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IT Sicherheit
IT-Sicherheit im Arbeitsalltag: Risiken einschätzen und Ihr Unternehmen wirksam schützen.
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Cyberkriminalität: Wie sich Mittelständler schützen können
Im Suiteify Talk "Butter bei die Fische" informiert Henry Georges, Cyberexperte beim Landeskriminalamt Hamburg, über die wachsende Bedrohung durch Cyberkriminalität für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Er beleuchtet die Gefahren, mit denen diese Firmen konfrontiert sind, und erläutert wirksame Sicherheitsmaßnahmen.
Die digitale Transformation bringt viele positive Veränderungen für Unternehmen mit sich, aber sie birgt auch Risiken. Cyberkriminalität und Internetangriffe haben in den vergangenen Jahren dramatisch zugenommen und bedrohen Stabilität und Wachstum der Betriebe. Im Talk mit Gastgeber Ulrich Brehmer, Geschäftsführer von Suiteify, erläutert Henry Georges von der Zentralen Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) der Polizei in Hamburg die Bedrohungslage und gibt Sicherheitstipps.
Erhebliche Schäden durch Cyberkriminalität
Gemäß einer Umfrage des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) vom November 2023 wurden 68 Prozent der befragten kleinen und mittleren Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren Opfer von Cyberangriffen. Die finanziellen Folgen solcher Angriffe sind erheblich. Laut dem Cybercrime-Report des Bundeskriminalamts aus dem Jahr 2023 beläuft sich der Gesamtschaden durch Cyberkriminalität in Deutschland auf über 1,5 Milliarden Euro. Mittelständler tragen dabei einen bedeutenden Anteil dieser Last – mit durchschnittlichen Schadenssummen pro Unternehmen im sechsstelligen Bereich. Obwohl mehr als die Hälfte der vom BVMW befragten Unternehmen wissen, dass ihr Schutz unzureichend ist, handeln viele Firmen erst dann, „wenn es geknallt hat“, berichtet ZAC-Experte Henry Georges.
Vielfältige Methoden und Techniken bei Cyberangriffen
Cyberkriminelle nutzen eine Vielzahl von Methoden und Techniken, um in die Netzwerke von mittelständischen Unternehmen einzudringen. Besonders häufig sind Phishing-Angriffe (bei denen Passwörter, E-Mail-Adressen oder Bankdaten gestohlen werden), Ransomware (welche Daten verschlüsselt und anschließend erpresst) und Business E-Mail Compromise (ein Betrug durch gefälschte E-Mails). Laut dem Ransomware-Lagebericht 2024 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist die Anzahl von Ransomware-Angriffen im letzten Jahr um 40 Prozent gestiegen.
Oft bemerken die Betroffenen nicht einmal, dass sie kompromittiert wurden: „Es gibt zwei Arten von Unternehmen, die ich kenne: diejenigen, die angegriffen wurden, und diejenigen, die angegriffen wurden, aber es nicht bemerkt haben“, erklärt ZAC-Spezialist Georges. Dabei ist es ein Trugschluss von KMU zu glauben, dass sie weniger attraktiv für Cyberangriffe sind als internationale Großkonzerne. „Heutzutage kann jedes Unternehmen Ziel eines Angriffs werden“, warnt Georges.
Wichtige Maßnahmen zur Prävention
Um den Mittelstand vor den zunehmenden Bedrohungen durch Cyberkriminalität zu schützen, sind effektive Sicherheitsmaßnahmen unverzichtbar. Unternehmen sollten in moderne Sicherheitstechnologien investieren, ihre Mitarbeiter regelmäßig schulen und sie für die Gefahren von Phishing-Mails sensibilisieren.
Darüber hinaus sind regelmäßige Backups und ein umfassendes Incident-Response-Management (Notfallplan) von entscheidender Bedeutung, um im Falle eines Angriffs schnell reagieren zu können. Dennoch warnt Henry Georges davor, sich in falscher Sicherheit zu wiegen: „Den Zustand ‚ich bin sicher‘, den gibt es heutzutage nicht mehr.“ Stattdessen ist es wichtig, die Lage kontinuierlich zu überwachen und die Abwehrmaßnahmen entsprechend anzupassen.
Der Cyberexperte empfiehlt zudem, die Position des IT-Sicherheitsbeauftragten angemessen zu besetzen und nicht als „Nebenjob“ zu behandeln. Falls die eigenen Ressourcen im Unternehmen dafür nicht ausreichen, kann die Einbindung externer Expertise durch qualifizierte Berater helfen.
Drei grundlegende Tipps zur Verbesserung der IT-Sicherheit
- Immer den gesunden Menschenverstand einsetzen. Das bedeutet: Trotz vorhandener Checklisten und technischer Vorkehrungen sollte man eigenständig bewerten, was in der jeweiligen Situation sinnvoll ist.
- Die Beschäftigten regelmäßig für das Thema IT-Sicherheit sensibilisieren – durch Schulungen, Vorträge und die Einbindung in die Erarbeitung von Richtlinien, wie zum Beispiel die Einführung des Vier-Augen-Prinzips.
- Die notwendigen technischen Voraussetzungen schaffen und kontinuierlich überprüfen. Dabei sollte man sich nicht nur auf automatisierte Prozesse verlassen (siehe Punkt 1).
Weitere Informationen und kostenlose Hilfestellungen zum Thema Cyberkriminalität gibt es unter anderem hier:

Passwort-Sicherheit: So schützen Betriebe ihre Zugänge wirksam
Eine aktuelle Warnung der Deutschen Telekom zeigt erneut, wie wichtig starke Passwörter sind: Zehntausende Login-Daten von T-Online-Kunden wurden geknackt und im Untergrund angeboten. Auch andere Unternehmen waren betroffen. Grund genug, die eigene Passwort-Sicherheit zu überprüfen und endlich sichere Kennwörter einzusetzen.
Warum einfache Passwörter ein Risiko sind
Viele Nutzer wählen leicht zu merkende Passwörter: den Namen des Haustieres, den Geburtstag, eine einfache Tastenkombination wie „123456“ oder „qwertz“. Das Problem: Was für Menschen einfach zu merken ist, lässt sich von Hackern leicht knacken.
Die steigende Zahl an Online-Diensten führt oft dazu, dass Nutzer nur ein Passwort für viele Konten verwenden oder besonders einfache Varianten wählen. Das spart zwar Zeit, öffnet aber Cyber-Kriminellen Tür und Tor.
Sicherheitslücke Mensch: Technik reicht allein nicht
Unternehmen investieren in Firewalls, Antivirensoftware und sichere Netzwerke, doch die größte Schwachstelle bleibt oft der Mensch.
Typische Fehler sind:
- Schwache oder mehrfach genutzte Passwörter,
- Admin-Zugänge mit Standardpasswörtern,
- Passwörter, die sichtbar auf Zetteln am Arbeitsplatz kleben.
Selbst die beste Technik kann keine Sicherheit garantieren, wenn Mitarbeitende unsicher oder nachlässig handeln.
Wie Hacker Passwörter knacken
Cyber-Kriminelle nutzen automatisierte Tools, die pro Sekunde tausende Kombinationen testen.
Besonders unsicher sind:
- echte Wörter (z. B. „Sommer“, „Peter“),
- Tastaturmuster wie „qwertz“,
- einfache Variationen mit Zahlen oder Sonderzeichen (z. B. „Fu22b@ll“).
Solche Passwörter werden oft innerhalb von Sekunden entschlüsselt. Komplexe Kennwörter aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen halten dagegen deutlich länger stand.
So erstellen Sie sichere Passwörter
Eine bewährte Methode ist die Satztechnik:
Man denkt sich einen leicht merkbaren Satz aus und nutzt die Anfangsbuchstaben, z. B.:
„Meine Schwester wurde 1970 geboren!“ → MSw1970g!
Dieses Grundpasswort kann für verschiedene Dienste angepasst werden, etwa durch Zusätze:
- Windows-PC: MSw1970g!-ws
- Outlook: MSw1970g!-ok
- Facebook: MSw1970g!-fk
Solche Passwörter sind deutlich schwerer zu knacken und gleichzeitig gut zu merken.
Warum regelmäßige Passwortwechsel wichtig sind
Auch sichere Passwörter sollten regelmäßig erneuert werden, insbesondere wenn:
- ein Konto von einem Datenleck betroffen ist,
- mehrere Personen Zugriff auf ein Passwort haben,
- unsichere Geräte oder Netzwerke genutzt wurden.
Ein universelles Passwort für alle Konten ist ein großes Risiko: Wird ein Dienst gehackt, können Angreifer sofort auf alle anderen Konten zugreifen.
IT-Sicherheit im Unternehmen verbessern
- Mitarbeitende schulen: Sensibilisierung für Phishing, sichere Passwörter und Umgang mit E-Mails.
- Passwort-Manager einsetzen: Komplexe Passwörter sicher speichern und generieren.
- Mehrstufige Anmeldung (MFA) aktivieren: Zusätzliche Sicherheit durch einen zweiten Faktor.
- Richtlinien festlegen: Mindestlängen, regelmäßige Wechsel und keine Wiederverwendung.
Fazit
Passwort-Sicherheit ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit für den Schutz von Unternehmensdaten. Schwache oder mehrfach genutzte Kennwörter gehören zu den größten Sicherheitsrisiken – gerade in Betrieben, die zunehmend digital arbeiten.
Mit starken, individuellen Passwörtern, regelmäßigen Schulungen und klaren Sicherheitsrichtlinien lassen sich viele Cyberangriffe vermeiden.
Quellen
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) – Passwortschutz