Digitalisierung & KI

Cloud oder eigener Server: Was ist für den Mittelstand sicherer?

Lohndaten, Personalakten und Buchhaltung gehören zu den sensibelsten Daten eines Unternehmens. Sind sie bei einem Cloud-Anbieter besser geschützt als auf dem Server im eigenen Haus? Dieser Beitrag vergleicht beide Betriebsmodelle und ordnet die Bedrohungslage durch Cyberangriffe anhand aktueller Bitkom-Zahlen ein.

Cloud oder eigener Server: Was ist für den Mittelstand sicherer?
Cloud oder eigener Server: Was ist für den Mittelstand sicherer?

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Wie gefährdet sind Unternehmen in Deutschland?

Fast jedes Unternehmen in Deutschland ist betroffen, und der Schaden ist enorm. Der Digitalverband Bitkom hat mehr als 1.000 Unternehmen ab zehn Beschäftigten und einer Million Euro Jahresumsatz befragt; die repräsentative Studie stellte er Ende August 2026 gemeinsam mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz vor (Bitkom, Presseinformation vom 26.08.2026). 96 Prozent der Befragten waren von Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage betroffen oder vermuten es. Die Zahl umfasst digitale wie analoge Angriffe, vom Ausspähen der E-Mails bis zum gestohlenen Laptop.

Den Schaden beziffert Bitkom auf bis zu 270 Milliarden Euro. Drei Viertel dieser Summe, bis zu rund 206 Milliarden Euro, entfallen auf Cyberangriffe. Vor fünf Jahren lag dieser Anteil noch bei 59 Prozent.

Immer mehr Unternehmen wissen nicht genau, ob jemand in ihren Systemen war. Nur 67 Prozent konnten einen erfolgreichen Angriff mit Sicherheit feststellen, ein Jahr zuvor waren es 87 Prozent. Trotzdem sehen nur noch 45 Prozent ihre Existenz durch einen Angriff bedroht, nach 59 Prozent im Vorjahr. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst spricht von einer „etwas trügerischen Sicherheit“ und vermutet einen Gewöhnungseffekt.

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Warum Angriffe zum Schaden werden

58 Prozent der Unternehmen haben in den zwölf Monaten vor der Befragung einen Schaden durch Cyberangriffe erlitten. Bitkom hat sie gefragt, warum aus dem Angriff ein Schaden wurde. Zu den Hauptursachen zählen demnach die unzureichende Erkennung von Sicherheitsvorfällen (59 Prozent), falsch konfigurierte IT-Systeme (57 Prozent), technische Schwachstellen (50 Prozent) und veraltete Hardware oder Software (43 Prozent).

Infografik zu den Ursachen von Cyberangriffen auf Unternehmen
Quelle: Bitkom Research

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Diese Ursachenliste wirft die Frage auf, ob nicht gerade Mittelständler ohne spezialisierte IT-Sicherheitsabteilung mit einer Cloud-Lösung sicherer fahren.

Im Vergleich: Server im Haus oder Software aus der Cloud?

Wie sicher eine Lösung ist, hängt vor allem davon ab, wie gut sie betrieben wird. Aussagekräftig ist deshalb nur der Vergleich zweier gut betriebener Lösungen.

Eigenbetrieb im Vergleich zu SaaS
Aufgabe Eigenbetrieb (Server im Haus) SaaS-Lösung (Software aus der Cloud)
Updates und Sicherheitskorrekturen Ihre IT testet und installiert sie; wie schnell, hängt vom Personal und den Wartungsfenstern ab Der Anbieter spielt sie zentral und zeitnah ein
Überwachung und Angriffserkennung Rund um die Uhr nur mit eigener Bereitschaft und/oder einem Dienstleister Der Anbieter überwacht seine Plattform 24/7
Datensicherung Sie planen und testen die Sicherungen und lagern sie getrennt vom Server Der Anbieter sichert die Plattform; eigene Exporte schützen Sie zusätzlich, etwa bei einem Ausfall oder Wechsel des Anbieters
Personal und Fachwissen Oft bei wenigen Personen gebündelt; Urlaub und Krankheit reißen Lücken Spezialisierte Teams beim Anbieter; unabhängige Prüfnachweise machen ihre Arbeit überprüfbar
Zugänge und Benutzerrechte Ihre Aufgabe Ebenfalls Ihre Aufgabe; der Anbieter stellt Werkzeuge bereit, etwa die Anmeldung mit zweitem Faktor (MFA)
Kosten Hardware, Lizenzen, Betrieb und Personal, dazu ein eigenes Sicherheitsbudget Laufende Gebühr; welche Sicherheitsleistungen enthalten sind, legt der Vertrag fest

Seriöse Cloud-Anbieter erreichen in aller Regel ein höheres Sicherheitsniveau als ein Mittelständler mit eigenem Server. Das liegt an ihrer Größe: Sie verteilen die Kosten für Fachleute und Überwachung auf viele Kunden. Sicherheitsmaßnahmen jeder Art werden günstiger, je größer der Maßstab ist, schreibt die EU-Agentur für Cybersicherheit ENISA. Steht ein Dienst unter Beschuss, kann ein großer Anbieter seine Abwehr rasch hochfahren, etwa bei Überlastungsangriffen (DDoS), die einen Dienst mit massenhaften Anfragen lahmlegen sollen (ENISA, Cloud Computing Risk Assessment). Im Eigenbetrieb trägt ein Mittelständler diesen Aufwand allein.

Auch das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) sieht im Cloud Computing "hinsichtlich Funktionalität, Sicherheit und Resilienz viele Chancen“ (BSI, Cloud-Strategie).

Ganz ohne Risiko ist allerdings auch die Cloud nicht. Große Plattformen sind attraktive Angriffsziele, und weil viele Kunden dieselbe Infrastruktur nutzen, trifft eine Störung viele von ihnen zugleich. Ob ein Anbieter diese Risiken im Griff hat, können Sie prüfen. Drei Kriterien helfen dabei.

Woran Sie einen vertrauenswürdigen Cloud-Anbieter erkennen

  1. Prüfbarkeit: Ein seriöser Anbieter belegt seine Sicherheit durch unabhängige Prüfungen. Das BSI rät, darauf zu achten, dass Zertifikate durch regelmäßige Prüfungen erneuert werden und das gesamte Angebot abdecken (BSI, Cloud: Risiken und Sicherheitstipps). Mit dem Prüfkatalog C5 (Cloud Computing Compliance Criteria Catalogue) hat das BSI einen eigenen Standard geschaffen, nach dem Wirtschaftsprüfer Cloud-Anbieter testieren.‍
  2. Klar verteilte Verantwortung: Fachleute sprechen vom Modell der geteilten Verantwortung (englisch „Shared Responsibility“). Demzufolge schützt der Anbieter das Rechenzentrum, die Infrastruktur und die Software, während das Unternehmen für die Zugänge, Rechte und den Umgang mit den eigenen Daten verantwortlich ist. Diese Aufgabenverteilung muss schriftlich festgehalten werden. Für den Datenschutz bleibt Ihr Unternehmen ohnehin verantwortlich, denn der Anbieter verarbeitet personenbezogene Daten nur in Ihrem Auftrag.‍
  3. Ausstiegsmöglichkeit: Ein Anbieter kann übernommen werden, insolvent gehen oder seinen Firmensitz verlegen. In diesem Fall müssen Sie Ihre Daten vollständig mitnehmen können. Seit September 2025 verpflichtet die EU-Datenverordnung (Data Act) Cloud-Anbieter, einen solchen Wechsel zu ermöglichen. Ab dem 12. Januar 2027 dürfen sie dafür keine Gebühren mehr verlangen (Bundesnetzagentur, Data Act).

Wo die Cloud nicht hilft

Gegen Fehler im eigenen Unternehmen hilft selbst das beste Rechenzentrum wenig. In der Bitkom-Studie nennen 55 Prozent der durch Cyberangriffe geschädigten Unternehmen ein unzureichendes Identitäts- und Zugriffsmanagement als Ursache, also lückenhafte Regeln dafür, wer sich mit welchen Rechten anmelden darf. Angriffe auf Passwörter richteten bei 18 Prozent der Unternehmen Schaden an, Phishing (gefälschte E-Mails, die Zugangsdaten abgreifen sollen) bei 16 Prozent. Beide Angriffsarten zielen auf Zugänge ab, die das Unternehmen selbst verwaltet.

In HR- und Lohnsoftware wiegen solche Lücken besonders schwer, denn dort sind Gehälter, Bankverbindungen, Krankheitszeiten und die Konfession der Beschäftigten gespeichert. Einige Beispiele: Eine Mitarbeiterin der Lohnbuchhaltung verlässt das Unternehmen, ihr Zugang bleibt jedoch aktiv. Eine Aushilfe im Personalbereich sieht sämtliche Gehälter, obwohl sie nur Urlaubsanträge pflegen soll. Die Geschäftsführung meldet sich ohne zweiten Faktor an, weil das bequemer ist. Und niemand ist dafür zuständig, die vergebenen Rechte regelmäßig zu prüfen.

All das liegt außerhalb der Reichweite des Anbieters. Er kann aber Werkzeuge bereitstellen, wie etwa die Multi-Faktor-Authentifizierung (Anmeldung mit Passwort und zusätzlichem Code oder Gerät), Vorlagen für Rollen oder Berichte über lange ungenutzte Konten. Den zweiten Faktor kann er sogar für alle Konten verpflichtend machen. Wer welche Rechte bekommt, wann ein Zugang endet und wer das kontrolliert, entscheidet Ihr Unternehmen.

Vorschau

Mit diesem Beitrag startet unsere sechsteilige Reihe zur Sicherheit von Cloud-Software im Mittelstand. Die Reihe geht der zentralen Frage nach: Unter welchen Bedingungen können Sie einem Cloud-Anbieter Ihre Daten anvertrauen? Die folgenden Beiträge zeigen,

  • welche Sicherheitsaufgaben bei SaaS-Lösungen in Ihrem Unternehmen bleiben,
  • wie Sie einen Cloud-Anbieter prüfen - von Zertifikaten bis zum Datenstandort,
  • welche Rechte Ihnen die EU-Datenverordnung (Data Act) beim Anbieterwechsel gibt,
  • wie Sie Zugänge mit einem Berechtigungskonzept und Multi-Faktor-Authentifizierung schützen,
  • wie Sie sich mit einem Notfallplan auf einen Cyberangriff vorbereiten.

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Das Wichtigste auf einen Blick

  • 96 Prozent der Unternehmen in Deutschland waren laut der Bitkom-Studie „Wirtschaftsschutz 2026“ in den zwölf Monaten vor der Befragung von Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage betroffen oder vermuten es. 76 Prozent des Gesamtschadens gehen auf Cyberangriffe zurück.
  • Schäden entstehen am häufigsten durch mangelnde Angriffserkennung, falsch eingestellte Systeme und lückenhafte Zugriffsrechte, aber auch durch technische Schwachstellen und veraltete Hardware oder Software.
  • Eine Cloud-Infrastruktur kann für Unternehmen sicherer als der eigene Server sein, sofern der Anbieter vertrauenswürdig ist. Ob ein Angebot seriös ist, lässt sich insbesondere an drei Kriterien festmachen: Prüfbarkeit, klar verteilte Verantwortung und die Möglichkeit zum Ausstieg.

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Johannes Tenge

Redakteur und Autor bei Suiteify. Schwerpunktthemen: Business-Software, Digitalisierung, KI und Prozessoptimierung - sowie alles, was damit zusammenhängt.

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Kaum ein anderes Thema wird derzeit so intensiv diskutiert wie Künstliche Intelligenz (KI) – doch was verbirgt sich wirklich dahinter? Zwischen Buzzwords, Hype und Missverständnissen lohnt sich ein genauer Blick: Was ist KI tatsächlich, was nicht, und warum ist das Zusammenspiel verschiedener Methoden so spannend? Der Beitrag zeigt, wie KI funktioniert, wo ihre Grenzen liegen und warum sie weit mehr ist als nur ChatGPT.

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Was ist Künstliche Intelligenz?

Künstliche Intelligenz beschreibt ganz allgemein, dass Computer Fähigkeiten des menschlichen Denkens erlernen. Es geht also darum, dass Maschinen Aufgaben übernehmen, die bislang Menschen vorbehalten waren – von der Mustererkennung bis zur Entscheidungsfindung. Dabei werden Begriffe wie „KI“, „Machine Learning“ oder „ChatGPT“ oft synonym verwendet, obwohl sie unterschiedliche Aspekte abdecken. KI ist ein Sammelbegriff für viele Technologien, die darauf abzielen, Maschinen intelligentes Verhalten beizubringen.

Die Geschichte der KI: Von den Anfängen bis heute

KI ist kein neues Phänomen. Bereits in den 1940er Jahren wurde intensiv daran geforscht. Nach Anfangserfolgen galt das Thema lange Zeit als zu komplex und wurde eher verdrängt. Erst mit dem rasanten Anstieg von Rechenleistung und Datenverfügbarkeit in den letzten Jahren erlebte KI einen neuen Aufschwung. Die Entwicklung verlief in Wellen: Nach ersten Erfolgen folgten sogenannte „KI-Winter“, in denen das Interesse abnahm, bis neue Technologien und mehr Daten die Forschung wieder beflügelten.

Machine Learning und Deep Learning – die Motoren der KI

Ein Teilgebiet der KI ist das Machine Learning (ML). Hier lernen Algorithmen aus Daten, ohne dass sie explizit für jede einzelne Aufgabe neu programmiert werden müssen. Deep Learning wiederum ist eine spezielle Form des ML, die mit tiefen neuronalen Netzen arbeitet – und die Grundlage für moderne Sprachmodelle wie ChatGPT bildet. Machine Learning ist heute das Herzstück vieler KI-Anwendungen, weil es ermöglicht, Muster und Zusammenhänge in großen Datenmengen zu erkennen.

Was ist KI – und was nicht?

Ein entscheidender Unterschied: KI und ML benötigen immer Daten. Klassische Automatisierung, die auf festen Regeln basiert („Wenn A, dann B“), ist keine KI. Erst wenn Algorithmen eigenständig aus Daten lernen und Muster erkennen, spricht man von KI. Ohne Daten – keine Intelligenz. Automatisierung ist zwar nützlich, aber nicht „intelligent“ im eigentlichen Sinne. KI geht darüber hinaus, indem sie flexibel auf neue Situationen reagieren kann, wenn die entsprechenden Daten zur Verfügung stehen.

Die drei Lernformen: Supervised, Unsupervised und Reinforcement Learning

  1. Supervised Learning: Algorithmen lernen anhand von Trainingsdaten, z. B. zur Vorhersage von Kategorien oder Entwicklungen. Hier besteht die Gefahr von Verzerrungen, wenn die Trainingsdaten nicht repräsentativ sind.
  2. Unsupervised Learning: Hier werden Strukturen und Ähnlichkeiten in Daten erkannt, etwa durch Clustering oder Dimensionsreduktion.
  3. Reinforcement Learning: Lernen durch Belohnung und Bestrafung – ähnlich wie ein Kind, das laufen lernt. Besonders wichtig für Sprachmodelle, die darauf trainiert werden, hilfreiche Antworten zu geben

Supervised Learning
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Sprachmodelle und neuronale Netze

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Die digitale Transformation ist schon lange nicht mehr nur ein Thema für die Industrie und Großkonzerne. Auch traditionsreiche Manufakturbetriebe sehen sich mit der Herausforderung konfrontiert, handwerkliche Qualität mit modernen, effizienten Prozessen zu verbinden. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist NOMOS Glashütte. Die renommierte Uhrenmanufaktur nutzt bereits seit den frühen 1990er-Jahren Lösungen von Suiteify und zeigt damit, wie sich Digitalisierung und Tradition erfolgreich vereinen lassen.

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Ein Ort mit Geschichte und Zukunft

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Damit eine Uhr offiziell als „Glashütter Uhr“ bezeichnet werden darf, müssen mindestens 50 Prozent der Wertschöpfung vor Ort erfolgen. NOMOS Glashütte übertrifft diese Vorgabe deutlich, denn die hauseigene Fertigungstiefe liegt bei bis zu 95 Prozent.

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Digitale Transformation als kontinuierlicher Prozess

Offen für neue Technologien

Trotz seiner tief verwurzelten Handwerkstradition zeigt sich NOMOS offen für Innovationen. Die Digitalisierung wird nicht als Bruch mit der Vergangenheit, sondern als konsequente Weiterentwicklung verstanden. Jens Körner: „Digitalisierung ist bei uns ein fortschreitender Prozess – und Suiteify (ehemals HS - Hamburger Software; die Red.) spielt dabei eine zentrale Rolle."

Suiteify: Partner seit der ersten Stunde

Über 30 Jahre Vertrauen und Kontinuität

NOMOS Glashütte ist Anwender der ersten Stunde. Bereits 1992 startete das Unternehmen mit dem Vorgänger der heutigen Warenwirtschaftssoftware Suiteify Commercial classic. Seitdem wurde die Softwarelandschaft kontinuierlich erweitert.

„Wir arbeiten seit über 30 Jahren erfolgreich mit ein und demselben Softwareanbieter zusammen. Im Prinzip können wir über jede Uhr exakt nachvollziehen, wann und wo sie verkauft wurde“, betont Jens Körner.

Heute nutzt NOMOS nahezu das gesamte Suiteify-Lösungsportfolio – von der Finanzbuchhaltung über die Warenwirtschaft bis hin zum Personalwesen.

Ort mit Tradition: Seit 1845 erlernen Menschen in Glashütte das Uhrmacherhandwerk.

Durchgängige Prozesse von der Fertigung bis zur Montage

Produktionsplanung (PPS)

NOMOS Glashütte hat auf der Suiteify-Plattform mehrere Datenbanken angelegt. Dabei sind Fertigung und Montage in einer Datenbank zusammengefasst. NOMOS bezeichnet diesen Bereich als PPS-Bereich, der die Produktionsplanung umfasst.

Über eine Schnittstelle senden die Anwender die Fertigungsaufträge aus der Suiteify Commercial classic an die CNC-Bearbeitungszentren. So gelangen die Arbeitspläne samt Stückzahlen, Stücklisten und Steuerungsanweisungen direkt auf die Monitore im Shopfloor oder in gedruckter Form in die Hände der Werker.

Digitale Montageaufträge und Qualitätssicherung

In einem zweiten Schritt stellt das Warenwirtschaftssystem die Montageaufträge bereit. Die Monteure erhalten ihre Pickzettel unmittelbar auf ihr Tablet und können die Teile im Lager konfektionieren.

Über die Software ist jederzeit nachvollziehbar, wie viele Montageaufträge sich gerade im Umlauf befinden. Sobald ein Auftrag erledigt wurde, erhält die Verwaltung über Suiteify Commercial classic eine Rückmeldung und die Daten gehen automatisch an die Qualitätssicherung.

Automatisierte Bestellprozesse im Vertrieb

Vom Händlerportal bis zum Webshop

Der Verkauf erfolgt über eine separate Datenbank. Früher erreichten die Bestellungen NOMOS Glashütte telefonisch oder per Fax. Heute erfolgt dies über ein Händlerportal, über das auch Ersatzteile oder Werbeartikel angefordert werden können.

Via Schnittstelle werden die Bestellungen automatisch an Suiteify Commercial classic übergeben. Einkauf und Verkauf wissen somit jederzeit, welche Produkte konfektioniert und ausgeliefert werden können.

Über eine spezielle Software ist außerdem ein Datenaustausch mit dem Webshop möglich. Hierzu werden die Daten auf einem eigenen Server zwischengelagert. So können Bestellmengen und Lagerbestände miteinander abgeglichen werden.

„Gemeinsam mit dem Suiteify-Support haben wir eine API-Schnittstelle an den Webshop-Server angebunden“, sagt Jens Körner. „Darüber können wir beispielsweise Daten in Echtzeit austauschen, weitere Tools einbinden oder Auswertungen durchführen.“Dokumentenmanagement und papierlose Zukunft

Von Hand schwarzpoliert: Perfekter Glanz für Sperrklinkenfedern

Dokumentenmanagement und papierlose Zukunft

Schritt für Schritt zum digitalen Archiv

Das Suiteify DMS classic (DMS) ist bereits serverseitig installiert und wird aktuell für die digitale Personalakte genutzt. Langfristig sollen alle Unternehmensbereiche folgen.

„Wir wollen alle Daten digital verfügbar machen und weg vom Papier – vor allem, was den Belegfluss anbelangt. Hier nehmen wir aber auch auf unsere Fachhändler Rücksicht. Die sind oftmals noch nicht so weit und greifen lieber auf unsere Händler-Website zurück“, erläutert IT-Leiter Körner.

Individuell angepasst – und dennoch Standard

Erweiterungen ohne Wartungsrisiko

In den vergangenen Jahrzehnten wurden softwareseitig verschiedene Individualanpassungen umgesetzt. Ein Beispiel hierfür ist der Uhrenverleih. „Wird eine Uhr zunächst verliehen, dann wird das bei uns im Belegfluss mit abgebildet“, erläutert der IT-Leiter.

Wichtig dabei ist, dass alle Erweiterungen bei Versionswechseln sauber in den Standard integriert wurden und daher vollständig updatefähig sind.

„Früher hatten wir etliche solcher benutzerdefinierten Felder, vieles wurde aber mit der Zeit in den Anwendungsstandard übernommen. Die Experten von Suiteify sind schon bestrebt, auf die Anforderungen ihrer Kunden zu achten und die Software dementsprechend weiterzuentwickeln“, so Jens Körner.

Fazit: Digitale Transformation und Tradition passen zusammen

NOMOS Glashütte beweist eindrucksvoll, dass sich Digitalisierung und handwerkliche Tradition in einem Manufakturbetrieb nicht ausschließen. Mit seinem langjährigen Partner gelingt es dem Unternehmen, Prozesse effizient zu gestalten, Transparenz zu schaffen und gleichzeitig höchste Qualitätsansprüche zu erfüllen. So bleibt NOMOS Glashütte der Tradition verpflichtet und zugleich am Puls der Zeit.

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Förderprogramme zur Digitalisierung: Geld für Software und Beratung
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Förderprogramme zur Digitalisierung: Geld für Software und Beratung

Der digitale Wandel eröffnet kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) vielfältige Möglichkeiten, ihre Geschäfts­prozesse zu optimieren und wettbewerbs­fähiger zu werden. Im Mittelstand fehlen jedoch häufig die finanziellen Ressourcen für Investitionen, etwa für die An­schaffung moderner ERP-Software. Öffentliche Förder­programme unterstützen KMU bei der Digitalisierung.

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Die Digitalisierung verändert die Wirtschaft tiefgreifend: Produktions- und Innovationzyklen werden kürzer, bestehende Märkte umgekrempelt und neue geschaffen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben und künftige Absatzmöglichkeiten zu erschließen, benötigen kleine und mittlere Unternehmen effiziente elektronische Geschäftsprozesse mit Datenvernetzung.

In vielen mittelständischen Betrieben mangelt es jedoch an zukunftsfähigen digitalen Systemen: Das Informationsmanagement beispielsweise erfolgt noch mithilfe von Aktenordnern, die Rechnungsstellung ist papiergebunden, und Fertigungsunternehmen organisieren die Produktion mit Tabellenkalkulationsprogrammen.

Dabei haben die meisten Mittelständler Umfragen zufolge längst erkannt, dass elektronische Lösungen wie ein Dokumentenmanagementsystem (DMS) oder ein System zur Planung und Steuerung der Produktion (PPS) mit Analyse und Vernetzung der Produktionsdaten die Abläufe nachhaltig optimieren.

Dennoch sind viele KMU in Bezug auf die Digitalisierung ihrer betrieblichen Prozesse im Rückstand. Dies hat praktische Gründe: Vor allem kleinere Betriebe verfügen oft nicht über die finanziellen Mittel, um moderne elektronische Systeme anzuschaffen. Zudem haben sie meist keine IT-Abteilung und somit kein entsprechendes Know-how im Haus.

Finanzspritzen für Digitalisierung in KMU

Die Politik möchte die Finanzierungs- und Beratungslücken im Bereich Digitalisierung schließen. Auf Bundes- und Länderebene gibt es mittlerweile zahlreiche Förderprogramme, die KMU bei der Umsetzung von Digitalisierungsprojekten finanziell unterstützen.

Die Förderung kann in Form eines Zuschusses oder eines zinsverbilligten Kredits bzw. Darlehens in Kooperation mit Förderbanken erfolgen.

Besonders begehrt sind Zuschüsse, da es sich hierbei um nicht rückzahlbare Zuwendungen handelt – je nach Förderprogramm können Beträge in bis zu fünfstelliger Höhe gewährt werden. Was konkret gefördert wird, hängt von den jeweiligen Programmrichtlinien ab und lässt sich nicht pauschal definieren.

Unübersichtliches Förderangebot

Das richtige Förderprogramm für ein Digitalisierungsvorhaben zu finden, ist angesichts der komplexen Förderlandschaft in Deutschland keine leichte Aufgabe. Auf Bundesebene sind die Möglichkeiten überschaubar:

  • Das Programm ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit (KfW) ist im Juli 2025 ausgelaufen und wird durch neue, weiterentwickelte Programme (ERP-Förderkredit Digitalisierung und ERP-Förderkredit Innovation) ersetzt. Diese bieten die drei unterschiedliche Förderstufen (Basis-, LevelUp- und HighEnd-Förderung) mit steigenden Zinsvergünstigungen und Förderzuschüssen.
  • Das Förderprogramm „Digital Jetzt – Investitionsförderung für KMU“, das kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der Digitalisierung unterstützte, ist zum 31. Dezember 2023 ausgelaufen.
  • Zudem gab es bis Ende 2024 das Förderprogramm „go-digital“. Es richtete sich an KMU und Handwerksbetriebe mit weniger als 100 Mitarbeitern und unter 20 Millionen Euro Bilanzsumme, wurde inzwischen jedoch eingestellt.

Auf Länderebene ist das Förderangebot schwerer zu überblicken. Jedes Bundesland hat eigene Förderprogramme, die sich hinsichtlich Schwerpunkt­setzung, Richtlinien und Förderumfang unterscheiden. In einigen Ländern beschränkt sich die Unterstützung auf Zuschüsse zu den Unternehmensberaterkosten bei Digitalisierungsprojekten oder auf Digitalisierungskredite und Darlehen. Andere Länder wiederum bezuschussen auch die Anschaffung von vorhabensspezifischer Hard- und Software. Bei manchen Programmen kommen nur bestimmte Branchen oder besonders innovative Unternehmen in den Genuss einer Förderung. Einen Überblick mit weiterführenden Links gibt der Blogbeitrag Fördermittel für Digitalisierung – diese Programme unterstützen KMU.

Fördermöglichkeiten zur Digitalisierung rechtzeitig prüfen

Fest steht: Es lohnt sich für KMU in jedem Fall, die Fördermöglichkeiten zu prüfen. Besonders in kleineren Betrieben kann ein Zuschuss den entscheidenden Anstoß für die Einführung einer digitalen Lösung geben, die die Effizienz steigert und die Wettbewerbsfähigkeit verbessert. Wichtig: Hat ein Projekt zum Zeitpunkt der Antragsstellung bereits begonnen, ist oft keine Förderung mehr möglich. Außerdem sind die Fördertöpfe nach der öffentlichen Bekanntmachung meist schon innerhalb weniger Wochen leer. Daher gilt es, frühzeitig zu handeln.

Eine gute Informationsquelle zu Förderprogrammen und Finanzhilfen bietet die Förderdatenbank des Bundes. Auf den Internetseiten der einzelnen Programme finden sich detaillierte Informationen und Kontaktadressen. Darüber hinaus informieren Behörden wie das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, aber auch Projektträger und unabhängige Informationsstellen über die verfügbaren Fördermöglichkeiten.