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Beiträge zu Fallbeispielen, Marktentwicklungen und Trends sowie Tipps und  Einschätzungen unserer Fachleute.

Unternehmensnachfolge - ein Gespräch über das Loslassen mit Christian Satz
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Unternehmensnachfolge - ein Gespräch über das Loslassen mit Christian Satz

Firmengründer tun sich mit der Unternehmensnachfolge mitunter schwer. Im Suiteify Talk "Butter bei die Fische" erzählt der ehemalige Inhaber des Internetdienstleisters Satzmedia von seinen Erfahrungen rund um den Verkauf seines Unternehmens.

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Bei der Unternehmensnachfolge gibt es verschiedene Wege. Christian Satz hat sich dafür entschieden, seinen Betrieb an ein größeres Unternehmen zu verkaufen und anschließend dort in leitender Position weiter mitzuarbeiten. Im Talk mit Gastgeber Ulrich Brehmer, Geschäftsführer von Suiteify, spricht der Gründer und ehemalige Alleininhaber der Internet- und E-Commerce-Agentur Satzmedia über seinen unternehmerischen Werdegang und seine Erfahrungen.

Von der Geschäftsidee zur Umsetzung: Die Entstehung von Satzmedia

Die Idee zur Gründung seines Unternehmens Satzmedia hatte Christian Satz im Jahr 1999. Inspiriert vom Internet-Boom und den Erfolgsgeschichten der Aktienmärkte, entschied sich der gelernte Bank- und Diplomkaufmann und Elektromeister dazu, seine Leidenschaft für den Wassersport in die digitale Welt zu übertragen. Er gründete eine Wassersportplattform und kooperierte mit dem Deutschen Wetterdienst und Großhändlern, um Wetterdaten und Produkte für seine Plattform zu erhalten.

Jedoch erkannte er bald, dass seine Berufung nicht im Versandhandel lag, sondern im aufkeimenden Sektor der Internetdienstleistungen. Mit dieser Erkenntnis veräußerte Satz seine Wassersportplattform an den größten europäischen Wassersportversandhändler und sicherte sich gleichzeitig seinen ersten Auftrag: die fortlaufende Betreuung des Webshops.

Vom florierenden Geschäft zur Exit-Entscheidung: Der Verkauf des Unternehmens

In den darauffolgenden Jahren etablierte sich Satzmedia als Spezialist für Digital Experience, E-Commerce und Content-Management-System-Lösungen. Das Unternehmen gewann zahlreiche namhafte Kunden und erarbeitete sich einen exzellenten Ruf. Parallel dazu stiegen die Ansprüche der Kunden an die Bandbreite der Dienstleistungen, insbesondere in den letzten Jahren, rapide an. Dies lasse sich mit einer Belegschaft von 30 Personen nicht mehr angemessen bewältigen, erläutert Christian Satz.

Nach intensiver Überlegung entschloss er sich während der Corona-Pandemie dazu, sein Unternehmen an die SoftwareONE Holding AG zu veräußern, ein börsennotiertes Schweizer Unternehmen mit mehr als 8.000 Mitarbeitenden und Niederlassungen in 90 Ländern.

Die Unternehmensnachfolge bereitete Christian Satz diskret unter Mitwirkung eines Anwalts und eines Steuerberaters vor. Seine Mitarbeitenden wurden nicht in die geplante Transaktion eingeweiht. In einer – wie er es ausdrückt – „Nacht-und-Nebel-Aktion“ digitalisierte er alle relevanten Dokumente und übermittelte die Daten an eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Nach einer dreimonatigen Prüfungsphase erteilte SoftwareONE schließlich die Zustimmung zur Übernahme.

Vom Alleininhaber zum leitenden Angestellten: Die nächste Etappe der Unternehmensnachfolge

Eine entscheidende Verkaufsbedingung für Christian Satz war, dass seine Mitarbeitenden als Team weiterbeschäftigt werden. Zudem vereinbarte er, auch im neuen Unternehmen eine bedeutende Rolle zu spielen und für seine ehemaligen Beschäftigten weiterhin als disziplinarischer Vorgesetzter zu fungieren.

Unter dem Dach von SoftwareONE verantwortet der Firmengründer heute als Growth Lead den Bereich sogenannter Application Services mit Fokus auf Cloudlösungen. Die Integration in den Schweizer IT-Konzern eröffne seinem Team und den Kunden neue Perspektiven, betont Satz. Die Mehrheit seiner ehemaligen Mitarbeiter sehe dies als eine Chance und sei seinem Weg gefolgt, berichtet der ehemalige Firmenchef.

Äußerlich habe sich durch die Unternehmensnachfolge wenig geändert, so Satz. Er arbeite nach wie vor mit seinem Team am angestammten Standort in Hamburg. Nichtsdestotrotz habe sich seine Rolle grundlegend gewandelt. In der Entscheidungsfindung genieße er nicht mehr die Freiheiten, die er als Alleininhaber hatte. Für alles gebe es eine zuständige Abteilung, jedoch lasse ihm das Unternehmen weiterhin viel Spielraum. Insgesamt erlebe er es als wohltuende Entlastung, dass ihm nach langjähriger unternehmerischer Tätigkeit die alleinige Verantwortung nun von den Schultern genommen wurde, resümiert Christian Satz.

Wie KMU ihre Energiekosten senken können
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Wie KMU ihre Energiekosten senken können

Hohe Preise für Strom und Wärme sind ein erheblicher Kostenfaktor für die Wirtschaft. Damit stellt sich gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) die Frage, wie sich die Energiekosten senken lassen. Hierüber spricht Ulrich Brehmer, Geschäftsführer von Suiteify, mit dem Energieeffizienzexperten Peter-M. Friemert im Videotalk "Butter bei die Fische".

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Die gestiegenen Preise für Strom und Wärme haben das Thema Energieeffizienz in den vergangenen Monaten verstärkt in den Fokus gerückt. Viele Unternehmer fragen sich, mit welchen Maßnahmen sie Energie sparen und Kosten senken können. Hierauf gebe es jedoch keine pauschale Antwort, sagt Peter-M. Friemert, Experte für Energieeffizienz und Geschäftsführer der ZEBAU GmbH, einer unabhängigen Netzwerkstelle für Bauleute, Planende und Kommunen. Vielmehr müsse man sich stets die vorhandenen Rahmenbedingungen anschauen und daraus ein ganzheitliches Energiesparkonzept ableiten. Im Gespräch mit Suiteify Geschäftsführer Ulrich Brehmer erläutert Friemert, wie Mittelständler sich dem Thema Energieeffizienz nähern können.

Runter mit den Energiekosten – das können Mittelständler tun

Hier sechs grundlegende Tipps vom Energieeffizienzexperten:

  1. Die größten Stromverbraucher im Unternehmen austauschen: Um die „Stromfresser“ zu ermitteln, kann man einen Energieberater zu Rate ziehen oder auch selbst Messgeräte anschließen. Kennt man die besonders energieintensiven Geräte, kann man diese – je nach betrieblicher Situation – entweder auf einen Schlag oder nach und nach ersetzen. Dabei sollte man logischerweise darauf achten, künftig verbrauchsärmere Geräte zu verwenden.
  2. Standby-Betrieb von Elektrogeräten vermeiden: Wer seine Geräte nach der Nutzung komplett ausschaltet, kann mit wenig Aufwand die eine oder andere Kilowattstunde Strom sparen.
  3. Die Beschäftigten zu verbrauchsarmem Verhalten auffordern: Das Licht nach dem Verlassen eines Raums ausschalten, den Computer abends herunterfahren, richtiges Stoßlüften im Winter – auch das Verbraucherverhalten spielt beim Energiekosten senken eine wichtige Rolle.
  4. Energiesparpotenziale im Gebäudebereich nutzen: Dabei sollte man allerdings die bauphysikalischen Gegebenheiten mithilfe eines Energieberaters genau unter die Lupe nehmen. Denn oft lassen sich durch Sanierungsmaßnahmen im und am Gebäude zwar die laufenden Energiekosten senken, doch die Ersparnis wiegt die Kosten für die Umsetzung nicht auf. So sind zum Beispiel eine Dämmung, eine Erneuerung der Fenster oder der Austausch einer intakten Heizungslage nicht in jedem Fall wirtschaftlich sinnvoll. Letzteres sei im Übrigen, wie Fachmann Friemert betont, auch nach den Gesetzesplänen der Ampel-Koalition gar nicht notwendig.
  5. Auf erneuerbare Energien setzen: Nach Einschätzung von Peter-M. Friemert werden erneuerbare Energien in absehbarer Zeit im Wirtschaftlichkeitsvergleich besser dastehen als fossile Energien. Neben Windstrom und Photovoltaik sieht der Experte im Gebäude- und Wärmebereich auch Wasserstoff und – standortabhängig – Geothermie als Energieträger im Kommen.
  6. Fördermöglichkeiten nutzen: Gewerbetreibende, aber auch Privatpersonen können eine kostenfreie Energieberatung in Anspruch nehmen. Hierzu stehen fachkundige Berater zur Verfügung – in Hamburg sind dies unter anderem die Hamburger Energielotsen. In anderen Bundesländern gibt es vergleichbare Angebote. Über die Filialsuche für Energieberatungstellen der Verbraucherzentrale finden Interessierte Beratungsstellen in ihrer Region. Eine weitere Anlaufstelle für Unternehmer sind die Industrie- und Handelskammern (IHK), die ebenfalls Energieberatung anbieten.
Geldanlagestrategien in Krisenzeiten: Tipps von Finanzprofi Achim Teske
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Geldanlagestrategien in Krisenzeiten: Tipps von Finanzprofi Achim Teske

Welche Geldanlagestrategien funktionieren in Krisenzeiten? Mit dieser Frage beschäftigt sich die aktuelle Ausgabe des Suiteify Talkformats "Butter bei die Fische". Experte Achim Teske erläutert, wie man auch in schlechten Zeiten an gutes Geld kommen kann.

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Inflation, Energiekrise, gebremstes Wirtschaftswachstum: Das Umfeld für eine aussichtsreiche Geldanlage war gewiss schon einmal günstiger. Aber auch in schwierigen Phasen gibt es Geldanlagestrategien, die Ertrag versprechen, sagt Achim Teske. Der unabhängige und staatlich zugelassene Honorar-Anlageberater, weiß, nach welchen Kriterien Investitionsentscheidungen zu treffen und wie Risiken bei der finanziellen Absicherung für die Zukunft zu vermeiden sind.

Teske gehört zu den weniger als 1 Prozent der deutschen Vermögensberater, die auf Honorarbasis arbeiten – und keine Provisionen für die Empfehlung bzw. Vermittlung von Finanzprodukten kassieren. „Damit garantieren wir unseren Kunden Kostentransparenz und Unabhängigkeit“, sagt er.

Der Finanzprofi ist seit mehr als 20 Jahren in der Finanzberatung und Vermögensverwaltung tätig und hat schon einige Krisenzeiten erlebt – vom Platzen der Dotcom-Blase Anfang der 2000er-Jahre über die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 bis zur aktuellen Situation, die unmittelbar nach der Corona-Pandemie durch den Krieg in der Ukraine geprägt ist. Mit Blick auf diese Erfahrungen betont er vor allem die Notwendigkeit, einen langen Atem zu haben und auf langfristige Anlageperspektiven zu schauen.

Teske greift bei seiner Beratung auf wissenschaftliche Erkenntnisse zurück, denn sogar Nobelpreisträger haben die Funktionsprinzipien von Aktien- und Anlagemärkten schon untersucht. Vor allem das sogenannte Schwarmwissen des Marktes und der Anleger sei dabei ein hilfreiches Instrument für erfolgreiche Geldanlagestrategien, sagt der Berater.

Welche Geldanlagestrategien sind in Krisenzeiten empfehlenswert?

Trotz des zurzeit schwierigen Umfelds ist Achim Teske optimistisch: „Auch in Krisenzeiten gibt es Chancen für Anleger“, sagt er und verweist zum Beispiel auf die Möglichkeit, bei niedrigen Kursen in neue Aktienmärkte einzusteigen. So empfiehlt der Finanzprofi etwa im Bereich der Aktienanlagen ETFs (Exchange Traded Funds) – also börsengehandelte Indexfonds, die die Wertentwicklung eines Index, wie beispielsweise des DAX, abbilden. Hier greife sowohl das Prinzip des Schwarmwissens als auch der Kostenvorteil eines passiv gemanagten Fonds, so Teske. Aktives Fondmanagement koste nämlich Geld, sei aber nachweislich im Durchschnitt nicht erfolgreicher als die Geldanlage in passive Fonds.

Langfristig sei auch die Investition in Immobilen weiterhin sinnvoll, sagt Teske. Er rät aber dazu, beim Standort der Immobilie genau hinzuschauen. Von Lebensversicherungen als Instrument der Altersversorgung ist der Anlageberater dagegen nicht überzeugt, denn oftmals fressen die Verwaltungsgebühren die derzeit eher geringen Renditechancen auf.

Auch die Investition in Rohstoffe wie zum Beispiel das Edelmetall Gold kann laut Teske eine Option sein. Jedoch hat der Finanzprofi bereits häufig beobachtet, dass der richtige Verkaufszeitpunkt verpasst und daher kein Wertezuwachs erzielt wurde.

Fünf Tipps zur erfolgreichen Geldanlage

  1. Ruhe bewahren! — Gerade in Krisenzeiten sollten emotionale Kurzschluss-Handlungen im Finanzmanagement vermieden werden.
  2. Langfristig denken und handeln! — Vermögensaufbau passiert in der Regel nicht „über Nacht“, sondern folgt wissenschaftlich nachweisbaren Theorien und Strategien.
  3. Risiken streuen und dabei Schwarmintelligenz nutzen! — Nicht alle „Eier“ in einen Korb legen, sondern zum Beispiel in verschiedene Fonds mit breiter Streuung investieren.
  4. Kosten beachten! — Aktive Unterstützung durch Beratung oder Vermögensmanagement kostet Geld. Daher lohnt es sich, aktiv nach den Kosten zu fragen und diese den Renditechancen gegenüberzustellen.
  5. Sauber analysieren! — Zum Start einer Anlagestrategie bedarf es einer ehrlichen Analyse über Ausgangssituation, Anlageziele und Zeitperspektiven, erst dann lässt sich daraus ein erfolgreicher Weg für den Vermögensaufbau ableiten.
Mittelstandsförderung: Wie das RKW kleine und mittlere Unternehmen unterstützt
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Mittelstandsförderung: Wie das RKW kleine und mittlere Unternehmen unterstützt

Digitalisierung, demografischer Wandel: Der deutsche Mittelstand sieht sich mit enormen betrieblichen Herausforderungen konfrontiert. Unterstützung finden Unternehmen beispielsweise beim Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e. V. (RKW). Im Videotalk „Butter bei die Fische” spricht Christi Degen, die Geschäftsführerin des RKW Kompetenzzentrums, über die Aufgaben und Schwerpunkte ihrer Organisation im Rahmen der Mittelstandsförderung.

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Seit mehr als einem Jahrhundert fördert das RKW die Produktivität und Wirtschaftlichkeit von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Über die Jahre haben sich die Rahmenbedingungen geändert. Um den Anforderungen der Mittelstandsförderung unter den Bedingungen des digitalen Wandels gerecht zu werden, hat sich die Organisation seit der Jahrtausendwende vollständig neu aufgestellt.

Heute bildet der RKW-Bundesverein das Dach über den Aktivitäten des Netzwerks. Es wird von den zehn selbstständigen RKW-Landesorganisationen sowie von Sozialpartnern, Verbänden, Wissenschaft, Politik und Einzelpersonen getragen.

Davon losgelöst gibt es das RKW-Kompetenzzentrum  mit rund 70 Mitarbeitenden. Es ist der einzige Teil des RKW, der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) institutionell gefördert wird. „Wir verstehen uns als ein neutraler Impuls- und Ratgeber für den deutschen Mittelstand”, sagt Geschäftsführerin Christi Degen.

Mittelstandsförderung durch Bereitstellung von Wissen und Tools

In der Wertschöpfungskette der Mittelstandsförderung steht das RKW Kompetenzzentrum eine Stufe vor den Industrie- und Handelskammern (IHKs) sowie den Wirtschaftsverbänden.

„Wir sind ein Zulieferer von Wissen und handhabbaren Tools für die Bereiche Fachkräftesicherung, Gründung und Innovation, der von Kammern und Verbänden genutzt werden kann.

Zudem haben wir einen weiteren Schwerpunkt auf der Bauwirtschaft“, erläutert Christi Degen. Um die notwendige Expertise bereitstellen zu können, ist das RKW Kompetenzzentrum gut in die Wissenschafts-Community vernetzt.

Das Angebot richtet sich dabei sowohl an Unternehmer, die ihren etablierten Betrieb weiterentwickeln möchten, als auch an Gründer, die ein neues Unternehmen aufbauen wollen.

Breites Unterstützungsangebot von Digitalisierung bis Unternehmensentwicklung

Thematisch hat sich das RKW Kompetenzzentrum die fünf großen Themen Digitalisierung, Gründungsökosysteme, Nachhaltigkeit, Personalarbeit und Unternehmensentwicklung auf die Fahnen geschrieben. Entsprechend umfangreich und vielfältig ist das kostenfreie Unterstützungsangebot – hier nur drei Beispiele zum Thema Digitalisierung:

  • Im Rahmen des Projekts Digiscouts finden Azubis in Unternehmen heraus, wo im Betrieb Potenzial für Digitalisierung steckt.
  • Um etablierte Mittelständler und Startups zusammenzubringen, bietet das RKW-Kompetenzzentrum unter dem Titel Mittelstand meets Startup Workshops, Vorträge und Informationsmaterial an.
  • Mit dem RKW-Digitalisierungs-Cockpit erhalten KMU eine Orientierungshilfe zum Thema Digitalisierung im Unternehmen. In einer Sammlung von Unternehmensbeispielen aus verschiedenen Branchen finden Unternehmer konkrete Anhaltspunkte und Denkanstöße für ihre Digitalisierungsstrategie.

Drei grundlegende Tipps: Was sollten KMU im Hinblick auf ihre Zukunftsfähigkeit unbedingt tun?

  1. Suchen Sie sich Sparringspartner! Die technologische Komplexität und die operativen Herausforderungen, mit denen Unternehmen künftig konfrontiert sein werden, werfen je nach Branche verschiedene Fragen auf. Um die Themenvielfalt zu bündeln und einen Überblick zu gewinnen, empfiehlt es sich, Rat einzuholen, beispielsweise bei den Kammern oder bei einer RKW-Landesorganisation.
  2. Stellen Sie Ihr Geschäftsmodell auf den Prüfstand! Beantworten Sie sich ehrlich die Frage, ob Ihr aktuelles Geschäft auch künftig unter den Bedingungen der fortschreitenden Digitalisierung auf Dauer bestehen kann – oder ob Anpassungen notwendig sind.
  3. Kümmern Sie sich um den demografischen Fortbestand Ihres Unternehmens! Schauen Sie sich die Altersstruktur Ihrer Belegschaft an. Wie viele Ihrer Fachkräfte werden wann in Rente gehen? Wie sieht es mit der Nachwuchssicherung aus? Wer dieses Thema vernachlässigt, wird künftig wahrscheinlich Probleme haben, über ausreichend qualifiziertes Personal zu verfügen.
Krisenmanagement in stürmischen Zeiten - wie ein Touristikunternehmer erfolgreich durch die Pandemie navigiert
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Krisenmanagement in stürmischen Zeiten - wie ein Touristikunternehmer erfolgreich durch die Pandemie navigiert

Fast hätte die Covid-19-Pandemie die über 100-jährige Firmengeschichte des Hamburger Schiffstouristikunternehmens Barkassen-Meyer jäh beendet - doch inzwischen gehen bei dem mittelständischen Traditionsbetrieb täglich wieder bis zu 1.000 Menschen für Hafenrundfahrten, Schiffs-Charter und Veranstaltungen an Bord. Im Suiteify Videotalk "Butter bei die Fische" spricht Inhaber und Geschäftsführer Hubert Neubacher über sein Krisenmanagement und seine Gemütslage während der Zwangspause.

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Eigentlich seien die Geschäftsaussichten Anfang 2020 exzellent gewesen, erinnert sich Hubert Neubacher, der Chef von Barkassen-Meyer. Als sich dann im Februar 2020 jedoch die Meldungen über die Verbreitung des Coronavirus überschlugen und infolgedessen die Buchungsstornierungen zunahmen, wusste der Touristikunternehmer: „Da braut sich ein Sturm zusammen“. Und richtig: Anfang März 2020 musste er seinen Betrieb von heute auf morgen schließen. „Wenn ich da schon geahnt hätte, dass ich von den kommenden 24 Monaten neun Monate komplett zumachen muss, wäre ich vermutlich verzweifelt“, sagt Neubauer rückblickend. Aber so blieb ihm kaum Zeit zum Nachdenken und er machte sich sofort ans Krisenmanagement.

Erfolgsfaktoren in der Krise: offene Kommunikation und Transparenz

Neubachers erster Schritt im Krisenmanagement bestand darin, die knapp 50 Mitarbeitenden zu informieren. „Ich habe die gesamte Zeit der Krise über immer sehr offen und transparent kommuniziert“, erzählt er. Die Beschäftigten mitnehmen, ihnen Halt und Orientierung geben, in Einzelgesprächen individuelle Regelungen treffen, in der Gruppe kommunizieren und motivieren – das waren für den Firmenchef die wichtigsten Aufgaben, während sein Unternehmen geschlossen war. „Alle haben mitgemacht und sind an Bord geblieben“, sagt er heute stolz über sein Team.

Auch gegenüber Steuerberater, Arbeitsagentur, Hausbank und Behörden hat der Unternehmer in der Krise stets mit offenen Karten gespielt. Zugleich informierte er sich intensiv darüber, welche Unterstützung er bekommen und wie er die schwierige Lage wirtschaftlich überbrücken kann. Mit Erfolg, denn trotz der Unsicherheit, nicht zu wissen, wie lange er auf Einnahmen verzichten muss, konnte Neubacher finanzielle Schieflagen weitgehend vermeiden.

Nachhaltiges „Nebenprodukt“ der Zwangspause: ein eigener Podcast

Damit ihm die Situation nicht zu sehr aufs Gemüt schlägt, behielt der umtriebige Touristikunternehmer auch während der Betriebsschließung viele Routinen bei. Für sein persönliches Krisenmanagement konnte er zudem auf Unterstützung im privaten Umfeld zählen, und er entdeckte den Sport wieder für sich.

Darüber hinaus ist im Zuge der Krise ein neues Kommunikationskonzept entstanden, nämlich der Podcast Hubi`s Hafenschnack. Alle 14 Tage unterhält sich der Touristiker mit anderen „Playern“ im Hamburger Hafen, vom Festmacher über den Hafenpastor bis zum Partyboot-Betreiber. „Bei aller Arbeit, die mit dem Podcast verbunden ist, möchte ich auf diese Form der Kommunikation nicht mehr verzichten“, sagt Neubacher. Wobei ihm für sein Podcaster-Leben nicht mehr so viel Zeit bleibt, seit das Touristikgeschäft wieder voll angezogen hat.

Fünf Tipps für erfolgreiche Krisen-Navigation

  1. Stärken Sie Ihr Team! Schon vor einer Krise ist das Zusammenspiel der einzelnen Crew-Mitglieder wichtig – in einer Krise noch mehr. Dann zeigt sich, ob das Team wirklich zusammenhält oder auseinanderfällt.
  2. Spielen Sie mit offenen Karten! Offenheit ist Trumpf: Um die Motivation in einer schwierigen Situation aufrechtzuhalten, ist Vertrauen notwendig. Dies wiederum entsteht durch transparente Information und offene Kommunikation.
  3. Denken Sie auch an sich selbst! Um als Unternehmer aus einem Wellental erfolgreich herauszukommen, sind Kraft und Ausdauer erforderlich – und Motivation für zwei: für die Crew und für einen selbst. Daher ist es gerade für den „Kapitän“ wichtig, auch an die eigene geistige und körperliche Gesundheit zu denken. Sport, Ablenkung und Entspannung sind hilfreiche Begleiter in angespannten Phasen.
  4. Nehmen Sie Hilfe in Anspruch! Wenn es auf See ruppig wird, braucht es jede Hand an Deck – auch die von Beratern und Institutionen, die Hilfe anbieten. Es wäre falsch verstandener unternehmerischer Ehrgeiz, diese Unterstützung nicht anzunehmen.
  5. Vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl! Auf die meisten Krisensituationen bereiten einen weder das Leben noch ein Lehrbuch vor. Deshalb bedarf es insbesondere in Krisen mutiger Entscheidungen, bei denen Instinkt und Bauchgefühl eine wichtige Rolle spielen. Ob man richtig oder falsch lag, weiß man leider erst hinterher. Ein bisschen Glück gehört also auch zum erfolgreichen Unternehmerleben dazu.
Wie eine Unternehmerin in Berlin Politik macht - ein Gespräch mit Dorothee Martin
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Wie eine Unternehmerin in Berlin Politik macht - ein Gespräch mit Dorothee Martin

Entlastungen, Subventionen, Gesetzesänderungen: Die Forderungen der Wirtschaft an die Politik sind zahlreich. Doch was kann die Wirtschaft eigentlich für eine bessere Politik tun? Sie kann beispielsweise Erfahrungen und Know-how zur Verfügung stellen – oder, wie es Dorothee Martin getan hat, die Seiten wechseln. Die SPD-Politikerin war erfolgreich selbstständig, bevor sie in den Deutschen Bundestag einzog. Im Videotalk „Butter bei die Fische” spricht sie über ihre Beweggründe und ihre Erfahrungen als Unternehmerin in der Politik.

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Politik und Wirtschaft erscheinen mit ihren unterschiedlichen Anforderungen und Erwartungen oft wie zwei Welten. Dabei sind beide Bereiche untrennbar miteinander verbunden und bedingen sich in vielfältiger Art und Weise gegenseitig – sagt die Bundestagsabgeordnete Dorothee Martin. Die 44-jährige Parlamentarierin muss es wissen, denn sie hat die Seiten gewechselt und ist als Unternehmerin in die Politik gegangen.

Nach dem Studium der Politikwissenschaft und des Staatsrechts war Dorothee Martin rund 14 Jahre lang in der Immobilienwirtschaft tätig, bevor sie mit einem Partner eine PR- und Marketingagentur gründete. Parallel zu ihrer beruflichen Laufbahn war sie schon länger politisch aktiv: in der Jugendorganisation der SPD sowie als Kommunal- und Landespolitikerin.

Im Jahr 2020 wechselte sie als Nachrückerin in den Deutschen Bundestag und gewann 2021 das Direktmandat im Wahlkreis Hamburg-Nord. Da Suiteify genau dort seinen Unternehmenssitz hat, lag es nahe, die Politikerin, die auch verkehrspolitische Sprecherin ihrer Bundestagsfraktion ist, zu einem Gespräch mit persönlicher Note einzuladen.

Für eine Unternehmerin in der Politik Tagesgeschäft: Dicke Bretter bohren

Auf die Frage, was ihr mehr Spaß macht – Wirtschaft oder Politik – antwortet Dorothee Martin diplomatisch: „Beides natürlich“. Für die Wirtschaft spricht aus ihrer Sicht, dass die Wirksamkeit einzelner Entscheidungen meist unmittelbar sicht- und spürbar sei. In der Politik gehe es dagegen oft um das „Bohren dicker Bretter“, wofür es einen langen Atem brauche.

Menschen aus der Wirtschaft seien daran gewöhnt, Weisungen zu erteilen, um ihre Ziele möglichst effizient durchzusetzen. „Das ist in der Politik vollkommen anders“, sagt die Parlamentarierin und berichtet von langwierigen Verhandlungen, mühsamem Ringen um Kompromisse und Abstimmungen bis tief in die Nacht – insbesondere bei Finanzierungsfragen.

Deutlich mehr Spaß im Politikerinnendasein macht ihr der direkte Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern – etwa in Form des „berühmt-berüchtigten“ Infostandes auf dem Marktplatz.  „Das ist die wichtigste politische Kommunikationsmaßnahme, die es gibt“, ist Martin überzeugt, weil sie dort ein direktes und unverstelltes Feedback von den Leuten bekomme.

In der Politik kein Nachteil: Wirtschaftskompetenz aus eigener Erfahrung

Ihren Schritt zur Vollzeitpolitikerin findet Dorothee Martin nach wie vor richtig – vor allem dann, wenn sie das Gefühl hat, dass sich ihre Kompetenzen aus Wirtschaft und Politik ideal ergänzen. Zum Beispiel bei ihrer Arbeit im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG, wo ihre Erfahrung aus beiden Welten überaus nützlich sei. „Wirtschaft ist durch die Schaffung von Arbeitsplätzen und das Generieren von Steuereinnahmen die Grundlage für unser Gemeinwesen. Und wenn man von beiden Dingen – Politik und Wirtschaft – ein bisschen versteht, kann das nicht schaden“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

Führung ohne Schablone: So funktioniert situatives Leadership in der Praxis
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Führung ohne Schablone: So funktioniert situatives Leadership in der Praxis

Ein starres Führungsverhalten, das keine Unterschiede zwischen Person A, B oder C macht, lässt Mitarbeitende schnell zu stromlinienförmigen Marionetten werden. Denn auch wenn sich Führungsstile in der Theorie klar kategorisieren lassen, zeigt der Arbeitsalltag: Kein einziger Ansatz funktioniert in jeder Situation. Menschen bringen unterschiedliche berufliche Erfahrungen, Persönlichkeiten und Bedürfnisse mit − Führung nach Schema F greift hier zu kurz.

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Ein starres Führungsverhalten, das keine Unterschiede zwischen Person A, B oder C macht, lässt Mitarbeitende schnell zu stromlinienförmigen Marionetten werden. Denn auch wenn sich Führungsstile in der Theorie klar kategorisieren lassen, zeigt der Arbeitsalltag: Kein einziger Ansatz funktioniert in jeder Situation. Menschen bringen unterschiedliche berufliche Erfahrungen, Persönlichkeiten und Bedürfnisse mit − Führung nach Schema F greift hier zu kurz.

Genau an diesem Punkt setzt das Konzept des situativen Führens an. Statt starrer Regeln steht die Anpassung des Führungsverhaltens an den individuellen Kontext im Fokus – orientiert an Person, Situation und Umfeld.

Wer als Führungskraft ohne Scheuklappen handeln will, weiß: Ein neuer Teamkollege braucht eher klare Orientierung, während langjährige Mitarbeitende sich Freiraum zur Gestaltung wünschen. Ein eingespieltes, eigenverantwortliches Team wird durch Micromanagement ausgebremst – ein Team in der Krise dagegen braucht stärkere Führung. „Kommt Zeit, kommt Rat“ ist hier mehr als ein Sprichwort: Entscheidend ist die Fähigkeit, den richtigen Stil zur richtigen Zeit zu wählen.

Im folgenden Beitrag klären wir, was genau hinter dem situativen Führungsstil steckt und wie er sich im Reifegradmodell von Paul Hersey und Ken Blanchard abbildet. Anhand realistischer Beispiele zeigen wir, wann situative Führung funktioniert – und wo sie an ihre Grenzen kommt. Abschließend betrachten wir, wie Unternehmen das Modell wirksam in der Führungskräfteentwicklung verankern können.

Eine Definition des situativen Führungsstils

Im Kern basiert dieser Führungsansatz auf einer Erkenntnis, die schon vor mehr als 50 Jahren formuliert wurde: Der passende Führungsstil hängt vom Entwicklungsstand der Mitarbeitenden ab – also von Erfahrung, Kompetenz und Motivation. Situatives Führen ist deshalb kein eigener, abgeschlossener Stil, sondern ein flexibler Rahmen, der sich immer an der jeweiligen Situation orientiert.

Dabei spielen vier Grundprinzipien eine zentrale Rolle:

Adaptivität:

Was in einer Situation funktioniert, kann in einer anderen scheitern. Situative Führung verlangt Flexibilität – statt eine feste Schablone auf alle Mitarbeitenden zu legen.

Individuelle Bedürfnisse:

Jede Person bringt unterschiedliche Stärken, Lernwege und Herausforderungen mit. Gute Führung bedeutet, diese zu erkennen und die eigene Kommunikation, Unterstützung und Entscheidungslogik darauf abzustimmen.

Kontextsensitivität:

Ob Einarbeitung, Routinebetrieb, Krisenmodus oder Innovationsphase – der Kontext bestimmt, ob Führung eher anleitet, begleitet oder loslässt.

Nichts ist in Stein gemeißelt:

Situatives Führen ist ein Prozess aus Reflexion und Neujustierung – im Dialog mit sich selbst und dem Team. Wer auf diesem Weg führt, braucht Selbstbewusstsein, Lernbereitschaft und die Fähigkeit zur ehrlichen Selbstkritik.

Das Reifegradmodell nach Hersey und Blanchard

Bereits 1969 legten Paul Hersey und Ken Blanchard die theoretische Grundlage für das Modell des situativen Führens. Ihr zentrales Prinzip: Der Führungserfolg hängt davon ab, wie gut sich der Führungs-stil an den Reifegrad der Mitarbeitenden anpasst.

Dazu definierten sie vier Reifegrade, die aus zwei Faktoren entstehen: Fähigkeit (fachliche Kompetenz) und Wille (Motivation bzw . Eigenverantwortung):

Reifegrad 1: nicht fähig und nicht willig

Reifegrad 2: nicht fähig, aber willig

Reifegrad 3: fähig, aber nicht willig

Reifegrad 4: fähig und willig

Darauf aufbauend entwickelten sie vier passende Führungsstile, die je nach Entwicklungsstand des :der Mitarbeitenden eingesetzt werden sollen:

Telling (Dirigieren):

Bei Reifegrad 1 dominiert ein klarer, direktiver Führungsstil: konkrete Anweisungen, enge Kontrolle, klare Zielvorgaben.

Selling (Überzeugen):

Bei Reifegrad 2 werden Aufgaben weiterhin vorgegeben, aber mit mehr Erklärung, Einbindung und Motivation. Ziel: Verständnis schaffen und Selbstvertrauen aufbauen.

Participating (Teilhaben):

Bei Reifegrad 3 rückt die gemeinsame Entscheidungsfindung in den Vordergrund. Führung moderiert, statt zu steuern – Mitarbeitende werden aktiv beteiligt.

Delegating (Delegieren):

Bei Reifegrad 4 können Aufgaben nahezu vollständig übergeben werden. Hohe Fachlichkeit + hohe Motivation = maximale Eigenverantwortung.

Das Modell zeigt deutlich: Ein „One-Size-Fits-All“-Führungsstil funktioniert nicht.

Beispiele für situatives Führen

Um das Modell greifbarer zu machen, schauen wir uns zwei Praxisbeispiele an, die zeigen, wie situative Führung in unterschiedlichen Kontexten angewendet werden kann – und warum ein einheitlicher Führungsstil dabei schnell an Grenzen stößt.

Beispiel 1: Vertriebsteam mit gemischtem Erfahrungsstand

Bei der NovaSales GmbH leitet Marcel von Hoffmann ein kleines Vertriebsteam. Es besteht aus Felix Bender, der erst vor Kurzem gestartet ist, und Zara Weigand, einer sehr erfahrenen Top-Performerin mit eindrucksvoller Erfolgsbilanz.

Felix (Reifegrad 1–2)

Felix ist motiviert, aber noch wenig erfahren. Marcel reagiert darauf mit klaren Anweisungen, enger Begleitung und regelmäßigen Feedbackschleifen – also Telling. Er erklärt nicht nur was zu tun ist, sondern auch warum, um Sicherheit und Verständnis zu schaffen.

Zara (Reifegrad 4)

Zara hingegen braucht keine Schritt-für-Schritt-Begleitung. Sie kennt Kund:innen, Produkte und Prozesse und arbeitet hoch eigenverantwortlich. Marcel wechselt in den Delegating-Modus: Er gibt Ziele vor, überlässt ihr aber die Umsetzung. Ergebnis: Sie bekommt Wirksamkeit, er spart Steuerungsaufwand.

Eine einzelne Führungslogik würde hier scheitern.

Zara wäre durch Mikromanagement ausgebremst – Felix wäre mit kompletter Freiheit überfordert.

Beispiel 2: Situative Führung im Krisenmoment

Beim Beratungsunternehmen Schroeder & Partner Consulting kündigt ein wichtiger Großkunde. Das Team ist jung, grundsätzlich kompetent, aber spürbar verunsichert. Der Druck ist hoch, die Atmosphäre angespannt.

Geschäftsführerin Heidi Brunner nutzt zunächst den Selling-Ansatz:

Sie erklärt offen die Lage, nimmt Ängste ernst und zeigt gleichzeitig klar auf, warum die geplanten Maßnahmen sinnvoll und machbar sind. So aktiviert sie Engagement statt Schockstarre.

Sobald erste Fortschritte sichtbar werden, wechselt sie in den Participating-Modus:

Sie holt das Team stärker in Entscheidungen, organisiert Workshops und ermöglicht echte Mitgestaltung. Das fördert Selbstorganisation und stärkt das Vertrauen in die eigene Problemlösefähigkeit.

Was man daran gut sieht:

Situatives Führen ist kein einmaliger Stil, sondern ein ständiger Wechsel zwischen Steuerung und Freiraum – abhängig vom Entwicklungsstand und der Situation.

Vorteile und Nachteile des situativen Führungsstils

Das situative Führungsmodell wirkt in der Theorie überzeugend – in der Praxis zeigt es jedoch sowohl klare Stärken als auch Herausforderungen. Ein Überblick:

✅ Vorteile

Maßgeschneiderte Unterstützung statt Einheitsführung

Mitarbeitende werden nicht über einen Kamm geschoren. Jede Person bekommt genau das Maß an Anleitung, Coaching oder Freiraum, das sie aktuell benötigt. Das steigert Motivation, Leistungsfähigkeit und Bindung – besonders bei unterschiedlichen Erfahrungslevels im Team.

Fördert Eigenverantwortung und Innovationskraft

Wo Führung nicht auf Kontrolle, sondern auf Entwicklung setzt, entsteht Raum für neue Ideen. Teams trauen sich, Dinge auszuprobieren, statt nur auszuführen. Das macht Organisationen schneller, kreativer und anpassungsfähiger.

Entwickelt auch Führungskräfte weiter

Situatives Führen ist kein Automatismus – es fordert aktives Zählen-lernen: beobachten, reflektieren, anpassen. Führungskräfte arbeiten dadurch automatisch an Selbstbewusstsein, Kommunikationsfähigkeit und emotionaler Intelligenz.

⚠️ Nachteile

Erhöhter Schulungs- und Coachingbedarf

Situatives Führen setzt voraus, dass Führungskräfte Entwicklungsstände richtig einschätzen – und wissen, wie man je nach Situation angemessen führt. Das lässt sich nicht „mal eben so“ aus dem Bauchgefühl erledigen.

Gefahr von Inkonsistenz und Missverständnissen

Wechselt ein:e Leader:in häufig den Führungsstil, ohne es transparent zu erklären, wirkt das schnell sprunghaft oder unfair. Besonders problematisch wird es, wenn Mitarbeitende sich im Reifegrad anders einschätzen als die Führungskraft.

Mehr Aufwand im Zeit- und Kommunikationsmanagement

Wer situativ führt, muss regelmäßig beobachten, einschätzen, Feedback geben, Ziele anpassen und Gespräche führen – das braucht Kapazität. In stressigen Phasen kann genau das zur ersten Sache werden, die „unter den Tisch fällt“.

Bewusste Führungskräfteentwicklung

Damit situatives Führen nicht nur eine schöne Theorie bleibt, braucht es gezielte Entwicklungsarbeit – sowohl auf individueller als auch auf organisationaler Ebene. Unternehmen, die das Modell wirklich verankern wollen, setzen auf drei zentrale Bausteine:

Trainings & Simulationen

Workshops, Rollenspiele oder Führungslabore helfen dabei, verschiedene Führungssituationen realitätsnah zu üben: vom Krisengespräch bis zur Delegation. So entsteht Sicherheit im Wechsel zwischen den vier Führ-Stilen.

Mentoring & Peer-Training

Erfahrene Führungskräfte geben Ein blicke in ihre Praxis, während Peer-Formate den Austausch auf Augen -höhe stärken. Das macht gelebte Führungskultur sichtbar – und nicht nur „absendbar“.

Cross-funktionale Zusammenarbeit als Praxistest

Teams mit unterschiedlichen Disziplinen, Hierarchien oder Aufgaben bieten die perfekte Lernumgebung. Denn wer situativ führen will, muss nicht nur Menschen verstehen – sondern auch Kontexte.

Fazit: Situativ führen = Auf Menschen reagieren, nicht auf starre Modelle

Situatives Führen zeigt – gute Führung ist kein Schema, sondern ein Prozess. Wer Mitarbeitende entwickeln will, führt nicht starr von oben, sondern passt sich bewusst an Fähigkeiten, Motivation und Rahmenbedingungen an.

Das Modell macht deutlich:

Führung ist kein statischer Status, sondern ein Wechselspiel.

Teams entwickeln sich – und Führung muss sich mitentwickeln.

Empowerment entsteht nicht durch Delegation allein, sondern durch gezielte Begleitung.

Situativ führen heißt also: wissen, wann klare Ansagen helfen – und wann Verantwortung stärken. Kurz: Führung wird wirksam, wenn sie sich bewegt.

Situativer Führungsstil – FAQ

Ist situatives Führen das gleiche wie adaptive Führung?

Nicht ganz. Situatives Führen orientiert sich primär am Reifegrad der Mitarbeitenden. Adaptive Führung bezieht zusätzlich externe Faktoren wie Marktveränderungen, Krisen oder Organisationsstrukturen mit ein.

Welcher Reifegrad kombiniert hohe Motivation mit wenig Erfahrung?

Das entspricht Reifegrad 2 im Hersey-Blanchard-Modell: „willig, aber (noch) nicht fähig“. Hier empfiehlt sich der „Selling“-Stil: erklären, überzeugen, aufbauen.

Ist situatives Führen wissenschaftlich belegt?

Die Grundidee ist plausibel, empirisch aber schwer messbar – insbesondere, weil der Reifegrad subjektiv bewertet wird. In der Praxis funktioniert das Modell vor allem als Orientierung, nicht als starre Wissenschaft.

Wann stößt situatives Führen an Grenzen?

Zum Beispiel bei sehr großen Teams, extrem hohen Arbeitslasten oder in Kulturen, die wenig Selbstorganisation zulassen. Ohne Feedbackkultur und Vertrauen bleibt das Modell Theorie.

Kleinunternehmerregelung: Für wen lohnt sie sich?
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Kleinunternehmerregelung: Für wen lohnt sie sich?

Weniger Bürokratie, schlankere Buchhaltung: Die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG ist auch 2025 eine attraktive Möglichkeit für viele Selbstständige, Kleinunternehmer und Gründerinnen. Doch wann lohnt es sich, die Regelung in Anspruch zu nehmen – und wann ist die Regelbesteuerung die bessere Wahl?

5 Min. Lesezeit

Kleinunternehmerregelung 2025: Die wichtigsten Änderungen im Überblick

  • Höhere Umsatzgrenzen
    • Umsatz im Vorjahr: max. 25.000 Euro (bis 2024: 22.000 Euro)
    • Umsatz im laufenden Jahr: max. 100.000 Euro – wird die Grenze überschritten, entfällt der Status automatisch.
  • Weniger Bürokratie
    • Keine jährliche Umsatzsteuererklärung mehr – stattdessen quartalsweise Meldungen.
  • EU-weit anwendbar
    • Ab 2025 auch für Umsätze innerhalb der EU, solange der Gesamtumsatz unter 100.000 Euro bleibt.
  • Gründerfreundlich
    • Neue Selbstständige starten automatisch als Kleinunternehmer – ohne Umsatzprognose zu Beginn.

Offizielle Informationen zu den steuerlichen Rahmenbedingungen findest du beim Bundesministerium der Finanzen.

Voraussetzungen für die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG)

  • Umsatz im Vorjahr höchstens 25.000 Euro (nicht Gewinn!).
  • Umsatz im laufenden Jahr voraussichtlich höchstens 100.000 Euro.
  • Gilt unabhängig von der Rechtsform – z. B. für Einzelunternehmer, Freiberufler, GbR u.a.

Wer profitiert besonders?

Soloselbstständige und Kleinunternehmer

  • Kein Ausweis von Umsatzsteuer → Endkundenpreise bleiben attraktiver.
  • Ideal bei geringen Investitionen und überschaubaren Betriebskosten.

Start-ups und nebenberufliche Gründer

  • Weniger Verwaltungsaufwand: keine Umsatzsteuer-Voranmeldungen-Voranmeldungen (UVA), keine jährliche Umsatzsteuer-Erklärung.
  • Perfekt zum Testen von Geschäftsmodellen in der frühen Phase mit niedrigen Kosten.

Praxisnahe Hinweise und regionale Ansprechpartner findest du auch bei deiner IHK. Weitere Gründerinfos bietet das Existenzgründerportal des BMWK.

Wann lohnt sich die Kleinunternehmerregelung?

Die Kleinunternehmerregelung 2025 ist empfehlenswert, wenn …

  • du überwiegend an Privatkunden (B2C) verkaufst,
  • deine Investitionen gering sind (keine relevante Vorsteuererstattung),
  • du eine einfache Buchhaltung bevorzugst.

Weniger sinnvoll, wenn …

  • du viele B2B-Kunden hast, die Vorsteuer ziehen möchten,
  • du hohe Ausgaben/Investitionen planst und auf Vorsteuererstattung angewiesen bist.

Vor- und Nachteile auf einen Blick

Vorteil

Nachteil

Kein Ausweis/Abführen der Umsatzsteuer nötig

Keine Vorsteuererstattung möglich

Günstigere Preise für Privatkunden

Bei hohen Kosten ggf. finanzieller Nachteil

Weniger Bürokratie, einfache Buchhaltung

Wechsel zur Regelbesteuerung frühestens nach fünf Jahren

Ab 2025 auch für EU-Umsätze nutzbar

Rechnungen müssen den Hinweis auf Steuerbefreiung enthalten

Fazit: Für wen lohnt sich die Kleinunternehmerregelung?

Die Kleinunternehmerregelung 2025 ist besonders attraktiv für Selbstständige, Gründer und kleine Unternehmen mit niedrigen Umsätzen und geringem Kostenaufwand. Sie spart Zeit, senkt den Verwaltungsaufwand und lässt mehr Raum fürs Kerngeschäft. Ob sie zu dir passt, hängt vor allem von Kundenstruktur, Investitionsplanung und Wachstumsstrategie ab. Prüfe deine Zahlen – und entscheide bewusst.

„Think Global, Act Local“ war gestern – Heute heißt es: „Think Local, Act Glocal“!
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„Think Global, Act Local“ war gestern – Heute heißt es: „Think Local, Act Glocal“!

Internationalisierung ist das neue Buzzword im Mittelstand, aber mal ehrlich, was steckt wirklich dahinter? Der gute alte Export allein reicht längst nicht mehr aus, um auf dem globalen Spielfeld mitzuhalten.

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Die Lokalisierungslüge:

Warum „Eine Größe passt allen“ nicht funktioniert

Du möchtest in den USA durchstarten? Oder in China die große Kohle machen? Super, aber Vorsicht! Deine Produkte und Dienstleistungen müssen den lokalen Bedürfnissen entsprechen. „Eine Größe passt allen“? Pustekuchen! Kunden erwarten maßgeschneiderte Lösungen, die ihre speziellen Anforderungen erfüllen. Das bedeutet: Anpassung ist der Schlüssel. Aber halt – bevor du jetzt deine gesamte Produktionslinie umstellst, lass uns einen Schritt zurückgehen.

Marktdifferenzierung war gestern – Willkommen im Zeitalter der „Glocalisierung“

Marktdifferenzierung, das Schlagwort der letzten Jahrzehnte, hat ausgedient. Es geht nicht mehr nur darum, verschiedene Produkte für verschiedene Märkte zu entwickeln. Nein, heute musst du das Beste aus beiden Welten kombinieren. Das nennt sich „Glocalisierung“ – eine Mischung aus globalem Denken und lokalem Handeln. Was bedeutet das? Ganz einfach: Nutze deine globale Stärke, um lokale Märkte zu erobern. Aber Achtung, das geht nur, wenn du bereit bist, dein Denken zu revolutionieren.

Risikomanagement: Wetten, dass du noch nicht an alles gedacht hast?

Handelskriege, Währungsrisiken, politische Instabilitäten – du kennst die Schlagworte. Aber hast du wirklich einen Plan? Ein echter Internationalisierungsprofi geht Risiken aktiv an, statt nur auf sie zu reagieren. Wie das geht? Stell dir vor, du bist ein Schachspieler. Du planst mehrere Züge im Voraus, sicherst dich ab und nutzt jedes potenzielle Risiko als Chance. Ja, richtig gelesen: Eine Krise kann auch eine Chance sein. Währungsschwankungen? Nutze sie zu deinem Vorteil, indem du clever hedgst oder neue Märkte eroberst, wenn der Kurs stimmt.

Vom „Netzwerken“ zum „Netzwerkwerken“: Partnerschaften neu gedacht

Netzwerke sind wichtig, klar. Aber im internationalen Geschäft kommt es darauf an, wie du diese Netzwerke nutzt. Es reicht nicht mehr aus, einfach nur Kontakte zu haben – du musst sie aktiv einsetzen, um deinen Markt zu erobern. Das nennen wir „Netzwerkwerken“. Es geht darum, strategische Partnerschaften einzugehen, die dich nicht nur im Markt verankern, sondern dir auch Zugang zu Wissen, Ressourcen und Kunden verschaffen, die du sonst nie erreichen würdest. Denk mal drüber nach: Der beste Weg, in einem neuen Markt Fuß zu fassen, ist oft durch die Hintertür – und die öffnet dir ein lokaler Partner.

Das Geheimnis der Agilität: Warum Schnelligkeit Trumpf ist

Wer denkt, dass es reicht, einen Plan zu haben und diesen stumpf durchzuziehen, hat den Anschluss verpasst. Die Märkte sind heute dynamischer als je zuvor. Wer zu langsam reagiert, verliert. Agilität ist das Zauberwort. Das bedeutet: Schnell entscheiden, schnell umsetzen und vor allem – schnell anpassen. Ein Markt ändert sich über Nacht? Kein Problem, du hast schon einen Plan B in der Tasche. Das ist der Unterschied zwischen Gewinnern und Verlierern im globalen Spiel.

Fazit: Die neue Formel lautet „Think Local, Act Glocal“

Vergiss die alten Regeln. Internationalisierung im Mittelstand bedeutet heute, globales Denken mit lokaler Anpassung zu verbinden, Risiken als Chancen zu sehen und Netzwerke aktiv zu nutzen. Es ist an der Zeit, ausgetretene Pfade zu verlassen und neue Wege zu gehen. Wer das verstanden hat, wird nicht nur überleben, sondern im internationalen Markt richtig abräumen. Also, worauf wartest du? Pack die Koffer, aber vergiss nicht, den Kopf mitzunehmen!