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Beiträge zu branchenspezifischen Prozessen, mit Fokus auf das Bauhaupt- und Baunebengewerbe.

Digitale Buchhaltung im Tiefbau: Ein Praxisbeispiel aus Berlin
Seit über einem Jahrhundert steht die Carl Zauber Tiefbau GmbH in Berlin für Qualität und Zuverlässigkeit im Rohrleitungs- und Tiefbau. Heute verbindet das Familienunternehmen Tradition mit Innovation – und zeigt, wie digitale Buchhaltung und automatisierte Rechnungsprozesse die Effizienz im Bauwesen entscheidend steigern können. Mit Lösungen von Suiteify, ehemals Suiteify, hat Carl Zauber seine Finanzprozesse modernisiert, vereinfacht und transparenter gemacht – von der Baustelle bis zur Abrechnung.
Die Herausforderung: Hohe Anforderungen an die Finanzbuchhaltung
Gegründet 1921 in Berlin-Charlottenburg und heute mit Sitz in Schönefeld, beschäftigt Carl Zauber rund 150 Mitarbeitende. Zu den wichtigsten Kunden zählen öffentliche Auftraggeber wie die Berliner Wasserbetriebe und verschiedene Tiefbauämter.
Typisch für die Branche arbeitet das Unternehmen häufig in Arbeitsgemeinschaften (ARGE) mit anderen Baufirmen – eine Konstellation, die besondere Anforderungen an die Buchhaltung stellt. „Um Rechnungen und Zahlungsströme in Arbeitsgemeinschaften sauber abzubilden, müssen wir eine Teambuchhaltung führen. Unsere Firma stellt dann Rechnungen an die ARGE, die diese wiederum an den Auftraggeber weiterleitet“, erklärt Branka Schwarzlow-Pecak, Prokuristin und Mitglied der Geschäftsleitung.
Die Lösung: Flexible digitale Buchhaltung
Carl Zauber arbeitet bereits seit 1991 mit Finanzbuchhaltungssoftware von Suiteify. Was damals als DOS-Anwendung begann, ist inzwischen zu einer individuell angepassten Lösung für die digitale Buchhaltung im Tiefbau geworden. Gemeinsam mit dem langjährigen Berater Lothar Jeck wurde das System schrittweise an die komplexen Anforderungen des Bauunternehmens angepasst.
„Wir müssen Kostenstellen, Baustellen und Kostenträger exakt nachvollziehen können. Daher war es uns von Anfang an besonders wichtig, diese detailliert auswerten zu können“, erklärt Branka Schwarzlow-Pecak. „Die Software ermöglicht es uns, jede Baustelle individuell abzubilden – vom ersten Spatenstich bis zur Endabrechnung.“ Lothar Jeck ergänzt: „Im Tiefbau hängt wirtschaftlicher Erfolg stark von Transparenz ab. Eine flexible Kostenrechnung ist daher ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.“

Komplexe Abrechnungen einfach gelöst
Besonders anspruchsvoll im Bauwesen ist die Abrechnung nach § 13b UStG, die bei Bauleistungen eine Nettofakturierung erfordert. Für Carl Zauber kommen weitere Ebenen hinzu, weil Leistungen über die ARGE brutto weiterverrechnet werden müssen. „Eine Ausgangsrechnung kann mehrere Folgerechnungen nach sich ziehen – jeweils mit unterschiedlichen Mandantenbezügen“, so Lothar Jeck. Dank individuell programmierter Erweiterungen auf Basis der Software kann das Unternehmen diese Abläufe heute automatisiert und rechtssicher abwickeln.

Digitales Rechnungseingangsmanagement: Papierlos von der Baustelle bis zum Büro
Mit der Einführung einer digitalen Rechnungseingangsverarbeitung (REV) und eines Dokumentenmanagementsystems (DMS) hat Carl Zauber einen weiteren Schritt in Richtung papierloses Arbeiten gemacht. Eingehende Rechnungen werden nun automatisch digital erfasst und dem zuständigen Bauleiter zugewiesen. „Früher sortierten wir jede eingehende Rechnung in physische Fächer für die jeweiligen Bauleiter. Heute läuft der gesamte Prozess digital, sodass wir jederzeit eine vollständige Übersicht über den Status haben“, schildert Branka Schwarzlow-Pecak.
Für die Bauleiter bedeutet das: Sie können Rechnungen nun direkt auf der Baustelle prüfen und freigeben – egal, ob sie sich im Baucontainer, im Homeoffice oder unterwegs befinden. Mobiles Arbeiten wird damit zum Standard.
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E-Rechnung im Bauwesen
Auch die E-Rechnung ist für das Tiefbauunternehmen ein zentrales Thema. „Das Problem ist, dass unsere behördlichen Kunden solche Rechnungen möglicherweise noch gar nicht entgegennehmen können. Eine Bauakte enthält schließlich nicht nur eine Rechnung, sondern auch Aufmaße, Bauzeichnungen und Pläne. Wie diese umfangreichen Anhänge digital übermittelt werden können, ist derzeit noch unklar“, sagt Branka Schwarzlow-Pecak. Lothar Jeck ergänzt: "Entscheidend wird sein, Lösungen zu entwickeln, die die spezifischen Anforderungen der Bauwirtschaft bereits im Standard berücksichtigen – sowohl im Rechnungswesen als auch im Personalwesen.“.
Fazit
Die Carl Zauber Tiefbau GmbH ist ein Beispiel dafür, wie mittelständische Bauunternehmen durch digitale Buchhaltung ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken können. Flexibilität, Transparenz und Prozessklarheit bilden so das Fundament erfolgreicher Bauprojekte – digital wie analog.
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WEITERE ARTIKEL

Schlechtwetterzeit im Baugewerbe: Regelungen von Dezember bis März
Die Monate Dezember bis März gelten im Baugewerbe als Schlechtwetterzeit. Kälte, Schnee, Sturm und andere Witterungsbedingungen können dazu führen, dass Baustellen stillstehen und Betriebe gezwungen sind, ihre Mitarbeitenden in Kurzarbeit zu schicken. Um Beschäftigungsverhältnisse zu sichern, gibt es das Saison-Kurzarbeitergeld (Saison-KUG) sowie spezielle Zuschüsse. Dieser Beitrag erklärt, wann Schlechtwetterzeit vorliegt, wie Saison-KUG funktioniert und wie Betriebe es vermeiden können.
Was ist die Schlechtwetterzeit?
Die Schlechtwetterzeit ist eine gesetzlich geregelte Winterphase, in der Bauunternehmen bei wetterbedingten Arbeitsausfällen finanzielle Unterstützung erhalten können. Ziel ist es, Entlassungen in den Wintermonaten zu verhindern und Arbeitsplätze zu sichern.
Sie gilt jedes Jahr vom 1. Dezember bis zum 31. März für:
- Bauhauptgewerbe
- Dachdeckerhandwerk
- Gerüstbauerhandwerk
- Garten- und Landschaftsbau
Saison-Kurzarbeitergeld (Saison-KUG)
Das Saison-Kurzarbeitergeld ist eine Lohnersatzleistung der Arbeitslosenversicherung. Es gleicht den Verdienstausfall von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aus, wenn witterungsbedingt nicht gearbeitet werden kann.Arbeitgeber beantragen das Saison-KUG und rechnen es über die Agentur für Arbeit ab. Ziel ist eine ganzjährige Beschäftigung.
Wann liegt Schlechtwetter vor?
Schlechtwetter wird anerkannt, wenn die Fortführung der Bauarbeiten nicht mehr möglich oder wirtschaftlich unzumutbar ist, zum Beispiel bei:
- Schnee und Frost, die Arbeiten technisch unmöglich oder unzumutbar machen
- Dichtem Nebel oder Sturm, die Sicherheitsrisiken verursachen
Vermeidung von Saison-KUG
Betriebe können durch den Einsatz von Stunden aus dem Arbeitszeitkonto Saison-KUG vermeiden.
Zuschuss-Wintergeld (ZWG)
- Für jede Ausfallstunde, die mit Arbeitszeitguthaben ausgeglichen wird, gibt es 2,50 € steuer- und sozialversicherungsfrei.
- Keine Anrechnung auf das Saison-KUG.
- Fördert die Flexibilisierung der Arbeitszeitkonten.
Mehraufwands-Wintergeld (MWG)
- Gilt vom 15. Dezember bis Ende Februar für gewerbliche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.
- Pro tatsächlich geleisteter Arbeitsstunde: 1,00 € steuer- und sv-frei.
- Höchstgrenzen:
- Dezember: max. 90 Stunden
- Januar und Februar: max. 180 Stunden pro Monat
Nebeneinkommen während Saison-KUG
Beginn der Nebentätigkeit ist entscheidend:
- Wurde die Nebenbeschäftigung vor dem Saison-KUG-Zeitraum aufgenommen, wird sie nicht auf das Ist-Entgelt angerechnet.
- Während des Saison-KUG-Zeitraums aufgenommene Nebenjobs werden voll auf das Ist-Entgelt angerechnet und mindern die Leistung.
Fazit
Während der Schlechtwetterzeit haben die Betriebe die Möglichkeit, witterungsbedingte Ausfälle finanziell abzufedern. Durch die Einbringung von Arbeitszeitguthaben und die Abrechnung von Saison-Kug können Kündigungen vermieden werden, das Fachpersonal bleibt weiter an die Firma gebunden und Mitarbeitende werden besser abgesichert.
Eine praktische Übersicht zur Stundenerfassung während der Schlechtwetterzeit kann hier kostenlos angefordert werden.

KI in der Baukalkulation: Wie semantische Suche und Embeddings Preisvorschläge revolutionieren
Künstliche Intelligenz verändert die Art, wie Bauunternehmen kalkulieren. Durch sogenannte Embedding-Modelle und semantische Suchtechnologien lassen sich Preisvorschläge aus früheren Projekten auf neue Leistungsverzeichnisse übertragen – schnell, transparent und nachvollziehbar. Der Beitrag zeigt, wie diese Technologien funktionieren und welchen konkreten Nutzen sie in der Baupraxis bieten.
Grundlagen: Von Embeddings bis Reranking
Die KI-gestützte Kalkulation nutzt spezialisierte Embedding-Modelle, die Textdaten in hochdimensionale Vektoren umwandeln. Dadurch lassen sich ähnliche Inhalte mathematisch vergleichen – etwa Positionen in Leistungsverzeichnissen. Diese semantische Suche wird anschließend durch ein Reranking-Modell verfeinert, das die relevantesten Ergebnisse priorisiert.
Ein typischer Workflow sieht so aus: Ein neues Leistungsverzeichnis wird analysiert, Embedding-Modelle wandeln die Texte in Vektoren um, und das System sucht automatisch nach ähnlichen Positionen in einer bestehenden Projektdatenbank. Auf dieser Basis werden fundierte Preisvorschläge generiert.
KI-gestützte Kalkulation: Projektwissen nutzen
Die Idee: Effizienz, Qualität und Transparenz steigern – weg von unstrukturierten Erfahrungswerten, hin zu datenbasierten Empfehlungen. Dabei ersetzt die KI keine Fachkraft, sondern unterstützt den Kalkulator mit nachvollziehbaren Vorschlägen.
Gerade in der Baupraxis stellen kurze, fachspezifische Texte, Maßeinheiten und Abkürzungen besondere Anforderungen an die Modelle. Schon kleine Unterschiede können große Preisabweichungen verursachen. Um hier die besten Ergebnisse zu erzielen, werden unterschiedliche Modellgenerationen getestet – etwa text-embedding-3-large für die semantische Suche, GPT-4-Modelle zur Textverarbeitung (z. B. HTML-Cleaning) und Jina Reranker v2 für die Relevanzbewertung.
Technische Entwicklung und Learnings
Ein Beispiel aus der Praxis zeigt, wie stark technische Details den Erfolg beeinflussen können: Ein entdeckter Tokenlimit-Bug, durch den nur die ersten 20 Tokens verarbeitet wurden, führte nach der Behebung zu deutlich besseren Ergebnissen.
Der Einsatz eines zweistufigen Retrieval-Systems – zunächst Hybrid Search (Kombination aus Vektor- und Keyword-Suche), anschließend semantisches Reranking via Jina AI – sorgte für deutlich präzisere Empfehlungen.
Performance-Optimierungen wie Batchverarbeitung und Caching ermöglichen es, auch große Leistungsverzeichnisse effizient zu verarbeiten.
Praxisbeispiel: Preisvorschlag für eine Sanitär-Position
Ein praktischer Anwendungsfall zeigt den Nutzen: Eine neue Position im Leistungsverzeichnis lautet „Wandhängendes WC“. Die KI durchsucht rund 599.170 Positionen aus früheren Projekten und findet eine nahezu identische.
Der Vorschlag: 285,50 € / Stück, mit einem Similarity Score von 0,89.
Transparenz ist dabei zentral: Das System zeigt das Quellprojekt, das Datum und eine Begründung anhand von Text und Kalkulationsdetails. So bleibt die Entscheidung nachvollziehbar – der Mensch behält die Kontrolle.
Klarer Nutzen für Bauunternehmen
Die Vorteile liegen auf der Hand:
- Zeitersparnis bei der Angebotskalkulation
- Konsistente Preisbildung auf Basis echter Projektdaten
- Wissenserhalt über abgeschlossene Projekte hinweg
Aktuell liegen nur Schätzwerte vor, doch der Trend zeigt: Angebotsabgaben können spürbar beschleunigt werden, ohne die fachliche Qualität zu gefährden.
Mensch und Maschine im Zusammenspiel
Die KI wird bewusst als Vorschlagssystem eingesetzt, nicht als automatischer Entscheidungsträger. Jede Preisempfehlung durchläuft eine fachliche Prüfung durch erfahrene Kalkulatoren. So bleibt die menschliche Expertise im Zentrum – die KI beschleunigt lediglich den Recherche- und Übertragungsprozess.
Man könnte jede Position auch manuell kopieren, doch der KI-gestützte Ansatz ermöglicht eine strukturierte, transparente und reproduzierbare Entscheidungsbasis – ein klarer Schritt in Richtung digitaler Baukalkulation.
Fazit
Semantische Suche und Embedding-Technologien zeigen, wie sich moderne KI sinnvoll im Bauwesen einsetzen lässt. Sie machen vorhandenes Wissen zugänglich, sparen Zeit und schaffen Vertrauen durch nachvollziehbare Vorschläge. Die Zukunft der Baukalkulation ist nicht automatisiert – sondern intelligent unterstützt.
Quellen
Bundesagentur für Arbeit – Saison-Kurzarbeitergeld

Account-Sicherheit im Baubetrieb: Zugänge wirksam schützen
Digitale Sicherheit ist für Baubetriebe längst nicht mehr optional. Besonders die E-Mail-Adresse spielt eine Schlüsselrolle: Wer Zugriff darauf erhält, kann oft Passwörter zurücksetzen und Zugang zu zahlreichen Systemen erlangen. Deshalb lohnt es sich, den eigenen Schutz zu überprüfen und bewusst zu verbessern. In diesem Artikel erfahren Sie praxisnah, wie Sie sichere Passwörter wählen, worauf Sie beim Arbeiten in Netzwerken achten sollten und welche einfachen Maßnahmen die IT-Sicherheit im Baubetrieb deutlich erhöhen.
Warum die E-Mail-Adresse so schützenswert ist
Die E-Mail-Adresse ist das digitale Eingangstor zu vielen Online-Diensten. Wer Zugriff auf Ihr Postfach hat, kann Passwörter zurücksetzen und auf interne Systeme zugreifen.
Deshalb sollte sie besonders gut geschützt sein – sowohl durch ein starkes Passwort als auch durch zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen.
Sichere Passwörter erstellen und merken
- Ändern Sie Standardpasswörter an EDV-Geräten sofort. Mit einem schnellen Suchvorgang lassen sich viele Default-Zugänge im Internet finden.
- Ein starkes Passwort sollte mindestens acht Zeichen umfassen, darunter Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen.
- Nutzen Sie Eselsbrücken:
Beispiel: „Mein Passwort ist 08/15!“ → daraus wird Mpi08/15! - Vermeiden Sie ein universelles Passwort für alle Konten. Wird es geknackt, sind sonst alle Systeme gefährdet.
- Passwort-Manager können helfen, komplexe Kennwörter sicher zu speichern.
Passwörter regelmäßig ändern und Datenlecks beobachten
- 2–3 Mal pro Jahr sollten Passwörter ausgetauscht werden.
- Behalten Sie aktuelle Nachrichten im Blick: Oft wird über Datenlecks großer Anbieter berichtet.
- Besteht der Verdacht, dass eigene Zugangsdaten betroffen sind, sollte sofort ein neues Passwort gesetzt werden.
Sicher im Netzwerk arbeiten – Administratorrechte vermeiden
- Führen Sie alltägliche Aufgaben nie mit Administratorrechten aus.
- Wird z. B. eine E-Mail mit einem Verschlüsselungstrojaner geöffnet, kann sich dieser mit Admin-Rechten im gesamten Netzwerk ausbreiten.
- Nutzen Sie für den täglichen Betrieb normale Benutzerkonten und wechseln Sie nur bei Bedarf in den Admin-Modus.
Sichere Nutzung von WLAN und mobilen Geräten
- Vermeiden Sie die Eingabe sensibler Passwörter in ungeschützten WLAN-Netzwerken.
- Achten Sie auf eine HTTPS-Verschlüsselung in Browsern und Apps.
- Sperren Sie mobile Geräte:
- Mindestens eine sechsstellige PIN verwenden.
- Noch besser: Fingerabdruckscanner oder andere biometrische Verfahren.
- Mindestens eine sechsstellige PIN verwenden.
- Bildschirmsperren sollten mindestens zweimal täglich aktiviert werden, um den physischen Zugriff für Unbefugte zu erschweren.
Fazit
Die Sicherheit von Benutzerkonten beginnt bei den Grundlagen: starke Passwörter, eingeschränkte Rechte und ein bewusster Umgang mit Netzwerken und mobilen Geräten. Baubetriebe können mit diesen einfachen Schritten das Risiko von Angriffen deutlich senken.











