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Lohnabrechnung

Rechtssicher abrechnen: Fristen, Neuregelungen und Praxiswissen für die Lohnbuchhaltung im Mittelstand.

Mini- und Midijobs: Neue Verdienstgrenzen ab 2025 im Überblick
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Mini- und Midijobs: Neue Verdienstgrenzen ab 2025 im Überblick

Seit dem 1. Januar 2025 gelten neue Verdienstgrenzen für Mini- und Midijobs. Die Minijob-Grenze wurde erneut angehoben und ist weiterhin dynamisch an den gesetzlichen Mindestlohn gekoppelt. Auch der Übergangsbereich für Midijobs wurde erweitert. Für Arbeitgeber – besonders im Baugewerbe – ist es wichtig, diese Änderungen zu kennen, um Arbeitsverträge und Lohnabrechnungen korrekt zu gestalten.

5 Min. Lesezeit

Neue Minijob-Grenze 2025

Die monatliche Verdienstgrenze für Minijobs liegt seit dem 1. Januar 2025 bei 556 € (zuvor 538 € in 2024 und 520 € in 2022/23). Die Grenze orientiert sich weiterhin an einer wöchentlichen Arbeitszeit von 10 Stunden zum jeweils gültigen Mindestlohn. Hintergrund: Der Mindestlohn ist zum 1. Januar 2025 auf 12,41 € gestiegen – dadurch erhöht sich automatisch auch die Minijob-Grenze.

Neue Midijob-Grenzen 2025

Der sogenannte Übergangsbereich (Midijobs) wurde erweitert.

  • Neu 2025: Einkommen von 556,01 € bis 2.000 € monatlich gelten als Midijob.
  • Arbeitnehmer zahlen in diesem Bereich weiterhin reduzierte Sozialversicherungsbeiträge, die langsam ansteigen, bis sie bei 2.000 € das reguläre Niveau erreichen.
  • Arbeitgeber übernehmen wie gewohnt ihren Anteil an den Sozialversicherungsbeiträgen.

Ziel dieser Regelung ist es, den Wechsel aus einem Minijob in eine reguläre Beschäftigung zu erleichtern und die Belastung der Arbeitnehmer beim Einstieg in eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit zu reduzieren.

Übergangsregelungen

Für Beschäftigte, die zwischen 450,01 € und 520 € verdient haben und bereits vor der letzten Reform (Oktober 2022) angestellt waren, galt bis 31. Dezember 2023 eine Bestandsschutzregelung.

Seit 2024 müssen alle diese Beschäftigungen nach den aktuellen Grenzen beurteilt werden. Wer jetzt mehr als 556 € verdient, fällt automatisch in den Midijob-Bereich.

FAQ: Mini- und Midijobs 2025

Wie hoch ist die Minijob-Grenze 2025?

556 € pro Monat. Sie orientiert sich an einer 10-Stunden-Woche zum Mindestlohn (12,41 €).

Wie hoch ist die Midijob-Grenze 2025?

Von 556,01 € bis 2.000 € monatlich.

Muss ein Minijobber Sozialabgaben zahlen?

Grundsätzlich nur Rentenversicherung (mit Befreiungsmöglichkeit). Keine Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.

Wie werden Midijobs abgerechnet?

Arbeitnehmer zahlen in der Gleitzone reduzierte Beiträge, die mit steigendem Einkommen an das volle Niveau herangeführt werden. Arbeitgeberanteil bleibt normal.

Was passiert, wenn ein Minijobber über 556 € verdient?

Das Arbeitsverhältnis wird automatisch sozialversicherungspflichtig (Midijob oder reguläre Beschäftigung).

Ändert sich die Grenze jedes Jahr?

Ja, weil die Minijob-Grenze dynamisch an den Mindestlohn gekoppelt ist.

Quellen

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) – Geringfügige Beschäftigung

Minijob-Zentrale – Aktuelle Verdienstgrenzen

Deutsche Rentenversicherung – Übergangsbereich Midijob

Haufe – Midijob 2025: Beitragssätze und Berechnungsbeispiele

Verrechnungslohn im Bau: So berechnen Sie Ihre Preisuntergrenze
HR & Payroll

Verrechnungslohn im Bau: So berechnen Sie Ihre Preisuntergrenze

Steigende Lohnkosten treffen auf stagnierende Marktpreise – ein Problem, das viele Bauunternehmen kennen. Gewinne zu erzielen, wird dadurch zunehmend schwieriger. Umso wichtiger ist es, die eigene Preisuntergrenze zu kennen. Wer den Verrechnungslohn seines Betriebs exakt ermittelt, kann Angebote fundiert kalkulieren, Preisdruck standhalten und langfristig wirtschaftlich arbeiten.

5 Min. Lesezeit

Warum der Verrechnungslohn so wichtig ist

Der Verrechnungslohn bildet die Grundlage für jede Kalkulation im Baugewerbe. Er setzt sich aus allen Kosten zusammen, die ein Unternehmen pro produktiver Arbeitsstunde decken muss. Wer ihn kennt, weiß genau, zu welchem Stundenlohn Aufträge mindestens angeboten werden müssen, um kostendeckend zu arbeiten und nicht in finanzielle Schieflage zu geraten.

Betriebs- vs. Baustellenverrechnungslohn

  • Betriebsverrechnungslohn:
    Ein einheitlicher Satz für alle Baustellen. Einfach zu kalkulieren, aber oft zu ungenau, weil nicht alle Projekte die gleichen Kosten verursachen.
  • Baustellenverrechnungslohn:
    Für jede Baustelle wird ein individueller Satz berechnet. Er berücksichtigt z. B. unterschiedliche Mittellöhne, Nebenkosten, Zuschläge und Baustellengemeinkosten.
    → Vorteil: realistischere Kalkulationen und geringeres Risiko von Fehlkalkulationen.

Faktoren zur Berechnung des Verrechnungslohns

Grundmittellohn

Basis sind die Löhne der gewerblichen Arbeitnehmer (Zeit- und ggf. Akkord- oder Prämienlöhne) sowie Zuschläge (Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit), Erschwerniszuschläge und Arbeitgeberanteile zur Vermögensbildung.

Lohnzusatz- und Lohnnebenkosten

Dazu gehören Kosten für Krankheit, Urlaub, Feiertage, Sozialtage (z. B. Hochzeit, Umzug) sowie Beiträge zu Sozialversicherungen. Auch Kosten für auswärtige Tätigkeiten wie Fahrgeld oder Verpflegungszuschüsse zählen dazu.

Kleingeräte und Werkzeuge

Verbrauch und Verschleiß von Arbeitsmitteln (z. B. Schaufeln, Handschuhe, Leitern) sollten anteilig eingerechnet werden.

Alle diese Kosten werden als Zuschlag auf den Produktivlohn umgelegt.

Produktivlohn realistisch planen

Um den Produktivlohn zu berechnen, wird von den 365 Kalendertagen eines Jahres ausgegangen. Abgezogen werden:

  • Wochenenden und Feiertage
  • Urlaubstage
  • Sozialtage (z. B. Hochzeit, Umzug)
  • Schlechtwettertage
  • geschätzte Krankheitstage

Die verbleibenden produktiven Arbeitstage werden mit der Zahl der gewerblichen Mitarbeiter, der täglichen Arbeitszeit und dem Grundmittellohn multipliziert.

Beispiel:
197 produktive Tage × 20 Mitarbeiter × 8 Std. × 16,50 € = 520.080 € Produktivlohn pro Jahr

Zuschlagsberechnung für den Kalkulationslohn

Nachdem nun die umzulegenden Kosten und die Produktivlohnsumme des Jahres ermittelt sind, kann die Zuschlagsberechnung erfolgen.

Der Grundmittellohn zuzüglich der Zuschläge für Lohnzusatzkosten, Lohnnebenkosten sowie Kleingeräte und Werkzeuge ergibt den sogenannten Kalkulationslohn.

Um einen kostendeckenden Verrechnungslohn zu ermitteln, müssen zusätzlich die Baustellengemeinkosten und die Allgemeinen Geschäftskosten anteilig auf den Lohn verteilt werden:

  • Baustellengemeinkosten (BGK):
    Kosten, die durch das Betreiben der Baustelle entstehen und keiner Einzelleistung zugeordnet werden können (z. B. Vorhaltekosten von Geräten).
  • Allgemeine Geschäftskosten (AGK):
    Kosten, die nicht projektbezogen sind, sondern den Betrieb insgesamt betreffen (z. B. Verwaltung, Mieten, Versicherungen).

Baustellengemeinkosten korrekt einbeziehen

Baustellengemeinkosten sollten nicht pauschal mit einem festen Prozentsatz kalkuliert werden, da sie je nach Projekt stark variieren können.

Formel:
BGK-Zuschlag (%) = (BGK / Produktivlohnsumme der Baustelle) × 100

Allgemeine Geschäftskosten und Wagnis & Gewinn

  • Allgemeine Geschäftskosten (AGK):
    Verwaltungskosten, Mieten, Versicherungen, Gehälter der Verwaltung usw.
  • Wagnis und Gewinn:
    Individuell zu kalkulieren, abhängig von Marktsituation und Risikobereitschaft.

Werden bereits auf andere Kostenarten (z. B. Material oder Nachunternehmer) Zuschläge erhoben, kann der Lohnzuschlag geringer ausfallen. Die nachfolgende Grafik veranschaulicht das Kalkulationsschema.

Häufige Fehler und Praxistipps

  • Veraltete Kostenansätze verwenden
  • Produktivstunden zu optimistisch kalkulieren
  • BGK pauschal statt projektspezifisch berechnen
  • Änderungen bei Tarifen, Sozialabgaben oder gesetzlichen Vorgaben nicht einbeziehen

Tipp: Das Rechnungswesen regelmäßig auswerten und Zuschlagssätze anpassen, wenn sich Lohnkosten oder Gemeinkosten verändern.

Fazit

Ein präzise berechneter Verrechnungslohn ist die Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg im Baugewerbe. Nur wer seine Kostenstruktur kennt, kann Angebote realistisch kalkulieren, Preisdruck standhalten und die eigene Existenz langfristig sichern. Dabei sollten alle Kostenfaktoren – vom Grundmittellohn über Nebenkosten bis hin zu Baustellengemeinkosten und allgemeinen Geschäftskosten – berücksichtigt und regelmäßig aktualisiert werden. Kalkulation ist mehr als Bauchgefühl: Sie ist der Schlüssel zu fairen Preisen und nachhaltigem Unternehmenserfolg.

FAQ: Verrechnungslohn im Bau

Was ist der Verrechnungslohn?

Ein kalkulierter Stundenlohn, der alle anfallenden Lohn- und Gemeinkosten deckt.

Warum sollte man ihn kennen?

Um kostendeckend zu arbeiten, Angebote realistisch zu kalkulieren und Preisdumping zu vermeiden.

Was gehört alles in den Verrechnungslohn?

Grundlöhne, Zuschläge, Nebenkosten, Kleingeräte, Baustellengemeinkosten, Allgemeine Geschäftskosten sowie Wagnis & Gewinn.

Wie oft sollte man den Verrechnungslohn überprüfen?

Mindestens einmal jährlich oder bei Änderungen von Tariflöhnen, Sozialversicherungsbeiträgen oder Unternehmensstruktur.

Was passiert, wenn ich zu niedrig kalkuliere?

Projekte decken nicht die vollen Selbstkosten – langfristig drohen Liquiditätsprobleme bis hin zur Insolvenz.

Quellen

Bundesministerium für Arbeit und Soziales – Arbeitsrecht und Mindestlohn

Statistisches Bundesamt – Arbeitskostenindex (Qualitätsbericht)

Direktauszahlungsmechanismus: Staatliche Hilfen direkt aufs Konto
HR & Payroll

Direktauszahlungsmechanismus: Staatliche Hilfen direkt aufs Konto

Im Dezember 2024 hat die Bundesregierung die Eckpunkte für einen neuen Direktauszahlungsmechanismus verabschiedet. Mit dieser digitalen Infrastruktur sollen staatliche Hilfszahlungen in Krisensituationen künftig schnell und direkt an betroffene Bürgerinnen und Bürger ausgezahlt werden – ohne den Umweg über Arbeitgeber oder andere Behörden.

5 Min. Lesezeit

Was ist der Direktauszahlungsmechanismus?

Der Direktauszahlungsmechanismus ist eine staatliche Infrastruktur, die es ermöglicht, finanzielle Hilfen bei Naturkatastrophen, Pandemien oder Energiekrisen direkt auf die Bankkonten der Bürgerinnen und Bürger zu überweisen. Damit reagiert der Bund auf die Kritik an bisherigen Verfahren, bei denen Hilfszahlungen oft über komplexe Kanäle wie Arbeitgeber oder Sozialbehörden abgewickelt wurden.

Ziel ist der Aufbau einer modernen, digitalen Auszahlungsinfrastruktur, die auf der steuerlichen Identifikationsnummer (Steuer-ID) und der dazugehörigen IBAN basiert.

Vorteile direkter staatlicher Hilfen auf einen Blick

  • Schnelle und zielgerichtete Auszahlung staatlicher Hilfen in Krisenzeiten
  • Entlastung von Arbeitgebern und Behörden durch Wegfall administrativer Zwischenschritte
  • Datensicherheit durch einen Steuer-ID-basierten Datenabgleich
  • Möglichkeit zur automatisierten Auszahlung staatlicher Leistungen
  • Flexible Einsetzbarkeit für verschiedenste Förderarten und Zielgruppen

Wie funktioniert die direkte staatliche Auszahlung?

Um staatliche Auszahlungen direkt auf die Konten der Bürgerinnen und Bürger zu ermöglichen, müssen diese ihre Kontodaten hinterlegen. Voraussetzung ist die Verknüpfung der IBAN mit der Steuer-ID. Dies kann auf folgenden Wegen geschehen:

  • Online über ELSTER (unter „Meine Daten“)
  • Im BZSt-Online-Portal (BOP)
  • Über die Bank, sofern diese nach Einwilligung die IBAN an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) übermittelt

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Speicherung der IBAN in der Steuer-ID-Datenbank sind bereits geschaffen (vgl. BMF-Pressemitteilung vom 18.12.2024). Durch diese Verknüpfung ist eine sichere und eindeutige Auszahlung staatlicher Leistungen gewährleistet – unabhängig von Beschäftigungssituation oder Sozialstatus.

Was ändert sich durch den Direktauszahlungsmechanismus in Deutschland?

Durch diesen Mechanismus erhält das Konzept unbürokratischer staatlicher Hilfen eine neue Qualität. Arbeitgeber oder Kommunen müssen künftig nicht mehr als Zwischenstelle fungieren. Die neue Infrastruktur ist so konzipiert, dass sie an gesetzliche Leistungssysteme angebunden werden kann. Für jede Auszahlung ist jedoch weiterhin ein eigenes Leistungsgesetz erforderlich, das die Anspruchsvoraussetzungen und den Ablauf regelt.

Ob für eine Auszahlung ein Antrag erforderlich ist, hängt vom jeweiligen Leistungsgesetz ab. Ziel ist es, möglichst viele Auszahlungen automatisiert und ohne zusätzlichen Antrag zu ermöglichen.

Ausblick: Digitale staatliche Hilfen mit Zukunft

Langfristig könnte der Direktauszahlungsmechanismus auch für weitere Unterstützungsleistungen wie automatisierte Einmalzahlungen, familienbezogene Hilfen oder regionale Soforthilfen genutzt werden, sofern die gesetzlichen und technischen Grundlagen entsprechend weiterentwickelt werden. Der Aufbau dieser digitalen Auszahlungsinfrastruktur ist ein bedeutender Schritt hin zu einem modernen, leistungsfähigen Sozialstaat.

Fazit: Mehr Tempo, weniger Bürokratie – echte Hilfe im Krisenfall

Mit dem Direktauszahlungsmechanismus geht die Verwaltung einen zukunftsweisenden Weg: Staatliche Hilfszahlungen werden schneller, einfacher und sicherer. Bürgerinnen und Bürger profitieren von einer direkten Abwicklung, während Unternehmen und Behörden entlastet werden. Die Digitalisierung der Verwaltung schafft so echte Vorteile – besonders dann, wenn sie pragmatisch und bürgernah umgesetzt wird.

Lohnsoftware finden: Auswahlkriterien, Vergleich und Einführung in der Praxis
HR & Payroll

Lohnsoftware finden: Auswahlkriterien, Vergleich und Einführung in der Praxis

Die richtige Lohnsoftware macht den Unterschied bei Effizienz, Fehlerfreiheit und rechtlicher Sicherheit. Der Beitrag nennt fünf zentrale Auswahlkriterien wie ITSG-Zertifizierung und HR-Reporting, vergleicht Anbieter wie Suiteify, Personio und Sage Business Cloud Lohn und beschreibt die praktische Einführung einer neuen Lösung im Unternehmen.

5 Min. Lesezeit

Ob Sie gerade erst über die Digitalisierung Ihrer Lohnabrechnung nachdenken oder mit Ihrem aktuellen System unzufrieden sind: Die richtige Lohnsoftware macht den entscheidenden Unterschied bei Effizienz, Fehlerfreiheit und rechtlicher Sicherheit. Welche Kriterien bei der Auswahl zählen, wie sich gängige Anbieter unterscheiden und wie die Einführung gelingt.

Die Wahl der richtigen Lohnsoftware ist für Unternehmen jeder Größe entscheidend. Ein Lohnabrechnungsprogramm hilft dabei, die Lohn- und Gehaltsabrechnung effizient, fehlerfrei und gesetzeskonform zu gestalten – inklusive aller Abgaben, Meldungen und Nachweise. Gerade in kleineren HR-Teams sorgt eine gute Lösung für weniger manuelle Arbeit, mehr Sicherheit bei Steuer und Sozialversicherung, schnellere Prozesse und eine spürbare Entlastung der HR- und der Buchhaltungsabteilung.

Warum sich die Investition lohnt

Eine Lohnsoftware lohnt sich für jeden Arbeitgeber – auch für Unternehmen, die ihre Lohnbuchhaltung bisher manuell oder über externe Dienstleister abwickeln. Automatisierte Abläufe reduzieren manuelle Aufgaben und sparen Arbeitszeit, während die Software Eingaben auf Plausibilität prüft und Abrechnungsfehler minimiert. Da doppelte Datenerfassung entfällt, entsteht ein sauberer, zentral verfügbarer Datenbestand, und HR-Kennzahlen sind jederzeit abrufbar. Zugleich bleibt Fachwissen im Unternehmen und wird kontinuierlich aufgebaut.

Fünf Auswahlkriterien für die passende Lohnsoftware

1. Intuitive Bedienung und Programm-Assistenten. 

Ein Lohnabrechnungsprogramm sollte leicht verständlich sein. Intuitive Menüführung, individualisierbare Dialoge und Schritt-für-Schritt-Assistenten reduzieren Schulungsaufwand und Fehler, sodass die Software schneller akzeptiert und produktiv genutzt wird. Wichtig sind dabei Plausibilitätsprüfungen bei Eingaben, ein anpassbares Menü (Customizing) sowie Hilfestellungen bei seltenen oder komplexen Aufgaben.

2. Automatisiertes Melde- und Bescheinigungswesen inklusive GKV-Zertifizierung. 

Die digitale Lohnabrechnung spart viel Zeit bei Meldungen an die Finanzverwaltung und die Sozialversicherungsträger. Eine ITSG-zertifizierte Lohnsoftware erfüllt alle Anforderungen für elektronische Übermittlungen – etwa das automatische Versenden von Entgeltbescheinigungen, die Erstellung von Arbeitsbescheinigungen, den Aufwendungsausgleich nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz sowie die Integration der ELSTER-Schnittstelle für Steuerdaten. Ohne ITSG-Zertifizierung müssten diese Aufgaben manuell erledigt werden – zeitaufwendig und fehleranfällig.

3. Abbildung von Sonderfällen und tariflichen Regelungen. 

In Branchen wie dem Baugewerbe, dem Maler- und Lackiererhandwerk oder dem Garten- und Landschaftsbau gelten spezielle tarifliche Lohnabrechnungen. Eine gute Lohnsoftware berechnet VWL-Leistungen korrekt, verwaltet Urlaubsansparungen und -einlösungen, erstellt elektronische Meldungen und Anträge selbstständig und bildet besondere Branchenanforderungen ab – ohne dass zusätzliche Tools nötig werden.

4. Auswertungen und HR-Reporting. Eine Lohnabrechnungssoftware sollte umfassende HR-Auswertungen ermöglichen: Überblick über Fluktuation, Altersstruktur und Personalkosten, individuelle Reports ohne Programmierkenntnisse, Exportfunktionen etwa nach Excel sowie ein Dashboard zur Visualisierung der wichtigsten HR-Kennzahlen. So lassen sich datenbasierte Entscheidungen treffen und das HR-Controlling effizient gestalten.

5. Kompetenter Support mit schneller Erreichbarkeit. Selbst mit der besten Lohnsoftware haben Nutzerinnen und Nutzer gelegentlich Fragen. Entscheidend sind kurze Reaktionszeiten, ein fachlich kompetentes Support-Team und Hilfestellung bei technischen Problemen – ein guter Support spart Zeit, reduziert Stress und sorgt für die optimale Nutzung der Software.

Weitere Kriterien für den Softwarevergleich

Über diese fünf Kriterien hinaus lohnt sich der Blick auf den Funktionsumfang der Software insgesamt: Sie sollte Löhne und Gehälter zuverlässig berechnen, steuerliche Abgaben und Sozialversicherungsbeiträge korrekt abrechnen, Anwesenheits- und Arbeitszeiten erfassen und die Personalverwaltung – etwa Urlaubs- und Krankheitszeiten sowie Berichte und Analysen – unterstützen. Eine nahtlose Integration in bestehende HR- oder ERP-Systeme sorgt dafür, dass Daten automatisch übertragen werden und manuelle Eingaben entfallen, was das Fehlerrisiko deutlich senkt. Moderne Lohnprogramme bieten zudem oft Self-Service-Portale für Mitarbeitende, über die diese ihre Gehaltsabrechnungen und persönlichen Daten selbst einsehen und verwalten können.

Cloudfähigkeit und mobiler Zugriff sind für viele Unternehmen mittlerweile Standard, ebenso DSGVO-Konformität, Sicherheitsfunktionen wie Zwei-Faktor-Authentifizierung und regelmäßige Sicherheitsupdates. Wer keine eigene Payroll-Abteilung betreiben möchte, sollte zusätzlich auf Outsourcing-Optionen des Anbieters achten.

Anbieter im Vergleich

Beim Vergleich verschiedener Lösungen zeigen sich unterschiedliche Profile.

Suiteify positioniert sich als Anbieter mit Fokus auf DACH-spezifische Compliance. Die Lösung ist wahlweise cloudbasiert oder On-Premises verfügbar und als einzige Lösung nativ in Microsoft Dynamics 365 Business Central integriert, wodurch sich die Lohn- und Gehaltsabrechnung an bestehende ERP-Strukturen anbinden lässt. Ergänzend steht ein Outsourcing-Angebot zur Verfügung, sodass Unternehmen die Lohnabrechnung bei Bedarf vollständig auslagern können, statt eine eigene Payroll-Abteilung zu betreiben. Support leisten dabei Payroll-Expertinnen und -Experten aus der DACH-Region.

Personio punktet mit einer intuitiven Benutzeroberfläche und starken HR-Funktionen rund um Recruiting und Personalverwaltung. Die Payroll-Funktionen sind dagegen bislang eher für kleinere Teams ohne komplexe Anforderungen ausgelegt – wer umfangreiche tarifliche Sonderfälle oder eine tiefe ERP-Integration benötigt, stößt hier schneller an Grenzen.

Sage Business Cloud Lohn bringt langjährige Markterfahrung und eine gute Integration in andere Sage-Produkte mit, etwa in die Buchhaltung. Die Benutzeroberfläche wirkt im Vergleich zu jüngeren Lösungen jedoch weniger modern und teilweise komplex in der Bedienung.

Anbieter Cloud / On-Premises Integration Preis-Leistung Besonderheit
Suiteify Beides möglich Microsoft Dynamics 365, DATEV u. a. ⭐⭐⭐⭐⭐ Native Payroll-Integration für Dynamics 365
Personio Cloud HR-first ⭐⭐⭐☆ Starker Recruiting-Fokus
Sage Beides möglich ERP, Buchhaltung ⭐⭐⭐☆ Lange Marktpräsenz

Suiteify punktet im Anbietervergleich vor allem mit dem Zusammenspiel aus starker Payroll-Funktionalität, wahlweise Integration in die eigenen Suiteify-Lösungen für HR, Finance und ERP, lokaler DACH-Expertise und flexiblen Outsourcing-Angeboten. Die native Anbindung an Microsoft Dynamics 365 Business Central macht die Lösung zudem für KMU mit entsprechender ERP-Infrastruktur interessant, da sich HR- und ERP-Systeme so ohne zusätzliche Schnittstellen verbinden lassen und der manuelle Aufwand bei der Datenübertragung sinkt. 

Typische Stolperfallen bei der Auswahl

Bei der Auswahl einer Lohnabrechnungssoftware lauern immer wieder dieselben Stolperfallen. Eine fehlende Integration in bestehende HR- Finance- oder ERP-Systeme führt zu ineffizienten Arbeitsabläufen und erhöhtem manuellem Aufwand – die Softwarelösung sollte deshalb über entsprechende Schnittstellen verfügen oder – noch besser – nativ integriert sein. Eine zu starre oder komplizierte Bedienung schreckt Anwender ab und erschwert die Einarbeitung; eine intuitive Oberfläche steigert dagegen die Akzeptanz im Unternehmen. Mangelnde Rechtssicherheit bei GoBD und DSGVO kann zu rechtlichen Problemen und empfindlichen Strafen führen, weshalb Anbieter regelmäßige Updates bereitstellen sollten. Und ein Support, der nur schwer erreichbar oder ausschließlich englischsprachig ist, erschwert gerade im DACH-Raum die schnelle Problemlösung.

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Fazit

Eine digitale Lohnabrechnung spart Zeit, minimiert Fehler, ermöglicht HR-Auswertungen und unterstützt rechtssichere, effiziente Prozesse. Bei der Auswahl der richtigen Lohnsoftware zählen neben den Funktionen auch Hersteller, Bedienbarkeit und Service. Testzugänge, Demos oder Webinare vermitteln einen praxisnahen Eindruck, bevor die Entscheidung fällt. Wer zusätzlich auf Integration, Rechtssicherheit und erreichbaren Support achtet und die Einführung strukturiert mit Status-quo-Analyse, Pilotphase und Mitarbeiterschulung angeht, legt den Grundstein für eine zukunftssichere Lohnbuchhaltung.

Häufige Fragen zur Auswahl einer Lohnsoftware

Worauf sollten Unternehmen bei der Auswahl einer Lohnsoftware am meisten achten? 

Besonders relevant sind eine intuitive Bedienung mit Programm-Assistenten, ein automatisiertes Melde- und Bescheinigungswesen mit ITSG-Zertifizierung, die Abbildung von Sonderfällen und tariflichen Regelungen, umfassende Auswertungen und HR-Reporting sowie ein kompetenter, gut erreichbarer Support.

Was bringt eine ITSG-Zertifizierung konkret? 

Eine ITSG-zertifizierte Lohnsoftware erfüllt alle Anforderungen für elektronische Übermittlungen an die Finanzverwaltung und die Sozialversicherungsträger, etwa beim automatischen Versand von Entgelt- und Arbeitsbescheinigungen oder DEÜV-Meldungen. Ohne diese Zertifizierung müssten solche Aufgaben manuell erledigt werden, was zeitaufwendig und fehleranfällig ist.

Welche Rolle spielt die Integration in HR- und ERP-Systeme? 

Eine Integration sorgt dafür, dass Daten automatisch übertragen werden und manuelle Eingaben entfallen. Das spart Zeit und senkt das Fehlerrisiko.

Wie unterscheiden sich Suiteify, Personio und Sage Business Cloud Lohn?

Suiteify überzeugt mit umfassender Payroll-Funktionalität mit optionaler nativer Integration in Suiteify-Lösungen für HR, Finance und ERP, DACH-Expertise und flexiblen Outsourcing-Angeboten. Personio hat eine intuitive Oberfläche, richtet seinen Fokus jedoch stärker auf HR-Funktionen, als auf Payroll. Sage Business Cloud Lohn bringt langjährige Markterfahrung und eine gute Anbindung an andere Sage-Produkte mit, wirkt in der Bedienung jedoch weniger modern.

Kann man die Lohnabrechnung auch komplett auslagern, statt eine eigene Softwarelösung zu betreiben? 

Ja. Anbieter wie Suiteify bieten Outsourcing-Angebote an, bei denen Unternehmen ihre Lohnabrechnung an externe Spezialisten übergeben. Das lohnt sich vor allem für Unternehmen ohne eigene Payroll-Abteilung.

Welche typischen Fehler sollten Unternehmen bei der Softwareauswahl vermeiden? 

Häufige Fallstricke sind eine fehlende Integration in bestehende Systeme, eine zu starre oder komplizierte Bedienung, mangelnde Rechtssicherheit bei GoBD und DSGVO sowie ein Support, der schwer erreichbar oder nicht in der lokalen Sprache verfügbar ist.

Wie läuft die Einführung einer neuen Lohnsoftware idealerweise ab? 

Bewährt hat sich ein Vorgehen in fünf Schritten: Status quo analysieren, Anforderungen definieren, Anbieter anhand von Integration, Support und Preis-Leistungs-Verhältnis vergleichen, eine Pilotphase mit ausgewählten Mitarbeitenden einplanen und die Belegschaft durch Schulungen sowie begleitendes Change-Management auf die Umstellung vorbereiten.

Sondermeldung 57 an die DRV - vor Rentenbeginn und bei Scheidungen erforderlich
HR & Payroll

Sondermeldung 57 an die DRV - vor Rentenbeginn und bei Scheidungen erforderlich

Im betrieblichen Alltag haben Arbeitgeber regelmäßig mit den Meldungen zur Sozialversicherung zu tun. Ob An- oder Abmeldung, Jahres- oder Unterbrechungsmeldung – viele dieser Datenübermittlungen erfolgen routinemäßig. Die Gesonderte Meldung mit dem Meldegrund 57, kurz: GML57, stellt jedoch so manchen Lohnbuchhalter vor ein Rätsel. Dieser Artikel erklärt, was es mit dieser Meldung auf sich hat.

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Zweck der Sondermeldung 57: Meldung des beitragspflichtigen Entgelts

Mit der Gesonderten Meldung 57 meldet der Arbeitgeber auf Anforderung der Deutschen Rentenversicherung (DRV) die seit der letzten Jahresmeldung ausgezahlten, beitragspflichtigen Einnahmen der Arbeitnehmer. Diese besondere Meldung ist in zwei Fällen erforderlich:

  • Bevorstehender Renteneintritt: Steht ein Arbeitnehmer kurz vor der Rente, berechnet die Deutsche Rentenversicherung Bund die künftige Rente auf der Grundlage des letzten Einkommens. Anhand der mit der Sondermeldung 57 gemeldeten Werte rechnet die Rentenversicherung das voraussichtliche Einkommen bis zum Renteneintritt hoch. Aus dieser Summe ermittelt sie die Höhe der Rentenzahlung. Die Gesonderte Meldung mit dem Meldegrund 57 gewährleistet somit einen nahtlosen Übergang vom Erwerbsleben in den Rentenbezug.
  • Scheidung: Lässt sich ein Arbeitnehmer scheiden, führt das Familiengericht in vielen Fällen einen Versorgungsausgleich durch, um die während der Ehe erworbenen Rentenanwartschaften gerecht zwischen den Ehepartnern aufzuteilen. Dabei sind auch die im laufenden Jahr entstandenen Rentenanwartschaften relevant. Deshalb benötigt das Familiengericht die aktuellen Werte seit der letzten Jahresmeldung.

Kurz erklärt: Sondermeldung 57

Die Gesonderte Meldung mit dem Meldegrund 57 wurde im Jahr 2008 eingeführt. Sie basiert auf § 194 Abs. 1 SGB VI. Der Arbeitgeber gibt in der Regel eine Jahresmeldung im DEÜV-Verfahren ab, mit der er die gezahlten Entgelte bestätigt.

Die Sondermeldung 57 schließt die Lücke zwischen der letzten DEÜV-Meldung und den aufgelaufenen beitragspflichtigen Einnahmen bis zum Zeitpunkt der Sondermeldung. Falls für das vergangene Jahr noch keine Jahresmeldung abgegeben wurde, ist im Zuge der Sondermeldung auch die Jahresmeldung einzureichen.

Die Gesonderte Meldung mit dem Meldegrund 57 enthält insbesondere die Zeiträume, in denen der Arbeitnehmer beschäftigt war, sowie die in dieser Zeit bezogenen beitragspflichtigen Einnahmen.

So erreicht die Anforderung der Sondermeldung 57 den Arbeitgeber

  • In den meisten Fällen fordert die Deutsche Rentenversicherung den Arbeitgeber zur Abgabe der Sondermeldung 57 auf. Dies gilt auch in Scheidungsfällen, da das Familiengericht die Sozialversicherungsträger um die Abgabe der Sondermeldung 57 ersucht.
  • Aber auch ein Arbeitnehmer, der kurz vor dem Rentenbezug steht, kann vom Arbeitgeber die Abgabe der Meldung verlangen. Entscheidend ist in diesem Fall, dass der Arbeitnehmer die Rentenversicherung im Rahmen seines Rentenantrags bis zum Zeitpunkt des Renteneintritts zur Hochrechnung der Beiträge veranlasst. Andernfalls wirkt sich die Sondermeldung 57 nicht auf seine Rentenbezüge aus.

Seit 2017 gibt es das maschinelle Verfahren rvBEA, mit dem die DRV die Sondermeldung 57 elektronisch beim Arbeitgeber anfordert. Voraussetzung hierfür ist, dass sich der Arbeitgeber für das Verfahren registriert hat – dann erhält er die Anforderung über die entsprechende Schnittstelle in seiner Entgeltabrechnungssoftware.

Alternativ fordert die Rentenversicherung den Arbeitgeber per Vordruck mit dem Formular R250 zur Abgabe der Gesonderten Meldung auf. Dies kommt insbesondere beim Versorgungsausgleich im Rahmen einer Ehescheidung vor.

Ob elektronische Anforderung oder Vordruck: In jedem Fall enthält die Aufforderung eine genaue Angabe, auf welchen Zeitraum sich die Sondermeldung 57 beziehen soll.

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So geben Arbeitgeber die Meldung ab

Wenn der Arbeitgeber eine Lohnsoftware verwendet, die die elektronische Abgabe der Gesonderten Meldung mit Grund 57 unterstützt, ist folgendermaßen vorzugehen:

Schritt 1: Registrierung bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV)

Um am elektronischen Meldeverfahren teilnehmen zu können, muss sich der Arbeitgeber bei der DRV registrieren lassen. Die Registrierung für die Sondermeldung 57 erfolgt über die eingesetzte Lohnsoftware und wird in der Regel mit der nächsten Entgeltabrechnung durchgeführt. Hat ein Unternehmen mehrere Betriebsstätten, muss jede Betriebsstätte separat angemeldet werden.

Schritt 2: Wöchentlicher Abruf von Anforderungen

Mit der Registrierung für das elektronische Verfahren verpflichten sich Arbeitgeber, etwaige Anforderungen einmal wöchentlich über ihre Lohnsoftware abzurufen.

Schritt 3: Durchführung der Gesonderten Meldung 57

  • Erhält der Arbeitgeber die Aufforderung zur Sondermeldung 57, muss er das beitragspflichtige Arbeitsentgelt seit der letzten Jahresmeldung übermitteln, einschließlich etwaiger beitragspflichtiger Einmalzahlungen. Das beitragspflichtige Arbeitsentgelt ist auf die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung begrenzt. Beitragsfreie Teile bleiben unberücksichtigt, zum Beispiel Aufstockungsbeträge bei Altersteilzeit oder die steuerfreie Erstattung von Auslagen.
  • Mit der Sondermeldung 57 können nur Entgelte gemeldet werden, die noch nicht im Rahmen einer früheren Meldung übermittelt wurden. Sie wirkt ähnlich wie eine Jahresmeldung, jedoch für einen verkürzten Zeitraum, der von der DRV vorgegeben wird.
  • Die Sondermeldung 57 kann frühestens drei Monate vor Renteneintritt, also mit der viertletzten Entgeltabrechnung, abgegeben werden.
  • Ist der Arbeitgeber nicht für das elektronische Verfahren registriert, schickt ihm die Deutsche Rentenversicherung das Formular R250 per Post zu. Dieses ist manuell auszufüllen und an die DRV zurückzusenden.
  • Die Sondermeldung 57 ist auch für Arbeitsverhältnisse im Übergangsbereich sowie für Minijobs einzureichen. Private Arbeitgeber von Minijobbern lassen die Meldung durch die Minijob-Zentrale vornehmen.

Sondermeldung 57 mit Lohnsoftware durchführen

Mit der Lohnabrechnungssoftware von Suiteify können Arbeitgeber die Gesonderte Meldung mit Grund 57 mit einem hohen Automatisierungsgrad abgeben und dadurch Zeit sparen. Dazu gehen sie wie folgt vor:

  • Registrierung: Mit dem Suiteify Modul Elektronisches Bescheinigungswesen meldet sich der Arbeitgeber für das elektronische Verfahren an. Hierzu passt er die Einstellungen für das rvBEA-Verfahren an.
  • Abruf der Anforderungen: Über das MeldeCenter der Lohnsoftware ruft der Arbeitgeber einmal wöchentlich die aktuellen Anforderungen einer Sondermeldung 57 ab.
  • Erzeugung der Sondermeldung 57: Wurde eine Gesonderte Meldung mit Grund 57 angefordert, erstellt die Software die entsprechende Meldung automatisch mit der nächsten Lohnabrechnung. Ist dies nicht möglich, erfolgt eine Rückmeldung an die DRV mit Angabe des Hinderungsgrundes.

Auch ohne Registrierung unterstützt die Suiteify Payroll DE classic den Arbeitgeber bei der Abgabe im Papierverfahren. So kann er die GML57 im MeldeCenter der Anwendung erstellen und sie entweder per Post versenden oder mit Hilfe des Erweiterungsmoduls Monats-DEÜV über die Software versenden.

Elektronische Meldung oder Papierformular?

Die Sondermeldung 57 kann grundsätzlich auch in Papierform abgegeben werden – aber nur ausnahmsweise. Seit dem 1. Juli 2021 ist das elektronische Verfahren für alle Arbeitgeber verpflichtend, und die Meldung muss im Regelfall elektronisch über die Lohnsoftware oder eine Ausfüllhilfe an die Deutsche Rentenversicherung übermittelt werden.

Eine Abgabe in Papierform ist nur möglich, wenn der Arbeitgeber nicht am elektronischen Verfahren teilnimmt oder aus technischen Gründen daran gehindert ist.

Für Arbeitgeber empfiehlt sich klar das elektronische Verfahren, das insbesondere in Kombination mit einer leistungsfähigen Lohnsoftware erhebliche Vorteile bietet:

  • Automatisierte Verarbeitung auf Basis der in der Lohnsoftware hinterlegten Daten
  • Wegfall manueller Formulare, was Zeit spart und den Aufwand reduziert
  • Niedrigere Kosten durch automatisierte Routineprozesse
  • Weniger Fehler dank automatischer Ermittlung der relevanten Angaben
Lohnabrechnung im internationalen Vergleich: Was deutsche Unternehmen lernen können
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Lohnabrechnung im internationalen Vergleich: Was deutsche Unternehmen lernen können

Die Lohnabrechnung ist ein zentraler Bestandteil des Personalmanagements und variiert weltweit erheblich. Deutsche Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre Prozesse kontinuierlich zu optimieren, um effizient und gesetzeskonform zu arbeiten. Ein Blick über die Landesgrenzen hinweg kann dabei wertvolle Erkenntnisse liefern.

5 Min. Lesezeit

Einleitung

Die Lohnabrechnung ist ein zentraler Bestandteil des Personalmanagements und variiert weltweit erheblich. Deutsche Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre Prozesse kontinuierlich zu optimieren, um effizient und gesetzeskonform zu arbeiten. Ein Blick über die Landesgrenzen hinweg kann dabei wertvolle Erkenntnisse liefern. Es ist wichtig, die erforderlichen Angaben in der Lohnabrechnung zu berücksichtigen, da diese grundlegende Informationen enthalten, die für die Erstellung einer korrekten Gehaltsabrechnung unerlässlich sind und von den gesetzlichen Vorgaben abhängen. In diesem Beitrag beleuchten wir, wie die Lohnabrechnung in anderen Ländern gehandhabt wird und welche Best Practices deutsche Unternehmen daraus ableiten können.

Die Vielfalt der Lohnabrechnungspraktiken weltweit zeigt, wie unterschiedlich die Herangehensweisen an diese komplexe Aufgabe sein können. In vielen Ländern wird die Lohnabrechnung nicht nur als eine buchhalterische Pflicht angesehen, sondern als ein strategischer Bestandteil des Personalmanagements, der erheblichen Einfluss auf die Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung hat. Die Digitalisierung spielt hierbei eine entscheidende Rolle, da viele Unternehmen auf moderne Payroll-Software und automatisierte Prozesse setzen, um die Effizienz zu steigern und Fehler zu minimieren.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Einhaltung der lokalen Gesetze und Vorschriften, die sich von Land zu Land stark unterscheiden können. Dies umfasst nicht nur steuerliche Aspekte, sondern auch die Berücksichtigung von Sozialabgaben und anderen verpflichtenden Beiträgen. Unternehmen, die international tätig sind, müssen sich daher intensiv mit den jeweiligen gesetzlichen Rahmenbedingungen auseinandersetzen, um Compliance-Risiken zu vermeiden. Verschiedene Faktoren wie individuelle Merkmale der Mitarbeiter und externe Regularien beeinflussen die Berechnung von Steuern und Sozialabgaben erheblich.

Zusätzlich zu den gesetzlichen Anforderungen müssen Unternehmen auch kulturelle Unterschiede in den Arbeitsbeziehungen berücksichtigen. In einigen Ländern wird beispielsweise großer Wert auf flexible Arbeitszeitmodelle gelegt, während in anderen eher traditionelle Strukturen vorherrschen. Diese Unterschiede können sich auch auf die Gestaltung der Lohnabrechnung auswirken und erfordern eine angepasste Herangehensweise.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Lohnabrechnung im internationalen Kontext eine vielschichtige Herausforderung darstellt, die sowohl technisches Know-how als auch ein tiefes Verständnis der kulturellen und rechtlichen Besonderheiten erfordert. Deutsche Unternehmen können von den Erfahrungen und Praktiken anderer Länder profitieren, indem sie bewährte Methoden übernehmen und an ihre spezifischen Bedürfnisse anpassen.

1. Komplexität der Lohnabrechnung in Deutschland

Deutschland verfügt über ein hochreguliertes System mit zahlreichen gesetzlichen Vorgaben. Arbeitgeber müssen neben dem Bruttolohn diverse Sozialabgaben und Steuern berücksichtigen. Das Bruttogehalt dient dabei als Grundlage für die Berechnung der Sozialabgaben und Steuern. Die durchschnittlichen Arbeitskosten im verarbeitenden Gewerbe lagen 2022 bei 44 Euro pro Stunde und damit deutlich über dem EU-Durchschnitt von 30,50 Euro. Dies zeigt, dass die Lohnabrechnung in Deutschland eine erhebliche finanzielle Belastung für Unternehmen darstellt. Neben den direkten Lohnkosten müssen Arbeitgeber auch die Beitragssätze für die Sozialversicherung, einschließlich Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung, berücksichtigen. Diese Beitragssätze werden regelmäßig angepasst und erfordern eine ständige Aktualisierung der Lohnabrechnungssysteme.

Um die Komplexität zu bewältigen, setzen viele deutsche Unternehmen auf spezialisierte Payroll-Anbieter, die umfassende Serviceleistungen bieten. Diese Anbieter unterstützen bei der Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben und optimieren die Prozesse der Lohn- und Gehaltsabrechnung. Eine korrekte und termingerechte Zahlung der Gehälter ist dabei von zentraler Bedeutung. Sie bieten verschiedene Dienstleistungen für Angestellte, wie die Verwaltung von Urlaubs- und Krankheitstagen sowie die Bereitstellung von Mitarbeitendenportalen. Die Digitalisierung spielt hierbei eine zentrale Rolle, da moderne Softwarelösungen die Erfassung und Berechnung der Löhne automatisieren und somit die Effizienz steigern. Unternehmen müssen zudem sicherstellen, dass ihre Lohnbuchhaltungssysteme den Anforderungen der DSGVO entsprechen, um den Datenschutz der Mitarbeiterdaten zu gewährleisten.

Ein weiterer Aspekt der Komplexität ist die Berücksichtigung von steuerlichen Besonderheiten wie der Lohnsteuer und der Einkommensteuer. Unternehmen müssen regelmäßig die Steuerklasse der Mitarbeitenden überprüfen und entsprechende Anpassungen in der Lohnabrechnung vornehmen. Die genaue Erfassung und Dokumentation aller relevanten Daten ist dabei von entscheidender Bedeutung. Darüber hinaus sind regelmäßige Schulungen für die Mitarbeitenden in der Lohnbuchhaltung notwendig, um auf dem neuesten Stand der gesetzlichen Änderungen zu bleiben und Fehler in der Abrechnung zu vermeiden.

Insgesamt stellt die Lohnabrechnung in Deutschland eine anspruchsvolle Aufgabe dar, die ein hohes Maß an Fachwissen und technologische Unterstützung erfordert. Die kontinuierliche Weiterbildung der Mitarbeitenden in der Lohnbuchhaltung ist dabei unerlässlich. Unternehmen, die diese Herausforderungen erfolgreich meistern, können von einer erhöhten Mitarbeiterzufriedenheit und einer besseren Einhaltung gesetzlicher Vorgaben profitieren.

2. Was sind Payroll-Services?

Payroll-Services sind Dienstleistungen, die Unternehmen bei der Verwaltung von Lohn- und Gehaltsabrechnungen unterstützen. Diese Services umfassen weit mehr als nur die Auszahlung von Gehältern. Sie beinhalten auch die Einhaltung lokaler Gesetze und Vorschriften, die Berechnung und Abführung von Steuern und Sozialabgaben sowie die Erstellung detaillierter Gehaltsabrechnungen. Der gesamte Prozess der Lohn- und Gehaltsabrechnung ist komplex und erfordert präzise Berechnungen und eine genaue Dokumentation, um Fehler zu vermeiden und gesetzliche Anforderungen zu erfüllen.

Durch die Nutzung von Payroll-Services können Unternehmen sicherstellen, dass ihre Lohn- und Gehaltsabrechnungen korrekt und termingerecht durchgeführt werden. Dies reduziert nicht nur den administrativen Aufwand, sondern minimiert auch das Risiko von Compliance-Verstößen. Moderne Payroll-Anbieter bieten oft umfassende Softwarelösungen an, die den gesamten Prozess automatisieren und somit die Effizienz steigern. Unternehmen profitieren von einer verbesserten Genauigkeit und Transparenz in ihren Lohnabrechnungen, was letztlich zu einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit führt.

Definition: Was versteht man unter dem Begriff Payroll?

Der Begriff Payroll bezieht sich auf die Lohn- und Gehaltsabrechnung eines Unternehmens. Payroll umfasst den gesamten Prozess der Verwaltung von finanziellen Entschädigungen für die Arbeitsleistung der Mitarbeitenden. Dies schließt die Berechnung und Auszahlung von Löhnen und Gehältern, die Abführung von Steuern und Sozialabgaben sowie die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften ein. Ein wesentlicher Bestandteil der Payroll ist die genaue Erfassung und Dokumentation aller relevanten Daten, um sicherzustellen, dass alle Zahlungen korrekt und fristgerecht erfolgen. Die genaue Dokumentation ist besonders wichtig, um die Flexibilität bei der Bereitstellung von Gehaltsabrechnungen zu gewährleisten, sei es in gedruckter Form oder als digitales Dokument, und um die damit verbundenen Vorteile wie Kosten- und Ressourcensparnisse zu nutzen.

Die Lohn- und Gehaltsabrechnung ist ein zentraler Bestandteil des Personalmanagements und erfordert ein hohes Maß an Genauigkeit und Fachwissen. Unternehmen müssen sicherstellen, dass sie alle gesetzlichen Vorgaben einhalten, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden. Moderne Payroll-Softwarelösungen unterstützen Unternehmen dabei, diese komplexen Prozesse zu automatisieren und zu optimieren, wodurch Fehler reduziert und die Effizienz gesteigert werden.

3. Internationale Ansätze in der Lohnabrechnung

  • USA: Hier sind die Lohnabrechnungsprozesse oft dezentralisiert, wobei Unternehmen häufig spezialisierte Payroll-Dienstleister nutzen. Dies ermöglicht Flexibilität, erfordert jedoch eine genaue Abstimmung mit den Dienstleistern, um Compliance sicherzustellen. Eine genaue Erfassung und Dokumentation aller relevanten Daten ist dabei unerlässlich, um rechtliche Anforderungen zu erfüllen. Unternehmen profitieren von einem breiten Spektrum an Payroll-Software, die auf die spezifischen Anforderungen der US-amerikanischen Arbeitsgesetze zugeschnitten sind. Die Einhaltung der Vorschriften zur Sozialversicherung und der Lohnsteuer ist essenziell, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden.
  • Skandinavische Länder: In Ländern wie Schweden oder Dänemark sind digitale Lösungen weit verbreitet. Die enge Verzahnung zwischen Unternehmen und Steuerbehörden ermöglicht automatisierte und effiziente Abrechnungsprozesse. Diese Länder legen großen Wert auf Transparenz und Benutzerfreundlichkeit, was die Lohnabrechnung für Unternehmen und Arbeitnehmer gleichermaßen vereinfacht. Zudem sind die Beitragssätze für Sozialversicherungen klar definiert, was die Berechnungen vereinfacht. Payroll-Service-Anbieter bieten hier verschiedene Dienstleistungen für Angestellte an, wie z.B. die Verwaltung von Urlaubs- und Krankheitstagen sowie die Bereitstellung von Mitarbeitendenportalen.
  • Vereinigtes Königreich: Hier gibt es ein PAYE-System (Pay As You Earn), bei dem Steuern und Sozialabgaben direkt vom Arbeitgeber einbehalten und abgeführt werden. Dies reduziert den administrativen Aufwand für Arbeitnehmer und sorgt für Transparenz. Das System ist stark reguliert und erfordert von den Arbeitgebern eine präzise Erfassung und Abführung der Beiträge. Kontinuierliche Weiterbildung der Mitarbeitenden in der Lohnbuchhaltung ist dabei von großer Bedeutung, um den sich ständig ändernden gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden. Darüber hinaus bietet das Vereinigte Königreich zahlreiche Ressourcen und Unterstützung für Unternehmen, die sich mit den lokalen Lohnabrechnungsanforderungen vertraut machen möchten.

Zusätzlich zu diesen Beispielen gibt es weltweit eine Vielzahl weiterer Ansätze, die von den jeweiligen gesetzlichen Rahmenbedingungen und kulturellen Gegebenheiten geprägt sind. In Asien beispielsweise sind die Lohnabrechnungsprozesse häufig stark von den lokalen Arbeitsgesetzen beeinflusst, die sich von Land zu Land erheblich unterscheiden können. In Australien setzt man auf ein zentrales System zur Verwaltung von Steuern und Sozialabgaben, das den Unternehmen hilft, den administrativen Aufwand zu minimieren. Diese internationalen Ansätze bieten wertvolle Einblicke und Anregungen für deutsche Unternehmen, die ihre Lohnabrechnungsprozesse optimieren möchten.

Wie funktioniert die Lohnabrechnung in anderen Ländern?

Die Lohnabrechnung kann sich von Land zu Land erheblich unterscheiden. In einigen Ländern, wie beispielsweise den USA, gibt es spezifische Vorschriften und Steuern, die auf das Gehalt erhoben werden. Hier müssen Unternehmen sicherstellen, dass sie alle lokalen Gesetze und Vorschriften einhalten, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden. Jeder Schritt der Lohnabrechnung, von der Berechnung der Bruttolöhne bis zur Abführung der Steuern, muss genau beachtet werden. In anderen Ländern, wie in vielen skandinavischen Staaten, sind die Prozesse stark digitalisiert und eng mit den Steuerbehörden verknüpft, was die Abrechnung vereinfacht und automatisiert.

In Ländern wie Australien gibt es zentrale Systeme zur Verwaltung von Steuern und Sozialabgaben, die den administrativen Aufwand für Unternehmen erheblich reduzieren. In Asien hingegen variieren die Vorschriften stark von Land zu Land, was eine genaue Kenntnis der lokalen Gesetze erfordert. Unternehmen, die international tätig sind, müssen sich intensiv mit den spezifischen Anforderungen in jedem Land auseinandersetzen, um sicherzustellen, dass ihre Lohnabrechnungen korrekt und gesetzeskonform sind.

4. Lohn und Gehaltsabrechnung

Wie kann die Lohnabrechnung effizient durchgeführt werden?

Die effiziente Durchführung der Lohnabrechnung erfordert den Einsatz geeigneter Tools und Softwarelösungen. In Deutschland stehen Unternehmen zahlreiche spezialisierte Programme zur Verfügung, die den gesamten Prozess der Lohn- und Gehaltsabrechnung automatisieren und optimieren. Bekannte Anbieter wie DATEV, Personio und Gastromatic bieten umfassende Funktionen, die von der automatischen Berechnung von Steuern und Sozialabgaben bis hin zur Erstellung detaillierter Gehaltsabrechnungen reichen.

Ein entscheidender Faktor für die Effizienz ist die Wahl der richtigen Software, die den spezifischen Bedürfnissen des Unternehmens entspricht. Während einige Programme speziell für kleine und mittelständische Unternehmen entwickelt wurden, sind andere besser für größere Unternehmen geeignet. Regelmäßige Updates der Software sind unerlässlich, um sicherzustellen, dass alle Funktionen auf dem neuesten Stand sind und Sicherheitslücken geschlossen werden.

Die Sicherheit der Daten spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Unternehmen müssen sicherstellen, dass alle Daten sicher gespeichert und übertragen werden. Dies kann durch den Einsatz von Verschlüsselungstechnologien und sicheren Servern gewährleistet werden. Moderne Payroll-Softwarelösungen bieten oft integrierte Sicherheitsfunktionen, die den Schutz sensibler Mitarbeiterdaten gewährleisten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die effiziente Durchführung der Lohnabrechnung durch den Einsatz moderner Softwarelösungen, regelmäßige Updates und strenge Sicherheitsmaßnahmen erreicht werden kann. Dies reduziert nicht nur den administrativen Aufwand, sondern minimiert auch das Risiko von Fehlern und Compliance-Verstößen.

5. Payroll-Anbieter und -Software

Die Anbieterlandschaft für Payroll in Deutschland ist vielfältig und bietet eine breite Palette an Lösungen für Unternehmen jeder Größe und Branche. Bekannte Anbieter wie DATEV, Personio und Gastromatic bieten umfassende Softwarelösungen und Dienstleistungen an, die speziell auf die Bedürfnisse deutscher Unternehmen zugeschnitten sind. Diese Anbieter unterstützen Unternehmen dabei, ihre Lohn- und Gehaltsabrechnungen effizient und korrekt zu verwalten, indem sie moderne Technologien und automatisierte Prozesse nutzen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Lohn- und Gehaltsabrechnung durch die Nutzung von Payroll-Anbietern zu optimieren, was Zeit und Ressourcen spart.

Was bietet die Anbieterlandschaft für Payroll in Deutschland?

Die Anbieterlandschaft für Payroll in Deutschland bietet eine Vielzahl von Lösungen, die Unternehmen dabei helfen, ihre Lohn- und Gehaltsabrechnungen effizient zu verwalten. Diese Lösungen umfassen sowohl Software als auch Dienstleistungen, die speziell auf die Anforderungen deutscher Unternehmen zugeschnitten sind. Anbieter wie DATEV bieten umfassende Funktionen zur Lohn- und Gehaltsabrechnung, die die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben erleichtern und die Genauigkeit der Abrechnungen verbessern.

Einige Anbieter bieten auch spezialisierte Lösungen für bestimmte Branchen oder Unternehmensgrößen an. So können Unternehmen die für sie am besten geeignete Lösung auswählen, um ihre spezifischen Bedürfnisse zu erfüllen. Die Nutzung moderner Payroll-Software ermöglicht es Unternehmen, ihre Lohn- und Gehaltsabrechnungen zu automatisieren, was zu einer erheblichen Reduzierung des administrativen Aufwands und einer Verbesserung der Effizienz führt. Durch die Integration dieser Softwarelösungen können Unternehmen zudem von einer besseren Datenanalyse und Berichterstattung profitieren, was zu fundierteren Entscheidungen im Personalmanagement beiträgt.

6. Outsourcing von Lohnabrechnung

Das Outsourcing der Lohnabrechnung bietet Unternehmen eine Vielzahl von Vorteilen, insbesondere in Bezug auf Effizienz und Compliance. Durch die Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern können Unternehmen den administrativen Aufwand erheblich reduzieren und gleichzeitig von spezialisiertem Know-how profitieren. Anbieter wie Paychex bieten umfassende Dienstleistungen, die von der Abwicklung der Sozialversicherungsbeiträge bis hin zur Bereitstellung von Mitarbeitendenportalen reichen.

Ein wesentlicher Vorteil des Outsourcings ist die Flexibilität, die es Unternehmen ermöglicht, schnell auf Veränderungen im Unternehmensumfeld zu reagieren, ohne umfangreiche interne Anpassungen vornehmen zu müssen. Externe Dienstleister verfügen über umfassende Kenntnisse der lokalen und internationalen Vorschriften, was das Risiko von Compliance-Verstößen minimiert. Dies ist besonders wichtig in einem sich ständig ändernden rechtlichen Umfeld, in dem regelmäßige Schulungen und Weiterbildungen der Mitarbeitenden erforderlich sind.

Darüber hinaus ermöglicht das Outsourcing den Zugang zu modernster Technologie und automatisierten Prozessen, die die Genauigkeit und Effizienz der Lohnabrechnung verbessern. Unternehmen können sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren, während spezialisierte Dienstleister die komplexen Aufgaben der Lohn- und Gehaltsabrechnung übernehmen.

Insgesamt bietet das Outsourcing der Lohnabrechnung eine effektive Möglichkeit, die Effizienz zu steigern, Compliance-Risiken zu minimieren und Zugang zu spezialisiertem Fachwissen und modernster Technologie zu erhalten. Unternehmen, die diesen Ansatz wählen, können ihre internen Ressourcen auf strategisch wichtigere Aufgaben konzentrieren und gleichzeitig sicherstellen, dass ihre Lohnabrechnungsprozesse korrekt und gesetzeskonform sind.

7. Herausforderungen und Lösungsansätze bei Sozialabgaben

  • Einsatz moderner Payroll-Software: Automatisierte Systeme reduzieren Fehlerquellen und erhöhen die Effizienz. Lösungen wie DATEV bieten umfassende Funktionen zur Lohnabrechnung und erleichtern die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben. Durch den Einsatz solcher Softwarelösungen können Unternehmen nicht nur Zeit und Ressourcen sparen, sondern auch die Genauigkeit der Lohn- und Gehaltsabrechnungen erheblich verbessern. Diese Anbieter unterstützen Unternehmen dabei, ihre Lohn- und Gehaltsabrechnungen effizient und korrekt zu verwalten, indem sie moderne Technologien und automatisierte Prozesse nutzen. Eine genaue Erfassung und Dokumentation aller relevanten Daten ist dabei unerlässlich, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen und die korrekten Beträge zu berechnen. Darüber hinaus ermöglicht die Integration von Payroll-Software eine bessere Datenanalyse und Berichterstattung, was zu fundierteren Entscheidungen im Personalmanagement beiträgt. Die kontinuierliche Weiterentwicklung dieser Softwarelösungen stellt sicher, dass Unternehmen stets auf dem neuesten Stand der Technik bleiben und sich an veränderte gesetzliche Anforderungen anpassen können.
  • Outsourcing von Payroll-Prozessen: Die Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern kann den administrativen Aufwand verringern und den Zugang zu spezialisiertem Know-how ermöglichen. Anbieter wie Paychex unterstützen internationale Unternehmen bei der Lohnabrechnung in Deutschland. Einige Anbieter bieten auch spezialisierte Lösungen für bestimmte Branchen oder Unternehmensgrößen an. Diese Dienstleistungen umfassen die Abwicklung von Sozialversicherungsbeiträgen, die Bereitstellung von Mitarbeitendenportalen und die genaue Abrechnung der Angestellten. Durch das Outsourcing können Unternehmen nicht nur von der Expertise der Dienstleister profitieren, sondern auch ihre internen Ressourcen auf strategisch wichtigere Aufgaben konzentrieren. Zudem bietet das Outsourcing die Möglichkeit, flexibel auf Veränderungen im Unternehmensumfeld zu reagieren, ohne dass umfangreiche interne Anpassungen erforderlich sind. Externe Dienstleister verfügen oft über umfassende Kenntnisse der lokalen und internationalen Vorschriften, was das Risiko von Compliance-Verstößen minimiert.
  • Regelmäßige Schulungen und Weiterbildung: Angesichts sich ständig ändernder gesetzlicher Rahmenbedingungen ist es essenziell, dass HR- und Payroll-Mitarbeiter stets auf dem neuesten Stand sind. Regelmäßige Schulungen und Weiterbildungsmaßnahmen helfen dabei, das Wissen der Mitarbeitenden aktuell zu halten und die Qualität der Lohnabrechnungen zu sichern. Durch gezielte Trainings können Mitarbeitende besser auf neue Herausforderungen reagieren und innovative Lösungen entwickeln. Dies stärkt nicht nur die Kompetenz der Mitarbeitenden, sondern trägt auch zur langfristigen Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens bei. Durch die Integration dieser Softwarelösungen können Unternehmen zudem von einer besseren Datenanalyse und Berichterstattung profitieren, was zu fundierteren Entscheidungen im Personalmanagement beiträgt. Die Investition in die Weiterbildung der Mitarbeitenden ist ein entscheidender Faktor, um die Herausforderungen der digitalen Transformation erfolgreich zu meistern.

8. Integration von Best Practices

Die Integration internationaler Best Practices erfordert Anpassungen an nationale Gegebenheiten. Wichtige Aspekte sind dabei:​

  • Datenschutz: Die DSGVO stellt hohe Anforderungen an den Umgang mit Mitarbeiterdaten. Unternehmen müssen sicherstellen, dass alle personenbezogenen Daten in Übereinstimmung mit den Datenschutzrichtlinien verarbeitet werden. Dies beinhaltet die Implementierung strenger Sicherheitsmaßnahmen und regelmäßiger Datenschutzschulungen für Mitarbeitende, um Datenlecks und Missbrauch zu verhindern. Payroll-Service-Anbieter bieten verschiedene Dienstleistungen für Angestellte an, um sicherzustellen, dass alle relevanten Daten korrekt erfasst und dokumentiert werden.
  • Kulturelle Unterschiede: Arbeitszeitmodelle und Vergütungsstrukturen variieren international und müssen berücksichtigt werden. Unternehmen sollten sich intensiv mit den kulturellen Besonderheiten der Länder auseinandersetzen, in denen sie tätig sind. Dies kann durch interkulturelle Trainings und den Austausch mit lokalen Experten unterstützt werden, um ein tiefes Verständnis für die Erwartungen und Bedürfnisse der Mitarbeitenden zu entwickeln. Die kontinuierliche Weiterbildung der Mitarbeitenden in der Lohnbuchhaltung ist entscheidend, um den sich ständig ändernden gesetzlichen Vorgaben und technologischen Entwicklungen gerecht zu werden.
  • Technologische Infrastruktur: Nicht alle digitalen Lösungen sind problemlos in bestehende Systeme integrierbar. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre IT-Infrastruktur so zu gestalten, dass sie flexibel genug ist, um neue Technologien zu integrieren. Dies erfordert Investitionen in moderne Softwarelösungen und die Schaffung einer digitalen Unternehmenskultur, die Innovation fördert und Mitarbeitende dazu ermutigt, neue Tools und Prozesse zu adaptieren.

Zusätzlich zu diesen Herausforderungen müssen Unternehmen auch die kontinuierliche Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden sicherstellen, um den sich ständig ändernden gesetzlichen Vorgaben und technologischen Entwicklungen gerecht zu werden. Der Aufbau einer Lohnabrechnung umfasst grundlegende gemeinsame Elemente und einen identischen Ablauf, unabhängig von der verwendeten Software. Eine enge Zusammenarbeit mit Payroll-Spezialisten kann dabei helfen, die Komplexität der internationalen Lohnabrechnung zu meistern und gleichzeitig die Effizienz und Genauigkeit der Prozesse zu verbessern. Durch den Einsatz von fortschrittlichen Payroll-Programmen und die Implementierung von Best Practices können Unternehmen ihre Lohnabrechnungsprozesse optimieren und sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Fazit

Der internationale Vergleich zeigt, dass es vielfältige Ansätze in der Lohnabrechnung gibt, von denen deutsche Unternehmen profitieren können. Durch den gezielten Einsatz moderner Technologien, die Zusammenarbeit mit spezialisierten Dienstleistern und kontinuierliche Weiterbildung können Prozesse optimiert und den steigenden Anforderungen des Marktes gerecht werden.

Die Integration internationaler Best Practices in die Lohnabrechnung kann nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch die Genauigkeit und Transparenz der Prozesse verbessern. Unternehmen, die auf innovative Payroll-Software setzen, profitieren von automatisierten Berechnungen und einer besseren Datenverwaltung, was zu einer Reduzierung von Fehlern und einer Erhöhung der Datensicherheit führt. Dies ist besonders wichtig im Hinblick auf die Einhaltung der DSGVO-Richtlinien, die den Schutz personenbezogener Daten gewährleisten.

Darüber hinaus ermöglicht die Zusammenarbeit mit erfahrenen Payroll-Anbietern den Zugang zu spezialisiertem Fachwissen und globalen Netzwerken, die bei der Bewältigung internationaler Herausforderungen hilfreich sind. Diese Dienstleister bieten umfassende Unterstützung bei der Einhaltung lokaler Vorschriften und der Anpassung an kulturelle Unterschiede, was für den Erfolg internationaler Geschäfte entscheidend ist.

Regelmäßige Schulungen und Weiterbildungsmaßnahmen sind ebenfalls von großer Bedeutung, um sicherzustellen, dass Mitarbeitende in der Lohnbuchhaltung stets über die neuesten gesetzlichen Änderungen und technologischen Entwicklungen informiert sind. Dies stärkt nicht nur ihre Fähigkeiten, sondern trägt auch zur Innovationsfähigkeit des Unternehmens bei.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass deutsche Unternehmen durch die Umsetzung internationaler Best Practices in der Lohnabrechnung ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern und gleichzeitig die Zufriedenheit ihrer Mitarbeitenden erhöhen können. Die Kombination aus technologischem Fortschritt, strategischer Partnerschaft und kontinuierlicher Weiterbildung bildet die Grundlage für eine erfolgreiche und zukunftssichere Lohn- und Gehaltsabrechnung. Zudem ist es die Verantwortung des Arbeitgebers, die Lohnsteuerbescheinigung fristgerecht auszustellen und an das Finanzamt zu übermitteln, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen.

Bonussysteme: Definition, Bonusarten und Payroll
HR & Payroll

Bonussysteme: Definition, Bonusarten und Payroll

Was ist bei der Einführung eines Bonussystems zu beachten? Das erfährst du in diesem Artikel.

5 Min. Lesezeit

Was ist ein Bonussystem? Definition

Motivierte Mitarbeitende arbeiten effektiver und sind auch eher mal bereit, für ihren Arbeitgeber eine Extrameile zu gehen. Außerdem sind sie loyaler und weniger wechselwillig. Das ist bekannt. Entsprechend suchen immer mehr Arbeitgeber gezielt nach Instrumenten, die die Motivation und Bindung ihrer Mitarbeitenden stärken. Immerhin sind gute Mitarbeitende nach wie vor ein rares Gut.

Fest verankert im Portfolio der Motivationsmaßnahmen vieler Unternehmen sind Bonussysteme. Das Prinzip: Nach Erreichen eines bestimmten Ziels werden Mitarbeitende mit einem vorher genau festgelegten Bonus „belohnt“. Hier gibt es völlig unterschiedliche Modelle.

Zum Beispiel können sich manche Mitarbeitende über Boni freuen, wenn das Unternehmen seine Jahresziele erreicht hat. Sie werden dann am Unternehmenserfolg beteiligt. Ein Bonus kann aber auch vom Erreichen von Individualzielen einzelner Mitarbeitender abhängen.

Was ist der Unterschied zwischen Bonus und Prämie?

Nicht zu verwechseln ist der Bonus mit einer Prämie. Wo liegt der Unterschied? Während der Bonus alle Angestellten in einem Unternehmen betrifft, hängen Prämien von der individuellen Leistung eines Mitarbeitenden ab.

Eine Fachkraft erhält zum Beispiel eine Prämie, wenn sie im Rahmen eines Mitarbeitende-werben-Mitarbeitende Programms aktiv zur Besetzung einer zentralen Position im Unternehmen beigetragen hat. Besonders weit verbreitet sind Prämiensysteme aber im Vertrieb, wo sich Mitarbeitende ihr eher niedrig angesiedeltes Grundgehalt mit verschiedensten Prämien aufbessern können. Zum Beispiel durch das Abschließen einer bestimmten Anzahl an Verträgen.

Anleitung: zum Bonussystem in 4 Schritten

Wie geht man nun genau vor, um Bonussysteme im eigenen Unternehmen einzuführen?

Schritt 1: Ziele und Budget definieren

Definiere ganz klar, wann das Bonussystem für Dein Unternehmen erfolgreich ist. Was ist die Zielsetzung? Und: Natürlich erhöht die Einführung von Bonussystemen die Ausgaben für Deine Fachkräfte. Halte fest, wie viel Budget dafür zur Verfügung steht.

Schritt 2: Bedarfe herausfinden

Was auf keinen Fall passieren sollte: dass Du im stillen Kämmerlein ausgeklügelte Bonussysteme an den eigentlichen Wünschen und Anforderungen der Mitarbeitenden vorbei entwickeln. Finden Sie stattdessen frühzeitig heraus, was Ihre High Potentials wirklich brauchen und mit welcher Form von Bonussystem Sie sie ein bisschen fester an das Unternehmen binden können. Strahlende Augen sind motivierte Augen – und genau darum geht es ja!

Der einfachste Weg, um die Bedarfe Ihrer Belegschaft herauszufinden, ist eine anonyme Mitarbeiterbefragung. Mit kostenlosen oder zumindest günstigen Tools sind schnell wenige Fragen aufgesetzt und mit automatisierten Auswertungen weißt Du bald, worauf es Deinen Mitarbeitenden ankommt. Selbst, wenn es „nur“ ein klassischer Fragebogen per E-Mail-Versand ist: Danach bist Du schlauer und kannst punktgenau Deine Strategie entwickeln.

Schritt 3: Budget und Bedarfe abgleichen und das Bonussystem daraus ableiten

Dieser Schritt klingt so einfach und hat es doch in sich: Nun geht es ans Eingemachte! Du weißt nun, was Deine Mitarbeitende sich wünschen. Jetzt will das gesetzte Budget nicht überstrapaziert werden und aus dem dafür zur Verfügung stehenden Geld möglichst viel Nutzen bzw. ein möglichst großer Mehrwert für die Belegschaft geschaffen werden.

Damit zusammen hängt nicht nur das Konzept der Bonussysteme an und für sich, sondern auch z. B. das Planen und Erstellen von entsprechenden Zielvereinbarungen für jeden einzelnen Mitarbeitenden. Gegebenenfalls auch noch unter Berücksichtigung der individuellen Prämie.

Schritt 4: Bonussystem einführen & kommunikativ begleiten

Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen sind, geht es an die Realisierung: Die Bonussysteme werden festgehalten, die Zielvereinbarungen unterschrieben und in Ihr HR-System eingepflegt. Und zuletzt wird das gesamte Bonussystem in Ihrer Payroll-Software hinterlegt.

Wichtig ist nicht nur das reine Umsetzen, sondern auch die kommunikative Begleitung all dieser Maßnahmen – idealerweise ab der Evaluationsphase. So wird der Benefit, den Du hier einrichtest, als umso größer und wertiger wahrgenommen. Das Resultat: eine höhere Akzeptanz

Welche Vor- und Nachteile haben Bonussysteme?

Aber zurück zum Bonus, der Mitarbeitern auf vielfältige Art und Weise ausgezahlt werden kann. Hier gibt es allerdings Vor- und Nachteile. Einigen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer zum Beispiel auf eine einmalige Sonderzahlung, kann es passieren, dass von dieser nach Abzug aller anfallenden Steuern kaum noch etwas übrig ist.

Das liegt daran, dass die Bonuszahlung voll versteuert werden muss und der Arbeitnehmer in die Falle der Steuerprogression tappt. Logisch, dass das von vielen Arbeitnehmern als Nachteil empfunden wird. Im Endeffekt ist der Ärger über die Steuerprogression häufig größer als die motivierende Wirkung der Sonderzahlung.

eAU: Elektronische Anforderung von Arbeitsunfähigkeitszeiten
HR & Payroll

eAU: Elektronische Anforderung von Arbeitsunfähigkeitszeiten

Mit der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) wird der klassische „gelbe Zettel“ Schritt für Schritt abgelöst. Ziel ist es, den bürokratischen Aufwand für Unternehmen zu verringern und die Krankmeldungen digital abzuwickeln. Grundlage dafür sind das „Dritte Bürokratieentlastungsgesetz“ und das „Siebte Gesetz zur Änderung des SGB IV“, die die rechtlichen Rahmenbedingungen für den digitalen Abruf von Arbeitsunfähigkeitszeiten geschaffen haben. Das Verfahren wird in drei Phasen eingeführt – von der Anbindung der Arztpraxen bis zum verpflichtenden Datenaustausch zwischen Krankenkassen und Arbeitgebern.

5 Min. Lesezeit

Was ist die eAU?

Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) ersetzt künftig den bisherigen Papierbeleg für Krankmeldungen. Arbeitgeber können die Daten zur Arbeitsunfähigkeit ihrer Beschäftigten direkt digital bei den Krankenkassen abrufen. Dies betrifft ausschließlich die Arbeitsunfähigkeitszeiten, nicht aber die Lohnfortzahlung oder Erstattungen nach dem Umlageverfahren (U1).

Phase 1 – Einführung in Arztpraxen

Seit dem 01. Oktober 2021 können Arztpraxen Krankmeldungen digital an die Krankenkassen übermitteln. Es gab jedoch eine Übergangsfrist bis Ende 2021, da nicht alle Praxen technisch sofort in der Lage waren, die eAU zu versenden.

Phase 2 – Pilotierungsphase für Arbeitgeber

Vom 01. Januar bis 30. Juni 2022 konnten Arbeitgeber erstmals auf die von den Krankenkassen bereitgestellten Daten zugreifen, sofern ihre Lohn- oder HR-Software den Abruf unterstützte.
Diese Testphase sollte Unternehmen ermöglichen, interne Prozesse zu prüfen und anzupassen. Auch Softwareanbieter konnten Rückmeldungen der Praxis nutzen, um ihre Systeme zu optimieren.

Phase 3 – Verpflichtender Datenaustausch ab 01.07.2022

Seit dem 01. Juli 2022 ist der elektronische Datenaustausch zwischen Arbeitgebern und Krankenkassen verpflichtend. Arbeitgeber müssen die Krankmeldungen ihrer Beschäftigten nun digital abrufen, anstatt sie auf Papier vorgelegt zu bekommen.

Unternehmen sollten sicherstellen, dass ihre eingesetzte Software den Abruf der eAU-Daten unterstützt und Prozesse entsprechend angepasst sind.

Praktische Tipps für Unternehmen

  • Prüfen, ob die eingesetzte Lohn- oder HR-Software eAU-fähig ist.
  • Interne Abläufe so anpassen, dass Krankmeldungen digital erfasst und verarbeitet werden können.
  • Mitarbeiter informieren, dass sie weiterhin verpflichtet sind, die Arbeitsunfähigkeit unverzüglich zu melden – auch wenn der „gelbe Zettel“ entfällt.
  • Übergangsweise die Papierbescheinigungen (bis 30.06.2022) als Abgleich nutzen.

Fazit

Die Einführung der eAU ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Digitalisierung und Bürokratieabbau in Unternehmen. Arbeitgeber sollten prüfen, ob ihre Systeme und Prozesse bereit sind, um Krankmeldungen rechtssicher und effizient digital abzurufen. Wer rechtzeitig umstellt, spart langfristig Zeit und reduziert Verwaltungsaufwand.

Quellen

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) – eAU

Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) – Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Gesetz zur Entlastung insbesondere der mittelständischen Wirtschaft von Bürokratie (BEG III)

Lohnabrechnung und Zeiterfassung – Was Arbeitgeber wissen sollten
HR & Payroll

Lohnabrechnung und Zeiterfassung – Was Arbeitgeber wissen sollten

Die Arbeitszeiterfassung gehört für viele Arbeitgeber zum täglichen Geschäft – und doch wirft sie oft Fragen auf. Dieser Blogbeitrag gibt Antworten und erläutert, was eine professionelle Lohnabrechnung und Zeiterfassung auszeichnet.

5 Min. Lesezeit

Die meisten Arbeitgeber erfassen schon heute die Arbeitszeiten ihrer Mitarbeitenden, entweder um gesetzlichen Regelungen zu entsprechen oder um sich selbst abzusichern. Dennoch gibt es für viele Arbeitgeber Handlungsbedarf, denn durch das EuGH-Urteil vom 14. Mai 2019 werden sich auch in Deutschland die gesetzlichen Rahmenbedingungen im Bereich der Lohnabrechnung und Zeiterfassung verändern.

Was ist Arbeitszeiterfassung?

Unter dem Begriff “Arbeitszeiterfassung” versteht man die genaue Protokollierung der Arbeitszeit, die die Mitarbeitenden geleistet haben. Dies erstreckt sich nicht nur auf die Stundenzahl, sondern auch auf den Beginn und das Ende der Arbeitsstunden und der Pausenzeiten. Hierfür stehen unterschiedliche Zeiterfassungssysteme zur Verfügung.

Die Dokumentation der Arbeitszeit kann aufgrund gesetzlicher Vorgaben erfolgen, bietet aber auch unabhängig davon Vorteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, etwa einen besseren Überblick über die erbrachte Leistung und angefallene Überstunden.

Die Arbeitszeiterfassung ist Grundlage für die Lohnbuchhaltung. Die Unterlagen sollten wenigstens zwei Jahre lang aufbewahrt werden. Als Teil der Lohnabrechnung kann für die Daten allerdings auch eine Aufbewahrungspflicht von sechs Jahren gelten.

Für wen ist die Arbeitszeiterfassung Pflicht?

Zurzeit besteht in Deutschland keine allgemeine Pflicht für Arbeitgeber, eine Arbeitszeiterfassung durchzuführen. Dennoch gibt es – quasi durch die Hintertür – in einigen Konstellationen und Branchen eine Pflicht zur Protokollierung der Arbeitszeiten:

Situation

Grund der Verpflichtung

Aufzeichnung von Überstunden

Gesetzliche Vorschrift nach § 16 Abs. 2 ArbZG

Geringfügig Beschäftigte (nicht im privaten Haushalt)

Vermeidung einer Unterschreitung des Mindestlohns (§ 17 Abs. 1 MiLoG)

Mitarbeitende in bestimmten Branchen (Baugewerbe, Gastronomie, Hotellerie, Personenbeförderung, Speditions-, Transport- und Logistikgewerbe, Schausteller, forstwirtschaftliche Betriebe, Gebäudereinigung, Messebau, Fleischwirtschaft, Prostitution, Wach- und Sicherheitsgewerbe)

Bekämpfung von Schwarzarbeit (§ 17 Abs. 1 MiLoG). Bei Kraftfahrern, um sicherzustellen, dass Lenk- und Ruhezeiten eingehalten werden

Hinzu kommen Situationen, in denen die Zeiterfassung dringend angeraten ist, um anderen gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen. Hat ein Unternehmen etwa Kurzarbeit eingeführt, muss es in der Lage sein, die tatsächliche Arbeitszeit der Mitarbeitenden auf Verlangen nachzuweisen – auch wenn dies nicht konkret dem Gesetzestext zu entnehmen ist.

Das ändert sich infolge des EuGH-Urteils

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat in seinem Urteil vom 14. Mai 2019 festgelegt, dass jedes Unternehmen eine Zeitwirtschaftslösung einführen muss, die die Arbeitszeiten der Mitarbeiter objektiv, verlässlich und zugänglich dokumentiert. Zukünftig wird sich die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung also nicht mehr auf einzelne Branchen beziehen, sondern alle Arbeitgeber betreffen.

Ein Gutachten im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums hat bereits festgestellt, dass die gegenwärtigen gesetzlichen Regelungen den Ansprüchen des EuGH nicht genügen. Deshalb sollten Arbeitgeber bereits heute eine Zeiterfassungssoftware nutzen, mit der sich Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeiten aufzeichnen lassen.

Bislang ist die Art der Zeiterfassung nicht vorgeschrieben. Um jedoch den Anforderungen des EuGH gerecht zu werden, empfiehlt es sich, sich schon heute mit digitalen Lösungen für die Zeitwirtschaft auseinanderzusetzen.

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Korrekter Umgang mit den erfassten Zeitwirtschaftsdaten

Um ihren Pflichten nachzukommen, müssen Arbeitgeber die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden, deren zeitliche Lage (Beginn und Ende) sowie Pausenzeiten und etwaige Überstunden dokumentieren.

Weil es sich hierbei um personenbezogene Daten handelt, greifen die hohen Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Dies gilt insbesondere für digitale Systeme, da die Daten auf Servern verarbeitet werden.

Doch auch die klassische „Zettelwirtschaft“ kann datenschutzrechtlich bedenklich sein, beispielsweise wenn Stundenzettel versehentlich auf dem falschen Schreibtisch landen.

Arbeitgeber müssen sicherstellen, dass nur diejenigen Mitarbeitenden Zugriff auf die Daten erhalten, die sie für ihre Tätigkeit tatsächlich benötigen. Hierzu gehören vorrangig die Mitarbeitenden der Personalabteilung, die sich um Zeitwirtschaft und Lohnbuchhaltung kümmern, sowie der direkte Vorgesetzte.

Verwendet der Arbeitgeber Apps als Zeitwirtschaftslösung, muss entweder sichergestellt werden, dass keine Bewegungsprofile erstellt werden, oder der betroffene Mitarbeitende muss sich im Rahmen des gesetzlich Erlaubten damit einverstanden erklären.

Lohnabrechnung und Zeiterfassung: Überblick über Zeiterfassungssysteme

Vom klassischen Stundenzettel bis hin zur professionellen Zeitwirtschaftslösung, die Lohnabrechnung und Zeiterfassung vereint, gibt es eine Vielzahl von Systemen für die Arbeitszeiterfassung:

  • Stundenzettel: Diese Lösung ist besonders einfach umzusetzen und mit minimalen Kosten verbunden. Allerdings ist die Methode zeitaufwendig und fehleranfällig, zumal alle erfassten Informationen von Hand in die Lohnbuchhaltung übertragen werden müssen.
  • Excel-Tabelle: Mit dieser Lösung ist das Papierchaos beseitigt. Microsoft Excel ist für jeden Mitarbeitenden ortsunabhängig zugänglich sowie einfach und schnell zu nutzen. Allerdings bleibt der aufwendige manuelle Übertrag der Daten in die Lohnbuchhaltung. Und: Das System ist manipulations- und fehleranfällig.
  • Stechuhr und Stempelanlagen: Ob per Fingerabdruck, Stempelkarte oder PIN, jeder Mitarbeitende erfasst seine Zeiten effizient und einfach direkt am Arbeitsplatz. Leider sind die Systeme teuer in der Anschaffung, erfordern eine regelmäßige Wartung und sind für Beschäftigte im Außendienst oder im Homeoffice nicht nutzbar.
  • Zeiterfassungssoftware: Damit erfassen alle Mitarbeitenden ihre Arbeitszeiten digital, direkt am PC oder Notebook. Die Systeme können auch außerhalb des Betriebs genutzt werden und sind einfach anzuwenden. Über eine Schnittstelle sollten Lohnabrechnung und Zeiterfassung direkt miteinander verknüpft sein. Dann sind die erfassten Daten sofort für die Abrechnung verfügbar.
  • Payroll-Software mit Zeitwirtschaft: Die gleichen Vorteile wie eine angebundene Zeiterfassungssoftware bietet eine Lohnabrechnungssoftware mit integrierten Funktionen zur Zeiterfassung.
  • Apps/Cloudlösungen: Anwendungen, die am Rechner ebenso wie am Smartphone genutzt werden können, sind einfach zu bedienen und orts- und zeitunabhängig verfügbar. Die Daten werden zentral gespeichert und können per Schnittstelle an die Lohnbuchhaltung übertragen werden.

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Digitale Zeiterfassung: Vorteile für Arbeitgeber und Mitarbeitende

Vorteile für Arbeitgeber

Vorteile für Arbeitnehmer

  • Geringerer Administrationsaufwand
  • Verkleinerung der Archive (Wegfall der Stundenzettel)
  • Stets tagesaktueller Überblick über geleistete Arbeitszeiten und Überstunden
  • Effiziente Fehlzeitenverwaltung und Urlaubsplanung
  • Transparenter Überblick über die geleisteten Arbeitsstunden und angefallene Überstunden, auch zu Nachweiszwecken
  • Eigenständige Erfassung der Arbeitszeiten durch Employee-Self-Service-Systeme
  • Jederzeit Zugriff auf den aktuellen Stand des Urlaubskontos
  • Besserer Überblick ohne Papierchaos

Warum es sich lohnt, die Lohnabrechnung und Zeiterfassung zu verknüpfen

Es lohnt sich, die Verbindung zwischen Lohnabrechnung und Zeiterfassung entweder über eine Schnittstelle herzustellen oder beide Bereiche in einem System zu verknüpfen. Diese Verbindung bringt gleich mehrere Vorteile mit sich:

  • Weniger Aufwand für die sonst manuell erfolgende Übernahme der Daten
  • Geringere Fehleranfälligkeit dank Wegfall der Handarbeit
  • Keine doppelten Daten
  • Aktuellere Daten durch tagesgenaue Auswertungen

Digitale Zeiterfassungssoftware einführen - darauf ist zu achten

Bei der Auswahl einer Zeitwirtschaftslösung sollte das Hauptaugenmerk darauf liegen, eine Software zu finden, die optimal zum Unternehmen passt. Relevant sind vor allem diese Faktoren:

  • Erfüllung gesetzlicher Vorgaben (z. B. DSGVO, Betriebsverfassungsgesetz, Arbeitszeitgesetz)
  • Abbildung der internen Prozesse in der Software
  • Nahtlose Verbindung zwischen Lohnabrechnung und Zeiterfassung
  • Definition der zu erfassenden Daten
  • Wahl der Art des Zeiterfassungssystems passend zu den Mitarbeitenden (z. B. Cloudlösungen, wenn viele Beschäftigte im Homeoffice arbeiten)

Entscheidend ist, die eigenen Erwartungen an das Zeiterfassungssystem bereits im Vorfeld zu klären und mit den zur Verfügung stehenden Lösungen abzugleichen. Dies betrifft beispielsweise die zu erfassenden Daten, die Verfügbarkeit des Systems sowie die gewünschten Auswertungsmöglichkeiten.