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Führung

Führen im Mittelstand: Impulse für Teams, Zusammenarbeit und die eigene Rolle als Führungskraft.

Leidenschaft für Leadership: Wie Handballer Niklas Weller Profisport und Wirtschaftsjob miteinander verbindet
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Leidenschaft für Leadership: Wie Handballer Niklas Weller Profisport und Wirtschaftsjob miteinander verbindet

Schon während der Profikarriere an später denken und einen Ausgleich zum Sport schaffen - darauf hat Niklas Weller vom HSV Hamburg von Anfang an geachtet. Im Suiteify Talk "Butter bei die Fische" spricht er über seinen Werdegang sowie über Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem Profisport und einem Job in der Wirtschaft.

5 Min. Lesezeit

Handballfans kennen ihn als Kreisläufer und Mannschaftskapitän beim Handball-Bundesligisten HSV Hamburg, doch Niklas Weller ist auch Jurist in der Rechtsabteilung eines Unternehmens. Im Gespräch mit Ulrich Brehmer, Geschäftsführer von Suiteify, erzählt der 30-Jährige, wie er das unter einen Hut bekommt.

Von der Oberliga bis in die erste Liga

Aus einer Fußballerfamilie stammend, kam Niklas Weller erst relativ spät – im Alter von 14 Jahren – über Schule und Freunde zum Handballsport. Daraus entwickelte sich eine Leidenschaft, die bis heute geblieben ist. Nachdem er 2012 für sein Jurastudium nach Hamburg gezogen war, spielte er zunächst in der Handball-Oberliga. Ab 2016 ging es dann Schlag auf Schlag: Zuerst stieg Weller mit dem neu gegründeten  Handball Sport Verein Hamburg in die dritte Liga auf, kurz darauf spielten die Hamburger bereits in der zweiten Liga. Nach drei Spielzeiten gelang den Profis im Jahr 2021 schließlich sogar der Aufstieg in die erste Handball-Bundesliga.

Im Spannungsfeld zwischen Studium, Job und Sport

Trotz des zunehmenden sportlichen Erfolgs hing sich Niklas Weller in sein Studium rein. Hier lag anfangs auch sein Schwerpunkt. Im Zuge des Aufstiegs hat der Profisport dann jedoch allmählich zwangsläufig mehr Raum eingenommen. Dies hielt Weller allerdings nicht davon ab, im Jahr 2021 – also just zum Aufstieg in die erste Handball-Bundesliga – bei einem ehemaligen Sponsor mit einem 20-Wochenstunden-Job in der Rechtsabteilung einzusteigen. Er räumt ein, dass diese Doppelbelastung mitunter auch anstrengend sein könne – etwa, wenn er sich nach dem Training noch um ein Vertragswerk kümmern müsse. Schreibtisch statt Couch, heiße es dann. Doch der Aufwand lohne sich, sagt der Profisportler. Die Arbeit mache ihm Spaß und biete einen willkommenen Ausgleich.

Was Profisport und Wirtschaft gemein haben – und was nicht

Als einer, der in beiden Welten unterwegs ist, weiß Niklas Weller um die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Profisport und Wirtschaft. Ehrgeiz und Einsatz seien in beiden Bereichen essenziell. Wie beim Sport sei es zum Beispiel auch in einem Unternehmen wichtig, Fehler gründlich aufzuarbeiten und anschließend wieder nach vorn zu gehen. Dabei sei es im Sport aber meist einfacher als in einem Unternehmen, schlechte Ergebnisse wiedergutzumachen und auf die Erfolgsspur zurückzukehren.

Drei Tipps für angehende Profis

  1. Zuerst auf jeden Fall die Schule beenden. Ohne Schulabschluss wird es später schwer.
  2. Neben dem Sport einer anderen Leidenschaft als Ausgleich nachgehen – ob im beruflichen Kontext oder privat, spielt dabei keine Rolle.
  3. Auch ein paar Jahre weiter denken (siehe Tipp 1). In den allermeisten Sportarten sind die Verdienstmöglichkeiten im Profisegment deutlich bescheidener als im Fußball. Daher sollte man sich rechtzeitig Gedanken darüber machen, was nach der Sportkarriere folgen soll.
VUCA und was das mit HR und Führung zu tun hat.
HR & Payroll

VUCA und was das mit HR und Führung zu tun hat.

Das VUCA-Modell für die Verbesserung komplexer Sachverhalte? Wir erklären das Thema…

5 Min. Lesezeit

Für was steht VUCA?

VUCA steht für Volatility (Volatilität), Uncertainty (Unsicherheit), Complexity (Komplexität) und Ambiquity (Mehrdeutigkeit). Der Begriff wird verwendet, um die Challenges und Eigenschaften der modernen Geschäftswelt zu beschreiben. Die VUCA-Welt beschreibt demzufolge eine Umgebung, die durch schnelle Veränderungen (Change), Unsicherheit in Bezug auf zukünftige Ereignisse, komplexe und miteinander verbundene Probleme sowie eine Vielzahl von Interpretationsmöglichkeiten gekennzeichnet ist.  

Das Modell stammt ursprünglich aus einem militärischen Kontext und wurde erst später in den Bereich des strategischen Managements übertragen. Unternehmen verwenden den Begriff, um die Notwendigkeit zu betonen, flexibel, anpassungsfähig und innovativ zu sein, um sich einer sich ständig verändernden Umgebung erfolgreich anzupassen. Genau hier besteht die Schnittstelle zur Führung und damit auch zur HR-Abteilung.

Welchen Einfluss hat die VUCA-Welt auf das HR von Mittelständlern/KMU im DACH-Raum?

In der VUCA-Welt haben viele Konzepte, einschließlich derjenigen im Bereich Human Resources (HR), Auswirkungen auf die Art und Weise, wie Unternehmen, insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) im DACH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) operieren und ihre Personalstrategien gestalten. Hier sind einige Aspekte, die für HR in KMUs im DACH-Raum relevant sein könnten:

  1. Agilität und Flexibilität: Die Volatilität und Unsicherheit in der VUCA-Welt erfordern von KMUs eine hohe Agilität und Flexibilität. HR muss hier sicherstellen, dass die Organisationen über flexible Arbeitsmodelle und eine agile Personalstruktur verfügt, um sich schnell ändernden Anforderungen gerecht zu werden.
  2. Talentmanagement und -entwicklung: In einer vom Wandel geprägten Umgebung wird das Talentmanagement entscheidend. HR muss sicherstellen, dass die Mitarbeitenden die Fähigkeit, um mit den aktuellen und künftigen Herausforderungen umzugehen. Das kann bedeuten, verstärkt in die Weiterbildung und Entwicklung der Mitarbeitenden zu investieren.
  3. Innovative Rekrutierung: Die aktuellen Gegebenheiten verlangen das KMUs möglicherweise ihre Rekrutierungsstrategien überdenken. Das kann die verstärkte Nutzung von digitalen Plattformen, Talentpools oder die Entwicklung kreativer Anreize für Fachkräfte umfassen.  
  4. Führungskräfteentwicklung: Angesichts der Ambiguität und Unsicherheit in der Wirtschaft ist die Entwicklung von Führungskräften von entscheidender Bedeutung. HR muss Programme zur Führungskräfteentwicklung implementieren, um sicherzustellen, dass die Führungsebene die Fähigkeiten besitzt, die für die Steuerung in der VUCA-Welt erforderlich sind.  
  5. Arbeitskultur und Mitarbeitermanagement: Eine starke Unternehmenskultur, die den Wandel akzeptiert, ist in der VUCA-Welt von entscheidender Bedeutung. HR-Abteilung sind gefordert, Mechanismen einzuführen, um die Mitarbeiterbindung aufrechtzuerhalten und eine Positive Arbeitsumgebung zu schaffen.
  6. Technologische Integration: Die Nutzung von Technologien kann helfen, auf die Herausforderungen der VUCA-Welt zu reagieren. HR-Abteilungen in KMUs sollten Technologien wie digitale Plattformen, Analytik und KI-basierte Tools in ihre Prozesse integrieren, um effizienter auf Veränderungen zu reagieren und datengestützte Entscheidungen zu treffen.  

Die VUCA-Welt beeinflusst somit verschiedenste Aspekte der Personalmanagements in KMUs und erfordert eine proaktive Herangehensweise, um erfolgreicher in dieser dynamischen Umgebung zu agieren.

Ein Beitrag von:
Michael Bechen, Director Marketing DACH, Suiteify

Unternehmensnachfolge - ein Gespräch über das Loslassen mit Christian Satz
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Unternehmensnachfolge - ein Gespräch über das Loslassen mit Christian Satz

Firmengründer tun sich mit der Unternehmensnachfolge mitunter schwer. Im Suiteify Talk "Butter bei die Fische" erzählt der ehemalige Inhaber des Internetdienstleisters Satzmedia von seinen Erfahrungen rund um den Verkauf seines Unternehmens.

5 Min. Lesezeit

Bei der Unternehmensnachfolge gibt es verschiedene Wege. Christian Satz hat sich dafür entschieden, seinen Betrieb an ein größeres Unternehmen zu verkaufen und anschließend dort in leitender Position weiter mitzuarbeiten. Im Talk mit Gastgeber Ulrich Brehmer, Geschäftsführer von Suiteify, spricht der Gründer und ehemalige Alleininhaber der Internet- und E-Commerce-Agentur Satzmedia über seinen unternehmerischen Werdegang und seine Erfahrungen.

Von der Geschäftsidee zur Umsetzung: Die Entstehung von Satzmedia

Die Idee zur Gründung seines Unternehmens Satzmedia hatte Christian Satz im Jahr 1999. Inspiriert vom Internet-Boom und den Erfolgsgeschichten der Aktienmärkte, entschied sich der gelernte Bank- und Diplomkaufmann und Elektromeister dazu, seine Leidenschaft für den Wassersport in die digitale Welt zu übertragen. Er gründete eine Wassersportplattform und kooperierte mit dem Deutschen Wetterdienst und Großhändlern, um Wetterdaten und Produkte für seine Plattform zu erhalten.

Jedoch erkannte er bald, dass seine Berufung nicht im Versandhandel lag, sondern im aufkeimenden Sektor der Internetdienstleistungen. Mit dieser Erkenntnis veräußerte Satz seine Wassersportplattform an den größten europäischen Wassersportversandhändler und sicherte sich gleichzeitig seinen ersten Auftrag: die fortlaufende Betreuung des Webshops.

Vom florierenden Geschäft zur Exit-Entscheidung: Der Verkauf des Unternehmens

In den darauffolgenden Jahren etablierte sich Satzmedia als Spezialist für Digital Experience, E-Commerce und Content-Management-System-Lösungen. Das Unternehmen gewann zahlreiche namhafte Kunden und erarbeitete sich einen exzellenten Ruf. Parallel dazu stiegen die Ansprüche der Kunden an die Bandbreite der Dienstleistungen, insbesondere in den letzten Jahren, rapide an. Dies lasse sich mit einer Belegschaft von 30 Personen nicht mehr angemessen bewältigen, erläutert Christian Satz.

Nach intensiver Überlegung entschloss er sich während der Corona-Pandemie dazu, sein Unternehmen an die SoftwareONE Holding AG zu veräußern, ein börsennotiertes Schweizer Unternehmen mit mehr als 8.000 Mitarbeitenden und Niederlassungen in 90 Ländern.

Die Unternehmensnachfolge bereitete Christian Satz diskret unter Mitwirkung eines Anwalts und eines Steuerberaters vor. Seine Mitarbeitenden wurden nicht in die geplante Transaktion eingeweiht. In einer – wie er es ausdrückt – „Nacht-und-Nebel-Aktion“ digitalisierte er alle relevanten Dokumente und übermittelte die Daten an eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Nach einer dreimonatigen Prüfungsphase erteilte SoftwareONE schließlich die Zustimmung zur Übernahme.

Vom Alleininhaber zum leitenden Angestellten: Die nächste Etappe der Unternehmensnachfolge

Eine entscheidende Verkaufsbedingung für Christian Satz war, dass seine Mitarbeitenden als Team weiterbeschäftigt werden. Zudem vereinbarte er, auch im neuen Unternehmen eine bedeutende Rolle zu spielen und für seine ehemaligen Beschäftigten weiterhin als disziplinarischer Vorgesetzter zu fungieren.

Unter dem Dach von SoftwareONE verantwortet der Firmengründer heute als Growth Lead den Bereich sogenannter Application Services mit Fokus auf Cloudlösungen. Die Integration in den Schweizer IT-Konzern eröffne seinem Team und den Kunden neue Perspektiven, betont Satz. Die Mehrheit seiner ehemaligen Mitarbeiter sehe dies als eine Chance und sei seinem Weg gefolgt, berichtet der ehemalige Firmenchef.

Äußerlich habe sich durch die Unternehmensnachfolge wenig geändert, so Satz. Er arbeite nach wie vor mit seinem Team am angestammten Standort in Hamburg. Nichtsdestotrotz habe sich seine Rolle grundlegend gewandelt. In der Entscheidungsfindung genieße er nicht mehr die Freiheiten, die er als Alleininhaber hatte. Für alles gebe es eine zuständige Abteilung, jedoch lasse ihm das Unternehmen weiterhin viel Spielraum. Insgesamt erlebe er es als wohltuende Entlastung, dass ihm nach langjähriger unternehmerischer Tätigkeit die alleinige Verantwortung nun von den Schultern genommen wurde, resümiert Christian Satz.

Wie KMU ihre Energiekosten senken können
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Wie KMU ihre Energiekosten senken können

Hohe Preise für Strom und Wärme sind ein erheblicher Kostenfaktor für die Wirtschaft. Damit stellt sich gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) die Frage, wie sich die Energiekosten senken lassen. Hierüber spricht Ulrich Brehmer, Geschäftsführer von Suiteify, mit dem Energieeffizienzexperten Peter-M. Friemert im Videotalk "Butter bei die Fische".

5 Min. Lesezeit

Die gestiegenen Preise für Strom und Wärme haben das Thema Energieeffizienz in den vergangenen Monaten verstärkt in den Fokus gerückt. Viele Unternehmer fragen sich, mit welchen Maßnahmen sie Energie sparen und Kosten senken können. Hierauf gebe es jedoch keine pauschale Antwort, sagt Peter-M. Friemert, Experte für Energieeffizienz und Geschäftsführer der ZEBAU GmbH, einer unabhängigen Netzwerkstelle für Bauleute, Planende und Kommunen. Vielmehr müsse man sich stets die vorhandenen Rahmenbedingungen anschauen und daraus ein ganzheitliches Energiesparkonzept ableiten. Im Gespräch mit Suiteify Geschäftsführer Ulrich Brehmer erläutert Friemert, wie Mittelständler sich dem Thema Energieeffizienz nähern können.

Runter mit den Energiekosten – das können Mittelständler tun

Hier sechs grundlegende Tipps vom Energieeffizienzexperten:

  1. Die größten Stromverbraucher im Unternehmen austauschen: Um die „Stromfresser“ zu ermitteln, kann man einen Energieberater zu Rate ziehen oder auch selbst Messgeräte anschließen. Kennt man die besonders energieintensiven Geräte, kann man diese – je nach betrieblicher Situation – entweder auf einen Schlag oder nach und nach ersetzen. Dabei sollte man logischerweise darauf achten, künftig verbrauchsärmere Geräte zu verwenden.
  2. Standby-Betrieb von Elektrogeräten vermeiden: Wer seine Geräte nach der Nutzung komplett ausschaltet, kann mit wenig Aufwand die eine oder andere Kilowattstunde Strom sparen.
  3. Die Beschäftigten zu verbrauchsarmem Verhalten auffordern: Das Licht nach dem Verlassen eines Raums ausschalten, den Computer abends herunterfahren, richtiges Stoßlüften im Winter – auch das Verbraucherverhalten spielt beim Energiekosten senken eine wichtige Rolle.
  4. Energiesparpotenziale im Gebäudebereich nutzen: Dabei sollte man allerdings die bauphysikalischen Gegebenheiten mithilfe eines Energieberaters genau unter die Lupe nehmen. Denn oft lassen sich durch Sanierungsmaßnahmen im und am Gebäude zwar die laufenden Energiekosten senken, doch die Ersparnis wiegt die Kosten für die Umsetzung nicht auf. So sind zum Beispiel eine Dämmung, eine Erneuerung der Fenster oder der Austausch einer intakten Heizungslage nicht in jedem Fall wirtschaftlich sinnvoll. Letzteres sei im Übrigen, wie Fachmann Friemert betont, auch nach den Gesetzesplänen der Ampel-Koalition gar nicht notwendig.
  5. Auf erneuerbare Energien setzen: Nach Einschätzung von Peter-M. Friemert werden erneuerbare Energien in absehbarer Zeit im Wirtschaftlichkeitsvergleich besser dastehen als fossile Energien. Neben Windstrom und Photovoltaik sieht der Experte im Gebäude- und Wärmebereich auch Wasserstoff und – standortabhängig – Geothermie als Energieträger im Kommen.
  6. Fördermöglichkeiten nutzen: Gewerbetreibende, aber auch Privatpersonen können eine kostenfreie Energieberatung in Anspruch nehmen. Hierzu stehen fachkundige Berater zur Verfügung – in Hamburg sind dies unter anderem die Hamburger Energielotsen. In anderen Bundesländern gibt es vergleichbare Angebote. Über die Filialsuche für Energieberatungstellen der Verbraucherzentrale finden Interessierte Beratungsstellen in ihrer Region. Eine weitere Anlaufstelle für Unternehmer sind die Industrie- und Handelskammern (IHK), die ebenfalls Energieberatung anbieten.
Mittelstandsförderung: Wie das RKW kleine und mittlere Unternehmen unterstützt
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Mittelstandsförderung: Wie das RKW kleine und mittlere Unternehmen unterstützt

Digitalisierung, demografischer Wandel: Der deutsche Mittelstand sieht sich mit enormen betrieblichen Herausforderungen konfrontiert. Unterstützung finden Unternehmen beispielsweise beim Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e. V. (RKW). Im Videotalk „Butter bei die Fische” spricht Christi Degen, die Geschäftsführerin des RKW Kompetenzzentrums, über die Aufgaben und Schwerpunkte ihrer Organisation im Rahmen der Mittelstandsförderung.

5 Min. Lesezeit

Seit mehr als einem Jahrhundert fördert das RKW die Produktivität und Wirtschaftlichkeit von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Über die Jahre haben sich die Rahmenbedingungen geändert. Um den Anforderungen der Mittelstandsförderung unter den Bedingungen des digitalen Wandels gerecht zu werden, hat sich die Organisation seit der Jahrtausendwende vollständig neu aufgestellt.

Heute bildet der RKW-Bundesverein das Dach über den Aktivitäten des Netzwerks. Es wird von den zehn selbstständigen RKW-Landesorganisationen sowie von Sozialpartnern, Verbänden, Wissenschaft, Politik und Einzelpersonen getragen.

Davon losgelöst gibt es das RKW-Kompetenzzentrum  mit rund 70 Mitarbeitenden. Es ist der einzige Teil des RKW, der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) institutionell gefördert wird. „Wir verstehen uns als ein neutraler Impuls- und Ratgeber für den deutschen Mittelstand”, sagt Geschäftsführerin Christi Degen.

Mittelstandsförderung durch Bereitstellung von Wissen und Tools

In der Wertschöpfungskette der Mittelstandsförderung steht das RKW Kompetenzzentrum eine Stufe vor den Industrie- und Handelskammern (IHKs) sowie den Wirtschaftsverbänden.

„Wir sind ein Zulieferer von Wissen und handhabbaren Tools für die Bereiche Fachkräftesicherung, Gründung und Innovation, der von Kammern und Verbänden genutzt werden kann.

Zudem haben wir einen weiteren Schwerpunkt auf der Bauwirtschaft“, erläutert Christi Degen. Um die notwendige Expertise bereitstellen zu können, ist das RKW Kompetenzzentrum gut in die Wissenschafts-Community vernetzt.

Das Angebot richtet sich dabei sowohl an Unternehmer, die ihren etablierten Betrieb weiterentwickeln möchten, als auch an Gründer, die ein neues Unternehmen aufbauen wollen.

Breites Unterstützungsangebot von Digitalisierung bis Unternehmensentwicklung

Thematisch hat sich das RKW Kompetenzzentrum die fünf großen Themen Digitalisierung, Gründungsökosysteme, Nachhaltigkeit, Personalarbeit und Unternehmensentwicklung auf die Fahnen geschrieben. Entsprechend umfangreich und vielfältig ist das kostenfreie Unterstützungsangebot – hier nur drei Beispiele zum Thema Digitalisierung:

  • Im Rahmen des Projekts Digiscouts finden Azubis in Unternehmen heraus, wo im Betrieb Potenzial für Digitalisierung steckt.
  • Um etablierte Mittelständler und Startups zusammenzubringen, bietet das RKW-Kompetenzzentrum unter dem Titel Mittelstand meets Startup Workshops, Vorträge und Informationsmaterial an.
  • Mit dem RKW-Digitalisierungs-Cockpit erhalten KMU eine Orientierungshilfe zum Thema Digitalisierung im Unternehmen. In einer Sammlung von Unternehmensbeispielen aus verschiedenen Branchen finden Unternehmer konkrete Anhaltspunkte und Denkanstöße für ihre Digitalisierungsstrategie.

Drei grundlegende Tipps: Was sollten KMU im Hinblick auf ihre Zukunftsfähigkeit unbedingt tun?

  1. Suchen Sie sich Sparringspartner! Die technologische Komplexität und die operativen Herausforderungen, mit denen Unternehmen künftig konfrontiert sein werden, werfen je nach Branche verschiedene Fragen auf. Um die Themenvielfalt zu bündeln und einen Überblick zu gewinnen, empfiehlt es sich, Rat einzuholen, beispielsweise bei den Kammern oder bei einer RKW-Landesorganisation.
  2. Stellen Sie Ihr Geschäftsmodell auf den Prüfstand! Beantworten Sie sich ehrlich die Frage, ob Ihr aktuelles Geschäft auch künftig unter den Bedingungen der fortschreitenden Digitalisierung auf Dauer bestehen kann – oder ob Anpassungen notwendig sind.
  3. Kümmern Sie sich um den demografischen Fortbestand Ihres Unternehmens! Schauen Sie sich die Altersstruktur Ihrer Belegschaft an. Wie viele Ihrer Fachkräfte werden wann in Rente gehen? Wie sieht es mit der Nachwuchssicherung aus? Wer dieses Thema vernachlässigt, wird künftig wahrscheinlich Probleme haben, über ausreichend qualifiziertes Personal zu verfügen.
Wie eine Unternehmerin in Berlin Politik macht - ein Gespräch mit Dorothee Martin
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Wie eine Unternehmerin in Berlin Politik macht - ein Gespräch mit Dorothee Martin

Entlastungen, Subventionen, Gesetzesänderungen: Die Forderungen der Wirtschaft an die Politik sind zahlreich. Doch was kann die Wirtschaft eigentlich für eine bessere Politik tun? Sie kann beispielsweise Erfahrungen und Know-how zur Verfügung stellen – oder, wie es Dorothee Martin getan hat, die Seiten wechseln. Die SPD-Politikerin war erfolgreich selbstständig, bevor sie in den Deutschen Bundestag einzog. Im Videotalk „Butter bei die Fische” spricht sie über ihre Beweggründe und ihre Erfahrungen als Unternehmerin in der Politik.

5 Min. Lesezeit

Politik und Wirtschaft erscheinen mit ihren unterschiedlichen Anforderungen und Erwartungen oft wie zwei Welten. Dabei sind beide Bereiche untrennbar miteinander verbunden und bedingen sich in vielfältiger Art und Weise gegenseitig – sagt die Bundestagsabgeordnete Dorothee Martin. Die 44-jährige Parlamentarierin muss es wissen, denn sie hat die Seiten gewechselt und ist als Unternehmerin in die Politik gegangen.

Nach dem Studium der Politikwissenschaft und des Staatsrechts war Dorothee Martin rund 14 Jahre lang in der Immobilienwirtschaft tätig, bevor sie mit einem Partner eine PR- und Marketingagentur gründete. Parallel zu ihrer beruflichen Laufbahn war sie schon länger politisch aktiv: in der Jugendorganisation der SPD sowie als Kommunal- und Landespolitikerin.

Im Jahr 2020 wechselte sie als Nachrückerin in den Deutschen Bundestag und gewann 2021 das Direktmandat im Wahlkreis Hamburg-Nord. Da Suiteify genau dort seinen Unternehmenssitz hat, lag es nahe, die Politikerin, die auch verkehrspolitische Sprecherin ihrer Bundestagsfraktion ist, zu einem Gespräch mit persönlicher Note einzuladen.

Für eine Unternehmerin in der Politik Tagesgeschäft: Dicke Bretter bohren

Auf die Frage, was ihr mehr Spaß macht – Wirtschaft oder Politik – antwortet Dorothee Martin diplomatisch: „Beides natürlich“. Für die Wirtschaft spricht aus ihrer Sicht, dass die Wirksamkeit einzelner Entscheidungen meist unmittelbar sicht- und spürbar sei. In der Politik gehe es dagegen oft um das „Bohren dicker Bretter“, wofür es einen langen Atem brauche.

Menschen aus der Wirtschaft seien daran gewöhnt, Weisungen zu erteilen, um ihre Ziele möglichst effizient durchzusetzen. „Das ist in der Politik vollkommen anders“, sagt die Parlamentarierin und berichtet von langwierigen Verhandlungen, mühsamem Ringen um Kompromisse und Abstimmungen bis tief in die Nacht – insbesondere bei Finanzierungsfragen.

Deutlich mehr Spaß im Politikerinnendasein macht ihr der direkte Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern – etwa in Form des „berühmt-berüchtigten“ Infostandes auf dem Marktplatz.  „Das ist die wichtigste politische Kommunikationsmaßnahme, die es gibt“, ist Martin überzeugt, weil sie dort ein direktes und unverstelltes Feedback von den Leuten bekomme.

In der Politik kein Nachteil: Wirtschaftskompetenz aus eigener Erfahrung

Ihren Schritt zur Vollzeitpolitikerin findet Dorothee Martin nach wie vor richtig – vor allem dann, wenn sie das Gefühl hat, dass sich ihre Kompetenzen aus Wirtschaft und Politik ideal ergänzen. Zum Beispiel bei ihrer Arbeit im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG, wo ihre Erfahrung aus beiden Welten überaus nützlich sei. „Wirtschaft ist durch die Schaffung von Arbeitsplätzen und das Generieren von Steuereinnahmen die Grundlage für unser Gemeinwesen. Und wenn man von beiden Dingen – Politik und Wirtschaft – ein bisschen versteht, kann das nicht schaden“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

Wie KMU ihre Energiekosten senken können
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Wie KMU ihre Energiekosten senken können

Hohe Preise für Strom und Wärme sind ein erheblicher Kostenfaktor für die Wirtschaft. Damit stellt sich gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) die Frage, wie sich die Energiekosten senken lassen. Hierüber spricht Ulrich Brehmer, Geschäftsführer von Suiteify, mit dem Energieeffizienzexperten Peter-M. Friemert im Videotalk "Butter bei die Fische".

5 Min. Lesezeit

Die gestiegenen Preise für Strom und Wärme haben das Thema Energieeffizienz in den vergangenen Monaten verstärkt in den Fokus gerückt. Viele Unternehmer fragen sich, mit welchen Maßnahmen sie Energie sparen und Kosten senken können. Hierauf gebe es jedoch keine pauschale Antwort, sagt Peter-M. Friemert, Experte für Energieeffizienz und Geschäftsführer der ZEBAU GmbH, einer unabhängigen Netzwerkstelle für Bauleute, Planende und Kommunen. Vielmehr müsse man sich stets die vorhandenen Rahmenbedingungen anschauen und daraus ein ganzheitliches Energiesparkonzept ableiten. Im Gespräch mit Suiteify Geschäftsführer Ulrich Brehmer erläutert Friemert, wie Mittelständler sich dem Thema Energieeffizienz nähern können.

Runter mit den Energiekosten – das können Mittelständler tun

Hier sechs grundlegende Tipps vom Energieeffizienzexperten:

  1. Die größten Stromverbraucher im Unternehmen austauschen: Um die „Stromfresser“ zu ermitteln, kann man einen Energieberater zu Rate ziehen oder auch selbst Messgeräte anschließen. Kennt man die besonders energieintensiven Geräte, kann man diese – je nach betrieblicher Situation – entweder auf einen Schlag oder nach und nach ersetzen. Dabei sollte man logischerweise darauf achten, künftig verbrauchsärmere Geräte zu verwenden.
  2. Standby-Betrieb von Elektrogeräten vermeiden: Wer seine Geräte nach der Nutzung komplett ausschaltet, kann mit wenig Aufwand die eine oder andere Kilowattstunde Strom sparen.
  3. Die Beschäftigten zu verbrauchsarmem Verhalten auffordern: Das Licht nach dem Verlassen eines Raums ausschalten, den Computer abends herunterfahren, richtiges Stoßlüften im Winter – auch das Verbraucherverhalten spielt beim Energiekosten senken eine wichtige Rolle.
  4. Energiesparpotenziale im Gebäudebereich nutzen: Dabei sollte man allerdings die bauphysikalischen Gegebenheiten mithilfe eines Energieberaters genau unter die Lupe nehmen. Denn oft lassen sich durch Sanierungsmaßnahmen im und am Gebäude zwar die laufenden Energiekosten senken, doch die Ersparnis wiegt die Kosten für die Umsetzung nicht auf. So sind zum Beispiel eine Dämmung, eine Erneuerung der Fenster oder der Austausch einer intakten Heizungslage nicht in jedem Fall wirtschaftlich sinnvoll. Letzteres sei im Übrigen, wie Fachmann Friemert betont, auch nach den Gesetzesplänen der Ampel-Koalition gar nicht notwendig.
  5. Auf erneuerbare Energien setzen: Nach Einschätzung von Peter-M. Friemert werden erneuerbare Energien in absehbarer Zeit im Wirtschaftlichkeitsvergleich besser dastehen als fossile Energien. Neben Windstrom und Photovoltaik sieht der Experte im Gebäude- und Wärmebereich auch Wasserstoff und – standortabhängig – Geothermie als Energieträger im Kommen.
  6. Fördermöglichkeiten nutzen: Gewerbetreibende, aber auch Privatpersonen können eine kostenfreie Energieberatung in Anspruch nehmen. Hierzu stehen fachkundige Berater zur Verfügung – in Hamburg sind dies unter anderem die Hamburger Energielotsen. In anderen Bundesländern gibt es vergleichbare Angebote. Über die Filialsuche für Energieberatungstellen der Verbraucherzentrale finden Interessierte Beratungsstellen in ihrer Region. Eine weitere Anlaufstelle für Unternehmer sind die Industrie- und Handelskammern (IHK), die ebenfalls Energieberatung anbieten.
Mittelstandsförderung: Wie das RKW kleine und mittlere Unternehmen unterstützt
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Mittelstandsförderung: Wie das RKW kleine und mittlere Unternehmen unterstützt

Digitalisierung, demografischer Wandel: Der deutsche Mittelstand sieht sich mit enormen betrieblichen Herausforderungen konfrontiert. Unterstützung finden Unternehmen beispielsweise beim Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e. V. (RKW). Im Videotalk „Butter bei die Fische” spricht Christi Degen, die Geschäftsführerin des RKW Kompetenzzentrums, über die Aufgaben und Schwerpunkte ihrer Organisation im Rahmen der Mittelstandsförderung.

5 Min. Lesezeit

Seit mehr als einem Jahrhundert fördert das RKW die Produktivität und Wirtschaftlichkeit von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Über die Jahre haben sich die Rahmenbedingungen geändert. Um den Anforderungen der Mittelstandsförderung unter den Bedingungen des digitalen Wandels gerecht zu werden, hat sich die Organisation seit der Jahrtausendwende vollständig neu aufgestellt.

Heute bildet der RKW-Bundesverein das Dach über den Aktivitäten des Netzwerks. Es wird von den zehn selbstständigen RKW-Landesorganisationen sowie von Sozialpartnern, Verbänden, Wissenschaft, Politik und Einzelpersonen getragen.

Davon losgelöst gibt es das RKW-Kompetenzzentrum  mit rund 70 Mitarbeitenden. Es ist der einzige Teil des RKW, der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) institutionell gefördert wird. „Wir verstehen uns als ein neutraler Impuls- und Ratgeber für den deutschen Mittelstand”, sagt Geschäftsführerin Christi Degen.

Mittelstandsförderung durch Bereitstellung von Wissen und Tools

In der Wertschöpfungskette der Mittelstandsförderung steht das RKW Kompetenzzentrum eine Stufe vor den Industrie- und Handelskammern (IHKs) sowie den Wirtschaftsverbänden.

„Wir sind ein Zulieferer von Wissen und handhabbaren Tools für die Bereiche Fachkräftesicherung, Gründung und Innovation, der von Kammern und Verbänden genutzt werden kann.

Zudem haben wir einen weiteren Schwerpunkt auf der Bauwirtschaft“, erläutert Christi Degen. Um die notwendige Expertise bereitstellen zu können, ist das RKW Kompetenzzentrum gut in die Wissenschafts-Community vernetzt.

Das Angebot richtet sich dabei sowohl an Unternehmer, die ihren etablierten Betrieb weiterentwickeln möchten, als auch an Gründer, die ein neues Unternehmen aufbauen wollen.

Breites Unterstützungsangebot von Digitalisierung bis Unternehmensentwicklung

Thematisch hat sich das RKW Kompetenzzentrum die fünf großen Themen Digitalisierung, Gründungsökosysteme, Nachhaltigkeit, Personalarbeit und Unternehmensentwicklung auf die Fahnen geschrieben. Entsprechend umfangreich und vielfältig ist das kostenfreie Unterstützungsangebot – hier nur drei Beispiele zum Thema Digitalisierung:

  • Im Rahmen des Projekts Digiscouts finden Azubis in Unternehmen heraus, wo im Betrieb Potenzial für Digitalisierung steckt.
  • Um etablierte Mittelständler und Startups zusammenzubringen, bietet das RKW-Kompetenzzentrum unter dem Titel Mittelstand meets Startup Workshops, Vorträge und Informationsmaterial an.
  • Mit dem RKW-Digitalisierungs-Cockpit erhalten KMU eine Orientierungshilfe zum Thema Digitalisierung im Unternehmen. In einer Sammlung von Unternehmensbeispielen aus verschiedenen Branchen finden Unternehmer konkrete Anhaltspunkte und Denkanstöße für ihre Digitalisierungsstrategie.

Drei grundlegende Tipps: Was sollten KMU im Hinblick auf ihre Zukunftsfähigkeit unbedingt tun?

  1. Suchen Sie sich Sparringspartner! Die technologische Komplexität und die operativen Herausforderungen, mit denen Unternehmen künftig konfrontiert sein werden, werfen je nach Branche verschiedene Fragen auf. Um die Themenvielfalt zu bündeln und einen Überblick zu gewinnen, empfiehlt es sich, Rat einzuholen, beispielsweise bei den Kammern oder bei einer RKW-Landesorganisation.
  2. Stellen Sie Ihr Geschäftsmodell auf den Prüfstand! Beantworten Sie sich ehrlich die Frage, ob Ihr aktuelles Geschäft auch künftig unter den Bedingungen der fortschreitenden Digitalisierung auf Dauer bestehen kann – oder ob Anpassungen notwendig sind.
  3. Kümmern Sie sich um den demografischen Fortbestand Ihres Unternehmens! Schauen Sie sich die Altersstruktur Ihrer Belegschaft an. Wie viele Ihrer Fachkräfte werden wann in Rente gehen? Wie sieht es mit der Nachwuchssicherung aus? Wer dieses Thema vernachlässigt, wird künftig wahrscheinlich Probleme haben, über ausreichend qualifiziertes Personal zu verfügen.
Wie eine Unternehmerin in Berlin Politik macht - ein Gespräch mit Dorothee Martin
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Wie eine Unternehmerin in Berlin Politik macht - ein Gespräch mit Dorothee Martin

Entlastungen, Subventionen, Gesetzesänderungen: Die Forderungen der Wirtschaft an die Politik sind zahlreich. Doch was kann die Wirtschaft eigentlich für eine bessere Politik tun? Sie kann beispielsweise Erfahrungen und Know-how zur Verfügung stellen – oder, wie es Dorothee Martin getan hat, die Seiten wechseln. Die SPD-Politikerin war erfolgreich selbstständig, bevor sie in den Deutschen Bundestag einzog. Im Videotalk „Butter bei die Fische” spricht sie über ihre Beweggründe und ihre Erfahrungen als Unternehmerin in der Politik.

5 Min. Lesezeit

Politik und Wirtschaft erscheinen mit ihren unterschiedlichen Anforderungen und Erwartungen oft wie zwei Welten. Dabei sind beide Bereiche untrennbar miteinander verbunden und bedingen sich in vielfältiger Art und Weise gegenseitig – sagt die Bundestagsabgeordnete Dorothee Martin. Die 44-jährige Parlamentarierin muss es wissen, denn sie hat die Seiten gewechselt und ist als Unternehmerin in die Politik gegangen.

Nach dem Studium der Politikwissenschaft und des Staatsrechts war Dorothee Martin rund 14 Jahre lang in der Immobilienwirtschaft tätig, bevor sie mit einem Partner eine PR- und Marketingagentur gründete. Parallel zu ihrer beruflichen Laufbahn war sie schon länger politisch aktiv: in der Jugendorganisation der SPD sowie als Kommunal- und Landespolitikerin.

Im Jahr 2020 wechselte sie als Nachrückerin in den Deutschen Bundestag und gewann 2021 das Direktmandat im Wahlkreis Hamburg-Nord. Da Suiteify genau dort seinen Unternehmenssitz hat, lag es nahe, die Politikerin, die auch verkehrspolitische Sprecherin ihrer Bundestagsfraktion ist, zu einem Gespräch mit persönlicher Note einzuladen.

Für eine Unternehmerin in der Politik Tagesgeschäft: Dicke Bretter bohren

Auf die Frage, was ihr mehr Spaß macht – Wirtschaft oder Politik – antwortet Dorothee Martin diplomatisch: „Beides natürlich“. Für die Wirtschaft spricht aus ihrer Sicht, dass die Wirksamkeit einzelner Entscheidungen meist unmittelbar sicht- und spürbar sei. In der Politik gehe es dagegen oft um das „Bohren dicker Bretter“, wofür es einen langen Atem brauche.

Menschen aus der Wirtschaft seien daran gewöhnt, Weisungen zu erteilen, um ihre Ziele möglichst effizient durchzusetzen. „Das ist in der Politik vollkommen anders“, sagt die Parlamentarierin und berichtet von langwierigen Verhandlungen, mühsamem Ringen um Kompromisse und Abstimmungen bis tief in die Nacht – insbesondere bei Finanzierungsfragen.

Deutlich mehr Spaß im Politikerinnendasein macht ihr der direkte Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern – etwa in Form des „berühmt-berüchtigten“ Infostandes auf dem Marktplatz.  „Das ist die wichtigste politische Kommunikationsmaßnahme, die es gibt“, ist Martin überzeugt, weil sie dort ein direktes und unverstelltes Feedback von den Leuten bekomme.

In der Politik kein Nachteil: Wirtschaftskompetenz aus eigener Erfahrung

Ihren Schritt zur Vollzeitpolitikerin findet Dorothee Martin nach wie vor richtig – vor allem dann, wenn sie das Gefühl hat, dass sich ihre Kompetenzen aus Wirtschaft und Politik ideal ergänzen. Zum Beispiel bei ihrer Arbeit im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG, wo ihre Erfahrung aus beiden Welten überaus nützlich sei. „Wirtschaft ist durch die Schaffung von Arbeitsplätzen und das Generieren von Steuereinnahmen die Grundlage für unser Gemeinwesen. Und wenn man von beiden Dingen – Politik und Wirtschaft – ein bisschen versteht, kann das nicht schaden“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.