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Führung

Führen im Mittelstand: Impulse für Teams, Zusammenarbeit und die eigene Rolle als Führungskraft.

Social Selling: Verkaufen in sozialen Netzwerken
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Social Selling: Verkaufen in sozialen Netzwerken

Soziale Netzwerke wie LinkedIn oder XING werden für Unternehmen als Vertriebskanal immer wichtiger, sagt Tim Cortinovis. Im Videotalk "Butter bei die Fische" erläutert der Experte für Digital Sales, wie Social Selling geht und was Unternehmen davon haben.

5 Min. Lesezeit

Lange galten soziale Netzwerke in erster Linie als digitale Plattformen für den privaten Bereich. Dies habe sich jedoch geändert, sagt Tim Cortinovis, gefragter Keynote-Speaker und Fachmann für digitale Transformation und Automatisierung im Vertrieb. Nicht zuletzt getrieben durch die Corona-Pandemie erkennen inzwischen immer mehr Unternehmen das Potenzial von Social Selling.

Beim Business-to-Business-Vertrieb die Hauptplattformen: LinkedIn und XING

Unternehmer, die sich für Social Selling interessieren, stehen zuerst vor der Frage nach der richtigen Plattform. Mittlerweile gibt es nämlich eine ganze Reihe von sozialen Netzwerken, doch nicht jedes eignet sich für jedes Unternehmen.

Als zurzeit besonders wichtige Plattformen für Firmen nennt Tim Cortinovis LinkedIn und XING – gerade, aber nicht nur im Business-to-Business-Geschäft (B2B). Dabei sieht der Experte LinkedIn im Aufwärtstrend. Viele Unternehmen in Deutschland seien inzwischen von XING zu dem international ausgerichteten Portal gewechselt. So finde auf LinkedIn mittlerweile die „lebendigere Diskussion“ statt. XING entwickele sich dagegen zunehmend zum Online-Karrierenetzwerk, biete aber nach wie vor die ausgereifteren Gruppenfunktionen. Für B2B-Unternehmen, die stark auf visuelle Inhalte setzen, also etwas zu zeigen haben, könne zudem Instagram interessant sein, so Tim Cortinovis.

Auf ein deutlich größeres Spektrum an infrage kommenden sozialen Netzwerken können dem Experten zufolge Firmen zugreifen, die sich direkt an Endverbraucher wenden (B2C). Neben Instagram seien hier beispielsweise TikTok und – mit Abstrichen – noch Facebook sowie verschiedene neue Plattformen zu nennen, die zurzeit entstehen.

Wichtig beim Verkaufen in sozialen Netzwerken: Persönlichkeit zeigen

Unabhängig von der Plattform und der Zielgruppe gilt beim Social Selling: Persönliche Profile von Mitarbeitenden erzielen grundsätzlich eine bessere Wirkung als eher unpersönliche Unternehmensprofile. Daher sollten sich in sozialen Netzwerken Beschäftigte des Unternehmens mit aussagekräftigen, sympathischen Profilen präsentieren, sagt Tim Cortinovis. Dabei komme es darauf an, in der entsprechenden Zielgruppe schnell Kontakte aufzubauen und kontinuierlich relevante Inhalte zu posten. In diesem Zusammenhang sei es sinnvoll, das eigene Angebot zu zeigen – platte Werbung sei jedoch tabu! Am Ende gehe es immer darum, Glaubwürdigkeit zu erzeugen und Vertrauen zu schaffen.

Vier Tipps für erfolgreiches Social Selling

  1. Schaffen Sie Relevanz für Ihre Zielgruppe! Präsentieren Sie in sozialen Netzwerken Inhalte, die für Ihre Zielgruppe tatsächlich interessant sind. Dies kann selbst produzierter oder auch weitergeleiteter Content sein, etwa zu technologischen Aspekten oder regulatorischen Fragen.
  2. Betreiben Sie keine Kaltakquise! Fallen Sie nicht schon bei der ersten Kontaktaufnahme mit der Tür ins Haus. Das funktioniert auf Social Media nicht und verursacht möglicherweise sogar einen Shitstorm. Wählen Sie lieber eine herzliche Ansprache und erwähnen Sie lediglich, um welches Thema es bei Ihnen geht. Dies können Sie zum Beispiel mit einer Einladung zu einem Gespräch oder zu einem thematisch passenden Event (z. B. Webinar) verbinden.
  3. Bleiben Sie am Ball! Machen Sie den sprichwörtlichen Sack zu und verfolgen Sie Kontaktaufnahmen und Gespräche mit Personen aus Ihrem Netzwerk auch weiter. Disziplinieren und fokussieren Sie sich daher bei Ihren Social-Media-Aktivitäten.
  4. Trennen Sie Berufliches und Privates! Achten Sie darauf, dass Ihr Auftreten im Web ein konsistentes und glaubwürdiges Gesamtbild abgibt. Hierzu ist es empfehlenswert, vielleicht nicht jede private Aktivität oder Vorliebe im Internet sichtbar zu machen. Wer also beispielsweise im beruflichen Kontext in sozialen Netzwerken Green-Tech-Produkte vertreibt, sollte vorsichtig damit sein, sich als Porsche-Liebhaber öffentlich zu erkennen zu geben.
Duz-Kultur versus Siez-Kultur
HR & Payroll

Duz-Kultur versus Siez-Kultur

Für welche Unternehmen bietet sich eine Duz-Kultur an und wo sollte man lieber auf das förmliche „Sie“ setzen? Wir verraten, wie Du den Change meistern kannst – und was Du vorab prüfen solltest.

5 Min. Lesezeit

Stirbt das förmliche „Sie“ in der Arbeitswelt aus und macht dem persönlicheren „Du“ Platz? Es sieht ganz danach aus. Woran liegt das? Welche Vorteile hat eine Duz- gegenüber einer Siez-Kultur? Wie ändert sich dadurch der Umgang mit dem Chef? Und: Wie gelingt die Umstellung vom Siezen auf das Duzen? Fragen über Fragen! Wir beantworten sie Dir in diesem Artikel.

Duzen oder Siezen: Wohin geht aktuell der Trend?

Duzen oder Siezen? Laut der Online-Jobbörse StepStone und der Personal- und Managementberatung Kienbaum geht der Trend in Betrieben eindeutig zum vertraulichen „Du“. Die beiden Unternehmen haben 17.000 Fachkräfte zu Hierarchie und Organisationsstruktur befragt. Das Ergebnis: In 97 Prozent der Fälle duzen sich Mitarbeiter in Betrieben zunehmend untereinander, wenn auch nicht immer in der ganzen Firma.

Es gibt einen guten Grund, warum das „Sie“ nach und nach auf dem kommunikativen Abstellgleis landet. Immer mehr Unternehmen unterhalten wirtschaftliche Beziehungen in andere Länder. Hier dominiert das weniger förmliche und unkomplizierte „you“. Und für viele Arbeitnehmer fühlt es sich eben zunehmend merkwürdig an, den Partner aus Fernost oder aus den USA einerseits im Videocall vertraulich anzureden, andererseits aber den Kollegen, der direkt am benachbarten Schreibtisch sitzt, zu siezen.

Vorteile einer Duz-Kultur

Das „Du“ passt auch viel besser zu den agilen Prozessen, die vielerorts Einzug halten. Eine global vernetzte Wirtschaft verlangt schnelle Entscheidungsprozesse, innovative Ideen und flache Hierarchien. Das Siezen wirkt aber gerade in Innovationsprozessen fehl am Platz und wirkt als störende Barriere eines Unternehmens. Ideen und kreative Gedanken sprudeln nun mal eher in einer lockeren Unternehmenskultur, in der sich Kollegen nahestehen. Das sind entscheidende Vorteile einer Duz-Kultur.

Die StepStone/Kienbaum-Erhebung zeigt allerdings auch, wie stark es von dem Bereich eines Unternehmens abhängt, ob das Du oder das Sie dominiert. Geduzt wird vor allem in kreativen und innovativen Branchen. In der PR-Welt etwa und in der IT- & Internet-Branche sind mehr Fachkräfte mit allen Kollegen per „Du“ als in allen anderen Bereichen. Formeller geht es hingegen in der Metallindustrie, in Banken und im öffentlichen Dienst zu. Hier gehört das saloppe „Du“ deutlich seltener zum Alltag.

Mit dem „Sie“ auf professionelle Distanz gehen

Und auch das hat seinen Grund. In diesen eher konservativen Bereichen wird das „Sie” bewusst eingesetzt, um eine professionelle Distanz zu erzeugen. Hier hat es sogar eine nicht zu unterschätzende Schutzfunktion: Wer hier jedem wahllos das „Du“ anbietet, erweckt den Eindruck, seine Geschäfte mit einem unangebrachten Vertrautheitsgrad abzuwickeln.

Das Gegenextrem sind Unternehmen, die das „Du“ nicht nur bei ihren Mitarbeitern, sondern auch bei ihren Kunden einsetzen. Der schwedische Möbelhersteller Ikea war eines der ersten Unternehmen, die diesen Wandel in der Kunden-Ansprache einläutete. Hier werden einfach alle geduzt. Das suggeriert: Egal, ob Mitarbeiter oder Kunde – wir sind alle eine große Familie mit den gleichen Vorstellungen und Werten.

Kunden duzen? Ein schmaler Grat!

Dahinter steckt jedoch keine ausgeklügelte Marketingaktion – das „Du“ ist einfach typisch schwedisch. Der Hintergrund: Die Schweden duzen sich seit den 60er Jahren in der gesamten Gesellschaft. Damals schafften die Schweden ein stocksteifes Anredesystem ab, in dem Menschen nicht mit ihren Namen, sondern mit ihren Titeln angesprochen wurden.

So begrüßte bis dahin am Morgen der Herr Generaldirektor die Frau Sekretärin. Ganz schön umständlich! Seit Abschaffung dieses Systems spricht sich die Bevölkerung mit den Vornamen an und duzt sich. Umso authentischer ist es, dass Ikea auch seine Kunden duzt.

Damit sind wir bei einem ganz wichtigen Punkt angekommen: Die Frage, ob eine Duz- oder Siez-Kultur besser ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Entscheidung hängt von Fall zu Fall ab, sollte zur Branche passen und authentisch sein.

Mitarbeitende zu Mitentscheidern machen

Entscheidet sich ein bislang eher konservativ geprägtes Unternehmen dafür, sich vom Siezen zu verabschieden, sollte dieser Wechsel von HR gut vorbereitet werden. Achtung! Einfach eine Memo-Mail an alle zu schicken mit dem Betreff „Ab heute sind wir alle per Du“ wird nicht zielführend sein. Die neue Lockerheit kann nicht ad hoc vom Chef verordnet werden. Denn der Kurswechsel vom Sie zum Du ist ein erheblicher Eingriff in die Unternehmenskultur. Geschieht er zu plötzlich, hinterlässt er irritierte Mitarbeitende.

Stattdessen sollten alle in die Entscheidung eingeweiht werden – zum Beispiel über Workshops oder Befragungen, die über die hauseigene Personalmanagementsoftware abgewickelt werden können. Wichtig ist es, zu eruieren, ob die Belegschaft überhaupt mehrheitlich hinter der Idee steht. Das ist nicht immer gesagt und hängt schwer von Branche und Altersstruktur im Unternehmen ab. Während sich ältere Arbeitnehmende häufig wohler mit dem „Sie“ fühlen, sind jüngere sehr aufgeschlossen, wenn es darum geht, einander zu duzen.

Ist die Belegschaft dafür, gilt es, die komplette Kommunikation konsequent umzustellen. Das gilt nicht nur für Meetings, Kick-Offs und Veranstaltungen. Auch innerhalb der genutzten HR-Software sollte die Kommunikation von „Sie“ auf „Du“ umgestellt werden. Die gute Nachricht: In einer Personalsoftware geschieht das auf Knopfdruck und fehlerfrei. Bis sich das „Du“ im Unternehmensalltag einschleift, könnte es hingegen etwas länger dauern.

PR für den Mittelstand - Tipps von einer Expertin
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PR für den Mittelstand - Tipps von einer Expertin

Die meisten kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) nutzen verschiedene Marketinginstrumente, um auf ihre Produkte und Dienstleistungen aufmerksam zu machen. Im Bereich der Public Relations (PR) agieren jedoch bislang nur wenige Mittelständler konsequent und nachhaltig. Dabei können PR-Aktivitäten gerade für den Mittelstand äußerst wertvoll sein, betont Martina Warning. Die PR-Expertin beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit der Öffentlichkeitsarbeit von Unternehmen. Im Video erläutert sie, welche Aspekte KMU bei der Planung und Umsetzung von PR-Maßnahmen berücksichtigen sollten.

5 Min. Lesezeit

Der englische Begriff “Public Relations” wird meist mit dem Wort “Öffentlichkeitsarbeit” ins Deutsche übersetzt. Dies sei aber zu kurz gesprungen, sagt Martina Warning, geschäftsführende Gesellschafterin der John Warning Corporate Communications GmbH.

“Nicht zufällig lautet die Langfassung von PR ‚Public Relations‘, und wir sprechen somit von einer Mehrzahl von ‚Beziehungen‘, die damit adressiert werden”, so die PR-Expertin. “Die eine Öffentlichkeit gibt es nämlich nicht”, fügt sie hinzu. Damit die Botschaften ankommen, müsse PR für den Mittelstand daher eine Vielzahl von Zielgruppen ansprechen.

Die drei wichtigsten Regeln für erfolgreiche PR-Kampagnen

1. Legen Sie Ihre PR-Arbeit transparent und dialogorientiert an. Zuhören ist genauso wichtig wie Senden.

"Um Image, Strategie und Ausrichtung eines Unternehmens zu prägen, müssen wir Inhalte, Kanäle und Adressaten für die Aussagen genau auswählen“, so PR-Fachfrau Warning. Denn das Ziel guter PR-Arbeit sei es, das persönliche Gespräch zwischen Absender und Empfänger, also Unternehmen und Kunden, zu ersetzen.

2. Senden Sie Nachrichten – keine Werbung. Glaubwürdigkeit und Authentizität sind die wichtigsten Merkmale von PR-Botschaften.

“Gute Geschichten hat eigentlich jedes Unternehmen zu erzählen”, sagt Martina Warning. Dies können Geschichten über die eigene Gründungsgeschichte und die Menschen im Unternehmen, aber auch über die Produkte und Leistungen sein. Dabei müsse jedoch immer der Nutzen für den Kunden im Vordergrund stehen.

Zudem sei die Glaubwürdigkeit von Botschaft, Absender und Medium von elementarer Bedeutung für den Erfolg von PR-Maßnahmen. „Vertrauenswürdigkeit ist das höchste Gut bei unserer Arbeit“, macht die Expertin deutlich und weist darauf hin, dass gerade journalistisch geprägte Print-Medien gegenüber digitalen Medien einen Vertrauensvorsprung bei vielen Zielgruppen haben.

3. Bedenken Sie, dass sich der Erfolg von PR-Arbeit nicht in kurzfristigen Ergebnissen messen lässt, sondern eher mittel- bis langfristige Wirkung entfaltet.

Kurzfristige Erfolge sind bei PR-Arbeit auch nicht das primäre Ziel. Vielmehr geht es um den Aufbau einer langfristigen Vertrauensbeziehung. Dabei spielen Fachmedien, durchaus auch im Printformat, nach Einschätzung von Martina Warning noch immer eine wichtige Rolle, gerade im B2B-Geschäft (Business-to-Business).

Im Vergleich zu den digitalen Medien lasse sich hier jedoch die Wahrnehmung und damit der Erfolg einer PR-Kampagne schwieriger messen.

Unternehmenskrisen erfolgreich meistern: Experten-Tipps für Führungskräfte
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Unternehmenskrisen erfolgreich meistern: Experten-Tipps für Führungskräfte

Insbesondere in schwierigen Situationen, wie sie zum Beispiel viele Unternehmen zurzeit infolge der Pandemie erleben, kommt es auf die Menschen im Betrieb an: auf die Führungskräfte genauso wie auf die Mitarbeitenden. Gute Kommunikation und ein aufmerksames Miteinander können hier helfen, die Herausforderungen der Krise gemeinsam zu bewältigen – sagt der Personal- und Change-Experte Tim-Oliver Goldmann.

5 Min. Lesezeit

Die Corona-Pandemie stellt viele Unternehmen vor große Herausforderungen: wirtschaftlich, organisatorisch und personell. Vor allem die Ungewissheit hinsichtlich der künftigen Entwicklungen beeinflusst die Menschen und ihr Verhalten in den Unternehmen.

„Transparenz und Kommunikation sind Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Krisenbewältigung“ sagt Tim-Oliver Goldmann. Dabei bezieht sich der Personalexperte nicht nur auf die aktuelle Situation, sondern auf Krisen und Veränderungsprozesse im Allgemeinen.

Die Rolle der Führungskraft als Vorbild sei ebenso herausfordernd wie notwendig, um Unternehmenskrisen erfolgreich meistern zu können, so Goldmann. Dabei eigene Schwächen und Unsicherheiten einzugestehen – zum Beispiel bei der Nutzung neuer Technologien – sei aber kein Fehler, sondern könne sogar zur Akzeptanz und Veränderungsbereitschaft in der Belegschaft beitragen.

Eine gravierende Veränderung der Arbeitsabläufe in vielen Unternehmen ist beispielsweise das verteilte Arbeiten (Remote) und Führen von unterschiedlichen Arbeitsorten aus. Ausgelöst durch die Pandemie gehört diese Form der Zusammenarbeit mittlerweile zum festen Repertoire vieler Arbeitsorganisationen – und wird dies wohl auch nach der ersten Krisenbewältigung bleiben.

Die räumliche Distanz verlangt Führungskräften besondere Aufmerksamkeit für die individuellen Rahmenbedingungen der Mitarbeitenden ab. Zudem ermöglicht diese Form der Kollaboration nicht nur mehr Flexibilität, sondern erfordert sie auch. Daher ist es außerordentlich wichtig, innerbetrieblich bestimmte Spielregeln zu vereinbaren und einzuhalten, etwa zu den Kommunikations- und Arbeitszeiten oder zur Nutzung technischer Unterstützung.

Dos und Don’ts für Führungskräfte in Krisenzeiten

Im Video gibt der Change-Experte Tim-Oliver Goldmann Tipps für erfolgreiches Führungsverhalten zur Krisenbewältigung in besonders herausfordernden Situationen:

  • Kommunikation ist in krisenhaften Zeiten besonders wichtig. Deswegen sollten Führungskräfte gegenüber den Mitarbeitenden kurz, klar und zeitnah kommunizieren. Im Idealfall gibt es eine zwischen den Führungskräften abgestimmte Kommunikationslinie, damit möglichst alle Mitarbeitenden zeit- und inhaltsgleich informiert sind.
  • Für Entscheidungen in Krisensituationen gilt: Zu langes Hinauszögern verstärkt Unsicherheiten und verschafft Spekulationen unnötigen Raum. Mitarbeitende erwarten gerade in einem schwierigen Umfeld von ihren Führungskräften einen klaren Kurs und rechtzeitiges Handeln.
  • Vertrauen schafft Freiräume für die wirklich wichtigen Themen. Führungskräfte sollten dem Impuls widerstehen, Mitarbeitende im Homeoffice zu stark kontrollieren zu wollen. Klare Spielregeln und präzise Erwartungen geben allen Beteiligten Orientierung in Zeiten, in denen man sich eben nicht jeden Tag persönlich sieht und miteinander spricht.
Die Bedeutung von Jour fixe: Frequenz, Regeln, Vorteile & Agenda-Vorlage
HR & Payroll

Die Bedeutung von Jour fixe: Frequenz, Regeln, Vorteile & Agenda-Vorlage

Ein strukturierter Regeltermin bringt (Projekt-)Beteiligte auf einen Wissensstand – wir zeigen, wie du den Jour fixe richtig planst und umsetzt.

5 Min. Lesezeit

Struktur statt Dauerstress: Warum ein Jour fixe so wertvoll ist

Im Arbeitsalltag geht oft vieles gleichzeitig: E-Mails prasseln rein, das Diensthandy klingelt, Dokumente warten auf Rückmeldung – und die To-dos stapeln sich. Wer soll da noch den Überblick behalten?

Ein regelmäßiger Jour fixe kann hier die nötige Struktur liefern. Er schafft Raum für Austausch, ohne Prokrastination zu fördern. Zu einem festen Zeitpunkt – ob vor Ort oder digital – kommen alle Beteiligten zusammen, um sich über offene Fragen, aktuelle Aufgaben und nächste Schritte abzustimmen.

Das Ziel: Missverständnisse vermeiden, den Informationsstand vereinheitlichen und den Arbeitsprozess effizienter gestalten.

In diesem Artikel erfährst du:

  • Was genau ein Jour fixe ist
  • Wie häufig er stattfinden sollte
  • Welche Rahmenbedingungen wichtig sind
  • Welche Vorteile ein gut geplanter Jour fixe bietet

Und: Eine Agenda-Vorlage für deinen nächsten Termin

Was ist ein Jour fixe?

Der Begriff Jour fixe stammt aus dem Französischen und bedeutet wörtlich „fester Tag“. Gemeint ist ein regelmäßig stattfindendes Meeting – mit einem klar definierten Teilnehmendenkreis und einem festen Zeitrahmen.

Im Gegensatz zu spontanen Besprechungen oder E-Mail-Kommunikation bietet der Jour fixe einen verbindlichen Rahmen für den Austausch. Im Mittelpunkt stehen Status-Updates:

  • Wie ist der aktuelle Stand?
  • Wo hakt es?
  • Welche Entscheidungen müssen getroffen werden?

Ein Jour fixe schafft Struktur – besonders in Teams, die auf Distanz arbeiten oder stark ausgelastet sind.

Die wichtigsten Merkmale:

  • Fester Rhythmus: Termin, Uhrzeit und Teilnehmende stehen im Voraus fest und ändern sich nur selten.
  • Relevante Personen: Es nehmen nur diejenigen teil, die direkt involviert oder verantwortlich sind.
  • Agenda: Die Tagesordnung wird vorab geteilt, damit sich alle gezielt vorbereiten können.

Das Ziel: Alle sind informiert, Zuständigkeiten sind geklärt, und niemand geht im Projektgeschehen unter.

Wie oft sollte ein Jour fixe stattfinden?

Die passende Frequenz hängt stark vom Projekt oder Team ab. Eine wöchentliche Abstimmung eignet sich zum Beispiel für Projekte mit hohem Tempo oder engen Feedbackzyklen – wie etwa bei Marketingkampagnen.

Ist der Aufgabenbereich dagegen langfristiger angelegt oder die Beteiligung externer Partner nur in größeren Abständen möglich, kann auch ein zweiwöchentlicher Rhythmus sinnvoll sein.

Diese 4 Faktoren beeinflussen die Frequenz:

  1. Dringlichkeit und Komplexität der Themen
    → Je mehr sich Prioritäten verschieben oder Deadlines nähern, desto häufiger sollte der Austausch stattfinden.
  2. Verfügbarkeit der Beteiligten
    → Viele Beteiligte mit vollen Kalendern? Dann ist ein realistischer Takt entscheidend.
  3. Vielfalt der Themen
    → Bei stark unterschiedlichen Aufgaben im Team kann ein regelmäßiger Jour fixe helfen, den Fokus zu wahren.
  4. Kommunikationskultur im Unternehmen
    → In selbstorganisierten Teams sollte der Jour fixe flexibel gedacht werden – zu viel Struktur kann hier kontraproduktiv sein.

Praxisguide: So planst du deinen Jour fixe erfolgreich

Agenda-Vorlage für deinen Regeltermin

Ein Jour fixe bringt Klarheit und Struktur – aber nur, wenn er gut vorbereitet ist. Die folgende Agenda bietet dir eine bewährte Basis, die du je nach Teamgröße, Thema und Projektdynamik flexibel anpassen kannst.

Agenda-Vorlage

1. Begrüßung & Organisatorisches (ca. 5 Min.)

  • Wer ist anwesend – wer fehlt?
  • Wer übernimmt das Protokoll? (Alternativ: Nutzung eines KI-Tools)
  • Funktioniert die Technik? Wird aufgezeichnet?

2. Rückblick & To-dos (ca. 15 Min.)

  • Welche Aufgaben wurden im letzten Termin vergeben?
  • Was ist erledigt, was offen? Wer ist verantwortlich?
  • Welche Ergebnisse liegen vor?
  • Wo gibt es Herausforderungen, die das Team gemeinsam lösen kann?

3. Aktuelle Themen & Entscheidungen (ca. 20–30 Min.)

  • Thema A: Vorstellung, Diskussion, Entscheidung, Aufgabenverteilung
  • Thema B: Statusupdate, Anpassungen, nächste Schritte
  • Thema C: Überblick, Bewertung, Handlungsbedarf

Tipp: Nutze separate Folien oder ein geteiltes Dokument – das schafft Klarheit für alle.

4. Nächste Schritte & Aufgabenverteilung (ca. 10–15 Min.)

  • Welche To-dos wurden heute definiert?
  • Wer übernimmt was – bis wann?
  • Welche Kanäle werden für Rückfragen genutzt?

5. Sonstiges & offene Fragen (ca. 10 Min. oder nach Bedarf)

  • Raum für spontane Punkte oder Themen, die nicht auf der Agenda standen
  • Nicht dringende Punkte auf die nächste Runde verschieben

6. Abschluss & Terminbestätigung (ca. 5 Min.)

  • Feedback zum Ablauf: Was lief gut? Was kann besser werden?
  • Nächsten Termin fixieren (Datum, Uhrzeit, Ort oder Link)
  • Verabschiedung

Vorbereitung ist alles

  • Agenda vorab verschicken: Mindestens 24 Stunden vorher – ideal mit Links zu Unterlagen
  • Dokumente zentral ablegen: Berichte, Zahlen, Präsentationen – alles im geteilten Ordner mit klarer Benennung

Regeln für einen produktiven Jour fixe

Ein Jour fixe bringt nur dann echten Mehrwert, wenn er gut moderiert ist – und alle sich an ein paar klare Spielregeln halten:

Pünktlichkeit

  • Start ist Start: Wer zu spät kommt, verpasst den Kontext.
  • Vorbereitung zählt: Agenda & Unterlagen vor dem Termin sichten.
  • Abwesenheit rechtzeitig melden: Am besten mit kurzem Update per Mail oder Chat.

Rollen klar verteilen

  • Moderator:in: Führt durch das Meeting, achtet auf Zeit und Struktur.
  • Protokollant:in: Hält Beschlüsse, Aufgaben und Fristen schriftlich fest – Versand innerhalb von 24 Stunden.
  • Teilnehmende: Konzentrieren sich auf die Agenda und bringen relevante Infos mit.

Fokussierung

  • Keine Abschweifungen: Off-Topic-Themen werden notiert und separat behandelt.
  • Rederegeln beachten: Ausreden lassen, keine Unterbrechungen.
  • Bei Online-Meetings: Mikro stummschalten, wenn man nicht spricht.

Protokoll & Nachbereitung

Strukturvorgabe:

  1. Datum & Uhrzeit
  2. Teilnehmende & Abmeldungen
  3. Rückblick auf offene Punkte
  4. Neue Beschlüsse
  5. To-dos inkl. Zuständigkeiten & Fristen
  6. Herausforderungen & Risiken
  7. Sonstiges

Nachverfolgung:
Jede:r aktualisiert bis zur nächsten Runde den Status der eigenen Aufgaben.

Ordnung bei Unterlagen

  • Versionierung: Dokumente, die im Meeting verändert werden, sollten mit Datum abgespeichert werden.

Eskalationen & externe Gäste

  • Kritische Themen: Ausgegliederte Arbeitsgruppen statt Eskalation im Jour fixe
  • Externe: Nur einladen, wenn ihr Input für das aktuelle Meeting wirklich relevant ist

Feedback nicht vergessen

Nach einigen Meetings lohnt sich eine kurze Evaluation:

  • Ist die Dauer angemessen?
  • Passt die Frequenz?
  • Sind Themen gut aufgeteilt?

Ergebnisse solltest du direkt in die weitere Planung einfließen lassen – statt sie im Feedback-Ordner versauern zu lassen.

Vorteile eines Jour fixe

Ein Jour fixe ist mehr als ein Kalendereintrag – er ist ein Werkzeug für Klarheit, Abstimmung und Verbindlichkeit.
Was er bringt:

Transparenz im Projektstand
Frühzeitiges Erkennen von Risiken
Klare Verantwortlichkeiten
Stärkeres Teamgefühl
Raum für Erfolge & offene Punkte

Typische Stolperfallen – und wie du sie vermeidest

Auch ein Jour fixe kann scheitern, wenn ...

❌ ... zu viele Personen teilnehmen
→ Nur einladen, wer aktiv beteiligt ist – alle anderen erhalten das Protokoll.

❌ ... es keine Agenda gibt
→ Ohne Plan wird’s chaotisch.

❌ ... Schuldige gesucht statt Lösungen gefunden werden
→ Fokus auf Ursachen, nicht auf Schuld.

❌ ... Diskussionen ausufern
→ Zeitlimits pro Thema einhalten.

❌ ... Monologe überhandnehmen
→ Alle sollten zu Wort kommen – nicht nur Einzelne.

❌ ... das Protokoll fehlt
→ Keine Mitschrift = keine Verbindlichkeit.

Fazit: Aus Routine echten Mehrwert machen

Ein Jour fixe ist dann wirkungsvoll, wenn er klar strukturiert, gut vorbereitet und moderiert abläuft. Er hilft, aus Einzelwissen ein gemeinsames Verständnis zu machen, Entscheidungen transparent zu treffen – und Projektziele gemeinsam zu erreichen.

Wichtig dabei: Nicht der Termin ist das Ziel, sondern der Nutzen, den er für euer Team bringt. Struktur, Klarheit, Feedback und Verantwortlichkeit sind die entscheidenden Zutaten.

Oder wie Trainerin Teresa Stockmeyer es treffend formuliert:
„Es gibt kein Patentrezept für gute Meetingroutinen – aber auch keinen Grund, auf Eingebung zu hoffen.“

FAQ: Häufige Fragen zum Jour fixe

Wie kann man Jour fixe noch nennen?

Ein Jour fixe kann auch folgendermaßen benannt werden:

  • Statusmeeting
  • Regeltermin
  • Regelmäßige Abstimmungsrunde

Mit all diesen Bezeichnungen wird transportiert, dass es sich um einen festen, wiederkehrenden Termin handelt. Nur am Rande erwähnt, gibt es übrigens allerlei falsche Schreibweisen wie zum Beispiel „Jour fix“, „Jeur fix“, „Jourfixe“, „Joure fix“oder sogar „Schur fix“.

Welche Beispiele gibt es für fixe Termine?

  • WöchentlicheTeambesprechung (beispielsweise jedenMontag um 9 Uhr)
  • MonatlicherJour fixe (Regelkommunikation zurLage am ersten Werktag)
  • Besprechungzum Quartalsabschluss (Budget für das Quartal)
  • Jährliches Mitarbeitergespräch

Wie lange dauert ein Jour fixe?

Beim Jour fixe sprechen wirtypischerweise von einer ausgedehnteren Form der Kommunikation, die zwischen 30 und 60 Minuten inAnspruch nehmen kann.

Was eine offene Fehlerkultur im Unternehmen bewirkt
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Was eine offene Fehlerkultur im Unternehmen bewirkt

Fehler gehören zum Menschsein – und damit auch in den Unternehmensalltag. Wo Menschen zusammenarbeiten, entstehen Missverständnisse, Fehleinschätzungen, Pannen. Ein polierter Außenauftritt kann das nicht kaschieren. Entscheidend ist, wie Organisationen damit umgehen.

5 Min. Lesezeit

Warum Fehlerkultur mehr ist als ein „Nice to have“

Fehler gehören zum Menschsein – und damit auch in den Unternehmensalltag. Wo Menschen zusammenarbeiten, entstehen Missverständnisse, Fehleinschätzungen, Pannen. Ein polierter Außenauftritt kann das nicht kaschieren. Entscheidend ist, wie Organisationen damit umgehen.

Der Moment, in dem ein Fehler offen ausgesprochen wird und niemand mit Sanktionen rechnen muss, ist oft der Anfang echten Lernens. Statt Fehler zu verdrängen, dienen sie als Orientierung: Was läuft gut? Wo hängen Prozesse? Welche Risiken müssen wir bewusst eingehen, um als Unternehmen erfolgreich zu sein?

In diesem Blogbeitrag klären wir,

  • was eine offene Fehlerkultur auszeichnet,
  • wie sie sich von einer negativen unterscheidet,
  • welche drei Säulen sie tragen,
  • wie konkrete Beispiele aus der Praxis aussehen
  • und warum sie heute wichtiger ist denn je.

Was bedeutet eine offene Fehlerkultur?

Eine konstruktive Fehlerkultur setzt voraus, dass Fehler nicht als Makel gelten, sondern als Teil eines kontinuierlichen Lern- und Entwicklungsprozesses. Wo Missgriffe nicht unter den Teppich gekehrt werden, entsteht Raum für Transparenz und Verantwortungsübernahme.

Diese Haltung beginnt nicht erst im Tagesgeschäft, sondern zieht sich durch Projekte, Teams und Führungsebenen. Gerade dort zeigt sich, wie wichtig es ist, Unfehlbarkeit nicht als Anspruch zu pflegen. Eine gelebte Fehlerkultur bedeutet: Fehler benennen, statt Schuld zu verteilen – und daraus Verbesserungen ableiten.

Drei Merkmale sind dafür zentral:

  • Fehler-Kommunikation: Probleme werden offen angesprochen, bevor sie größer werden – auch gegenüber dem Management.
  • Fehlerakzeptanz: Schuldzuweisungen lösen sich ab. Im Fokus steht die Sache, nicht die Person.
  • Fehler-Integration: Erkenntnisse aus Fehlern fließen aktiv in die Weiterentwicklung der Organisation ein.

Negative vs. positive Fehlerkultur: der Vergleich

Aspekt Positive Fehlerkultur Negative Fehlerkultur
Kommunikation Fehler werden offen angesprochen und im Team reflektiert. Fehler gelten als Schwäche oder werden ignoriert.
Haltung der Führung Führungskräfte stehen zu eigenen Fehlentscheidungen. Führungskräfte suchen Schuldige und sanktionieren.
Sanktionierung Fehler gelten als Lernchance, niemand fürchtet Konsequenzen. Angst vor Sanktionen verhindert Offenheit.
Verbesserungsprozess Fehler werden im Kontext analysiert und zur Veränderung genutzt. Ursachen bleiben unklar, Fehler wiederholen sich.
Prozessanpassung Learnings fließen systematisch in Abläufe ein. Fehlermanagement bleibt unstrukturiert und wirkungslos.

Die 3 Säulen einer gesunden Fehlerkultur

Eine lebendige Fehlerkultur stützt sich auf drei zentrale Säulen. Sie machen aus Irrtümern echte Innovationschancen:

1. Fehlerakzeptanz

In Teams, die Fehler akzeptieren, ist allen bewusst: Jeder Mensch macht Fehler – und das ist kein Grund zur Panik. Diese Haltung nimmt Druck aus Arbeitsprozessen und löst den Anspruch auf Perfektionismus auf.

In der Realität ist das noch nicht selbstverständlich. Verantwortung wird häufig wegdelegiert, statt übernommen. Eine offene Fehlerakzeptanz wirkt diesem Muster entgegen und fördert eine Kultur, in der Menschen klar kommunizieren, wenn sie an Grenzen stoßen.

2. Ehrliche Kommunikation über Fehler

Fehler müssen rechtzeitig und transparent kommuniziert werden. Dazu gehört:

  • zeitnah reagieren,
  • alle Beteiligten einbeziehen,
  • Perspektiven zusammenführen,
  • ohne Beschönigung oder Schuldzuweisung.

Nur so entsteht ein Raum, in dem Lösungen möglich sind –statt Verteidigungsreflexen.

3. (Gemeinsames) Lernen

Fehler zu reflektieren ist der erste Schritt – aber nicht der letzte. Nachhaltiges Lernen entsteht durch:

  • systematische Nachbereitung,
  • bewusste Analyse der Ursachen,
  • Anpassung von Strukturen,
  • gemeinsame Workshops,
  • organisationsweite Schulungen.

Erst wenn Learnings wirklich in die Organisation einfließen, entsteht Fortschritt.

Praxisbeispiele: So sieht konstruktiver Umgang mit Fehlern aus

1. Abteilungsübergreifende Arbeitsgruppe im Maschinenbau

In der Entwicklung eines Maschinenbauers verzögern sich Prototypen. Das Projektteam sammelt Beschwerden und lädt anschließend Vertreter:innen aus Entwicklung, Einkauf, Qualitätssicherung und Produktion zu einem moderierten Austausch ein.

Ergebnis:

  • Unpräzise Kommunikation im Einkauf, fehlende Kapazitätsanpassung in der Fertigung
  • Statt Sanktionen gibt es verbindliche Prozessregeln
  • Die Transparenz verbessert die Zusammenarbeit langfristig

2. Fehler im Sekretariat der Geschäftsführung

Die Assistenz verschickt versehentlich einen unfertigen Quartalsbericht an das Führungsteam. Statt Druck auszuüben, reagiert der Geschäftsführer besonnen:

  • Er bedankt sich für die frühe Info
  • Am nächsten Tag folgt eine strukturierte Korrekturrunde
  • Neue Regel: Entwürfe erhalten einen klaren „Nur intern“-Vermerk

So entsteht Prozesssicherheit – ohne Schuldzuweisung.

3. Junior Sales Manager im Vertrieb

Ein Junior Sales Manager verschickt ein Angebot mit veralteten Preisen. Statt sich herauszureden, informiert er sofort seinen Vertriebsleiter. Dieser:

  • lobt die Offenheit,
  • schult das gesamte Team zur korrekten Dokumentenablage,
  • etabliert ein monatliches Update-Meeting für Preisänderungen.

Kundenseitig kommt die Transparenz gut an – Fehler werden zum echten Entwicklungsschritt.

Methoden zur Einführung einer offenen Fehlerkultur

Der Einstieg in eine offene Fehlerkultur beginnt immer mit dem Gespräch. Unternehmen sollten deshalb feste Austauschformate etablieren, in denen Erfolge, Herausforderungen und auch „Mea culpa“-Momente ihren Platz haben. Schon eine halbe Stunde pro Woche kann zeigen: Fehler sind kein Nebenprodukt, sondern ein natürlicher Bestandteil der Arbeit.

Nach Projektabschlüssen lohnt es sich, strukturierte Frameworks einzusetzen:

  • Was ist schiefgelaufen?
  • Warum ist es passiert?
  • Welche Maßnahmen leiten wir daraus ab?

Formate wie Post‑mortem‑Analysen eignen sich dafür besonders gut. Sie setzen auf eine schuldfreie Betrachtung statt auf Schuldzuweisungen – und liefern wertvolle Erkenntnisse für die Zukunft.

Ein weiterer Baustein: Führungskräfteschulungen. Denn der Umgang mit Fehlern ist immer auch Chefsache. Führungskräfte müssen lernen, in kritischen Momenten ruhig zu bleiben, Fragen zu stellen und einfühlsam zu reagieren – statt „Ausnahmezustand“ auszurufen. Ein kultureller Wandelfunktioniert nur, wenn er glaubwürdig von oben vorgelebt wird.

Auch Mitarbeitergespräche sollten diesen Ansatz aufnehmen. Fehler können dort als Entwicklungsanstoß dienen – idealerweise ergänzt durchpassende Weiterbildungen oder Qualifizierungsmaßnahmen.

Die Vorteile

Der Nutzen einer offenen Fehlerkultur zeigt sich auf mehreren Ebenen.

Individuelle Ebene

Mitarbeitende, die ihre Schwächen und Unsicherheiten offen ansprechen können, entwickeln mehr Selbstvertrauen und Verantwortungsbewusstsein. Fehler zu reflektieren und daraus zu lernen, stärkt die eigenen Fähigkeiten und die persönliche Entwicklung.

Teamebene

Teams wachsen zusammen, wenn sie Ursachen und Wirkungen von Fehlentscheidungen gemeinsam betrachten. Schuldzuweisungen verschwinden, Konfliktpotenziale sinken – und genau diese Dynamik schafft Raum für Innovation.

Unternehmensebene

Unbearbeitete Fehler kosten Geld: durch Prozessabbrüche, Fehlinformationen, Qualitätsprobleme oder verspätete Ergebnisse. Besonders in Softwareunternehmen können ungelöste Fehler schnell zum Reputationsrisiko werden – Stichwort Bug-Fixes, Shitstorms und negative Kundenstimmen in Zeiten sozialer Medien.

Fazit: Den Finger in die Wunde legen

Fehler kommen – die Frage ist nicht ob, sondern wann. Genau darin liegt die Stärke einer offenen Fehlerkultur: Sie ersetzt die Illusion von Fehlerfreiheit durch eine Kultur der Vorbereitung und Resilienz.

Erfolg und Scheitern liegen oft nah beieinander. Entscheidend ist nicht, Fehler vollständig zu vermeiden, sondern wie Unternehmen damit umgehen. Prozesse für reflexionsfreie Nachbereitung sollten deshalb lieber heute als morgen etabliert werden. Sie geben Organisationen die notwendige Beweglichkeit, um aus Rückschlägen gestärkt hervorzugehen.

Ohne sie entsteht schnell das Gegenteil: eine starre Fehlerkultur, die Verantwortungsflucht, Schuldzuweisungen und mangelnde Lernbereitschaft begünstigt – und damit Innovation und Zusammenarbeit blockiert.

Offene Fehlerkultur: FAQ

Welche Arten von Fehlern gibt es?

Grundsätzlich lassen sich drei Kategorien unterscheiden:

  • Denkfehler: falsche Annahmen oder Bewertungen
  • Handlungsfehler: fehlerhafte Durchführung, oft ausgelöst durch Hektik oder Unachtsamkeit
  • Systemfehler: Missverständliche Prozesse oder strukturelle Mängel

Wichtig: Fehler entstehen selten isoliert. Oft wirken mehrere Faktoren zusammen.

Was bedeutet eine gesunde Fehlerkultur?

Eine gesunde Fehlerkultur misst sich nicht an der Anzahl der Fehler, sondern am Umgang damit:

  • Führungskräfte reagieren ruhig statt kontrollierend
  • Mitarbeitende müssen sich nicht rechtfertigen
  • Es wird gesprochen und zugehört
  • Ein Fehler führt nicht automatisch zu einem Karriereknick

Kurz: Entscheidend ist das Verhalten, nicht die Makellosigkeit.

Wie führen Führungskräfte eine Fehlerkultur im Unternehmen ein?

Nicht durch PDFs oder Leitfäden, sondern durch Verhalten. Führungskräfte prägen die Kultur, indem sie:

  • eigene Fehler offen zugeben,
  • gelassen reagieren, wenn andere straucheln,
  • Ursachen statt Schuldige suchen,
  • offene Gespräche zu einer festen Routine machen.

Hier gilt: Authentizität schlägt Anspruch. „Wasserpredigen und Wein trinken“ funktioniert nicht – Haltung entsteht durch gelebte Praxis.

Führung ohne Schablone: So funktioniert situatives Leadership in der Praxis
Insights

Führung ohne Schablone: So funktioniert situatives Leadership in der Praxis

Ein starres Führungsverhalten, das keine Unterschiede zwischen Person A, B oder C macht, lässt Mitarbeitende schnell zu stromlinienförmigen Marionetten werden. Denn auch wenn sich Führungsstile in der Theorie klar kategorisieren lassen, zeigt der Arbeitsalltag: Kein einziger Ansatz funktioniert in jeder Situation. Menschen bringen unterschiedliche berufliche Erfahrungen, Persönlichkeiten und Bedürfnisse mit − Führung nach Schema F greift hier zu kurz.

5 Min. Lesezeit

Ein starres Führungsverhalten, das keine Unterschiede zwischen Person A, B oder C macht, lässt Mitarbeitende schnell zu stromlinienförmigen Marionetten werden. Denn auch wenn sich Führungsstile in der Theorie klar kategorisieren lassen, zeigt der Arbeitsalltag: Kein einziger Ansatz funktioniert in jeder Situation. Menschen bringen unterschiedliche berufliche Erfahrungen, Persönlichkeiten und Bedürfnisse mit − Führung nach Schema F greift hier zu kurz.

Genau an diesem Punkt setzt das Konzept des situativen Führens an. Statt starrer Regeln steht die Anpassung des Führungsverhaltens an den individuellen Kontext im Fokus – orientiert an Person, Situation und Umfeld.

Wer als Führungskraft ohne Scheuklappen handeln will, weiß: Ein neuer Teamkollege braucht eher klare Orientierung, während langjährige Mitarbeitende sich Freiraum zur Gestaltung wünschen. Ein eingespieltes, eigenverantwortliches Team wird durch Micromanagement ausgebremst – ein Team in der Krise dagegen braucht stärkere Führung. „Kommt Zeit, kommt Rat“ ist hier mehr als ein Sprichwort: Entscheidend ist die Fähigkeit, den richtigen Stil zur richtigen Zeit zu wählen.

Im folgenden Beitrag klären wir, was genau hinter dem situativen Führungsstil steckt und wie er sich im Reifegradmodell von Paul Hersey und Ken Blanchard abbildet. Anhand realistischer Beispiele zeigen wir, wann situative Führung funktioniert – und wo sie an ihre Grenzen kommt. Abschließend betrachten wir, wie Unternehmen das Modell wirksam in der Führungskräfteentwicklung verankern können.

Eine Definition des situativen Führungsstils

Im Kern basiert dieser Führungsansatz auf einer Erkenntnis, die schon vor mehr als 50 Jahren formuliert wurde: Der passende Führungsstil hängt vom Entwicklungsstand der Mitarbeitenden ab – also von Erfahrung, Kompetenz und Motivation. Situatives Führen ist deshalb kein eigener, abgeschlossener Stil, sondern ein flexibler Rahmen, der sich immer an der jeweiligen Situation orientiert.

Dabei spielen vier Grundprinzipien eine zentrale Rolle:

Adaptivität:

Was in einer Situation funktioniert, kann in einer anderen scheitern. Situative Führung verlangt Flexibilität – statt eine feste Schablone auf alle Mitarbeitenden zu legen.

Individuelle Bedürfnisse:

Jede Person bringt unterschiedliche Stärken, Lernwege und Herausforderungen mit. Gute Führung bedeutet, diese zu erkennen und die eigene Kommunikation, Unterstützung und Entscheidungslogik darauf abzustimmen.

Kontextsensitivität:

Ob Einarbeitung, Routinebetrieb, Krisenmodus oder Innovationsphase – der Kontext bestimmt, ob Führung eher anleitet, begleitet oder loslässt.

Nichts ist in Stein gemeißelt:

Situatives Führen ist ein Prozess aus Reflexion und Neujustierung – im Dialog mit sich selbst und dem Team. Wer auf diesem Weg führt, braucht Selbstbewusstsein, Lernbereitschaft und die Fähigkeit zur ehrlichen Selbstkritik.

Das Reifegradmodell nach Hersey und Blanchard

Bereits 1969 legten Paul Hersey und Ken Blanchard die theoretische Grundlage für das Modell des situativen Führens. Ihr zentrales Prinzip: Der Führungserfolg hängt davon ab, wie gut sich der Führungs-stil an den Reifegrad der Mitarbeitenden anpasst.

Dazu definierten sie vier Reifegrade, die aus zwei Faktoren entstehen: Fähigkeit (fachliche Kompetenz) und Wille (Motivation bzw . Eigenverantwortung):

Reifegrad 1: nicht fähig und nicht willig

Reifegrad 2: nicht fähig, aber willig

Reifegrad 3: fähig, aber nicht willig

Reifegrad 4: fähig und willig

Darauf aufbauend entwickelten sie vier passende Führungsstile, die je nach Entwicklungsstand des :der Mitarbeitenden eingesetzt werden sollen:

Telling (Dirigieren):

Bei Reifegrad 1 dominiert ein klarer, direktiver Führungsstil: konkrete Anweisungen, enge Kontrolle, klare Zielvorgaben.

Selling (Überzeugen):

Bei Reifegrad 2 werden Aufgaben weiterhin vorgegeben, aber mit mehr Erklärung, Einbindung und Motivation. Ziel: Verständnis schaffen und Selbstvertrauen aufbauen.

Participating (Teilhaben):

Bei Reifegrad 3 rückt die gemeinsame Entscheidungsfindung in den Vordergrund. Führung moderiert, statt zu steuern – Mitarbeitende werden aktiv beteiligt.

Delegating (Delegieren):

Bei Reifegrad 4 können Aufgaben nahezu vollständig übergeben werden. Hohe Fachlichkeit + hohe Motivation = maximale Eigenverantwortung.

Das Modell zeigt deutlich: Ein „One-Size-Fits-All“-Führungsstil funktioniert nicht.

Beispiele für situatives Führen

Um das Modell greifbarer zu machen, schauen wir uns zwei Praxisbeispiele an, die zeigen, wie situative Führung in unterschiedlichen Kontexten angewendet werden kann – und warum ein einheitlicher Führungsstil dabei schnell an Grenzen stößt.

Beispiel 1: Vertriebsteam mit gemischtem Erfahrungsstand

Bei der NovaSales GmbH leitet Marcel von Hoffmann ein kleines Vertriebsteam. Es besteht aus Felix Bender, der erst vor Kurzem gestartet ist, und Zara Weigand, einer sehr erfahrenen Top-Performerin mit eindrucksvoller Erfolgsbilanz.

Felix (Reifegrad 1–2)

Felix ist motiviert, aber noch wenig erfahren. Marcel reagiert darauf mit klaren Anweisungen, enger Begleitung und regelmäßigen Feedbackschleifen – also Telling. Er erklärt nicht nur was zu tun ist, sondern auch warum, um Sicherheit und Verständnis zu schaffen.

Zara (Reifegrad 4)

Zara hingegen braucht keine Schritt-für-Schritt-Begleitung. Sie kennt Kund:innen, Produkte und Prozesse und arbeitet hoch eigenverantwortlich. Marcel wechselt in den Delegating-Modus: Er gibt Ziele vor, überlässt ihr aber die Umsetzung. Ergebnis: Sie bekommt Wirksamkeit, er spart Steuerungsaufwand.

Eine einzelne Führungslogik würde hier scheitern.

Zara wäre durch Mikromanagement ausgebremst – Felix wäre mit kompletter Freiheit überfordert.

Beispiel 2: Situative Führung im Krisenmoment

Beim Beratungsunternehmen Schroeder & Partner Consulting kündigt ein wichtiger Großkunde. Das Team ist jung, grundsätzlich kompetent, aber spürbar verunsichert. Der Druck ist hoch, die Atmosphäre angespannt.

Geschäftsführerin Heidi Brunner nutzt zunächst den Selling-Ansatz:

Sie erklärt offen die Lage, nimmt Ängste ernst und zeigt gleichzeitig klar auf, warum die geplanten Maßnahmen sinnvoll und machbar sind. So aktiviert sie Engagement statt Schockstarre.

Sobald erste Fortschritte sichtbar werden, wechselt sie in den Participating-Modus:

Sie holt das Team stärker in Entscheidungen, organisiert Workshops und ermöglicht echte Mitgestaltung. Das fördert Selbstorganisation und stärkt das Vertrauen in die eigene Problemlösefähigkeit.

Was man daran gut sieht:

Situatives Führen ist kein einmaliger Stil, sondern ein ständiger Wechsel zwischen Steuerung und Freiraum – abhängig vom Entwicklungsstand und der Situation.

Vorteile und Nachteile des situativen Führungsstils

Das situative Führungsmodell wirkt in der Theorie überzeugend – in der Praxis zeigt es jedoch sowohl klare Stärken als auch Herausforderungen. Ein Überblick:

✅ Vorteile

Maßgeschneiderte Unterstützung statt Einheitsführung

Mitarbeitende werden nicht über einen Kamm geschoren. Jede Person bekommt genau das Maß an Anleitung, Coaching oder Freiraum, das sie aktuell benötigt. Das steigert Motivation, Leistungsfähigkeit und Bindung – besonders bei unterschiedlichen Erfahrungslevels im Team.

Fördert Eigenverantwortung und Innovationskraft

Wo Führung nicht auf Kontrolle, sondern auf Entwicklung setzt, entsteht Raum für neue Ideen. Teams trauen sich, Dinge auszuprobieren, statt nur auszuführen. Das macht Organisationen schneller, kreativer und anpassungsfähiger.

Entwickelt auch Führungskräfte weiter

Situatives Führen ist kein Automatismus – es fordert aktives Zählen-lernen: beobachten, reflektieren, anpassen. Führungskräfte arbeiten dadurch automatisch an Selbstbewusstsein, Kommunikationsfähigkeit und emotionaler Intelligenz.

⚠️ Nachteile

Erhöhter Schulungs- und Coachingbedarf

Situatives Führen setzt voraus, dass Führungskräfte Entwicklungsstände richtig einschätzen – und wissen, wie man je nach Situation angemessen führt. Das lässt sich nicht „mal eben so“ aus dem Bauchgefühl erledigen.

Gefahr von Inkonsistenz und Missverständnissen

Wechselt ein:e Leader:in häufig den Führungsstil, ohne es transparent zu erklären, wirkt das schnell sprunghaft oder unfair. Besonders problematisch wird es, wenn Mitarbeitende sich im Reifegrad anders einschätzen als die Führungskraft.

Mehr Aufwand im Zeit- und Kommunikationsmanagement

Wer situativ führt, muss regelmäßig beobachten, einschätzen, Feedback geben, Ziele anpassen und Gespräche führen – das braucht Kapazität. In stressigen Phasen kann genau das zur ersten Sache werden, die „unter den Tisch fällt“.

Bewusste Führungskräfteentwicklung

Damit situatives Führen nicht nur eine schöne Theorie bleibt, braucht es gezielte Entwicklungsarbeit – sowohl auf individueller als auch auf organisationaler Ebene. Unternehmen, die das Modell wirklich verankern wollen, setzen auf drei zentrale Bausteine:

Trainings & Simulationen

Workshops, Rollenspiele oder Führungslabore helfen dabei, verschiedene Führungssituationen realitätsnah zu üben: vom Krisengespräch bis zur Delegation. So entsteht Sicherheit im Wechsel zwischen den vier Führ-Stilen.

Mentoring & Peer-Training

Erfahrene Führungskräfte geben Ein blicke in ihre Praxis, während Peer-Formate den Austausch auf Augen -höhe stärken. Das macht gelebte Führungskultur sichtbar – und nicht nur „absendbar“.

Cross-funktionale Zusammenarbeit als Praxistest

Teams mit unterschiedlichen Disziplinen, Hierarchien oder Aufgaben bieten die perfekte Lernumgebung. Denn wer situativ führen will, muss nicht nur Menschen verstehen – sondern auch Kontexte.

Fazit: Situativ führen = Auf Menschen reagieren, nicht auf starre Modelle

Situatives Führen zeigt – gute Führung ist kein Schema, sondern ein Prozess. Wer Mitarbeitende entwickeln will, führt nicht starr von oben, sondern passt sich bewusst an Fähigkeiten, Motivation und Rahmenbedingungen an.

Das Modell macht deutlich:

Führung ist kein statischer Status, sondern ein Wechselspiel.

Teams entwickeln sich – und Führung muss sich mitentwickeln.

Empowerment entsteht nicht durch Delegation allein, sondern durch gezielte Begleitung.

Situativ führen heißt also: wissen, wann klare Ansagen helfen – und wann Verantwortung stärken. Kurz: Führung wird wirksam, wenn sie sich bewegt.

Situativer Führungsstil – FAQ

Ist situatives Führen das gleiche wie adaptive Führung?

Nicht ganz. Situatives Führen orientiert sich primär am Reifegrad der Mitarbeitenden. Adaptive Führung bezieht zusätzlich externe Faktoren wie Marktveränderungen, Krisen oder Organisationsstrukturen mit ein.

Welcher Reifegrad kombiniert hohe Motivation mit wenig Erfahrung?

Das entspricht Reifegrad 2 im Hersey-Blanchard-Modell: „willig, aber (noch) nicht fähig“. Hier empfiehlt sich der „Selling“-Stil: erklären, überzeugen, aufbauen.

Ist situatives Führen wissenschaftlich belegt?

Die Grundidee ist plausibel, empirisch aber schwer messbar – insbesondere, weil der Reifegrad subjektiv bewertet wird. In der Praxis funktioniert das Modell vor allem als Orientierung, nicht als starre Wissenschaft.

Wann stößt situatives Führen an Grenzen?

Zum Beispiel bei sehr großen Teams, extrem hohen Arbeitslasten oder in Kulturen, die wenig Selbstorganisation zulassen. Ohne Feedbackkultur und Vertrauen bleibt das Modell Theorie.