsstandards und externe IT-Sicherheitsberatung.

Datensicherung für kleine Unternehmen: Tipps und Maßnahmen
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Datensicherung für kleine Unternehmen: Tipps und Maßnahmen

In der heutigen digitalen Welt spielt der Schutz von Daten nicht nur für große Unternehmen eine zentrale Rolle. Auch kleine Unternehmen werden zunehmend Ziel von Cyberangriffen oder können durch technische Defekte, menschliches Versagen oder Naturkatastrophen wertvolle Daten verlieren. Dieser Artikel erklärt, warum eine regelmäßige Datensicherung so wichtig ist und wie man ein effektives Datensicherungskonzept erstellt.

5 Min. Lesezeit

Digitale Informationen gehören zu den wertvollsten Ressourcen eines Unternehmens. Stellen Sie sich vor, Jahresumsatzzahlen, Kundenkontakte oder wichtige Projektunterlagen sind plötzlich verschwunden – ein Szenario, das vor allem für kleine Unternehmen schnell zum Albtraum werden kann. Während große Unternehmen über IT-Abteilungen und Notfallpläne verfügen, stehen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) oft vor der Herausforderung, mit begrenzten Ressourcen einen effektiven Schutz ihrer digitalen Werte zu gewährleisten.

Warum ist Datensicherung so wichtig?

  • Schutz vor Datenverlust: Technische Defekte, menschliches Versagen oder Cyberangriffe können jederzeit zu Datenverlust führen.
  • Geschäftskontinuität: Im Falle eines Datenverlusts können Sie mit einem Backup schnell wieder arbeitsfähig sein.
  • Rechtliche Anforderungen: In vielen Branchen gibt es gesetzliche Vorschriften zur Aufbewahrung und Sicherung von Daten.
  • Kundenzufriedenheit: Der Verlust von Kundendaten kann das Vertrauen in Ihr Unternehmen nachhaltig schädigen.
  • Kostenersparnis: Die Wiederherstellung verlorener Daten ohne Backup kann sehr teuer werden – wenn sie überhaupt möglich ist..

Wie erstellt man ein Konzept zur Datensicherung für kleine Unternehmen?

Ein durchdachtes Datensicherungskonzept ist die Grundlage für den Schutz von Unternehmensdaten. Hier sind die wichtigsten Schritte zur Erstellung eines solchen Konzepts:

1. Analyse der Anforderungen

Bevor mit der Erstellung eines Datensicherungskonzeptes begonnen wird, sollten die individuellen Anforderungen des Unternehmens analysiert werden:

  • Welche Daten sind geschäftskritisch?
  • Welche rechtlichen Vorgaben sind zu beachten?
  • Wie hoch ist das Risiko eines Datenverlusts?

2. Festlegung der Backup-Strategie

Es gibt verschiedene Methoden der Datensicherung, die je nach Bedarf kombiniert werden können:

  • Vollständiges Backup: Eine komplette Sicherung aller Daten. Sie ist umfassend, aber zeit- und speicherintensiv.
  • Inkrementelles Backup: Es werden nur die seit dem letzten Backup geänderten Daten gesichert. Effizient, aber die Wiederherstellung dauert länger.
  • Differenzielles Backup: Eine Kombination aus vollständigem und inkrementellem Backup, bei der alle seit dem letzten Vollbackup geänderten Daten gesichert werden.

3. Festlegung der Speicherorte

Die Wahl des richtigen Speicherortes ist entscheidend:

  • Lokale Speicherlösungen: Externe Festplatten oder sogenannte NAS-Systeme (Network Attached Storage) bieten schnellen Zugriff, sind aber anfällig für Diebstahl oder physische Beschädigung. Bewahren Sie daher Sicherungskopien an verschiedenen Orten auf, um vor Diebstahl, Feuer oder anderen lokalen Katastrophen geschützt zu sein.
  • Cloud-Speicherung: Sicher, flexibel und oft DSGVO-konform, erfordert jedoch eine stabile Internetverbindung.
  • Hybride Lösung: Eine Kombination aus lokaler und Cloud-Speicherung bietet maximale Sicherheit.

4. Backup-Frequenz festlegen

Die Häufigkeit der Datensicherung hängt von der Dynamik des Geschäftsbetriebs ab:

  • Tägliche Sicherungen für geschäftskritische Daten
  • Wöchentliche oder monatliche Sicherungen für weniger relevante Informationen

5. Verschlüsselung der Backups

Achten Sie darauf, dass Ihre Backups verschlüsselt sind, insbesondere wenn Sie Cloud-Dienste nutzen oder Ihre Daten extern speichern.

6. Automatisierung der Datensicherung für kleine Unternehmen

Für viele kleine und mittlere Unternehmen stellt die konsequente und korrekte Sicherung aller wichtigen Daten eine Herausforderung dar. Um die potenziell schwerwiegenden Folgen versäumter oder fehlerhafter Backups zu vermeiden, empfiehlt sich der Einsatz eines Backup-Tools mit Automatisierungsfunktion. Diese Funktion ermöglicht die Durchführung von Datensicherungen nach einem vordefinierten Zeitplan ohne manuelles Eingreifen. Dies reduziert den Arbeitsaufwand und minimiert das Risiko menschlicher Fehler.

7. Regelmäßige Überprüfung und Tests

Eine Datensicherung ist nur dann effektiv, wenn sie auch im Ernstfall funktioniert. Sie sollten daher regelmäßig überprüfen, ob Sie Ihre Daten aus den Backups wiederherstellen können.

8. Dokumentation und Schulung

Dokumentieren Sie Ihr Backup-Verfahren und schulen Sie Ihre Mitarbeitenden in der Durchführung von Backups und der Wiederherstellung von Daten im Notfall. Sensibilisieren und schulen Sie Ihre Mitarbeitenden auch, um versehentliches Speichern oder Löschen von Daten zu vermeiden

Was sollte ein Datensicherungskonzept für kleine Unternehmen enthalten?

  • Verantwortlichkeiten: Wer ist für die Durchführung und Überwachung der Backups zuständig?
  • Inventar der zu sichernden Systeme und Daten: Eine detaillierte Liste aller zu sichernden Daten und Systeme.
  • Backup-Zeitplan: Wann und wie oft werden welche Daten gesichert?
  • Sicherungsmethoden und -technologien: Welche Tools und Technologien werden eingesetzt?
  • Aufbewahrungsrichtlinien: Wie lange werden Backups aufbewahrt?
  • Wiederherstellungsverfahren: Schritte zur Wiederherstellung von Daten im Notfall
  • Sicherheitsmaßnahmen: Wie werden die Backups geschützt (z.B. Verschlüsselung)?
  • Testplan: Wie und wann werden Wiederherstellungstests durchgeführt?
  • Notfallplan: Vorgehen bei Datenverlust oder Systemausfall
  • Dokumentation und Aktualisierung: Wie wird das Konzept dokumentiert und aktualisiert?

Fazit

Regelmäßige Datensicherung ist für kleine Unternehmen nicht optional, sondern essenziell. Ein gut durchdachtes und konsequent umgesetztes Datensicherungskonzept kann im Ernstfall den Unterschied zwischen einer kurzen Betriebsunterbrechung und einem existenzbedrohenden Datenverlust ausmachen. Investieren Sie Zeit und Ressourcen in die Entwicklung und Umsetzung eines soliden Backup-Plans – Ihr Unternehmen wird es Ihnen danken.

Künstliche Intelligenz in HR: Grundlagen, Chancen, Risiken und ethische Fragen
HR & Payroll
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Künstliche Intelligenz in HR: Grundlagen, Chancen, Risiken und ethische Fragen

KI verändert Recruiting, Personalentwicklung und Workforce Management und bringt neben Effizienzgewinnen auch Risiken wie Algorithmen-Bias mit sich. Der Beitrag ordnet ein, was KI in der Personalarbeit heute leistet, wo ihre Grenzen liegen und worauf Unternehmen bei der Einführung ethisch und praktisch achten sollten.

5 Min. Lesezeit

Künstliche Intelligenz verändert Recruiting, Personalentwicklung und Workforce Management, bietet dabei aber nicht nur Effizienzgewinne, sondern auch Risiken wie Algorithmen-Bias und offene ethische Fragen. Dieser Artikel ordnet ein, was KI in der Personalarbeit heute schon leistet, wo ihre Grenzen liegen und worauf Unternehmen bei der Einführung achten sollten.

Nach einer Erhebung eines großen deutschen Softwareherstellers haben 38 Prozent der Personalverantwortlichen KI-Lösungen bereits evaluiert oder implementiert, um die Prozesseffizienz in ihrem Unternehmen zu verbessern. Neuere Studien zeichnen ein uneinheitliches Bild: Während eine Erhebung von DGFP und Boston Consulting Group aus dem Jahr 2026 berichtet, dass drei Viertel der HR-Abteilungen in Deutschland generative KI zumindest in ausgewählten Bereichen einsetzen (DGFP), kommt eine Bitkom-Befragung aus dem Jahr 2024 zu dem Ergebnis, dass bislang nur eine Minderheit der Personalabteilungen KI aktiv nutzt (Bitkom).

Klar ist: Das Interesse ist groß, die Meinungen dazu gehen jedoch weit auseinander. Für die einen ist KI ein Forschungsfeld, das dem Menschen Arbeit abnimmt und sogar helfen kann, größere gesellschaftliche Probleme zu lösen. Andere befürchten den Wegfall von Arbeitsplätzen oder sorgen sich um die Kontrolle über selbstständig lernende Systeme. Diese Polarisierung sorgt für eine starke mediale Präsenz des Themas, auch im Personalwesen.

Wie künstliche Intelligenz funktioniert und was sie heute schon kann

Neuronale Netze bilden die technische Basis für künstliche Intelligenz. Das Prinzip stammt aus der Natur: Im menschlichen Gehirn ermöglicht erst die Verbindung von Nervenzellen, den Neuronen, Lernprozesse und Intelligenz. Künstliche neuronale Netze versuchen, dieses Prinzip nachzubilden. Das dient zwei Zielen. Zum einen soll die Forschung helfen, die Funktionsweise des menschlichen Gehirns besser zu verstehen. Zum anderen überträgt sie eine von der Natur bereits gefundene Lösungsstrategie auf technische Probleme, ein Ansatz, der unter dem Begriff Bionik auch in anderen Forschungsbereichen verfolgt wird. Am Ende steht dabei eine höhere Leistungsfähigkeit von Maschinen.

Für die Personalarbeit ist das relevant, weil ein tieferes Verständnis der im Gehirn ablaufenden Prozesse auch hilft, menschliche Motivation und Lernverhalten besser zu verstehen. Darauf aufbauend lassen sich optimale Rahmenbedingungen für Aus- und Weiterbildung gestalten. Neben dem Wissenserwerb übernehmen KI-Systeme bereits heute eigenständig Arbeiten, etwa die Begleitung von Bewerbungsverfahren oder die Durchführung von Performance-Analysen.

Trotz dieser Fortschritte ist KI aktuell zweckgebunden und nicht universell einsetzbar. Sie kommt beispielsweise in der automatisierten Kommunikation bei Anhörungsverfahren zu Verkehrsdelikten zum Einsatz oder tritt im japanischen Brettspiel Go gegen menschliche Gegner an. Ähnlich zweckgebunden agierte ein System, das als Jury die Fotos hunderttausender Teilnehmer eines Online-Schönheitswettbewerbs bewertete. Eine KI, die im Brettspiel Go erfolgreich ist, würde bei einer Schönheitskonkurrenz oder bei Verkehrsanhörungen schnell an ihre Grenzen stoßen. Ebenso wenig ließe sie sich unverändert auf Personaldaten oder Bewerbungen übertragen.

Die Suche nach einer sogenannten AGI, einer artificial general intelligence, die die verschiedensten Aufgaben gleichermaßen bewältigen kann, ist weiterhin nicht abgeschlossen. Forscher stoßen dabei auf das Problem des catastrophic forgetting: Überträgt eine KI eine bekannte Lösungsstrategie auf ein neues Problem, überschreibt sie dabei häufig die vorherigen Verbindungen in ihrem neuronalen Netz. Das Forschungslabor DeepMind, seit 2014 Teil von Alphabet und nach eigenen Angaben mit rund 150 Veröffentlichungen zum Thema Weltmarktführer im Bereich künstliche Intelligenz, arbeitet an Systemen, die ursprüngliche Informationen gezielt gegen Löschen und Überschreiben sichern und damit den Grundstein für selbstständig lernende KI legen. Anwendungen von Forschungsergebnissen sind längst im Einsatz: Die Übersetzungssoftware Google Translate nutzt Deep Learning, um ihre Ergebnisse eigenständig zu verbessern, und auch in der Medizin erstellt KI heute selbstständig Gutachten.

Anwendungsbereiche in der Personalarbeit

KI-Anwendungen haben in der Praxis bereits mehrere feste Einsatzfelder gefunden:

  • Predictive HR Analytics zur Vorhersage von Mitarbeiterfluktuation, Leistung und Potenzial
  • Natural Language Processing zur automatisierten Analyse von Bewerbungsunterlagen und Mitarbeiterfeedback
  • Chatbots zur Beantwortung von HR-Anfragen und zur Unterstützung von Onboarding-Prozessen

Besonders in der Rekrutierung zeigt sich der Nutzen KI-gestützter Talentakquise:

Rekrutierungsschritt KI-Anwendung
Stellenausschreibung Optimierung von Stellenanzeigen für bessere Auffindbarkeit und Ansprache der gewünschten Zielgruppe
Bewerberscreening Automatisierte Vorauswahl anhand von Qualifikationen und Erfahrungen
Interviews KI-gestützte Videointerviews mit Analyse von Mimik, Gestik und Sprache

Die HR-Expertin Dr. Katharina Schiederig beschreibt den Nutzen so: „Der Einsatz von KI in der Rekrutierung ermöglicht es uns, schneller die besten Talente zu finden und einzustellen. Gleichzeitig stellen wir sicher, dass der Prozess fair und unvoreingenommen abläuft.“ 

Auch im Talentmanagement und in der Personalentwicklung bietet KI Potenzial: Durch die Analyse von Leistungsdaten und Feedback lassen sich individuelle Entwicklungspläne erstellen und passende Weiterbildungsmaßnahmen empfehlen. In der Personalplanung ermöglicht Predictive Analytics genaue Vorhersagen zum Personalbedarf, weil KI-Systeme historische Daten und verschiedene Einflussfaktoren analysieren. Das unterstützt die strategische Planung ebenso wie das operative Workforce Management, etwa bei der Optimierung von Schichtplänen.

Vorteile für HR-Prozesse

KI steigert die Effizienz von HR-Abläufen auf mehreren Ebenen. Sie automatisiert Routineaufgaben wie die Auswahl von Bewerbern oder die Terminplanung und entlastet damit das HR-Team für strategische Aufgaben. Durch Datenanalyse in der Personalplanung erkennt sie Muster in großen Datenmengen, die für Menschen unsichtbar bleiben, etwa bei der Suche nach Top-Talenten oder bei der Vorhersage von Fluktuation. „KI ist nicht dazu da, den Menschen zu ersetzen, sondern ihn zu unterstützen und zu befähigen, bessere Entscheidungen zu treffen“, lautet ein zentraler Grundsatz für den verantwortungsvollen Einsatz. Darüber hinaus ermöglicht KI eine personalisierte Mitarbeitererfahrung: Sie erkennt individuelle Bedürfnisse aus vorhandenen Daten und kann so maßgeschneiderte Weiterbildung anbieten und bei der Karriereplanung unterstützen.

Herausforderungen bei der Einführung

Die Integration von KI in bestehende HR-Prozesse bringt praktische Hürden mit sich. Change Management ist dabei zentral: Mitarbeitende müssen mit den Zielen und Auswirkungen der neuen Technologie vertraut gemacht und im Umgang mit KI-Systemen geschult werden. Die technische Integration in die bestehende HR-Software erfordert funktionierende Schnittstellen und eine hohe Datenqualität. Und nicht zuletzt bestehen Vorbehalte und Widerstände bei HR-Fachleuten und Mitarbeitenden, denen sich nur mit Transparenz, Aufklärung und einem schrittweisen Vorgehen begegnen lässt.

Herausforderung Maßnahmen
Change Management Schulungen, Kommunikation, Einbindung der Mitarbeitenden
Technische Integration Schnittstellen, Datenflüsse, Kompatibilität prüfen
Datenqualität Datenbereinigung, Standardisierung, Pflege
Akzeptanz Transparenz, Aufklärung, schrittweise Einführung

Diese Punkte lassen sich nur gemeinsam lösen: Technische, organisatorische und menschliche Faktoren müssen gleichermaßen berücksichtigt werden, wenn KI in HR tatsächlich einen Mehrwert schaffen soll.

Risiken: Bias, Datenschutz und Vertrauen

Neben den Chancen bestehen konkrete Risiken. Ein zentrales Problem ist der Algorithmen-Bias. KI-Systeme, die mit alten oder unausgewogenen Daten trainiert wurden, können bestehende Vorurteile wiederholen und bei der Auswahl von Bewerbenden zu Ungerechtigkeiten führen, von denen bestimmte Gruppen besonders betroffen sind. Um dem entgegenzuwirken, sollten Führungskräfte und Entwickler die Entscheidungslogik der KI nachvollziehbar halten, regelmäßige Audits durch interdisziplinäre Teams durchführen und prüfen, ob ein System Kandidatinnen und Kandidaten systematisch aufgrund von Geschlecht, Alter oder Herkunft benachteiligt. Ergänzend lassen sich spezielle Tools zur Erkennung und Reduktion von Bias einsetzen.

Der Datenschutz ist ein weiterer wichtiger Punkt, denn KI-Systeme verarbeiten sensible Mitarbeiterdaten. Ein Bericht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zeigt, dass 78 Prozent der Befragten den Schutz personenbezogener Daten bei KI-Anwendungen im HR-Bereich als sehr wichtig einstufen. Datenschutz sollte deshalb bereits bei der Entwicklung von KI-Lösungen fest eingeplant sein. Pseudonymisierung sensibler Daten und die verschlüsselte Speicherung personenbezogener Daten verhindern Rückschlüsse auf einzelne Personen, und KI-Systeme sollten so konfiguriert sein, dass unnötige Datenerfassungen von vornherein vermieden werden.

Schließlich hängt der Erfolg von KI im Personalwesen von der Akzeptanz der Belegschaft ab. Unklare Entscheidungen oder Unsicherheit im Umgang mit der Technologie führen schnell zu Widerstand.

Risikokategorie Beschreibung Mögliche Auswirkungen
Algorithmen-Bias Verzerrungen durch vorurteilsbehaftete Trainingsdaten Diskriminierung, unfaire Entscheidungen
Datenschutzverletzungen Unsachgemäßer Umgang mit Mitarbeiterdaten Rechtliche Konsequenzen, Vertrauensverlust
Mangelnde Akzeptanz Skepsis und Widerstand der Belegschaft Geringe Nutzung, Konfliktpotenzial

Um diese Risiken zu vermindern, muss die Belegschaft früh einbezogen werden. Offene Kommunikation und ein verantwortungsbewusster Einsatz der Systeme schaffen die Grundlage dafür, das Potenzial von KI im Personalwesen tatsächlich zu nutzen.

Das Problem der Black Box und die Suche nach Transparenz

Je komplexer und leistungsfähiger KI-Systeme werden, desto schwerer wird es, ihre Entscheidungsprozesse nachzuvollziehen. Bei Übersetzungen mag ein solcher Kontrollverlust noch zu verschmerzen sein, bei sensiblen Anwendungen wie medizinischen Diagnosen bereitet er vielen Kritikern Sorgen. Die Systeme werden zu sogenannten Black Boxes, bei denen Eingabe und Ergebnis erkennbar bleiben, die internen Abläufe für Menschen aber verborgen sind.

Dass KI-Systeme dabei durchaus aggressives Verhalten zeigen können, belegt ein von WIRED beschriebenes Experiment des Teams von DeepMind. In zwei unterschiedlichen Computerspielen sollten die getesteten KI-Systeme Ressourcen anhäufen. Waren diese reichlich vorhanden, sammelten die Systeme einfach nebeneinander. Herrschte Knappheit, legten sie dagegen aggressives Verhalten an den Tag. Leistungsstärkere KI griff dabei deutlich schneller zu aggressiven Methoden, weil sie in der Lage war, komplexere Strategien zu entwickeln.

Parallel arbeiten Forschungseinrichtungen daran, die Denkabläufe von KI-Systemen sichtbar zu machen. Das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut und ein Team der TU Berlin verfolgen dazu einen Ansatz, der einer Magnetresonanztomografie für das menschliche Gehirn ähnelt: Bei der sogenannten Layer-wise Relevance Propagation (LRP) werden die Lösungsfindungsprozesse einer KI rückwärts durchlaufen, um sie sichtbar zu machen. Eine solche Rückwärtsbetrachtung gibt es beim menschlichen Denken nicht, sie erlaubt aber Rückschlüsse auf die Funktionsweise der untersuchten Systeme.

Ethische Leitplanken für den Einsatz von KI in HR

Der Einsatz von KI in HR-Prozessen wirft neben technischen auch ethische Fragen auf. Klare Richtlinien sind Voraussetzung dafür, das Vertrauen der Mitarbeitenden zu gewinnen.

Transparenz und Nachvollziehbarkeit stehen dabei im Zentrum: Mitarbeitende müssen wissen, wie KI-Systeme zu ihren Entscheidungen kommen. Dazu gehören eine klare Kommunikation über Algorithmen und Daten, das Offenlegen von Entscheidungskriterien, Einblicke in die eingesetzten Systeme und die Möglichkeit, KI-Entscheidungen anzufechten.

Fairness und Gleichbehandlung sind eine weitere Voraussetzung. Algorithmen dürfen keine Diskriminierung fördern. Trainingsdaten müssen deshalb sorgfältig ausgewählt und Algorithmen regelmäßig auf Fairness geprüft und angepasst werden. Eine diversitätsorientierte Gestaltung der Systeme hilft dabei, Benachteiligungen zu vermeiden.

Der verantwortungsvolle Umgang mit Mitarbeiterdaten ist eine ethische Pflicht, die über die reine Einhaltung von Datenschutzbestimmungen hinausgeht. Mitarbeitende sollten ihre Daten einsehen, korrigieren oder löschen können. Daten müssen vor Missbrauch geschützt werden und dürfen nur so lange gespeichert bleiben, wie es notwendig ist.

Ethischer Grundsatz Umsetzung in der Praxis
Transparenz und Nachvollziehbarkeit Offenlegung der Entscheidungskriterien, Einblick in Algorithmen, Möglichkeit zur Anfechtung
Fairness und Gleichbehandlung Sorgfältige Auswahl und Prüfung der Trainingsdaten, regelmäßige Fairness-Tests, diversitätsorientierte Gestaltung
Verantwortungsvoller Umgang mit Daten Einhaltung des Datenschutzes, Transparenz über Datennutzung, Rechte der Mitarbeitenden wahren, Datensicherheit gewährleisten

Der ethische Einsatz von KI in HR ist kein Nice-to-have, sondern ein Must-have. Nur wenn wir die Würde und die Rechte der Mitarbeiter respektieren, können wir das volle Potenzial der Technologie ausschöpfen. Ethische Richtlinien sind daher unverzichtbar, um Vertrauen und Akzeptanz zu fördern, und Unternehmen, die solche Standards konsequent umsetzen, profitieren davon langfristig.

Empfehlungen für die Einführung von KI in HR-Prozessen

Die Einführung von KI in HR-Prozesse braucht sorgfältige Planung. Am Anfang steht eine präzise Zieldefinition: Welche HR-Prozesse sollen durch KI verbessert werden, und welche Ergebnisse werden angestrebt? Eine genaue Analyse des Status quo bildet dafür die Grundlage.

Bei der Auswahl geeigneter KI-Lösungen und Anbieter zählen Funktionsumfang und Leistungsfähigkeit, Benutzerfreundlichkeit und Integrierbarkeit, Datenschutz und Sicherheit sowie Support und Weiterentwicklung zu den wichtigsten Bewertungskriterien.

Der Erfolg von KI in HR hängt zugleich von der Akzeptanz der Mitarbeitenden ab. Sie sollten früh einbezogen werden, durch transparente Kommunikation, gezielte Schulungen und einen partizipativen Ansatz, der Ängste mindert und Vertrauen aufbaut. Change Management ist das A und O bei der Einführung von KI in HR. Ohne die Mitarbeiter geht es nicht. Ein strukturiertes Change Management umfasst eine klare Roadmap, regelmäßige Feedbackschleifen und eine Kultur des lebenslangen Lernens. 

Der Erfolg von KI-Projekten im Personalwesen hängt zudem von der engen Zusammenarbeit zwischen HR, IT und Data Science ab. Interdisziplinäre Teams aus HR-Expertinnen, IT-Spezialisten und Datenwissenschaftlerinnen sind Voraussetzung dafür, dass passende und effektive KI-Lösungen entstehen.

Fallbeispiele aus der Praxis

Mehrere Unternehmen setzen KI bereits erfolgreich in der Personalarbeit ein. Die Deutsche Telekom nutzt Algorithmen in der Rekrutierung, um passende Kandidatinnen und Kandidaten zu finden. Das spart Zeit und verbessert die Qualität der Einstellungen: Die Stellenbesetzung erfolgt 25 Prozent schneller, die Qualität der Einstellungen liegt 15 Prozent höher, und die Kosten pro Einstellung sinken um zehn Prozent.

Die Allianz fördert die Mitarbeiterentwicklung mit einem System, das Fähigkeiten analysiert und passende Weiterbildungen vorschlägt. Eine Befragung der Mitarbeitenden zeigt eine hohe Zustimmung zu diesem Ansatz:

Aussage Zustimmung
Ich fühle mich in meiner Entwicklung unterstützt. 82 %
Die vorgeschlagenen Maßnahmen passen zu meinen Zielen. 78 %
Ich kann meine Stärken besser einbringen. 75 %

IBM setzt KI für die Personalplanung ein, um frühzeitig auf Bedarf reagieren zu können. Ein Verantwortlicher beschreibt den Effekt so: „Dank der KI-basierten Personalplanung können wir schneller auf Veränderungen reagieren und sicherstellen, dass wir immer die richtigen Fähigkeiten an Bord haben. Das ist ein enormer Mehrwert für unser Unternehmen.“

Ausblick: Wie sich KI im Personalwesen weiterentwickelt

Ein vielversprechender Trend ist die emotionale KI, die Stimmungen erkennt und darauf reagiert. HR-Systeme können damit besser auf individuelle Bedürfnisse eingehen, etwa durch die Erkennung von Stressfaktoren und die Bereitstellung passender Unterstützungsmaßnahmen, personalisierte Weiterbildungsempfehlungen auf Basis von Interessen und Fähigkeiten sowie ein verbessertes Mitarbeiterengagement durch gezielte Kommunikation und Feedback.

Bereich KI-Anwendung Nutzen
Flexible Arbeitsmodelle Intelligente Schichtplanung Optimierung von Arbeitszeiten und Ressourceneinsatz
Kollaboration Virtuelle Assistenten Unterstützung bei Projektmanagement und Kommunikation
Mitarbeiterentwicklung Personalisierte Lernpfade Gezielte Förderung von Fähigkeiten und Karrierezielen

HR-Fachleute werden sich künftig verstärkt mit Technologie, Daten und dem Zusammenspiel mit dem Menschen auseinandersetzen müssen. Dazu zählen Kompetenzen im Verständnis von KI-Algorithmen und Datenarchitekturen, in der Datenanalyse und im Umgang mit Ethik, Compliance und Change Management. Microsoft-CEO Satya Nadella bringt die Entwicklung auf den Punkt: „KI wird die Art und Weise verändern, wie wir arbeiten, lernen und mit anderen interagieren. Jedes Unternehmen wird zu einem KI-Unternehmen werden, nicht weil sie es können, sondern weil sie es müssen.“

Gleichzeitig bleibt die Forschung an der Transparenz von KI-Systemen wichtig. Kritiker werden weiterhin um Arbeitsplätze bangen und die Selbstständigkeit lernender Systeme als mögliche Bedrohung wahrnehmen. Fortschritte bei der Nachvollziehbarkeit von KI-Entscheidungen, wie sie etwa die Forschung zu Layer-wise Relevance Propagation zeigt, sollen dazu beitragen, dass KI ihren Nutzen entfalten kann, ohne bestehende Probleme lediglich zu verlagern. KI wird die Personalarbeit dabei nicht ersetzen, sondern unterstützen und verbessern.

Häufige Fragen zu künstlicher Intelligenz in HR

Wie verbreitet ist der Einsatz von KI in deutschen HR-Abteilungen? 

Die Angaben dazu variieren je nach Studie deutlich. Eine Erhebung eines großen deutschen Softwareherstellers zeigt, dass 38 Prozent der Personalverantwortlichen KI-Lösungen bereits evaluiert oder implementiert haben. Eine Studie von DGFP und Boston Consulting Group aus dem Jahr 2026 kommt zu dem Ergebnis, dass drei Viertel der HR-Abteilungen generative KI zumindest in ausgewählten Bereichen einsetzen, während eine Bitkom-Befragung aus dem Jahr 2024 nur eine Minderheit aktiver Nutzer feststellt.

Was ist die technische Grundlage künstlicher Intelligenz? 

Künstliche neuronale Netze bilden die technische Basis. Sie orientieren sich am Prinzip des menschlichen Gehirns, in dem erst die Verbindung von Nervenzellen Lernprozesse und Intelligenz ermöglicht. Dieser bionische Ansatz überträgt eine von der Natur gefundene Lösungsstrategie auf technische Probleme.

In welchen HR-Bereichen kommt KI heute bereits zum Einsatz? 

Zu den festen Einsatzfeldern zählen Predictive HR Analytics zur Vorhersage von Mitarbeiterfluktuation, Leistung und Potenzial, Natural Language Processing zur automatisierten Analyse von Bewerbungsunterlagen und Mitarbeiterfeedback sowie Chatbots zur Beantwortung von HR-Anfragen und zur Unterstützung von Onboarding-Prozessen. Auch im Recruiting, im Talentmanagement und im Workforce Management wird KI eingesetzt.

Was ist eine Artificial General Intelligence (AGI) und warum ist sie noch nicht erreicht? 

Eine AGI ist eine künstliche Intelligenz, die verschiedenste Aufgaben gleichermaßen bewältigen kann. Forscher stoßen dabei auf das Problem des catastrophic forgetting: Überträgt eine KI eine bekannte Lösungsstrategie auf ein neues Problem, überschreibt sie dabei häufig die vorherigen Verbindungen in ihrem neuronalen Netz. Forschungslabore wie DeepMind arbeiten an Systemen, die ursprüngliche Informationen gezielt gegen Löschen und Überschreiben sichern.

Was bedeutet Algorithmen-Bias im HR-Kontext? 

KI-Systeme, die mit alten oder unausgewogenen Daten trainiert wurden, können bestehende Vorurteile wiederholen und bei der Auswahl von Bewerbenden zu Ungerechtigkeiten führen, von denen bestimmte Gruppen besonders betroffen sind. Um dem entgegenzuwirken, sollten die Entscheidungslogik der KI nachvollziehbar gehalten, regelmäßige Audits durch interdisziplinäre Teams durchgeführt und Tools zur Erkennung und Reduktion von Bias eingesetzt werden.

Welche Rolle spielt Datenschutz beim Einsatz von KI in HR? 

Eine zentrale Rolle, da KI-Systeme sensible Mitarbeiterdaten verarbeiten. Ein Bericht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zeigt, dass 78 Prozent der Befragten den Schutz personenbezogener Daten bei KI-Anwendungen im HR-Bereich als sehr wichtig einstufen. Pseudonymisierung und verschlüsselte Speicherung personenbezogener Daten sollen Rückschlüsse auf einzelne Personen verhindern.

Was versteht man unter dem Black-Box-Problem bei KI-Systemen? 

Je komplexer und leistungsfähiger KI-Systeme werden, desto schwerer wird es, ihre Entscheidungsprozesse nachzuvollziehen. Bei solchen Black Boxes bleiben Eingabe und Ergebnis erkennbar, die internen Abläufe jedoch für Menschen verborgen. Das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut und ein Team der TU Berlin verfolgen mit der Layer-wise Relevance Propagation (LRP) einen Ansatz, um solche Entscheidungsprozesse rückwärts sichtbar zu machen.

Welche ethischen Grundsätze gelten für den Einsatz von KI in HR-Prozessen?

Zentral sind Transparenz und Nachvollziehbarkeit, Fairness und Gleichbehandlung sowie ein verantwortungsvoller Umgang mit Mitarbeiterdaten. Das umfasst die Offenlegung von Entscheidungskriterien, die Möglichkeit zur Anfechtung von KI-Entscheidungen, regelmäßige Fairness-Tests der Algorithmen sowie das Recht der Mitarbeitenden, ihre Daten einzusehen, zu korrigieren oder löschen zu lassen.

Generative KI in KMU sinnvoll nutzen
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Generative KI in KMU sinnvoll nutzen

Generative künstliche Intelligenz (KI) ermöglicht auch kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) signifikante Steigerungen in Effizienz und Produktivität. Gleichzeitig bringt die Technologie Herausforderungen mit sich. Hier erfahren Sie mehr über die Grundlagen, Funktionsweise, Anwendungsbereiche und Grenzen der generativen KI sowie ihre praktische Integration in den Arbeitsalltag von KMU.

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Generative KI ist eine fortgeschrittene Form der künstlichen Intelligenz, die selbstständig neue Inhalte erstellt. Im Gegensatz zu herkömmlicher Software, die auf vordefinierten Regeln basiert, nutzt generative KI komplexe neuronale Netze. Diese werden mit riesigen Datenmengen trainiert, um Muster und Zusammenhänge zu erkennen und daraus originäre Inhalte wie Texte, Bilder, Musik oder Videos zu generieren.

Die Funktionsweise orientiert sich an den Strukturen des menschlichen Gehirns. Ein prominentes Beispiel ist das Sprachmodell GPT-4, das Texte generiert, indem es Wahrscheinlichkeiten für Wortfolgen berechnet. Durch umfangreiches Training lernt das Modell sprachliche Muster und kontextuelle Zusammenhänge, die es bei der Textgenerierung anwendet.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten für generative KI

Generative KI bietet KMU ein breites Spektrum an Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung. Hier sind einige Beispiele:

  • Automatisierung von Routineaufgaben
    Generative KI kann wiederkehrende Aufgaben übernehmen und so die Beschäftigten entlasten. Sie beantwortet Kundenanfragen schnell und präzise, indem sie auf eine breite Wissensbasis zurückgreift. Darüber hinaus kann sie detaillierte Berichte erstellen, indem sie Daten analysiert und strukturiert aufbereitet.
  • Verbesserung der Kundeninteraktion
    Durch den Einsatz von KI-gestützten Chatbots können Unternehmen einen Kundenservice rund um die Uhr anbieten. Diese Bots lernen ständig dazu und können komplexe Anfragen immer besser beantworten. Zudem ermöglicht die KI hochgradig personalisierte Produktempfehlungen, die auf dem individuellen Kundenverhalten basieren, was die Kundenzufriedenheit und Verkaufschancen erhöht.
  • Unterstützung kreativer Prozesse
    Generative KI kann als Ideengeber für Marketingkampagnen dienen, indem sie innovative Konzepte und Slogans vorschlägt. Im Produktdesign kann sie neue Formen und Funktionen generieren, die als Inspiration für Designer dienen. Sie kann auch bei der Entwicklung neuer Geschäftsideen helfen, indem sie Markttrends analysiert und potenzielle Nischen identifiziert.
  • Optimierung der Softwareentwicklung
    Bei der Programmierung unterstützt KI die Entwickler beim Schreiben von effizientem Code, indem sie Vorschläge macht und Best Practices empfiehlt. Beim Debugging kann sie potenzielle Fehlerquellen schneller identifizieren und Lösungen vorschlagen, was die Entwicklungszeit verkürzt und die Codequalität verbessert.
  • Datenanalyse und Prognosen
    Generative KI kann große Datenmengen analysieren und Muster erkennen, die für das menschliche Auge oft unsichtbar bleiben. Dieses Wissen ermöglicht präzisere Vorhersagen über Geschäftsentwicklungen und Markttrends. Unternehmen können so fundierte Entscheidungen treffen und sich proaktiv auf zukünftige Herausforderungen und Chancen vorbereiten.

Vier Tipps zur erfolgreichen Integration von KI in den Arbeitsalltag

  1. Ermitteln Sie den Bedarf.
    Führen Sie eine gründliche Analyse Ihrer Unternehmensprozesse durch, um Bereiche zu identifizieren, in denen KI einen signifikanten Mehrwert bieten kann. Konzentrieren Sie sich dabei auf Aufgaben, die zeitaufwändig, repetitiv oder fehleranfällig sind. Beispielsweise kann die Automatisierung der Bearbeitung von Kundenanfragen oder die KI-gestützte Analyse von Marktdaten zu erheblichen Effizienzsteigerungen führen. Binden Sie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen in den Prozess ein, um ein umfassendes Bild zu erhalten und potenzielle Einsatzfelder nicht zu übersehen.
  2. Bereiten Sie Ihr Team vor.
    Entwickeln Sie ein umfassenden Schulungsprogramm, um alle Mitarbeitenden auf die Integration von KI vorzubereiten. Diese Schulungen sollten nicht nur technische Aspekte abdecken, sondern auch ethische Überlegungen und mögliche Auswirkungen auf die Arbeitsprozesse einbeziehen. Vermitteln Sie ein grundlegendes Verständnis der Funktionsweise von KI, zeigen Sie konkrete Anwendungsbeispiele und diskutieren Sie offen über Chancen und Risiken. Bieten Sie praktische Übungen an, in denen Beschäftigte den Umgang mit KI-Tools erlernen können. Fördern Sie eine offene Feedback-Kultur, um kontinuierliche Verbesserungen zu ermöglichen.
  3. Kommunizieren Sie effektiv mit den KI-Tools.
    Schulen Sie Ihre Mitarbeiter in der Kunst des Prompt Engineering. Dabei geht es darum, präzise und kontextbezogene Anweisungen an KI-Systeme zu formulieren, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Erstellen Sie Leitfäden mit Best Practices und Beispielen für effektive Prompts in verschiedenen Anwendungsszenarien. Fördern Sie das Experimentieren und den Austausch von erfolgreichen Prompts im Team. Implementieren Sie einen Prozess zur kontinuierlichen Verfeinerung und Optimierung der Prompts auf der Grundlage der erzielten Ergebnisse.
  4. Beachten Sie den Datenschutz.
    Entwickeln Sie strenge Richtlinien für den Umgang mit Daten in KI-Systemen. Schulen Sie Ihre Mitarbeitenden intensiv in Datenschutzpraktiken und sensibilisieren Sie sie für mögliche Risiken. Implementieren Sie technische Lösungen wie Datenfilter oder Anonymisierungstools, die verhindern, dass sensible Informationen (z.B. personenbezogene Daten) versehentlich an KI-Systeme weitergegeben werden. Führen Sie regelmäßig Audits durch, um die Einhaltung der Datenschutzrichtlinien zu überprüfen und mögliche Schwachstellen zu identifizieren. Halten Sie sich über aktuelle Entwicklungen im Bereich KI und Datenschutz auf dem Laufenden und passen Sie Ihre Richtlinien entsprechend an.

Fazit: Chancen nutzen, Herausforderungen meistern

Generative KI bietet KMU vielfältige Möglichkeiten zur Prozessoptimierung, Innovationsbeschleunigung und Verbesserung der Kundeninteraktion. Trotz bestehender Herausforderungen kann die effektive Nutzung dieser Technologie zu einem erheblichen Wettbewerbsvorteil führen. Daher ist es für Unternehmen jeder Größe von entscheidender Bedeutung, die Potenziale der generativen KI zu erkennen und schrittweise zu erschließen. Bei sorgfältiger Vorbereitung und effektiver Umsetzung kann generative KI erfolgreich in den Arbeitsalltag integriert werden, um Produktivität und Effizienz nachhaltig zu steigern.

11 Tipps für die IT-Sicherheit in KMU
Digitalisierung & KI

11 Tipps für die IT-Sicherheit in KMU

Cyberangriffe sind längst nicht mehr nur ein Problem großer Konzerne; auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) geraten zunehmend ins Visier von Cyberkriminellen. Dieser Beitrag erläutert, warum IT-Sicherheit für KMU unverzichtbar ist und welche grundlegenden Maßnahmen jedes Unternehmen ergreifen sollte.

5 Min. Lesezeit

Warum IT-Sicherheit für KMU unverzichtbar ist

  • Schutz sensibler Daten: Kundeninformationen, Finanzdaten und Geschäftsgeheimnisse sind wertvolle Ziele für Cyberkriminelle. Der Verlust oder Diebstahl von Daten kann schwerwiegende finanzielle und rechtliche Folgen haben.
  • Vermeidung von Betriebsunterbrechungen: Cyberangriffe können IT-Systeme lahmlegen und den Geschäftsbetrieb unterbrechen. Laut einer HDI-Studie kostet dies deutsche Unternehmen durchschnittlich 95.000 Euro, bei größeren Mittelständlern bis zu 500.000 Euro. In Einzelfällen können IT-Sicherheitsvorfälle sogar existenzbedrohend sein.
  • Compliance: Gesetze und Verordnungen wie die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) fordern insbesondere den Schutz personenbezogener Daten. Hinzu kommen in vielen Branchen weitere IT-Sicherheitsvorschriften. Verstöße können hohe Bußgelder und rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
  • Image und Kundenvertrauen: Kunden und Geschäftspartner erwarten, dass ihre Daten sicher sind. Ein Sicherheitsvorfall kann das Vertrauen und die Reputation irreparabel beschädigen.

Grundlegende Maßnahmen zur Verbesserung der IT-Sicherheit in KMU

1. Sich laufend über Themen der IT-Sicherheit in KMU informieren

Halten Sie sich über aktuelle IT-Sicherheitsthemen auf dem Laufenden. Nutzen Sie beispielsweise das „Sicherheitsbarometer“ von Deutschland sicher im Netz (DSIN), um sich über Sicherheitslücken, Hackerangriffe und ähnliche Vorfälle zu informieren. Prüfen Sie regelmäßig, ob Handlungsbedarf besteht, und werden Sie gegebenenfalls aktiv.

2. Regelmäßige Updates durchführen

Halten Sie Ihre IT-Systeme immer auf dem neuesten Stand, denn viele Updates schließen Sicherheitslücken. Aktivieren Sie wenn möglich automatische Updates, damit alle Systeme stets aktuell sind.

3. Antiviren-Software verwenden

Verwenden Sie eine zuverlässige Antiviren-Software. Installieren Sie aber nur ein Programm, denn bei der gleichzeitigen Installation von zwei oder mehr Antiviren-Lösungen kann es zu negativen Interferenzen und Systemabstürzen kommen. Achten Sie darauf, dass die Antiviren-Software regelmäßig aktualisiert wird.

4. Wachsamkeit im Internet

Seien Sie wachsam, wenn Sie im Internet surfen. Achten Sie auf eine verschlüsselte Verbindung, erkennbar am grünen Schloss-Symbol und dem Zusatz „https“. Überprüfen Sie die Richtigkeit von Internetadressen, um Umleitungen auf betrügerische Seiten zu vermeiden. Verwenden Sie nur vertrauenswürdige Browser-Erweiterungen.

5. Sichere Passwörter verwenden

Verwenden Sie Passwörter, die mindestens zwölf Zeichen lang sind und eine Kombination aus Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen enthalten. Vermeiden Sie Wörter aus dem Wörterbuch oder persönliche Bezüge. Verwenden Sie unterschiedliche Passwörter für verschiedene Dienste und verwalten Sie diese mit einem Passwort-Manager.

6. Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzen

Aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA), wo immer sie verfügbar ist. Diese zusätzliche Sicherheitsebene erschwert Cyberkriminellen den Zugriff auf Ihre Konten.

7. Datenschutz durch Bildschirmsperre

Sperren Sie die Bildschirme Ihrer Geräte, wenn Sie sie nicht verwenden. So verhindern Sie unbefugten Zugriff auf Ihre Systeme und Daten.

8. Sicherer Umgang mit E-Mails

Seien Sie vorsichtig im Umgang mit E-Mails. Prüfen Sie die Absenderadressen und den Inhalt sorgfältig. Seriöse Unternehmen, einschließlich Banken, fordern ihre Kunden niemals per E-Mail auf, vertrauliche Daten einzugeben. Löschen Sie verdächtige Phishing-Mails sofort und öffnen Sie keine unerwarteten Anhänge oder Links.

9. Regelmäßige Datensicherung

Besonders wichtig für die IT-Sicherheit in KMU sind regelmäßige Datensicherungen, mindestens einmal täglich. Verwenden Sie automatisierte Backups und bewahren Sie die Backups an verschiedenen Orten auf. Verschlüsseln Sie Ihre Backups und stellen Sie sicher, dass Sie auch offline darauf zugreifen können.

10. Server und Netzwerke absichern

Sichern Sie Ihre Server und Netzwerke durch regelmäßige Updates, starke Passwörter und eingeschränkte Zugriffsrechte. Verwenden Sie eine Firewall mit entsprechenden Schutzkomponenten.

11. Mobile Geräte schützen

Beziehen Sie mobile Geräte in Ihr Sicherheitskonzept mit ein. Richten Sie sichere Verbindungen zum Unternehmensnetzwerk über VPN ein und vermeiden Sie öffentliche WLAN-Hotspots. Laden Sie Apps nur aus offiziellen App-Stores herunter und prüfen Sie die Berechtigungen der Apps genau.

Fazit: IT-Sicherheit in KMU ist unverzichtbar – und machbar

IT-Sicherheit ist für KMU unverzichtbar, um sensible Daten zu schützen, Betriebsunterbrechungen zu vermeiden, gesetzliche Vorschriften einzuhalten und das Vertrauen der Kunden zu erhalten. Durch die Umsetzung der genannten Maßnahmen können Unternehmen ihre IT-Sicherheit deutlich verbessern und sich besser gegen Cyber-Angriffe wappnen. Bleiben Sie wachsam und setzen Sie auf kontinuierliche Weiterbildung, um auf dem neuesten Stand der Sicherheitstechnik zu bleiben.

Bürokratie ist wie ein Kaugummi im Haar – aber keine Sorge, wir haben die Schere!
Digitalisierung & KI

Bürokratie ist wie ein Kaugummi im Haar – aber keine Sorge, wir haben die Schere!

Bürokratie im Weg? Mit den richtigen Strategien wird sie vom Klotz am Bein zum Sprungbrett für deinen Erfolg! Compliance als Wettbewerbsvorteil, Digitalisierung als Turbo, smarte Lobbyarbeit und Expertenrat: Nutze Bürokratie als Chance, dein Unternehmen auf die Überholspur zu bringen! 🚀

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Regulatorische Anforderungen und Bürokratie

– allein die Worte lassen jeden Mittelständler mit den Augen rollen. Es fühlt sich an, als würde man sich ständig durch ein Dickicht aus Vorschriften kämpfen, während man gleichzeitig versucht, das eigene Unternehmen auf Kurs zu halten. Aber was, wenn wir dir sagen, dass du dieses Dickicht nicht nur durchqueren, sondern es auch zu deinem Vorteil nutzen kannst? Lass uns einen frechen Blick darauf werfen, wie du die Bürokratie zähmst und sie für dich arbeiten lässt!

Compliance-Kosten: Das ungeliebte Kind effizient aufziehen

Niemand liebt sie, aber jeder muss sich um sie kümmern: Compliance-Kosten. Sie wachsen unaufhaltsam und sind wie ein nimmersattes Monster, das nie genug bekommt. Doch was wäre, wenn du dieses Monster in ein nützliches Haustier verwandeln könntest? Es geht darum, Compliance nicht als Last, sondern als Wettbewerbsvorteil zu sehen. Wenn du die Anforderungen smart integrierst, kannst du dich von der Konkurrenz abheben. Kunden und Partner legen immer mehr Wert auf Unternehmen, die transparent, ethisch und gesetzeskonform arbeiten. Also, anstatt dich zu beklagen, nutze Compliance als Aushängeschild und zeige, dass du die Nase vorn hast – sicher und sauber! s Selbstvertrauen Ihrer Mitarbeiter stärkt und sie gleichzeitig ermutigt alles zu geben oder sogar Neues zu probieren! Er schafft ein Gefühl von Sicherheit, wodurch Ihre Mitarbeiter einsehen, dass sie Ihnen vertrauen können. Du übergibst wichtige Aufgaben an deine Mitarbeiter? Nütze diesen Satz in solchen entscheidenden Momenten und Du wirst Dankbarkeit und Motivation durch deine Mitarbeiter verspüren.  

Digitalisierung: Dein Turbo für Bürokratieabbau

Digitalisierung ist nicht nur ein Buzzword, sondern der Schlüssel, um der Bürokratie den Wind aus den Segeln zu nehmen. Stell dir vor, du ersetzt all die Papierstapel durch digitale Prozesse. Plötzlich werden aus stundenlangen Formularschlachten blitzschnelle Klicks. Die Kunst besteht darin, smarte Tools zu nutzen, die dir nicht nur helfen, die regulatorischen Anforderungen zu erfüllen, sondern auch deine Effizienz massiv steigern. Das bedeutet: weniger Papierkram, mehr Zeit für das Wesentliche. Und wer weiß, vielleicht entdeckst du dabei sogar neue digitale Möglichkeiten, die dein Geschäft auf ein ganz neues Level heben.

Lobbyarbeit: Zeit, die Ärmel hochzukrempeln

Du denkst, Lobbyarbeit sei nur etwas für die Großen? Denk nochmal nach! Auch mittelständische Unternehmen haben eine Stimme, und es wird Zeit, diese zu nutzen. Indem du dich in Verbänden engagierst und aktiv an der Gestaltung von Regulierungen mitarbeitest, kannst du Einfluss nehmen – nicht nur darauf, was beschlossen wird, sondern auch, wie es umgesetzt wird. Das bedeutet weniger unpassende Vorschriften und mehr praxisnahe Lösungen. Verbünde dich mit anderen Mittelständlern und zeige der Politik, dass du mehr bist als nur ein Regel-Empfänger. Du bist ein Regel-Macher!

Beratung und Unterstützung: Die besten Freunde im Dschungel der Bürokratie

Manchmal ist es schlau, sich Hilfe zu holen, anstatt alles allein zu machen. Externe Berater können dir den Weg durch den Dschungel der Regulierungen zeigen und dir helfen, Stolpersteine zu umgehen. Aber Vorsicht: Wähle deine Berater mit Bedacht. Du solltest nicht nur Experten im Gesetzesdschungel sein, sondern auch verstehen, wie dein Unternehmen tickt. Wenn du den richtigen Partner an deiner Seite hast, wird aus dem lästigen Vorschriften-Irrgarten ein klarer Pfad – und du sparst dir teure Fehler und schlaflose Nächte.

Bürokratie als Innovationsmotor: Klingt verrückt? Ist es nicht!

Hier kommt der Clou: Bürokratie muss nicht der Feind sein. Tatsächlich kann sie zum Innovationsmotor werden, wenn du sie richtig nutzt. Jeder neue Regulierungstrend bringt auch neue Marktchancen. Vielleicht zwingt dich eine neue Vorschrift, deine Prozesse zu überdenken – und plötzlich entdeckst du eine effizientere, kostengünstigere oder umweltfreundlichere Art und Weise, dein Geschäft zu führen. Betrachte Regulierungen also nicht als Blockade, sondern als Ansporn, dein Unternehmen neu zu erfinden und auf die Überholspur zu bringen.

Fazit: Vom Bürokratieopfer zum Bürokratieprofi

Regulatorische Anforderungen und Bürokratie mögen nervig sein, aber sie müssen kein Klotz am Bein sein. Mit der richtigen Einstellung und den passenden Strategien kannst du sie zu deinem Vorteil nutzen. Ob durch clevere Compliance, digitale Lösungen, aktive Lobbyarbeit oder das Einbeziehen externer Berater – die Möglichkeiten sind vielfältig. Die Herausforderung besteht darin, aus den Stolpersteinen, die dir in den Weg gelegt werden, das Fundament für deinen Erfolg zu bauen. Also, statt sich über die Bürokratie zu beschweren, nimm die Schere in die Hand und mach dir den Weg frei!

Digitale Transformation in der Praxis – wie ein Softwarehersteller den Wandel angeht
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Digitale Transformation in der Praxis – wie ein Softwarehersteller den Wandel angeht

Die digitale Transformation erfordert Veränderungen im eigenen Unternehmen – das ist den meisten Mittelständlern klar. Weniger klar ist vielen, wie sie in den Change-Prozess einsteigen und dabei ihre Mitarbeiter mitnehmen können. Der Blick auf andere Firmen kann da hilfreich sein. Hier der Erfahrungsbericht eines mittelständischen ERP-Softwareherstellers.

5 Min. Lesezeit

Digitalisierung, Disruption, Change – diese Schlagworte beschreiben die Situation vieler Unternehmen heute. Das Bewusstsein, „etwas verändern zu müssen“, ist bei den meisten vorhanden. Oft fehlt jedoch ein konkreter Ansatzpunkt, um den Prozess zu beginnen.

Die Aufgabe der digitalen Transformation erscheint übergroß und die Angst vor Veränderungen übersteigt die damit verbundenen Chancen. Zudem lässt das Tagesgeschäft oft keinen Raum für strategische Überlegungen.

Ähnlich sah es vor einiger Zeit auch beim ERP-Softwarehersteller Suiteify (Suiteify) aus. Doch mittlerweile hat sich das Unternehmen auf den mühsamen Weg des Wandels begeben. Dieser Blogbeitrag beschreibt, wie die Verantwortlichen vorgegangen sind und welche Erfahrungen sie gemacht haben.

Ausgangssituation: Viel Erfahrung, aber (noch) keine stringente Digitalisierungsstrategie

Suiteify ist seit 40 Jahren auf dem Markt und zählt in der Zielgruppe der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland und Österreich zu den führenden ERP-Softwareherstellern.

Das Softwarehaus beschäftigt über 170 Mitarbeitende und stellt standardisierte Anwendungen für Finanzbuchhaltung, Warenwirtschaft, Lohnabrechnung, Personalmanagement und Dokumentenmanagement her. Darüber hinaus versorgt es die Anwender mit individuellen Zusatzlösungen.

Um seine Marktposition zu behaupten, muss Suiteify den Produkt- und Leistungsumfang, die Marktbearbeitung und die internen Prozesse an die Rahmenbedingungen der Digitalisierung anpassen.

Festlegung von Vision und Leitbild

Nach dem Motto „Wer sein Ziel nicht kennt, wird den Weg dorthin nicht finden“ definierte die Unternehmensleitung von Suiteify gemeinsam mit allen Mitarbeitenden eine Vision und ein Leitbild. Diese beschreiben, wo Suiteify in zehn Jahren stehen wird und mit welchen Werten, Selbstverständnis und Verhalten die gesteckten Ziele realisiert werden sollen. Das Ergebnis las sich zwar gut – aber wie soll der Weg dorthin konkret aussehen? Eine strategische Neuausrichtung sollte darauf die Antwort geben.

Strategische Neuausrichtung

Auch bei der strategischen Neuausrichtung des Unternehmens bezog die Führung die Belegschaft mit ein. In einem Mitarbeiterworkshop wurden die relevanten strategischen Handlungsfelder definiert und eine große Zahl von Ideen, Projekten und Maßnahmen dazu generiert. Daraus entstand schließlich die im Februar 2019 verabschiedete Suiteify Strategie 2021. Sie weist dem Hersteller für einen Zeitraum von zunächst drei Jahren den Weg. Hierzu bricht sie die Vision und das Leitbild in konkrete Projekte und Maßnahmen herunter.

Suiteify Strategie 2021

Der neuen Strategie liegen drei Kerngedanken zugrunde:

  1. Der Kunde soll noch konsequenter als bisher im Mittelpunkt aller Prozesse stehen.
  2. Suiteify öffnet sich für Partner, um das Suiteify Ecosystem zu bilden.
  3. Suiteify geht neue Wege bei der internen Zusammenarbeit (z. B. agile Arbeitsweisen)

Zur Umsetzung der Strategie wurden insgesamt 36 Maßnahmen in den folgenden Handlungsfeldern festgelegt:

  • Geschäftsmodell
  • Leistungsspektrum
  • Kunden
  • Partner
  • Technologie
  • Interne Prozesse/Strukturen/Systeme

Jede Maßnahme hat einen Projektverantwortlichen, einen Zeitplan und ein Ziel. Das Controlling der Maßnahmen-Umsetzung erfolgt auf einer zentralen Softwareplattform. Und ganz wichtig ist: Die strategischen Maßnahmen sind nicht in Stein gemeißelt, sondern können sich im Zuge der Strategie-Laufzeit in ihrer Priorität und/oder Zeitplanung verändern. Neue Maßnahmen können hinzukommen, ursprünglich verabredete Maßnahmen können wegfallen.

Erfahrungen mit der Entwicklung und Umsetzung der Strategie

Im Laufe der rund sechsmonatigen Phase der Strategieentwicklung sammelten alle Beteiligten bei Suiteify wertvolle Erfahrungen, die immer wieder in den Strategieprozess einflossen und einfließen. Die wichtigsten Erkenntnisse daraus stehen sich häufig in Form von vermeintlichen oder tatsächlichen Widersprüchen gegenüber.

Die Aufgabe des Managements besteht darin, diese Widersprüche zu erkennen, zu erklären und idealerweise aufzulösen. Ausgewählte Spannungsfelder sind:

Breite Beteiligung vs. effizienter Prozessverlauf

Nur eine möglichst breite Beteiligung vieler Mitarbeiter sichert die Identifikation mit der strategischen Planung und deren Umsetzung. Dabei sind Mitarbeiter, die sich freiwillig für ein neues Team bzw. eine neue Aufgabe melden, in der Regel engagierter bei der Sache. Auch lässt sich so das eine oder andere bisher nicht erkannte Talent entdecken.

Gleichzeitig kann ein umfassender Beteiligungsprozess eine zeitgerechte Entwicklung und Umsetzung der Strategie behindern. Es gilt also, das richtige Maß an Partizipation, am Einsatz wichtiger Multiplikatoren und an zielgerichteter Kommunikation zu finden.

Geschwindigkeit vs. Nachhaltigkeit

Ein strategischer Veränderungsprozess greift tief in die Organisation und die Abläufe ein. Veränderungen finden aber nur dann tatsächlich statt, wenn die Menschen den Sinn der Neuausrichtung verstehen und ihn sich im besten Fall zu eigen machen.

Allerdings fällt es manchmal schwer, die eigene Komfortzone zu verlassen. Es gibt – erst recht bei dem neuen Thema digitale Transformation – Ängste und Vorbehalte. Diese zu überwinden braucht es Zeit, viel Kommunikation und Transparenz. Über Leuchtturmprojekte und erste Erfolge lassen sich positive Erfahrungen sammeln, aus denen man Kraft für weitere Veränderungen schöpfen kann.

Strategische Maßnahmen vs. notwendiges Tagesgeschäft

Nicht alle Mitarbeiter können und sollen gleichzeitig an den strategischen Projekten und Maßnahmen zur Digitalisierung arbeiten. Auch das bisherige „Brot-und-Butter-Geschäft“ muss weitergehen, denn es stellt die Unternehmenssubstanz dar. Es können ja auch nicht alle Prozesse auf einmal angefasst werden, weil dies die Organisation überfordern würde.

Es ist Managementaufgabe, die Bedeutung des Tagesgeschäftes für den Erfolg des Unternehmens herauszustellen, und gleichzeitig die notwendigen Ressourcen für den strategischen Veränderungsprozess bereitzustellen.

Großer Wurf vs. konkrete Maßnahmen

Zu Recht wird mit einer strategischen Neuausrichtung die Erwartung verbunden, dass das Big Picture erkennbar, gegebenenfalls sogar radikal neu ist. Solche einfachen Botschaften erleichtern dann auch die interne und externe Kommunikation. Auf der anderen Seite kann die Strategie nur durch möglichst konkrete Maßnahmen beschrieben und vor allem umgesetzt werden. Ein Baustein muss zum anderen passen – und am Ende sind es viele Bausteine, die zum Erfolg beitragen.

Zudem muss nicht jeder Prozess zur gleichen Zeit angepackt werden. Quick-Wins bei eher einfachen Umstellungen mit engagierten, freiwilligen First-Movern helfen dabei, schnell erste Erfolge zu erzielen, die andere dann auch motivieren. Beide Erwartungshaltungen – großer Wurf wie auch konkrete Maßnahmen – sind berechtigt und müssen vom Management bedient werden.

Fazit

Die Digitalisierung verlangt auch kleinen und mittleren Unternehmen Veränderungsbereitschaft ab. Ein One Size fits all wird es bei der Frage des richtigen Vorgehens zur Entwicklung und Umsetzung einer strategischen Neuausrichtung aber nicht geben.

Jedes Unternehmen wird sich vor dem Hintergrund seiner Marktposition individuell überlegen müssen, in welchem Umfang das bisherige Vorgehen und die bestehende Produktpalette im Hinblick auf die digitale Transformation auf den Prüfstand zu stellen sind.

Unabhängig davon wird ein Change-Prozess nur dann gelingen, wenn die Beteiligungs- und Kommunikationsprozesse gut organisiert sind, die Umsetzung der Strategie in konkrete Maßnahmen sichergestellt ist und fortlaufendes Controlling sowie eine flexible Anpassung der Strategie möglich sind.

Agile Softwareentwicklung – was habe ich als Anwender davon?
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Agile Softwareentwicklung – was habe ich als Anwender davon?

Software dient immer einem Zweck: Unternehmen beispielsweise möchten damit bestimmte betriebswirtschaftliche Aufgaben erledigen. Eine gute Software deckt den Bedarf der Anwender so ab, dass sie ihre Aufgaben effizient erfüllen können. Dieser Beitrag gibt einen nicht-technischen Einblick, wie agile Softwareentwicklung die Entstehung eines passenden Softwareprodukts unterstützt.

5 Min. Lesezeit

Die Kernaufgabe der Softwareentwicklung besteht darin, die Software an den Anforderungen der Kunden auszurichten und die geforderte Fachlichkeit zu liefern. Das ist der Sinn von Softwareentwicklung: Der Kunde erhält eine funktionsfähige Software, die seinen Anforderungen entspricht und technisch wie technologisch up to date ist (zum linguistischen Unterschied zwischen „technisch“ und „technologisch“).

Im Grunde ist es dem Kunden vermutlich relativ egal, wie die für ihn passende Software entsteht. Aber er hat ganz sicher nichts gegen ein Vorgehen, welches ihn intensiv einbindet und am Ende zu einem guten Ergebnis führt. Ein agiles Vorgehen in der Softwareentwicklung kann genau das sicherstellen.

Softwareentwicklung – die Basics

Softwareentwicklung ist eine durchaus komplexe Aufgabe. Zu der Fachlichkeit, sprich: den fachlichen Anforderungen, die eine Software abbilden soll, kommen weitere Aspekte hinzu: etwa die Architektur der Anwendung, welche wesentlichen Einfluss auf die Stabilität und langfristige Wartbarkeit hat. Auch technische und technologische Aspekte müssen berücksichtigt werden, damit der Lebenszyklus der Software langfristig gesichert ist. Alles muss am Ende so aufeinander abgestimmt sein, dass der Kunde mit der Lösung zufrieden ist und seine Aufgaben erfüllen kann.

Die initiale Herstellung einer neuen Software ist eine große Aufgabe, aber auch die dauerhafte Pflege von Software ist eine Herausforderung.

Der Lebenszyklus einer Software ist geprägt von häufigen Änderungen aufgrund neuer Anforderungen. Dies können fachliche Änderungen sein, die sich wiederum aus gesetzlichen Neuerungen oder geänderten Prozessen ergeben. Auch technische Veränderungen, zum Beispiel durch eine neue Version des Betriebssystems, können Anpassungen der Software notwendig machen.

Eine Software muss stets so konstruiert sein, dass sie robust gegenüber Änderungen jeder Art ist. Das bedeutet, Änderungen dürfen weder die Stabilität noch die Funktionsweise beeinträchtigen.

Softwareentwicklung – die oftmals bittere Realität

Im Rahmen herkömmlicher, also nicht agiler Softwareentwicklungsprozesse versucht man üblicherweise, die erforderliche Fachlichkeit in mitunter langatmigen und schwerfälligen Konzeptionsphasen möglichst umfassend zu beschreiben. Dies ist sehr ressourcenintensiv. Häufig stehen jedoch am Anfang des Lebenszyklus einer Software die fachlichen Anforderungen im Detail noch gar nicht fest. Der Kunde kann zwar seine Anforderungen grob beschreiben, aber kaum detailliert benennen.

Im Laufe oder sogar erst am Ende der Entwicklungsphase stellt sich dann oft heraus, dass vieles in den Konzepten falsch oder unvollständig war. Dadurch geraten Softwareprojekte in Schieflage und Verzug oder scheitern sogar ganz – was wiederum die Gesamtkosten und den Frustrationspegel erheblich steigen lässt.

Agile Softwareentwicklung – in kurzen Schritten zu guter Software

Agilität in der Softwareentwicklung kann solche für Kunden, Projektmanager und Softwareentwickler frustrierenden Erlebnisse verhindern. Unter Agilität versteht man in diesem Zusammenhang die kontinuierliche Bereitschaft, Veränderungen schnell herbeizuführen, Wandel – auch unvorhergesehenen – aufzugreifen und aus der Veränderung zu lernen.

Als ein ganzheitliches Konzept zielt agile Softwareentwicklung darauf ab, Risiken im Entwicklungsprozess zu minimieren und zugleich den Kundennutzen durch Effizienz, Qualitätsorientierung und Einfachheit zu erhöhen.

Agile Softwareentwicklung umfasst eine Reihe von Methoden und Praktiken, die auf dem sogenannten Manifest für Agile Softwareentwicklung basieren (s. Kasten).

Auszug aus dem Manifest für Agile Softwareentwicklung

„Wir erschließen bessere Wege, Software zu entwickeln, indem wir es selbst tun und anderen dabei helfen. Durch diese Tätigkeit haben wir diese Werte zu schätzen gelernt:

Individuen und Interaktionen mehr als Prozesse und Werkzeuge
Funktionierende Software mehr als umfassende Dokumentation
Zusammenarbeit mit dem Kunden mehr als Vertragsverhandlung
Reagieren auf Veränderung mehr als das Befolgen eines Plans

Das heißt, obwohl wir die Werte auf der rechten Seite wichtig finden, schätzen wir die Werte auf der linken Seite höher ein.“

Quelle: https://agilemanifesto.org/iso/de/manifesto.html

Was zeichnet agile Softwareentwicklung aus?

  • Entsprechend dem Agilen Manifest hat die Erstellung einer funktionierenden Software als Dokumentation der Fachlichkeit bei der agilen Softwareentwicklung hohe Priorität. Die Fachlichkeit wird zu Beginn des Projekts durch den Kunden, die Fachexperten und die Softwareentwickler gemeinsam erarbeitet. Erst wenn mindestens grundsätzliche Einigkeit und Klarheit über die fachlichen Anforderungen herrschen, beginnt man mit der Entwicklung der Software.
  • Aufgrund der intensiven und regelmäßigen Einbindung der Anwender und der Fachexperten in kurze Entwicklungsabschnitte kann die Software sehr zielgerichtet und bedarfsgerecht entwickelt werden. Der ständige Austausch der Beteiligten für zu einer kontinuierlich verbesserten Abbildung der Fachlichkeit in der Software.
  • Bereits am Ende eines Entwicklungsabschnitts steht das jeweilige Ergebnis in Form einer funktionsfähigen Software zur Verfügung. Oft stellen die Softwareentwickler dem Kunden das Ergebnis vor und holen von diesem direkt ein Feedback dazu ein.
  • Die Auslieferung der Software erfolgt in der Regel erst dann, wenn die Fachlichkeit soweit implementiert ist, dass die Software bei der Erledigung der Aufgaben tatsächlich helfen kann. Aber die Auslieferung sollte so schnell wie möglich erfolgen, was wiederum zu schnellem Feedback führt und weitere Umsetzungsschritte ermöglicht.

Fazit: Agile Softwareentwicklung führt zu besserer Software

Die agile Softwareentwicklung stellt konsequent die Anforderung des Kunden in den Fokus. Sie ermöglicht durch kurze Entwicklungsabschnitte ein intensives und zeitnahes Feedback der Anwender und der Fachexperten. Durch den ständigen Austausch sind alle Beteiligten eingebunden und die fachliche Implementierung entwickelt sich kontinuierlich bis zur Reife weiter. Unterm Strich erhalten die Kunden zügig eine funktionierende Software, die den Anforderungen entspricht.

Digitales Informationsmanagement ist existenziell wichtig für KMU
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Digitales Informationsmanagement ist existenziell wichtig für KMU

Die Digitalisierung bringt in puncto Informationsmanagement neue Anforderungen und Möglichkeiten mit sich. Viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) verwalten und organisieren ihre Geschäftsdokumente jedoch noch wie im letzten Jahrtausend – mit Papier und Aktenordnern. Das muss und wird sich zunehmend ändern, prognostiziert Experte Ulrich Kampffmeyer.

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Wer als Unternehmer seine dokumentenbasierten Prozesse in die elektronische Welt überführen möchte, bekommt es früher oder später mit dem Begriff Enterprise-Content-Management, kurz: ECM, zu tun? Was ist darunter zu verstehen?

Ulrich Kampffmeyer: Enterprise-Content-Management ist ein Begriff, der von der Branche seit Jahren verwendet wird, um Funktionalitäten, Strategien und Methoden zu beschreiben, die zur Verwaltung und Erschließung elektronischer Informationen genutzt werden. Der Begriff hat sich in Deutschland nie durchgesetzt, und auch die Ziele eines allumfassenden, unternehmensweiten Enterprise-Content-Managements haben wir nur sehr selten erreicht. Mittlerweile wurde ECM links und rechts von neuen Entwicklungen überholt.

Heute denkt auch der Mittelstand in Dimensionen des digitalen Wandels, der Digitalisierung. Hierfür benötigen wir weiterhin Komponenten aus dem ECM-Füllhorn, aber diese kann man mit Begriffen wie Rechnungseingangsverarbeitung, Dokumentenmanagement, elektronische Archivierung oder Geschäftsprozessmanagement besser verständlich machen.

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Wo stehen die KMU in Deutschland bei der praktischen Umsetzung der genannten ECM-Komponenten?

Kampffmeyer: Bei kleineren KMU stand in den letzten Jahren das Thema Archivierung im Vordergrund. Dieses Thema ist aber ständig erweitert worden, da auch Daten, Datensätze und andere neue Informationsformen aufbewahrt und erschlossen werden müssen.

Vor der Archivierung liegen Systeme zur Verwaltung von E-Mails, Office-Dokumenten, Plänen und anderen Informationen. Hier leiden die meisten Unternehmen unter der „hybriden Welt“, das heißt, Informationen liegen auf Papier und in elektronischer Form vor – manche nur in einem Medium, aber häufig unkontrolliert redundant.

Informationen wiederzufinden und festzustellen, was originär ist, gehört daher zu den täglichen Problemen, die Zeit, Ressourcen und Geld kosten.

Ein einheitliches Dokumentenmanagement mit Postkorbsystemen, Workflow, Scan-Strecken, Einbindung der Office- Dokumente und Unterstützung der Zusammenarbeit – Collaboration – ist noch nicht weit verbreitet.

Durchgängiges Business Process Management, das Prozesse von Anfang bis Ende steuert, fehlt meistens. Stattdessen finden sich vielfach Insellösungen, bei denen zum Beispiel das Dokumentenmanagement an die Finanzbuchhaltung oder ein ERP angebunden ist und nur diesen Systemen zur Verfügung steht.

Durch sichere, kostengünstige Angebote aus der Cloud steht hier aber ein grundsätzlicher Wandel bevor, der es gerade dem kleineren Mittelstand ermöglicht, auf professionelle Lösungen zuzugreifen. Blickt man auf Branchenvorreiter, dann sind Logistik-, Finanz- und Dienstleistungsunternehmen aktuell vorn. Aber: Digitalisierung ist ein existenziell wichtiges Thema für alle KMU.

Was hält Betriebe denn davon ab, beispielsweise eine durchgängige digitale Lösung für das Dokumentenmanagement zu implementieren?

Kampffmeyer: Man kann heute davon ausgehen, dass die meisten ECM-, DMS-, Archiv- und wie auch immer genannten Produkte ausgereift sind. Die Probleme liegen beim Anwender selbst. Die Unternehmen sind nicht auf die organisatorischen, prozessualen und kulturellen Umstellungen vorbereitet. Besonders bei den Prozessen scheut man Veränderungen, obwohl hier die meisten Optimierungspotenziale liegen.

Die vorhandenen Abläufe einfach in elektronischen Systemen nachzubilden führt nur zur Elektrifizierung der vorhandenen Ineffizienz in einer intransparenten Umgebung. Letzteres gilt besonders dann, wenn der demografische Wandel im Unternehmen zuschlägt. Informationsmanagementlösungen helfen hier, das Wissen zu bewahren.

Die Menschen in den Unternehmen sind auch dann ein entscheidender Faktor, wenn es um die Ressourcen zur Planung, Vorbereitung und Umsetzung sowie den Betrieb einer aufwendigen Lösung fürs Informationsmanagement, wie ECM, geht. Entsprechende Projekte scheitern heute häufiger an der Umsetzung als an der Technik. Der Aufwand und die Folgekosten sind für KMU oft schwer zu kalkulieren.

Ebenfalls eine Rolle spielt, dass das Thema Informationsmanagement häufig nicht ausreichend auf der Geschäftsführungsebene priorisiert ist, da die Gegenüberstellung von Kosten und Nutzen gerade bei „weichen“, nicht sofort in Geld ausdrückbaren Nutzeneffekten recht schwierig ist. Wenn dann die Systeme nicht die Geschäftsstrategie unterstützen, werden sie häufig als reine Kostenposten betrachtet.

Benennen wir die Optimierungspotenziale konkret: Welche Vorteile bringt es einem KMU, wenn es in ECM investiert?

Kampffmeyer: Hier sind zwei Bereiche zu unterscheiden: zum einen die Erfüllung rechtlicher Vorgaben und zum anderen die Unterstützung der Geschäftsprozesse durch Bereitstellung der richtigen, aktuellen und vollständigen Information für den Mitarbeiter – unabhängig von Ort, Zeit, Ursprung und Format.

In puncto Compliance bzw. Corporate Governance ist zu beachten: Handels- und steuerrechtlich relevante Daten und Belege in elektronischer Form, wie Rechnungen oder E-Mails, müssen im originären elektronischen Format vorgehalten werden. Ausdrucken hilft nicht mehr. Es bedarf also geeigneter digitaler Lösungen zur Aufbewahrung.

Wichtiger ist jedoch, dass man die Informationen sinnvoll nutzbar macht und als Wissen in Prozesse einsteuert. Es gilt, Daten und Dokumente in elektronische Kunden-, Fall-, Projekt- und andere Strukturen einzuordnen, um das Papier aus den Prozessen herauszubekommen.

Die elektronische Welt bietet die Möglichkeit, Lösungen nach und nach auszubauen, von der einfachen Archivierung bis hin zu Portalen, Collaboration und Geschäftsprozessmanagement. Dies setzt voraus, dass man sich nicht in Insellösungen verheddert.

Es gibt einzelne Bereiche, in denen schnell Erfolge erzielt werden können – Beispiele sind die elektronische Rechnung und die elektronische Akte. Jedoch kommt der richtige Nutzen immer erst dann, wenn man eine einheitliche Lösung in möglichst vielen Bereichen des Unternehmens und der Prozesse einsetzt. Das erfordert eine vorausschauende Planung.

Beispiel Eingangsprozesse: Es ergibt keinen Sinn, das Scannen von Rechnungen vom Scannen anderer Dokumente oder das Verwalten von E-Mails vom Empfang elektronischer Rechnungen usw. zu trennen. Stattdessen braucht es einen ganzheitlichen Ansatz, der alle Eingangsinformationen aufbereitet in ein Postkorbsystem für die Mitarbeiter einstellt und die erfassten Daten gleich an die richtigen Anwendungen übergibt.

Auch bei der Archivierung ist ein ganzheitlicher Ansatz sinnvoll, weil alle Arten von Informationen in ihren Kontext gestellt werden müssen, unabhängig von Quelle und Format. Inseln zu bauen – etwa separate Lösungen für E-Mails, steuerlich relevante ERP-Daten usw. – ist unwirtschaftlich und schafft langfristig Probleme beim Betrieb.

Welche Rolle spielt ECM im Gesamtkontext der digitalen Transformation in Unternehmen?

Kampffmeyer: Ganz einfach: Ohne ECM, ohne effizientes Informationsmanagement, ohne eine passende Infrastruktur kann und wird die digitale Transformation nicht funktionieren. Punkt. Digitalisierung und digitale Transformation betreffen weniger die Technik als neue Geschäftsmodelle: Wie kann man mithilfe von Kommunikations- und Softwaretechnologien neue oder bessere Services und Produkte an den Kunden bringen?

Das ist nicht vorrangig das Thema von ECM, da Enterprise-Content-Management hauptsächlich auf die internen Prozesse und Informationen des Unternehmens zielt. Je mehr sich aber das Unternehmen in der digitalen Welt bewegt, desto mehr Daten und Dokumente entstehen. Diese müssen geschützt, erschlossen, verwaltet und genutzt werden.

Damit Information einen Wert gewinnt und behält, muss sie bekannt sein und entsprechend ihrer Qualität und ihres Werts verwaltet werden. Das ist die Aufgabe von ECM.

Wie wird die Entwicklung in Sachen ECM Ihrer Einschätzung nach im Mittelstand weitergehen?

Kampffmeyer: Der Einsatz dieser Technologien – egal, ob wir sie weiterhin ECM oder anders nennen – ist essenziell für alle Unternehmen, die wettbewerbsfähig bleiben und einen Nutzen aus den Informationen ziehen wollen. Es ist daher keine Frage des Ob, sondern nur eine des Wie und Wann. Das Wann sollte längst eingetreten sein. Gerade das Thema Cloud wird ECM für den Mittelstand attraktiv machen, weil immer mehr Angebote in der Cloud auch Projektmanagement, Collaboration, Aufbewahrung und andere Dienste beinhalten.

Dabei sollte man aber den Überblick behalten und sich nicht in Einzellösungen verzetteln. Es gilt, das Thema ECM strategisch zu betrachten, denn von der Verfügbarkeit und Richtigkeit elektronischer Information sind alle Unternehmen inzwischen fast vollständig abhängig.