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Digitale Buchhaltung im Tiefbau: Ein Praxisbeispiel aus Berlin
Seit über einem Jahrhundert steht die Carl Zauber Tiefbau GmbH in Berlin für Qualität und Zuverlässigkeit im Rohrleitungs- und Tiefbau. Heute verbindet das Familienunternehmen Tradition mit Innovation – und zeigt, wie digitale Buchhaltung und automatisierte Rechnungsprozesse die Effizienz im Bauwesen entscheidend steigern können. Mit Lösungen von Suiteify, ehemals Suiteify, hat Carl Zauber seine Finanzprozesse modernisiert, vereinfacht und transparenter gemacht – von der Baustelle bis zur Abrechnung.
Die Herausforderung: Hohe Anforderungen an die Finanzbuchhaltung
Gegründet 1921 in Berlin-Charlottenburg und heute mit Sitz in Schönefeld, beschäftigt Carl Zauber rund 150 Mitarbeitende. Zu den wichtigsten Kunden zählen öffentliche Auftraggeber wie die Berliner Wasserbetriebe und verschiedene Tiefbauämter.
Typisch für die Branche arbeitet das Unternehmen häufig in Arbeitsgemeinschaften (ARGE) mit anderen Baufirmen – eine Konstellation, die besondere Anforderungen an die Buchhaltung stellt. „Um Rechnungen und Zahlungsströme in Arbeitsgemeinschaften sauber abzubilden, müssen wir eine Teambuchhaltung führen. Unsere Firma stellt dann Rechnungen an die ARGE, die diese wiederum an den Auftraggeber weiterleitet“, erklärt Branka Schwarzlow-Pecak, Prokuristin und Mitglied der Geschäftsleitung.
Die Lösung: Flexible digitale Buchhaltung
Carl Zauber arbeitet bereits seit 1991 mit Finanzbuchhaltungssoftware von Suiteify. Was damals als DOS-Anwendung begann, ist inzwischen zu einer individuell angepassten Lösung für die digitale Buchhaltung im Tiefbau geworden. Gemeinsam mit dem langjährigen Berater Lothar Jeck wurde das System schrittweise an die komplexen Anforderungen des Bauunternehmens angepasst.
„Wir müssen Kostenstellen, Baustellen und Kostenträger exakt nachvollziehen können. Daher war es uns von Anfang an besonders wichtig, diese detailliert auswerten zu können“, erklärt Branka Schwarzlow-Pecak. „Die Software ermöglicht es uns, jede Baustelle individuell abzubilden – vom ersten Spatenstich bis zur Endabrechnung.“ Lothar Jeck ergänzt: „Im Tiefbau hängt wirtschaftlicher Erfolg stark von Transparenz ab. Eine flexible Kostenrechnung ist daher ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.“

Komplexe Abrechnungen einfach gelöst
Besonders anspruchsvoll im Bauwesen ist die Abrechnung nach § 13b UStG, die bei Bauleistungen eine Nettofakturierung erfordert. Für Carl Zauber kommen weitere Ebenen hinzu, weil Leistungen über die ARGE brutto weiterverrechnet werden müssen. „Eine Ausgangsrechnung kann mehrere Folgerechnungen nach sich ziehen – jeweils mit unterschiedlichen Mandantenbezügen“, so Lothar Jeck. Dank individuell programmierter Erweiterungen auf Basis der Software kann das Unternehmen diese Abläufe heute automatisiert und rechtssicher abwickeln.

Digitales Rechnungseingangsmanagement: Papierlos von der Baustelle bis zum Büro
Mit der Einführung einer digitalen Rechnungseingangsverarbeitung (REV) und eines Dokumentenmanagementsystems (DMS) hat Carl Zauber einen weiteren Schritt in Richtung papierloses Arbeiten gemacht. Eingehende Rechnungen werden nun automatisch digital erfasst und dem zuständigen Bauleiter zugewiesen. „Früher sortierten wir jede eingehende Rechnung in physische Fächer für die jeweiligen Bauleiter. Heute läuft der gesamte Prozess digital, sodass wir jederzeit eine vollständige Übersicht über den Status haben“, schildert Branka Schwarzlow-Pecak.
Für die Bauleiter bedeutet das: Sie können Rechnungen nun direkt auf der Baustelle prüfen und freigeben – egal, ob sie sich im Baucontainer, im Homeoffice oder unterwegs befinden. Mobiles Arbeiten wird damit zum Standard.
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E-Rechnung im Bauwesen
Auch die E-Rechnung ist für das Tiefbauunternehmen ein zentrales Thema. „Das Problem ist, dass unsere behördlichen Kunden solche Rechnungen möglicherweise noch gar nicht entgegennehmen können. Eine Bauakte enthält schließlich nicht nur eine Rechnung, sondern auch Aufmaße, Bauzeichnungen und Pläne. Wie diese umfangreichen Anhänge digital übermittelt werden können, ist derzeit noch unklar“, sagt Branka Schwarzlow-Pecak. Lothar Jeck ergänzt: "Entscheidend wird sein, Lösungen zu entwickeln, die die spezifischen Anforderungen der Bauwirtschaft bereits im Standard berücksichtigen – sowohl im Rechnungswesen als auch im Personalwesen.“.
Fazit
Die Carl Zauber Tiefbau GmbH ist ein Beispiel dafür, wie mittelständische Bauunternehmen durch digitale Buchhaltung ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken können. Flexibilität, Transparenz und Prozessklarheit bilden so das Fundament erfolgreicher Bauprojekte – digital wie analog.
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WEITERE ARTIKEL

Baulohn abrechnen – was Sie dazu wissen sollten
Viele Unternehmer im Baugewerbe scheuen vor der Baulohnabrechnung zurück. Dieser Beitrag beschreibt, was es mit dem Baulohn auf sich hat, welche Besonderheiten er aufweist und wie auch kleinere Betriebe die Abrechnung von Baulohn selbst durchführen können.
Die Baulohnabrechnung wirkt auf den ersten Blick komplex und unübersichtlich – bei näherer Betrachtung ist sie jedoch keineswegs Hexenwerk. Oft halten sich Unternehmerinnen und Unternehmer bei diesem Thema aber zurück, weil sie zu wenig darüber wissen. Wer den Baulohn selbst abrechnen möchte, sollte ihn daher zuerst verstehen.
Warum der Baulohn für das Baugewerbe unverzichtbar ist
Grund für die Einführung des Baulohns war und ist seit jeher der Ausgleich der witterungsbedingten Besonderheiten im Baugewerbe. Um diesen Ausgleich herzustellen, gibt es unter der Dachmarke SOKA-BAU (Sozialkassen der Bauwirtschaft) spezielle Sozialkassen für das Baugewerbe. Diese Kassen haben die Aufgabe, für die Bauarbeiter eine kontinuierliche Lohnzahlung sicherzustellen – und zwar vor allem unter folgenden Umständen:
- Jahreszeitenbedingter Arbeitsausfall (Beispiel: Gerüstbauer können ihre Arbeit bei Minustemperaturen im Winter aus Gründen der Sicherheit nicht ausführen.)
- Witterungsbedingter Arbeitsausfall (Beispiel: Ein anhaltender Wintereinbruch im April verschiebt mehrere Aufträge eines Landschaftsbauers nach hinten.)
- Jahresurlaub der Arbeitnehmer
Die Besonderheiten der Baulohnabrechnung dienen somit vor allem der Absicherung der im Baugewerbe beschäftigten Arbeitnehmer.
SOKA-BAU
Zur SOKA-BAU (Sozialkassen der Bauwirtschaft) gehören unter anderem die Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft (ULAK) und die Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes (ZVK).
Unternehmer müssen das Urlaubsentgelt ihrer Arbeitnehmer an die ULAK überweisen. Sie verwaltet das Entgelt treuhänderisch, bis die Mitarbeiter ihren Urlaub genommen haben.
Aufgabe der ZVK ist es, mit einer Rentenbeihilfe die Nachteile bei der Altersversorgung auszugleichen, die im Baugewerbe häufig an der Tagesordnung sind.
Welche Unternehmen zum Baulohn abrechnen verpflichtet sind
Es gibt keine abschließende Auflistung, aus der hervorgeht, welche Unternehmen Baulohn abrechnen müssen. Man orientiert sich dabei jedoch am Bundesrahmentarifvertrag Bau (BRTV) sowie am Tarifvertrag über das Sozialkassenverfahren im Baugewerbe (VTV).
Finden sich die Leistungen des Unternehmens in diesen Katalogen wieder, ist von einer Verpflichtung zur Beitragszahlung an SOKA-BAU auszugehen. In diesem Fall muss das Unternehmen den Baulohn selbst abrechnen oder die Abrechnung an einen externen Dienstleister auslagern.
Zum Baugewerbe zählen in jedem Fall die folgenden Baugewerbezweige:
- Bauhauptgewerbe
- Maler und Lackierer
- Dachdecker
- Gerüstbauer
- Garten- und Landschaftsbauer
Zum Bauhauptgewerbe gehören jene Wirtschaftszweige, die im Hoch- oder Tiefbau tätig sind oder spezialisierte Bautätigkeiten ausführen, beispielsweise:
- Gebäudebau
- Straßenbau
- Leitungstiefbau
- Kläranlagenbau
- Abbrucharbeiten
- Ingenieurholzbau
- Schornsteinbau
- Zimmereiarbeiten
Hinweis: Jedes Unternehmen ist verpflichtet, selbst zu prüfen, ob es Baulohn abrechnen muss. SOKA-BAU kann Beitragszahlungen auch noch mehrere Jahre rückwirkend einfordern.
Neben SOKA-BAU gibt es weitere Sozialkassen, die für spezielle Branchen geschaffen wurden:
- SOKA-DACH (Urlaubs- und Lohnausgleichskasse für das Dachdeckerhandwerk)
- EWGaLa (Einzugsstelle Garten- und Landschaftsbau)
- SKG (Sozialkasse für das Gerüstbaugewerbe)
- Sozialkasse des Berliner Baugewerbes
- Malerkasse
Besonderheiten der Baulohnabrechnung – womit Arbeitgeber rechnen müssen
Die Lohnabrechnung funktioniert auch im Baugewerbe zunächst nach den allgemeingültigen Vorgaben. Der Arbeitgeber ermittelt das Gesamtbrutto, berechnet die anfallende Lohnsteuer und die Beiträge zur Sozialversicherung, woraus sich schließlich der Nettolohn ergibt. In der Baulohnabrechnung wird dieses Schema durch weitere Positionen ergänzt:
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Besonderheit |
Herausforderung |
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Sozialkassenverfahren |
Der Arbeitgeber zahlt Beiträge an die Sozialkasse. Hierüber sind monatliche Meldungen zu erstellen. Er meldet Ansprüche auf Ausgleichszahlungen an und wickelt diese mit SOKA-BAU bzw. der zuständigen Sozialkasse ab. Teilweise variieren die Beitragssätze je nach Branche, ebenso wie die Verteilung auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer (z. B. Winterbeschäftigungsumlage 2,0 Prozent bei SOKA-BAU und SOKA DACH, 1 Prozent bei der SKG). |
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Arbeitszeitkonten |
Da die Arbeitszeiten am Bau im Jahresverlauf variieren, müssen Arbeitgeber, die den Baulohn selber abrechnen, Arbeitszeitkonten führen. Je nach Tarifvertrag werden gewöhnlich Sommer- und Winterarbeitszeiten unterschieden, wobei im Sommer mehr Sollarbeitsstunden abgerechnet werden, als im Winter. |
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Variierende Löhne |
Feste Monatslöhne sind im Baugewerbe kaum üblich. Im Regelfall variieren die Bruttolöhne der Arbeitnehmer in Abhängigkeit von der gearbeiteten Stundenzahl. |
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Zulagen |
Zuschläge zum regulären Stundenlohn (z. B. Zulagen für Mehrarbeit, Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit, Erschwerniszulagen) müssen gesondert für die angefallenen Arbeitszeiten ermittelt und in der Baulohnabrechnung ausgewiesen werden. |
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Sachleistungen |
Verpflegung auf der Baustelle, eine Unterkunft, Fahrtkostenzuschüsse – Sachleistungen müssen steuer- und sozialversicherungsrechtlich korrekt abgerechnet werden. |
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Sofortmeldungen |
Wird ein neuer Arbeitnehmer eingestellt, so hat vor Arbeitsantritt an die Deutsche Rentenversicherung Bund eine Sofortmeldung zu erfolgen. Andernfalls drohen bei einer Zollprüfung empfindliche Bußgelder. |
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(Saison-)Kurzarbeitergeld |
Fallen am Bau Arbeitszeiten witterungsbedingt aus, muss der Arbeitgeber die Ansprüche der einzelnen Mitarbeiter berechnen und Kurzarbeitergeld bei der Arbeitsagentur beantragen. |
Outsourcing der Baulohnabrechnung – nicht immer die optimale Lösung
Auf den ersten Blick kann der Baulohn durchaus komplex wirken. Daher entscheiden sich einige Unternehmen dafür, die Abrechnung extern durchführen zu lassen – insbesondere dann, wenn im Betrieb kein speziell geschultes Fachpersonal vorhanden ist.
Gleichzeitig ist das Outsourcing nicht für jeden Betrieb automatisch die beste Lösung. Denn auch bei einer externen Abrechnung bleibt ein gewisser Kommunikations- und Abstimmungsaufwand bestehen. Die für die Abrechnung benötigten Informationen werden weiterhin im Unternehmen erhoben, während der Dienstleister die anschließende Erfassung und Verarbeitung übernimmt.
Je nach Betriebsorganisation kann der Zeitvorteil dadurch unterschiedlich ausfallen – und für manche Betriebe kann es ebenso sinnvoll sein, die Baulohnabrechnung intern mit einer passenden Software abzuwickeln.
Baulohn selber abrechnen – auch für kleine Betriebe machbar und vorteilhaft
Allen Widrigkeiten zum Trotz kann jeder Unternehmer und jede Unternehmerin im Baugewerbe den Baulohn selber abrechnen – vorausgesetzt, man setzt eine Baulohn-Software ein, die die Besonderheiten der Baulohnabrechnung berücksichtigt. Die Abrechnung im eigenen Haus hat zahlreiche Vorteile:
- Unabhängigkeit: Wenn Arbeitgeber den Baulohn selbst abrechnen, bleiben sie von Dienstleistern unabhängig.
- Know-how: Das Know-how in Sachen Entgeltabrechnung bleibt im Betrieb bzw. kann kontinuierlich ausgebaut werden. Dank der Unterstützung durch Baulohn-Software ist weniger Fachwissen erforderlich, als viele Unternehmer glauben.
- Kosteneinsparung: Wenn ein Dienstleister den Baulohn abrechnet, bezahlt der Arbeitgeber gewöhnlich eine feste Pauschale je Mitarbeiter – Monat für Monat erneut.
- Kontrolle: Rechnen Unternehmer den Baulohn selber ab, behalten sie die Kontrolle. Auswertungen zu den Lohnkosten für unternehmerische Entscheidungen sind jederzeit verfügbar.
- Schutz von vertraulichen Daten: Wird die Baulohnabrechnung intern durchgeführt, müssen keine vertraulichen Mitarbeiter- oder Unternehmensdaten an Dritte herausgegeben werden.
Geprüfte Baulohn Software trägt zur Rechtssicherheit bei
Die gesetzlichen Vorgaben im Baulohn ändern sich häufig. Unternehmen, die den Baulohn selbst abrechnen möchten, sollten daher auf eine geeignete Baulohn-Software setzen. Diese sollte nicht nur alle branchenspezifischen Anforderungen abdecken – etwa die Verwaltung der Sozialkassen, die Berechnung von Urlaubsgeld, Meldungen an die Sozialkassen oder die Abrechnung von Saison-Kurzarbeitergeld –, sondern auch regelmäßig und zuverlässig vom Hersteller aktualisiert werden.
Wird die jeweils aktuelle Rechtslage (z. B. Meldefristen oder Beitragssätze) korrekt umgesetzt, ist bereits ein wichtiger Schritt in Richtung Rechtssicherheit getan.
Ideal ist eine Baulohn-Software, deren Verfahrenszulässigkeit sowohl von der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bestätigt wurde als auch für den elektronischen Datenaustausch mit der SOKA-Bau zugelassen ist. Das erleichtert die Abrechnung erheblich, da Anträge und Beitragsnachweise nicht mehr manuell erstellt werden müssen.
Mit der passenden Software reduziert sich der Aufwand für die Baulohnabrechnung somit auf ein Minimum.

Interview: Azubis gewinnen – eine Herausforderung für den Bau?
Die aktuelle Ausbildungssituation in Deutschland stellt viele Unternehmen vor große Herausforderungen. Laut Bundesagentur für Arbeit sind zahlreiche Ausbildungsstellen weiterhin unbesetzt. Im Juni standen rund 509.000 freie Ausbildungsplätze nur 392.000 suchenden Bewerber*innen gegenüber (Stand: 01.08.23). Besonders betroffen sind Branchen wie Handel und vor allem das Baugewerbe, wo die Azubi-Gewinnung zunehmend schwieriger wird. Angesichts dieser Situation stellt sich die Frage, wie Bauunternehmen geeignete Auszubildende im Baugewerbe gewinnen können. Recruiting-Experte Witali Kriwolutski geht im Interview auf wichtige Aspekte ein und gibt wertvolle Tipps.
Welche spezifischen Herausforderungen gibt es im Baubetrieb bei der Gewinnung von Auszubildenden?
Witali Kriwolutski: „Baubetriebe haben die gleichen Schwierigkeiten, neue Azubis zu gewinnen, wie Unternehmen in anderen Branchen auch. Meist sind es bestimmte Klischees oder auch Vorurteile, die eine Vorstellung der Berufe prägen. Manche Berufe wirken auf Auszubildende vermeintlich unattraktiv, da sie etwa körperliche Arbeit bei jeder Wetterlage bedeuten. Die Herausforderung ist, bereits bestehende Vorstellungen zu einem bestimmten Beruf aufzubrechen. Dieses Image kann geändert werden, indem auf Karrierewege sowie Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten hingewiesen wird: Neben gewerblichen Ausbildungen bietet die Baubranche auch kaufmännische oder technische Berufsausbildungen an. Durch die Bindung an Tarifverträge und Weiterbildungsmöglichkeiten ohne Hochschulreife bietet das Baugewerbe reichlich Chancen, an ein hohes Einkommen zu gelangen. Das ist vielen nur nicht bewusst.“
Welche Strategien haben sich in der Vergangenheit als besonders effektiv erwiesen, um Auszubildende noch für das bereits laufende Ausbildungsjahr erfolgreich anzuwerben?
Witali Kriwolutski: „Trotz bereits begonnenem Ausbildungsjahr bieten regionale Jobbörsen und Recruiting-Messen sowie entsprechende Events der Handwerkskammern oder Industrie- und Handelskammern gute Möglichkeiten, Auszubildende zu gewinnen. Diese fördern eine Begegnung zwischen Arbeitgebern und Bewerbern.
Neben dem Aufzeigen von Karrierechancen hilft das Angebot eines dualen Studiums effektiv Azubis anzuwerben. Die Kombination von praktischer und geistiger Arbeit ist ein attraktiver Faktor, um neue MitarbeiterInnen anzuziehen. Weiterhin sollte online betont werden, dass auch nach Ausbildungsstart noch Plätze frei sind.“
Wie können Baubetriebe ihre Attraktivität für potenzielle Auszubildende steigern?
Witali Kriwolutski: „Auszubildende müssen oft selbst nach den Details eines Ausbildungsberufes suchen, da viele Unternehmenskarriereseiten nicht explizit an diesen Informationsbedarf angepasst sind. Eine spezielle Karriereseite für Azubis, die alle wissenswerten Informationen bündelt, erhöht die Attraktivität und erleichtert die Bewerbung. Wichtige Aspekte, die über die Karriereseite kommuniziert werden sollten, um die Attraktivität gegenüber potenziellen Nachwuchstalenten zu steigern, sind Weiterbildungsmöglichkeiten, Karrierechancen und Bezahlung. Ebenso hilft es, aktuelle oder ehemalige Auszubildende als Sprachrohr zu nutzen, um einen Einblick in das Unternehmen zu geben. Dedizierte Vorteile für Lehrlinge, wie Prüfungsvorbereitungshilfen, Azubiprojekte oder Fahrkarten-Benefits, steigern ebenso die Attraktivität. Kooperationen mit Schulen und „Tage der offenen Tür“ bieten zukünftigen Nachwuchstalenten praktische Einblicke. In den nächsten Jahren wird der Wettbewerb um Auszubildende weiter zunehmen, weshalb Investitionen in diesem Bereich schon jetzt essenziell sind.“
Welche Rolle spielt Mentoring im Baubetrieb bei der Integration von Auszubildenden?
Witali Kriwolutski: „Mentoring hat einen hohen Stellenwert bei der Integration und Bindung von Nachwuchskräften. Gerade auf Baustellen, die für viele Ausbildungsberufe im Baubetrieb der Arbeitsplatz sind, schafft eine begleitende Person Vertrauen und erleichtert die Lernprozesse. Ein unterstützender Ansprechpartner in jedem Arbeitsbereich eines Baubetriebs vermittelt den Azubis mehr Sicherheit und fördert ihre Eigenständigkeit. Dies steigert die Leistungsbereitschaft und unterstützt die Integration der neuen MitarbeiterInnen. Es ist daher entscheidend, das Mentoring nach außen zu kommunizieren, um potenzielle Lehrlinge vom Unternehmen zu überzeugen.“
Welche Maßnahmen können Baubetriebe unternehmen, um noch potenzielle Auszubildende erreichen zu können?
Witali Kriwolutski: „Die sozialen Medien sind nicht die erste Anlaufstelle für Menschen, die sich um eine Ausbildung bemühen. Azubis suchen aktiv über Google nach Ausbildungsplätzen, nur sind Firmen dort oft nicht so aktiv. Das bedeutet, eine sinnvolle Investition, um von potenziellen Auszubildenden gefunden zu werden, wäre in Google-Werbung zu investieren. Dennoch ist ein Auftritt in den sozialen Medien von Vorteil, damit junge Talente einen Einblick in das Unternehmen erhalten.“
Welche besonderen Anreize oder Vorteile können Baubetriebe bieten, um Azubis zu gewinnen?
Witali Kriwolutski: „Neben der Ausbildungsvergütung ist die Intensität, mit der Bauunternehmen die Auszubildenden in schulischen Angelegenheiten unterstützen, eine vielversprechende Möglichkeit, gegenüber anderen Firmen hervorzustechen. Übungsbaustellen können dabei helfen, Kenntnisse zu verfestigen oder die praktischen Fähigkeiten auszubauen. Offenheit gegenüber alternativen Ausbildungsmethoden ist ebenso ein Alleinstellungsmerkmal. Teilzeitausbildungen können ein Anreiz sein, sich für einen bestimmten Betrieb zu entscheiden.“
Wie wichtig ist die Unternehmenskultur und das Arbeitsumfeld im Baubetrieb, um Auszubildende zu halten und ihre Zufriedenheit zu gewährleisten?
Witali Kriwolutski: „Wie die Mitarbeitenden im Unternehmen miteinander umgehen, macht den Unterschied zwischen einem guten und einem weniger guten Arbeitsklima aus. Der größte Anreiz für Auszubildende ist, wenn ein Unternehmen erfolgreich nach außen kommuniziert, dass den Azubis auf Augenhöhe begegnet wird und sie als vollwertige Teammitglieder angesehen werden. Eine offene Fehlerkultur zu leben bedeutet, Talente konstruktiv zu fördern. Respekt gegenüber den neuen MitarbeiterInnen und deren Ansichten sowie Ideen verstärkt die Integration in die Unternehmensprozesse.“
Wie können Baubetriebe sicherstellen, dass ihre Ausbildungsprogramme den Bedürfnissen und Erwartungen der heutigen Generation von Auszubildenden entsprechen?
Witali Kriwolutski: „Ein Baubetrieb darf sich nicht davor scheuen, den Bewerbungsprozess zu vereinfachen. Das Bewerbungsaufkommen steigt, wenn die Hürde für Personen, mit einer Firma in Kontakt zu treten, so gering wie möglich ist. Zum Beispiel könnte das erste Gespräch als Videointerview stattfinden, während dem Auszubildenden beim zweiten Gespräch vor Ort das Arbeitsumfeld gezeigt wird. Damit das Ausbildungsprogramm den Bedürfnissen und Erwartungen der neuen MitarbeiterInnen entspricht, lohnt es sich, die Auszubildenden in die Gestaltung der Ausbildung einzubeziehen. Durch deren regelmäßiges Feedback über die Ausbildung und mögliche Interessenbereiche kann die Ausbildung weitestgehend an die Wünsche der Azubis angepasst werden. Diese Form der Wertschätzung steigert das Engagement.“
Fazit
Auf den ersten Blick scheint die Azubi-Gewinnung im Baugewerbe, besonders nach dem offiziellen Start des Ausbildungsjahres, eine große Herausforderung zu sein. Doch mit den richtigen Strategien ist diese Aufgabe auch für kleine und mittelständische Bauunternehmen zu bewältigen. Von der Vereinfachung des Bewerbungsprozesses über die Schaffung spezieller Karriereseiten für Auszubildende bis hin zur Implementierung von Mentoring-Programmen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Attraktivität von Baubetrieben für potenzielle Nachwuchstalente zu steigern. Die Unternehmenskultur und das Arbeitsumfeld spielen dabei eine entscheidende Rolle für die Bindung und Zufriedenheit von Auszubildenden.
Im Suiteify-Ratgeber erhalten Sie weitere Informationen zum Thema „Azubis in der Baubranche anwerben und halten“.
Weitere Tipps, um selbst noch einen Ausbildungsplatz zu finden, gibt die Bundesagentur für Arbeit
Kurz zusammengefasst:
Warum ist es so schwer, Azubis im Baugewerbe zu gewinnen?
Starker Wettbewerb um Nachwuchskräfte und ein teils veraltetes Branchenimage.
Welche Faktoren beeinflussen die Entscheidung von Bewerber*innen?
Für Jugendliche spielen bei der Wahl ihres Ausbildungsplatzes besonders folgende Punkte eine Rolle:
- Attraktivität des Berufsbildes (Karrieremöglichkeiten, Aufstiegschancen)
- Betriebsklima und Teamkultur
- Ausbildungsvergütung und Zusatzleistungen
- Work-Life-Balance (geregelte Arbeitszeiten, Freizeit)
- Digitalisierung und moderne Arbeitsmethoden
Wie können Bauunternehmen Azubis besser ansprechen?
Bauunternehmen haben verschiedene Möglichkeiten, sich im Wettbewerb um Nachwuchskräfte zu positionieren:
- Authentische Kommunikation: Azubi-Videos, Erfahrungsberichte und Social Media nutzen
- Kooperationen mit Schulen: Praktika, Schnuppertage, Schulbesuche
- Attraktive Zusatzangebote: z. B. Azubi-Werkzeuge, Weiterbildungsmöglichkeiten, Übernahmegarantie
- Modernes Employer Branding: Bauunternehmen als innovativer, digitaler und nachhaltiger Arbeitgeber präsentieren
1 Quelle: Pressebericht „Lage auf dem Ausbildungsmarkt für Bewerbende weiter gut", Bundesagentur für Arbeit

Sommer-Baustellen: Hitzeschutz und effizientes Arbeiten bei Hitze
Sommerliche Temperaturen stellen für Baubetriebe eine ernsthafte Herausforderung dar: Hitzekrämpfe, Sonnenstich oder Erschöpfung sind keine Seltenheit. Arbeitgeber tragen die Verantwortung, ihre Mitarbeitenden zu schützen und dennoch einen reibungslosen Bauablauf sicherzustellen. In diesem Beitrag erfahren Sie praxisorientierte Tipps für effektiven Schutz und effizientes Arbeiten auf Baustellen bei Hitze.
Gefahrenbewusstsein schaffen
Sensibilisieren Sie Ihre Teams für die Risiken von Hitze. Direkte Sonneneinstrahlung, reflektierende Flächen und heiße Maschinen können die Temperaturbelastung erhöhen. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Mitarbeitenden im Notfall wissen, wie sie reagieren müssen. Regelmäßige Unterweisungen und klare Notfallpläne sind unerlässlich.
Bekleidung und Sonnenschutz
Leichte, atmungsaktive Kleidung und Kopfbedeckungen bieten Schutz vor Überhitzung. Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor sollte regelmäßig – vor allem nach dem Schwitzen – aufgetragen werden, um Sonnenbrand und Hautkrebs vorzubeugen.
Schatten, Pausen und Arbeitsplanung
Richten Sie schattige Bereiche ein, wo immer es möglich ist. Regelmäßige Pausen im Schatten helfen, den Kreislauf zu entlasten. Planen Sie besonders anstrengende Arbeiten für die kühleren Morgen- oder Abendstunden oder teilen Sie die Arbeit in kürzere Schichten auf. So bleiben Teams länger leistungsfähig.
Akklimatisierung und Hydration
Der Körper muss sich an hohe Temperaturen gewöhnen. Beginnen Sie nach Urlaub oder längeren Pausen mit moderatem Arbeitspensum und mehr Pausen. Trinken Sie regelmäßig Wasser, auch ohne Durstgefühl. Isotonische Getränke können helfen, Elektrolyte auszugleichen.
Hitzekrankheiten erkennen und vorbeugen
Hitzeerschöpfung
- Symptome: Starkes Schwitzen, blasse Haut, Muskelkrämpfe, Müdigkeit, Übelkeit, schneller Puls.
- Erste Hilfe: In den Schatten bringen, enge Kleidung lockern, kühlen und Wasser in kleinen Mengen geben.
Hitzekrämpfe
- Symptome: Muskelkrämpfe (meist Beine oder Bauch), Erschöpfung, starkes Schwitzen.
- Erste Hilfe: Kühlen, Wasser oder Elektrolyte geben, Muskeln vorsichtig dehnen.
Hitzschlag (Sonnenstich)
- Symptome: Körpertemperatur über 40 °C, rote oder heiße Haut, starker Puls, Schwindel, Verwirrung oder Bewusstlosigkeit.
- Erste Hilfe: Sofort Notarzt rufen! In den Schatten bringen, Kleidung entfernen, mit Wasser kühlen und Luft zufächeln.
Hitzeausschlag
- Symptome: Rote Pusteln in Hautfalten, Juckreiz oder Brennen.
- Erste Hilfe: Bereich trocken halten, Hitze vermeiden, ggf. Puder verwenden.
Fazit und weiterführende Informationen
Eine gute Planung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, geeignete Kleidung und Schattenplätze sind die Basis für sicheres Arbeiten im Sommer. Schulen Sie Ihr Team im Erkennen von Hitzesymptomen und setzen Sie Sonnenschutz konsequent um. So schützen Sie Ihre Mitarbeitenden und halten den Betrieb effizient am Laufen.
Weiterführende Infos bietet die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau).

Interview: BIM in der Bauausführung mit Experte Adrian Peritore
Building Information Modelling (BIM) ist eine Schlüsseltechnologie, die die Bauausführung nachhaltig verändert. Sie steigert Effizienz, Sicherheit und Transparenz in Bauprojekten. Besonders für kleine und mittelständische Unternehmen eröffnen sich neue Chancen, wenn BIM konsequent in die Prozesse integriert wird. Im folgenden Interview gibt Adrian Peritore, Experte für BIM, Einblicke in die Vorteile, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der Methode – und zeigt, wie Bauunternehmen durch die in Suiteify integrierte BIM-Methode profitieren.
Können Sie kurz erläutern, warum die Nutzung von BIM für Baubetriebe von Vorteil ist?
Adrian Peritore: „Das Thema BIM verhindert widersprüchliche Auskünfte auf der Baustelle hinsichtlich Planungsstand sowie Mengenermittlung. Das bedeutet, alle Informationen, die früher händisch ermittelt und durch Medienbrüche verfälscht wurden, werden nun durch BIM vernetzt. Ändert sich ein Detail in einem Schlüsselprozess, musste diese Änderung ebenso händisch übernommen werden. Das liefert großes Fehlerpotential, was durch BIM nahezu vollständig eliminiert wird. Darum profitieren Baubetriebe gerade bei der Mengenermittlung durch die Implementierung von BIM.“
Wie weit verändert BIM die Kernprozesse im Baubetrieb?
Adrian Peritore: „Vollständig! Die Integration von BIM verlangt von einem Baubetrieb, die Kernprozesse komplett zu überdenken. Am Beispiel der Mengenermittlung: Früher wurde dafür ein Plan ausgedruckt, um mit einem Dreikantmaß die Mengen daraus zu ermessen. Dann werden die Positionen ermittelt, die für die Ausführung gebraucht werden. Anschließend werden diese Positionen in ein Roh-LV eintragen sowie die Mengen zu jeder Position gezogen. Das geschah alles händisch. Diese Arbeitsschritte fallen weg, da die Informationen bereits im System übernommen werden. Dadurch entsteht eine komplett neue Arbeitsweise. Vereinfacht gesehen, ist es vergleichbar mit dem Umstieg von Handschaltung auf Automatik.“
Wie helfen die Suiteify-Lösungen hinsichtlich BIM, die Effizienz und Produktivität von Bauprojekten zu verbessern?
Adrian Peritore: „Bauunternehmen können mit den Suiteify-Lösungen sowohl auf konventionelle Art arbeiten als auch nach der BIM-Methode. Die Anwender haben neben den üblichen Vorteilen von Building Information Modelling auch akkuratere sowie effizientere Arbeitsprozesse und verlässlichere Daten. Der große Vorteil ist, dass es alle Funktionen auf einer Plattform vereint und Unternehmen beispielsweise keine verschiedenen Werkzeuge für ERP und BIM benötigen. Weiterhin ermöglicht es die Anwendung, die händische mit der modellbasierten Projektarbeit zu vermischen und den Grad der BIM-Nutzung zu wählen.“
Wie unterstützt Suiteify die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren in einem Bauprojekt? Welche Vorteile haben User durch die Suiteify-Lösungen?
Adrian Peritore: „Das Arbeiten mit der Cloud macht die Informationsgewinnung auf der Baustelle sehr einfach. Durch die webbasierte Anwendung ist es dem Anwendenden von überall aus möglich, die Software und damit auch BIM zu nutzen. BIM war immer mit hoher Rechenleistung verbunden, die durch die Suiteify-Lösung hinfällig wird: Die Rechenleistung wird von einem dezentralen Server erbracht und kann von jedem Endgerät über den Browser abgerufen werden.“
Wie trägt die Nutzung von BIM dazu bei, Risiken und Unvorhersehbarkeit in Bauprojekten zu reduzieren?
Adrian Peritore: „Mit Blick auf das gesamte Bauprojekt hilft BIM schon vor Baubeginn eine ganzheitliche Analyse des Objekts zu liefern. Tatsächlich wird in der Praxis schon gebaut, bevor die Planung komplett abgeschlossen ist. Dadurch entstehen Probleme, die BIM komplett entfernt. Beispielsweise hilft die Technologie dabei, dass Mengenmehrungen oder Bauteilkollisionen im 3D-Modell frühzeitig erkannt und dadurch in der Umsetzung vermieden werden können.“
Wie kann die Implementierung von BIM dazu beitragen, die Nachhaltigkeit von Bauprojekten zu verbessern?
Adrian Peritore: „BIM ist für das Thema Nachhaltigkeit von großer Bedeutung. Die Methode erlaubt eine präzisere Koordination und ein effektiveres Management, in dem Themenbereich Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (kurz ESG, vom Englischen). Gerade das Berechnen von CO₂-Äquivalenten oder, was zukünftig von Bedeutung sein kann, beim Erheben einer Umweltbewertung der eigenen Nachhaltigkeit, wird kaum ohne modellbasiertes Arbeiten gelingen.“
Wie kann BIM dazu beitragen, die Zufriedenheit der Auftraggeber zu verbessern?
Adrian Peritore: „Die integrierten Funktionen von BIM in Suiteify steigern die Qualität der bereitgestellten Bauprojektinformationen und ermöglichen eine akkuratere Datenerhebung. Dadurch hilft die Methode bei der Zeitplanung und erlaubt eine enorme Kostenersparnis, da Fehler vermieden werden können. Weiterhin erhöht BIM die Transparenz in jeder Bauphase.“
Welche Ressourcen bietet Suiteify an, um Nutzer in der effektiven Anwendung von Suiteify Bautechnik zu unterstützen?
Adrian Peritore: „Generell haben wir darauf geachtet, dass die Anwender sich die Softwarebedienung ohne lange Grundlagenschulungen autodidaktisch beibringen können. Dafür haben wir von Anfang an großen Wert auf das Thema User Experience gelegt. Die Anwender sollen möglichst schnell in der Lage sein, die Software selbstständig zu bedienen. Für den kleinen Schubser in diese Richtung haben wir kleine Videoanleitungen angelegt, welche die Kernprozesse erklären. Bei höherem Bedarf gibt es ein größeres Angebot durch unsere Akademie. Weiterhin steht für die individuelle Beratung das Experten-Team aus dem Consulting zur Verfügung.“
Wie sieht die Zukunft von BIM in Suiteify aus? Welche Weiterentwicklungen sind geplant?
Adrian Peritore: „Aktuell können bauausführende Unternehmen anhand des 3D-Modells die Mengen abrechnen, was vorher händisch vorgenommen wurde. Der nächste Meilenstein wird sein, die LV- und Angebotserstellung am Modell vollständig zu integrieren. Dann können Unternehmen anhand ihrer eigenen Standards und ohne Medienumbrüche, die LV- und Angebotserstellung, zusätzlich zur Mengenermittlung, generieren. Parallel dazu entwickeln wir methodische Funktionen weiter. Das bedeutet alle Funktionen, die sich an der BIM-Methode anlehnen oder bedienen, wie der Versionsvergleich, BCF-Management, BIM/LV-Container und vieles mehr. Die vollständige Integration von Microsoft Office ist geplant, wodurch beispielsweise die zu einem Projekt gehörenden Dokumente aus MS Teams direkt mit dem entsprechenden Teil verbunden werden. Dadurch werden alle wichtigen Dokumente im Modell einsehbar. Weiterhin werden wir ein Mängelmanagement in die Software integrieren.“
Was macht die Lösung von Suiteify so besonders?
Adrian Peritore: „Wir haben frühzeitig erkannt, dass wir in die Cloud müssen, um uns selbst und unsere Kunden zukunftsfähig zu machen. Bei Suiteify entwickeln wir Software auf der Erfahrung von Fachkräften, um auch die tatsächlichen Kundenbedürfnisse zu decken. Wir nutzen unsere Markterfahrung und bieten Lösungen von Bauleuten für Bauleute an.“

Interview: Wie KI die Baubranche verändert – Suiteify-Experte im Gespräch
Künstliche Intelligenz (KI) gilt als eine der spannendsten technologischen Entwicklungen unserer Zeit – auch für die Bauwirtschaft. Sie verspricht, Prozesse effizienter zu machen, Kosten zu senken und Fachkräfte zu entlasten. Doch wie groß ist das Potenzial tatsächlich und welche Herausforderungen bringt die Integration mit sich? Im Interview erklärt Henrik Brockschmidt, Suiteify-Experte für die Organisation von Kernprozessen in Baubetrieben, wie KI heute schon eingesetzt wird, welche Chancen sich für Bauunternehmen ergeben und warum Suiteify eine zukunftssichere Plattform darstellt.
Können Sie erklären, wie künstliche Intelligenz die Effizienz von Bauprojekten verbessern kann?
Henrik Brockschmidt: „Künstliche Intelligenz zeichnet sich dadurch aus, dass sie Dinge, die für den Menschen aufwendig sind, schnell und trotzdem effizient erledigen kann. Die Rede ist von der Analyse und dem Vergleich von großen Datensätzen. KI bietet demnach eine Entlastung bei repetitiven Aufgaben, die leicht automatisiert werden können. Grundsätzlich wird es entscheidend bleiben, das Know-how der Kalkulatoren in durch die KI nutzbare Datenbestände zu überführen.“
In welchen Bereichen der baubetrieblichen Prozesse sehen Sie das größte Potenzial für KI-Anwendungen?
Henrik Brockschmidt: „Die KI-Kalkulation von Suiteify setzt zum Beispiel bei der Bepreisung von DA83-Anfragedateien an. Diese ist darauf trainiert worden, die zu bepreisenden Positionen mit den im eigenen Fundus befindlichen Quell- bzw. Musterprojekten abzugleichen. Da dieser Prozessschritt sehr zeitaufwendig ist, sahen wir ihn prädestiniert, die Kalkulatoren durch die Implementierung von KI zu entlasten. Die User der KI-Kalkulation in der Cloudlösung Suiteify Operations Construction erreichen so mithilfe dieser semantischen Langtextanalyse eine Zeitersparnis von mindestens 50 %. Der Kalkulations-Assistent ist auch darauf trainiert zu erkennen, dass zum Beispiel „HLZ“ das Gleiche bedeutet wie „Hochlochziegel“. Ebenso kann er eine Unterscheidung zwischen „Baumfällarbeiten“ und „Baumischabfälle entsorgen“ vornehmen, obwohl diese viele identische Zeichen besitzen.“
Wie können auch kleinere Baufirmen von KI profitieren?
Henrik Brockschmidt: „Die KI-Technologie in Suiteify Operations Construction wird über Internetbrowser aufgerufen, das bedeutet, alle – insbesondere auch kleinere Betriebe –, die beispielweise keine umfassende IT-Infrastruktur aufbauen möchten, profitieren von den Vorteilen. Mit dem KI-Assistenten bieten wir ein standardisiertes Werkzeug, das KI nutzt, um einen zeitaufwendigen Arbeitsprozess effizienter zu gestalten.“
Was sind die größten Herausforderungen bei der Integration von KI in bestehende Bauprozesse?
Henrik Brockschmidt: „Die Einführung von KI unterscheidet sich nicht von anderen Veränderungen in der Organisation unserer Kunden. Deshalb ist auch hier die Herausforderung identisch: Ist die Technologie implementiert, muss sie von den Mitarbeitenden angenommen werden. Gerade in diesem Punkt unterstützt Suiteify seine Kunden umfassend. Wir Consultants fungieren dabei im Einführungsprozess sozusagen als Change Manager unserer Kunden.“
Können Sie einige Beispiele nennen, wie KI bereits erfolgreich in Bauprojekten eingesetzt wurde?
Henrik Brockschmidt: „Unser Claim ‚52 % Zeitersparnis in der Kalkulation‘ bezieht sich auf den Prozessschritt der Bepreisung von Anfrage-Leistungsverzeichnissen (DA83). Diese Leistung wurde von unseren Kunden bereits wiederholt bestätigt.“
Wie verändert KI die Art und Weise, wie Bauprojekte kalkuliert und umgesetzt werden?
Henrik Brockschmidt: „Routinearbeiten werden beschleunigt und automatisiert, wodurch die Fachkräfte in der Kalkulation Zeit gewinnen. Die gewonnene Zeit können Sie nutzen, um ihr Know-how strategisch einzusetzen. Zum Beispiel, um sich bei interessanten Anfragen ausgiebiger um die entscheidenden A-Positionen zu kümmern.“
Gibt es bestimmte Bauprojekte oder -arten, die besonders von der Implementierung von KI profitieren könnten?
Henrik Brockschmidt: „Für den Einsatz von KI-Technologie innerhalb der Baubranche sind praktisch keine Grenzen gesetzt. Wir von Suiteify haben gerade erst begonnen, künstliche Intelligenz und die Baubranche zusammenzuführen. Dabei haben wir bereits einige Anregungen in die weitere Entwicklung einfließen lassen, die uns Kunden aus dem Betrieb der KI-Kalkulation heraus gemacht haben. Dieses Feedback ist entscheidend für uns, damit wir unsere Lösungen weiterhin zielgerichtet an den Kundenbedürfnissen ausrichten.“
Warum ist Suiteify das richtige Mittel, um den steigenden Anforderungen der Baubranche gerecht zu werden?
Henrik Brockschmidt: „Wie Sie sehen, ist Suiteify mit Suiteify genau der richtige Partner, um Ihre Bauprojektprozesse mit den neuesten Technologien zu verbinden. Bauprojekte entstehen dezentral. Alle Projektbeteiligten müssen unabhängig von Ort und Zeit eng vernetzt und sicher zusammenarbeiten. Cloudtechnologie und durchgängige digitale Prozesse sind dafür aus meiner Sicht zwingend erforderlich. Suiteify ist als zukunftssichere, offene Anwendungsplattform konzipiert. Mit den Suiteify-Anwendungen sowohl für die kaufmännischen als auch für die bautechnischen Aufgaben bleiben Baubetriebe damit am Puls der Zeit und haben im Wettbewerb die Nase vorn.“

Interview: „Datensicherheit im Baubetrieb – Risiken und Lösungen“
Medienberichte über Datenklau oder leere Online-Bankkonten sind längst Alltag. Doch viele Privatpersonen und gerade kleinere Betriebe fühlen sich nicht bedroht – ein fataler Irrtum. Warum Datensicherheit wirklich jedes Unternehmen betrifft, erklärt Suiteify-IT-Spezialist und Leiter Produktmanagement IT-Systems Waldemar Kühn im Interview.
Herr Kühn, ist Datensicherheit nur ein Modethema oder ist die Bedrohung tatsächlich so groß?
Waldemar Kühn: „Das Thema ist deshalb so oft in den Medien, weil tatsächlich viel passiert. Allerdings geschieht noch wesentlich mehr, als öffentlich bekannt wird. Ein Angriff muss nicht immer im Super-GAU enden, dennoch richtet er Schaden an – oft zunächst unbemerkt. Internetkriminalität wird mittlerweile hochprofessionell betrieben, während das Bewusstsein bei vielen Nutzern noch fehlt.
Mein Fazit: Datensicherheit betrifft alle, vom Handwerker bis zum Großkonzern. Das größte Risiko bleibt aber der Mensch. Klare Richtlinien im Betrieb sind deshalb unerlässlich. Angst ist nicht nötig, aber der richtige Schutz ist Pflicht.“
Können Sie uns ein paar Beispiele geben?
Waldemar Kühn: „Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Privatleute oder kleine Betriebe für Hacker uninteressant seien. Das Gegenteil ist der Fall. Viele Angreifer setzen auf Masse.
Ein Beispiel: Internetrouter. Oft werden Standardgeräte genutzt, die nur rudimentäre Firewall-Funktionen bieten. Fehlen Updates oder wurde die Einrichtung nicht fachmännisch vorgenommen, sind Sicherheitslücken programmiert.
Ein weiteres Beispiel: Viele Rechner haben zunächst eine Antiviren-Software als Probeabo installiert. Läuft dieses ab und wird nicht verlängert, ist der PC komplett ungeschützt. Genau das passiert häufiger, als man denkt.
Ungeschützte Systeme sind wie ein Haus, in dem alle Türen offenstehen, während man mit Augenbinde Wache hält.“
Was kann konkret passieren?
Waldemar Kühn: „Neben dem Horrorszenario leerer Bankkonten gibt es alltägliche Schäden. Ein Beispiel: Ein Unternehmen nutzte ungeschützte E-Mail-Postfächer bei einem Provider. Ein Virus versendete massenhaft Spam über deren Adressen. Ergebnis: Der Provider sperrte die Konten, und der Betrieb war eine Woche lang lahmgelegt.
Wir haben damals das gesamte System bereinigt und neue, geschützte Konten in unserem Rechenzentrum eingerichtet. Dieses Beispiel zeigt: fehlender Schutz führt schnell zu existenziellen Problemen.“
Was heißt das für kleinere Betriebe ohne eigenen IT-Fachmann – muss der Chef zum IT-Experten werden?
Waldemar Kühn: „Nein. Der Chef soll sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Für kleinere Unternehmen ist ein eigener IT-Experte meist zu teuer. Hier helfen externe Spezialisten, die Systeme einrichten, Updates übernehmen und im Notfall zur Seite stehen.“