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Interview: Wann lohnt sich Baulohn-Outsourcing für einen Baubetrieb?
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Interview: Wann lohnt sich Baulohn-Outsourcing für einen Baubetrieb?

Viele Bauunternehmen überlegen, die Baulohnabrechnung auszulagern. Gründe sind fehlendes Fachwissen, Personalmangel oder der Wunsch nach mehr Sicherheit und Flexibilität. Doch lohnt sich der Schritt wirklich? Thomas Barwitz, Leiter Lohnservice mit über 40 Jahren Erfahrung im Baugewerbe, gibt Antworten auf die häufigsten Fragen zum Thema Vollservice.

5 Min. Lesezeit

Warum entscheiden sich Bauunternehmen für den Vollservice?

Thomas Barwitz: „Im Regelfall gibt es im eigenen Unternehmen niemanden, der den Baulohn beherrscht. Man möchte auch kein spezielles Know-how aufbauen, sondern sich auf die eigenen Kernkompetenzen konzentrieren. Kosten sind meist nicht der Hauptgrund.“

Spart Outsourcing wirklich Kosten?

Thomas Barwitz: „Unter Berücksichtigung des Risikos von Krankheitsfällen oder Personalausfällen lässt sich eine Kosteneinsparung errechnen. Dennoch sollten Kosten nicht der Hauptgrund sein. Wichtiger sind Flexibilität und Sicherheit.“

Ab wie vielen Mitarbeitern lohnt sich der Vollservice?

Thomas Barwitz: „Grundsätzlich ab einem Mitarbeiter. Die meisten Kunden liegen zwischen 10 und 20 Arbeitnehmern. Auch bei größeren Betrieben steigt die Tendenz zum Outsourcing.“

Wie erkläre ich meinen Mitarbeitern Outsourcing, ohne Ängste zu schüren?

Thomas Barwitz: „Oft gibt es im Betrieb schlicht niemanden, der den Lohn macht. In kleineren Firmen übernimmt das häufig die Ehefrau des Unternehmers. In größeren Unternehmen fallen Mitarbeiter aus Altersgründen oder wegen Elternzeit weg. Die verbleibenden Beschäftigten sind meist froh, wenn Bereiche ausgelagert werden.
Outsourcing mit dem Ziel des Personalabbaus ist sehr selten.“

Wie viele Lohnmitarbeiter können eingespart werden?

Thomas Barwitz: „Das hängt von der Unternehmensgröße ab. Kleine Betriebe sparen meist keine Stelle, weil es keine gibt.
Bei etwa 100 Beschäftigten kann eine bisher teilweise eingesetzte Lohnkraft entfallen. Firmen, die demnächst Personal durch Rente verlieren, denken daher oft über Vollservice nach.“

Wie lange dauert die Umstellung auf Vollservice?

Thomas Barwitz: „Betriebe mit 1–20 Beschäftigten können innerhalb eines Tages umgestellt werden.
Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten benötigen oft bis zu zwei Wochen, abhängig von der Datenaufbereitung und der Möglichkeit zur elektronischen Datenübernahme.“

Welche Aufgaben sollten intern bleiben?

Thomas Barwitz: „Die Personalverwaltung sollte intern bleiben. Dazu gehören Einstellungen, Arbeitsverträge, Zeugnisse und die direkte Kommunikation mit Mitarbeitern. Für den Vollservice wird ein zentraler Ansprechpartner im Unternehmen benötigt.“

Wie finde ich den richtigen Partner für die Baulohnabrechnung?

Thomas Barwitz: „Wählen Sie einen Spezialisten mit Branchenkenntnis. Prüfen Sie die gegenseitigen Erwartungshaltungen, um spätere Enttäuschungen zu vermeiden.“

Warum setzen viele Bauunternehmen auf den Suiteify-Vollservice?

Thomas Barwitz: „Wir haben uns seit Jahrzehnten auf die Baulohnabrechnung spezialisiert und ein tiefes Know-how aufgebaut. Besonders Betriebe mit 10–30 Mitarbeitern profitieren, weil der Aufbau eigenen Fachwissens oft zu teuer oder unmöglich ist. Bei größeren Unternehmen hilft die Flexibilität: Wenn Schlüsselpersonal ausfällt (z. B. Rente, Elternzeit), kann Vollservice temporär einspringen.“

Fazit: Vollservice – eine Frage von Sicherheit und Effizienz

Baulohn-Outsourcing ist für viele Bauunternehmen eine echte Entlastung. Kostenersparnisse können entstehen, entscheidend sind jedoch Sicherheit, Fachwissen und Flexibilität. Wer sich für den Vollservice entscheidet, profitiert von zuverlässiger Abrechnung und kann interne Ressourcen auf andere wichtige Unternehmensbereiche lenken.

BIM im Straßen- und Tiefbau: Chancen für den Mittelstand
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BIM im Straßen- und Tiefbau: Chancen für den Mittelstand

Der steigende Kostendruck, enge Zeitpläne und komplexe Bauprojekte machen auch vor dem Straßen- und Tiefbau nicht halt. Immer mehr Unternehmen setzen daher auf Building Information Modeling (BIM). Während große Baukonzerne schon länger mit digitalen Modellen arbeiten, entdecken zunehmend auch mittelständische Betriebe die Vorteile – vom kalkulatorischen Einstieg bis hin zu einer besseren Zusammenarbeit mit Auftraggebern.

5 Min. Lesezeit

Position des HDB: BIM als Werkzeug für bessere Prozesse

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) betont in seinem Positionspapier „BIM im Straßenbau“ die Chancen der Methode. Dr. Walter Fleischer, Vorsitzender der Bundesfachabteilung Straßenbau, fasst es so zusammen: „BIM ist kein Allheilmittel, aber ein Werkzeug, das sinnvoll genutzt Verbesserungen und Vorteile für alle Beteiligten bringt.“
Besonders wichtig sei es, die Erfahrungen und Kenntnisse der Bauausführenden frühzeitig einzubeziehen. So können Logistikfragen, Bauabläufe und Risiken schon vor der Realisierung berücksichtigt werden.

Vorteile für mittelständische Bauunternehmen

BIM muss nicht zwingend als „großer Wurf“ gestartet werden. Bereits kleinere Schritte, oft als „Little BIM“ bezeichnet, bringen spürbaren Nutzen. Lars Grundmann, Geschäftsführer von CKS-Bau, betont: „BIM im Straßen- und Tiefbau ist weiter als man vermutet und erzielt von Beginn an messbaren Nutzen bei vertretbarem Aufwand.“
Allein die modellbasierte Mengenermittlung sorgt von der Kalkulation bis zur Abrechnung für mehr Effizienz. Die benötigten Daten sind häufig schon vorhanden oder lassen sich leicht erzeugen.

Modellbasierte Mengenermittlung in der Praxis

Digitale Formate wie ISYBAU, DWG, LandXML oder REB bilden die Grundlage für die Weiterverarbeitung. Aus einem Digitalen Geländemodell (DGM) können beispielsweise Achsen, Gradienten und Ausführungspläne direkt übernommen werden. Dadurch sinkt die Fehlerquote, die bei manuellen Eingaben oft hoch ist.
Die so erzeugten Modelle ermöglichen:

  • präzise Kalkulation,
  • exakte Materialbestellungen,
  • schnellere Rechnungsprüfung und
  • durchgängige Prozesse bis zur Abrechnung.
BIM Abrechnung Bau

Transparenz und Zusammenarbeit auf neuer Ebene

BIM schafft nicht nur Effizienz, sondern auch Vertrauen. David Vierling, Bauleiter bei CKS-Bau, berichtet: „Früher war der Erdabtrag im Hang oft ein Streitthema. Jetzt haben wir die Mengen im Modell verglichen – alles war transparent und wir konnten objektiv diskutieren.“
Die transparente Zusammenarbeit sorgt für entspanntere Abläufe, weniger Konflikte und mehr Zufriedenheit bei allen Beteiligten – ein wichtiger Aspekt angesichts des Fachkräftemangels.

Konkrete Vorteile für Bauunternehmen

Die modellbasierte Arbeitsweise im Straßen- und Tiefbau bietet zahlreiche Vorteile:

  • Plausibilitätsprüfung von 3D-Modellen
  • REB- und VOB-konforme Mengenermittlung
  • schnellere Fakturierung und höhere Liquidität
  • optimierte Materialbestellung
  • neue Einsatzmöglichkeiten für Bauleiter und Poliere mit GPS-gestützter Bauvermessung
  • bessere Qualitätssicherung und Fehlervermeidung

Empfehlungen für den Einstieg in BIM

  • Starten Sie mit einem überschaubaren Projekt und sammeln Sie eigene Erfahrungen.
  • Nutzen Sie gängige Formate und bauen Sie darauf auf.
  • Ziehen Sie externe Spezialisten hinzu, die die Methode im Unternehmen verankern.
Der digitale Arbeitsplatz der Zukunft im Bauunternehmen
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Der digitale Arbeitsplatz der Zukunft im Bauunternehmen

Die Digitalisierung verändert die Bauwirtschaft rasant. Technologien wie mobile Apps, Cloudlösungen oder Building Information Modeling (BIM) sorgen dafür, dass Abläufe effizienter, transparenter und vernetzter werden. Doch wie sieht der Arbeitsplatz der Zukunft konkret aus – und wie können Bauunternehmen schon heute davon profitieren?

5 Min. Lesezeit

Neue Technologien verändern die Baubranche

Ob 3D-Druck in der Planung, digitale Zeiterfassung oder E-Rechnung: Neue Technologien führen dazu, dass Büro, Baustelle und Homeoffice enger zusammenrücken. Ziel ist es stets, Prozesse effizienter zu gestalten, Kosten zu sparen und die tägliche Arbeit zu erleichtern. Dabei gilt: Digitalisierung muss auf das jeweilige Unternehmen abgestimmt sein und Schritt für Schritt eingeführt werden.

Mit digitalen Lösungen durchgängig handlungsfähig bleiben

Ein sicherer Zugriff auf aktuelle Daten, die Zusammenarbeit mit Partnern und Kollegen oder die Nutzung von jedem internetfähigen Endgerät – all das sind Voraussetzungen für moderne Workflows. Videokonferenzen, gemeinsames Bearbeiten von Dokumenten und transparente Kommunikationswege machen Unternehmen widerstandsfähiger und halten die Produktivität auch in Krisenzeiten hoch.

Erfolgsfaktoren: Prozessoptimierung und Mobilität

Digitalisierung im Bau bedeutet nicht nur Automatisierung, sondern auch Flexibilität. Mobile Anwendungen ermöglichen die Dokumentation von Arbeitsschritten direkt vor Ort, während cloudbasierte Systeme Abläufe im Hintergrund beschleunigen. Unternehmen sparen Zeit und Geld und schaffen zugleich ein modernes Arbeitsumfeld, das Fachkräfte erwarten.

Individuelle Digitalisierung für Bauunternehmen

Die Einführung neuer Technologien sollte strukturiert erfolgen. Wichtig sind eine klare Schulungsstrategie, transparente Kommunikation und auf die Rollen zugeschnittene Trainings. So können alle Mitarbeitenden – unabhängig von Alter oder Funktion – mit den Tools arbeiten. Web-Seminare und praxisnahe Anwendungsbeispiele erleichtern den Einstieg und machen die Vorteile greifbar.

Fazit: Vom digitalen Arbeitsplatz zum Baubetrieb 4.0

Die Nachfrage nach digitalen Lösungen zeigt, dass Bauunternehmen handeln wollen. Mit durchdachter Digitalisierung schaffen sie es, effizienter zu arbeiten, Kosten zu reduzieren und zukunftsfähig zu bleiben. Der Arbeitsplatz der Zukunft ist nicht nur modern und digital, sondern vor allem ein Erfolgsfaktor im Wettbewerb.

Umlagen im Baubetrieb richtig berechnen und anwenden
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Umlagen im Baubetrieb richtig berechnen und anwenden

Das Thema Umlagen wird in vielen Baubetrieben unterschätzt – dabei beeinflusst es direkt die Wirtschaftlichkeit von Projekten. Wer Gemeinkosten falsch verteilt oder mit veralteten Werten kalkuliert, riskiert fehlerhafte Baustellenergebnisse, falsche Entscheidungen und im schlimmsten Fall wirtschaftliche Schieflagen. In diesem Artikel erfahren Sie, was Umlagen sind, wie sie berechnet werden und welche Fehler Sie vermeiden sollten.

5 Min. Lesezeit

Was sind Umlagen im Baugewerbe?

Umlagen sind ein Instrument, um Gemeinkosten verursachungsgerecht auf Kostenstellen oder Baustellen zu verteilen.
Während Einzelkosten wie Löhne der gewerblichen Mitarbeiter, Materialkosten oder Gerätekosten direkt einem Bauvorhaben zugeordnet werden können, müssen Gemeinkosten über Schlüsselgrößen verteilt werden. Nur so lassen sich Baustellen realistisch kalkulieren und unternehmerische Entscheidungen auf verlässliche Zahlen stützen.

Gemeinkosten verstehen

Zu den Gemeinkosten gehören alle Kosten, die nicht direkt einem Projekt zugeordnet werden können, zum Beispiel:

  • Allgemeine Geschäftskosten (AGK): Verwaltung, Gehälter, Büromieten, Versicherungen, Telefon- und IT-Kosten, Fachliteratur
  • Sozialkosten: Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, Feiertagslöhne, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, Beiträge zur SOKA-BAU
  • Werkzeuge und Kleingeräte: Schaufeln, Wasserwaagen, Arbeitshandschuhe, Kleingeräte-Verschleiß

Die Wahl einer verursachungsgerechten Umlagebasis ist entscheidend, um faire und belastbare Werte zu erhalten.

Häufige Fehler bei Umlagen

  • Arbeiten mit veralteten Umlagen: Zahlen aus Vorjahren werden ohne Anpassung an aktuelle Kostenstrukturen genutzt.
  • Keine regelmäßige Überprüfung: Änderungen bei Mitarbeiterzahl, Lohnkosten oder Sozialabgaben werden nicht berücksichtigt.
  • Falsche Umlagebasis: Unpassende Schlüsselgrößen führen zu verzerrten Ergebnissen.
  • Komplexität unterschätzen: Gemeinkosten werden pauschal verteilt, statt differenziert nach Kostenarten zu betrachten.

Konsequenz: Baustellenergebnisse werden verfälscht, Kostenunterdeckungen bleiben unentdeckt, und strategische Entscheidungen beruhen auf fehlerhaften Kennzahlen.

Umlagen zur Deckung von Sozialkosten

Das Sozialpaket gewerblicher Arbeitnehmer enthält alle tariflichen, gesetzlichen und betrieblichen Sozialkosten, z. B.:

  • Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung (Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung)
  • Feiertagslöhne
  • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
  • Beiträge an die SOKA-BAU

Empfohlene Umlagebasis:
Lohnsumme der gewerblichen Arbeitnehmer (Fertigungslohn)

Beispielrechnung:

  • Fertigungslöhne: 410.000 €
  • Sozialkosten: 290.000 €

Zuschlagssatz = 290.000 € ÷ 410.000 € = 71 %

Alle Lohnkosten auf Baustellen werden mit einem Zuschlag von 71 % versehen, um die Sozialkosten abzudecken.

Umlagen für Kleingeräte und Werkzeuge

Auch Werkzeuge und Kleingeräte müssen verursachungsgerecht verteilt werden. Arbeitsmaterialien wie Schaufeln, Handschuhe oder Wasserwaagen verschleißen oder gehen verloren.

Empfohlene Umlagebasis:
Produktivlohnsumme der gewerblichen Arbeitnehmer

Begründung: Je mehr Arbeitsstunden auf einer Baustelle anfallen, desto höher ist typischerweise der Verbrauch an Werkzeugen und Kleingeräten.

Ausblick: Umlagen für Allgemeine Geschäftskosten

Neben Sozialkosten und Werkzeugen müssen auch die Allgemeinen Geschäftskosten (AGK) auf Baustellen verteilt werden. Diese Kostenart ist komplexer, da verschiedene Verteilungsansätze möglich sind (z. B. nach Lohnsumme, Maschinenstunden oder Umsatz). Eine detaillierte Betrachtung der AGK-Umlagen sowie Tipps zur Wahl der richtigen Umlagebasis erfahren Sie hier, im zweiten Teil dieser Serie.

Fazit

Umlagen sind ein entscheidendes Werkzeug für eine realistische Baustellenkalkulation und wirtschaftliche Entscheidungen im Baugewerbe. Wer veraltete Werte nutzt oder pauschale Sätze übernimmt, riskiert falsche Ergebnisse und finanzielle Risiken. Die Wahl einer verursachungsgerechten Umlagebasis – z. B. Lohnsumme für Sozialkosten oder Produktivlohnsumme für Werkzeuge – ist somit der Schlüssel zu verlässlichen Zahlen. Schützen Sie daher Ihren Baubetrieb mit regelmäßigen Überprüfungen und Aktualisierungen vor teuren Fehlentscheidungen.

FAQ: Umlagen im Bau

Was sind Umlagen im Bauwesen?

Umlagen sind Schlüsselgrößen, um Gemeinkosten fair auf Baustellen oder Kostenstellen zu verteilen.

Warum sind Umlagen so wichtig?

Ohne korrekt berechnete Umlagen sind Baustellenkalkulationen fehlerhaft, und Unternehmen riskieren falsche Entscheidungen und Verluste.

Wie wähle ich die richtige Umlagebasis?

Die Basis sollte den Kostenverursacher abbilden. Für Sozialkosten z. B. die Lohnsumme, für Kleingeräte die Produktivlohnsumme.

Wie oft sollte ich Umlagen überprüfen?

Mindestens einmal jährlich sowie bei wesentlichen Änderungen (z. B. Tarifverträgen, Mitarbeiterstruktur, Kostenentwicklung).

Kann ich historische Umlagen verwenden?

Nur, wenn sie regelmäßig geprüft und an neue Kostenstrukturen angepasst werden.

Quellen

SOKA-BAU – Sozialkassen der Bauwirtschaft

Statistisches Bundesamt – Arbeitskostenindex

Haufe – Baugewerbe

Warum sich Baubetriebe jetzt mit BIM beschäftigen sollten
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Warum sich Baubetriebe jetzt mit BIM beschäftigen sollten

BIM (Building Information Modeling) wird zunehmend zum Standard in der Bauwirtschaft – und das nicht nur für Großprojekte. Auch mittelständische Baubetriebe profitieren bereits heute von den Vorteilen. In diesem Artikel erfahren Sie, warum es sich lohnt, sich frühzeitig mit BIM zu befassen, welche Chancen sich ergeben und wie Sie den Einstieg strategisch angehen können.

5 Min. Lesezeit

Aktueller Stand der BIM-Nutzung

Eine neuere Studie von BauInfoConsult aus 2022/2023 befragte 300 Akteure aus Planungsbüros, Bauunternehmen und Handwerksbetrieben zur BIM-Verwendung. Ergebnis: Nur rund 20 % der Befragten setzen aktiv BIM in Projekten ein.

Sowohl Architekten als auch Bauunternehmen geben an, dass BIM häufig auf Wunsch von Bauherren (36 %) oder als Mittel zur Wettbewerbsfähigkeit (30 %) eingesetzt wird.

Pflicht für öffentliche Bauprojekte: Was gilt heute?

  • In Deutschland besteht bereits eine BIM-Pflicht für öffentliche Infrastrukturprojekte des Bundes seit Januar 2021.
  • Seit Ende 2022 gilt BIM auch für Hochbauprojekte des Bundes.
  • Ab 2026 soll BIM auch als Regelprozess in den Auftragverwaltungen der Länder und bei der Autobahn-Gesellschaft eingeführt werden.

Was ist BIM? – Funktionen & Nutzen

Bei BIM werden alle projektrelevanten Daten digital modelliert. Änderungen können sofort nachvollzogen werden, da alle Beteiligten auf denselben Datenstand zugreifen.

Zu den zentralen Funktionen zählen:

  • Simulation von Bauabläufen,
  • Kollisionsprüfung (Erkennung von Konflikten bereits in der Planung),
  • durchgängiger Informationsfluss,
  • verbesserte Kommunikation aller Beteiligten,
  • erhöhte Transparenz im Projektverlauf.

Diese Elemente helfen, Fehler frühzeitig zu erkennen und Kostenüberschreitungen oder Verzögerungen zu vermeiden.

BIM auch für mittelständische Unternehmen

Viele glauben, BIM sei nur etwas für Großprojekte oder Konzerne. Doch das ist ein Trugschluss: Auch kleine und mittlere Baubetriebe können heute davon profitieren.

Beispiel: Eine traditionsreiche Zimmerei nutzte BIM, um Architektur mit vorgefertigten Bauelementen effizient umzusetzen. Die Integration digitaler Prozesse ermöglichte ihr, anspruchsvolle Designs wirtschaftlich zu realisieren.

Wer früh BIM-Kompetenz aufbaut, kann sich gegenüber Wettbewerbern abheben – besonders, wenn Auftraggeber zunehmend BIM-Anforderungen stellen.

Welche Vorteile bietet BIM?

Durch modellbasierte Prozesse ergeben sich zahlreiche Vorteile:

  • präzisere Angebotserstellung
  • exakte Mengenermittlung
  • einfachere Aktualisierung bei Änderungen
  • optimierte Instandhaltung
  • zuverlässige Kostenberechnung
  • verbesserte Kommunikation zwischen Projektbeteiligten
  • durchgängiger Informationsfluss
  • bessere Terminplanung und -kontrolle

Diese Effekte zusammen führen zu höherer Planungsqualität, Effizienz und Verlässlichkeit in Projekten.

Darüber hinaus steigert BIM die Attraktivität Ihres Unternehmens für Mitarbeitende aus der Generation Z und positioniert Sie als zukunftsorientierten Baupartner.

Erste Schritte für Ihren Betrieb

So gelingt Ihnen der Einstieg in BIM:

  • Informieren: Tagesveranstaltungen, Messen, Fachseminare besuchen
  • Haltung entwickeln: Team früh einbinden und Veränderungsbereitschaft fördern
  • Software kaufen + Schulung: Planungslösungen anschaffen und Mitarbeitende qualifizieren
  • Pilotprojekte starten: kleine, überschaubare BIM-Projekte starten
  • Prozesse anpassen: interne Abläufe, Schnittstellen und Arbeitsmethoden schrittweise modernisieren

Ein geduldiger und schrittweiser Ansatz verhindert Überforderung und ermöglicht sukzessiven Lernzuwachs.

Fazit

BIM ist kein kurzfristiger Trend – es ist eine Entwicklung, die sich bereits heute etabliert. Wer früh startet, baut Know-how auf, optimiert Prozesse und bleibt wettbewerbsfähig. Auch mittelständische Baubetriebe haben gute Chancen, mit BIM erfolgreich zu sein und sich zukunftssicher zu positionieren.

Quellen

Bundesministerium für Digitales und Verkehr – BIM Deutschland / digitale Bauprozesse

Fraunhofer IESE – Studie zur Digitalisierung der Baubranche

Personalkosten im Baubetrieb: Alle Kostenfaktoren richtig kalkulieren
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Personalkosten im Baubetrieb: Alle Kostenfaktoren richtig kalkulieren

„Wie viel kostet ein Mitarbeiter im Baubetrieb?“ Diese Frage stellen sich viele Unternehmer, besonders wenn es um Neueinstellungen geht. Oft werden die tatsächlichen Kosten unterschätzt. Gerade im Bauhauptgewerbe gibt es zahlreiche Besonderheiten, die bei der Kalkulation berücksichtigt werden müssen. Wer sie kennt, kann besser planen und wirtschaftlich sichere Entscheidungen treffen.

5 Min. Lesezeit

Lohn und Gehalt: Grundkosten im Baubetrieb

Die Basis jeder Personalkostenberechnung ist der Lohn bzw. das Gehalt für die geleisteten Arbeitsstunden.
Im Baugewerbe sind bei tariflicher Arbeitszeit durchschnittlich 173 Stunden pro Monat zu bezahlen.

Lohnzusatzkosten: Soziallöhne und gesetzliche Abgaben

Zusätzlich zum Grundlohn entstehen umfangreiche Lohnzusatzkosten, die gesetzlich oder tariflich vorgeschrieben sind. Dazu gehören u. a.:

  • Feiertage
  • Tarifliche und gesetzliche Ausfalltage (§ 4 BRTV, z. B. Umzug, Hochzeit, Todesfall)
  • Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
  • 13. Monatseinkommen (in den alten Bundesländern)
  • Urlaubsgeld und zusätzliches Urlaubsgeld
  • Arbeitgeberanteile zur Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung
  • Umlagen für Entgeltfortzahlung (U1) und Mutterschaftsaufwendungen (U2)
  • Insolvenzgeldumlage
  • Beiträge zur Berufsgenossenschaft
  • Arbeitgeberanteil zur Winterbeschäftigungsumlage
  • Beitrag zur SOKA-Bau

Beispiele und wichtige Werte

  • Durchschnittliche Belastung:
    Ein gewerblicher Arbeitnehmer mit 18,17 € Stundenlohn kann den Arbeitgeber bei 173 bezahlten Stunden pro Monat rund 5.000 € kosten.
  • 13. Monatseinkommen:
    In den alten Bundesländern Anspruch auf das 93-fache des Gesamttarifstundenlohnes (ggf. zzgl. 0,13 € Arbeitgeber-Anteil pro Stunde). Mindestbetrag: 780 €.
  • U1 und U2 sind krankenkassenindividuelle Prozentsätze.
  • Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung: aktuell 19,325 %.
  • Winterbauumlage: 1,2 % für gewerbliche Arbeitnehmer.
  • Urlaubsgeld und das zusätzliche Urlaubsgeld durch SOKA-Bau:
    • Alte Bundesländer: 20,4 %
    • Neue Bundesländer: 17,2 %
    • Angestellte: monatlich 24 €
  • Insolvenzgeldumlage: 0,15 % (Stand 2025).
  • Beiträge Berufsgenossenschaft: abhängig von Gefahrenklasse des Betriebs.

Weitere Kostenfaktoren für gewerbliche Arbeitnehmer

  • Lohnnebenkosten bei Auswärtstätigkeit: z. B. Auslösungen, Verpflegungszuschüsse, Fahrgelder, tariflich bzw. gesetzlich geregelt.
  • Kosten für Kleingeräte und Werkzeuge: Verschleiß und Verlust von Schaufeln, Hämmern, Handschuhen etc. sollten über eine eigene Kostenstelle überwacht werden.

Weitere Kostenfaktoren für Angestellte

Im Angestelltenbereich fallen häufig zusätzliche Arbeitsplatzkosten an:

  • Büromaterial
  • Arbeitsplatz-Einrichtung
  • Miete und Nebenkosten
  • IT-Ausstattung

Dazu kommen einmalige Aufwendungen wie Einarbeitungskosten oder Kosten für Personalgewinnung (z. B. Stellenanzeigen, Auswahlgespräche).

Kostenfaktoren im Überblick

Kosten Mitarbeiter Baubetrieb

Personalkosten und Angebotskalkulation

Neueinstellungen oder Kündigungen haben direkte Auswirkungen auf die Kalkulation. Hier ein paar Beispiele:

Mittellohn verändert sich:

  • Bisher 10 Mitarbeiter mit je 16,00 €/h = Mittellohn 16,00 €
  • Neuer Mitarbeiter mit 18,50 €/h:
    (10 × 16,00 € + 18,50 €) ÷ 11 = 16,23 €/h

Jahresproduktivlohn steigt:

  • Bisher: 10 × 16,00 € × 1.550 h = 248.000 €
  • Neu: 11 × 16,23 € × 1.550 h = 276.722 €

Zuschlagssätze sinken, wenn mehr Produktivlohn vorhanden ist:

Geschäftskosten bleiben bei 150.000 €.

  • Alt: 150.000 € ÷ 248.000 € = 60 %
  • Neu: 150.000 € ÷ 276.722 € = 54 %

Reduziert sich dagegen der gewerbliche Bereich bei gleichbleibenden Geschäftskosten, müssen die Zuschläge steigen – sonst drohen nicht kostendeckende Angebotspreise.

Kosten Personal Baubetrieb

Fazit

Neue Mitarbeiter sind ein wichtiger Erfolgsfaktor – aber auch ein großer Kostenblock. Wer die gesamten Personalkosten kennt, von Löhnen über Sozialabgaben bis hin zu Arbeitsplatz- und Rekrutierungskosten, kalkuliert sicherer und vermeidet finanzielle Risiken.
Vor jeder Einstellung lohnt es sich, genau zu prüfen, ob der zusätzliche Nutzen langfristig die Kosten übersteigt. Nur so bleiben Arbeitsplätze und Unternehmensentwicklung stabil.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Wie berechne ich die tatsächlichen Kosten eines gewerblichen Mitarbeiters?

Addieren Sie Lohn, Sozialabgaben, Umlagen, Lohnnebenkosten und Werkzeugkosten. Teilen Sie die Summe durch die produktiven Stunden, um den realen Stundenpreis zu kennen.

Warum ist der Mittellohn so wichtig?

Er beeinflusst direkt die Kalkulation von Angeboten. Steigt der Mittellohn durch Neueinstellungen, müssen Zuschlagssätze und Preise angepasst werden.

Welche Umlagen fallen zusätzlich an?

U1/U2, Insolvenzgeldumlage, Berufsgenossenschaftsbeiträge, Winterbauumlage, SOKA-Bau – diese Kosten sind tariflich bzw. gesetzlich vorgeschrieben.

Wie kann ich Personalkosten kontrollieren?

Ein strukturiertes Rechnungswesen hilft, Ist-Kosten zu überwachen und zukünftige Kosten realistisch zu planen.

Interview: Azubis gewinnen – eine Herausforderung für den Bau?
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Interview: Azubis gewinnen – eine Herausforderung für den Bau?

Die aktuelle Ausbildungssituation in Deutschland stellt viele Unternehmen vor große Herausforderungen. Laut Bundesagentur für Arbeit sind zahlreiche Ausbildungsstellen weiterhin unbesetzt. Im Juni standen rund 509.000 freie Ausbildungsplätze nur 392.000 suchenden Bewerber*innen gegenüber (Stand: 01.08.23). Besonders betroffen sind Branchen wie Handel und vor allem das Baugewerbe, wo die Azubi-Gewinnung zunehmend schwieriger wird. Angesichts dieser Situation stellt sich die Frage, wie Bauunternehmen geeignete Auszubildende im Baugewerbe gewinnen können. Recruiting-Experte Witali Kriwolutski geht im Interview auf wichtige Aspekte ein und gibt wertvolle Tipps.

5 Min. Lesezeit

Welche spezifischen Herausforderungen gibt es im Baubetrieb bei der Gewinnung von Auszubildenden?

Witali Kriwolutski: „Baubetriebe haben die gleichen Schwierigkeiten, neue Azubis zu gewinnen, wie Unternehmen in anderen Branchen auch. Meist sind es bestimmte Klischees oder auch Vorurteile, die eine Vorstellung der Berufe prägen. Manche Berufe wirken auf Auszubildende vermeintlich unattraktiv, da sie etwa körperliche Arbeit bei jeder Wetterlage bedeuten. Die Herausforderung ist, bereits bestehende Vorstellungen zu einem bestimmten Beruf aufzubrechen. Dieses Image kann geändert werden, indem auf Karrierewege sowie Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten hingewiesen wird: Neben gewerblichen Ausbildungen bietet die Baubranche auch kaufmännische oder technische Berufsausbildungen an. Durch die Bindung an Tarifverträge und Weiterbildungsmöglichkeiten ohne Hochschulreife bietet das Baugewerbe reichlich Chancen, an ein hohes Einkommen zu gelangen. Das ist vielen nur nicht bewusst.“

Welche Strategien haben sich in der Vergangenheit als besonders effektiv erwiesen, um Auszubildende noch für das bereits laufende Ausbildungsjahr erfolgreich anzuwerben?

Witali Kriwolutski: „Trotz bereits begonnenem Ausbildungsjahr bieten regionale Jobbörsen und Recruiting-Messen sowie entsprechende Events der Handwerkskammern oder Industrie- und Handelskammern gute Möglichkeiten, Auszubildende zu gewinnen. Diese fördern eine Begegnung zwischen Arbeitgebern und Bewerbern.
Neben dem Aufzeigen von Karrierechancen hilft das Angebot eines dualen Studiums effektiv Azubis anzuwerben. Die Kombination von praktischer und geistiger Arbeit ist ein attraktiver Faktor, um neue MitarbeiterInnen anzuziehen. Weiterhin sollte online betont werden, dass auch nach Ausbildungsstart noch Plätze frei sind.“

Wie können Baubetriebe ihre Attraktivität für potenzielle Auszubildende steigern?

Witali Kriwolutski: „Auszubildende müssen oft selbst nach den Details eines Ausbildungsberufes suchen, da viele Unternehmenskarriereseiten nicht explizit an diesen Informationsbedarf angepasst sind. Eine spezielle Karriereseite für Azubis, die alle wissenswerten Informationen bündelt, erhöht die Attraktivität und erleichtert die Bewerbung. Wichtige Aspekte, die über die Karriereseite kommuniziert werden sollten, um die Attraktivität gegenüber potenziellen Nachwuchstalenten zu steigern, sind Weiterbildungsmöglichkeiten, Karrierechancen und Bezahlung. Ebenso hilft es, aktuelle oder ehemalige Auszubildende als Sprachrohr zu nutzen, um einen Einblick in das Unternehmen zu geben. Dedizierte Vorteile für Lehrlinge, wie Prüfungsvorbereitungshilfen, Azubiprojekte oder Fahrkarten-Benefits, steigern ebenso die Attraktivität. Kooperationen mit Schulen und „Tage der offenen Tür“ bieten zukünftigen Nachwuchstalenten praktische Einblicke. In den nächsten Jahren wird der Wettbewerb um Auszubildende weiter zunehmen, weshalb Investitionen in diesem Bereich schon jetzt essenziell sind.“

Welche Rolle spielt Mentoring im Baubetrieb bei der Integration von Auszubildenden?

Witali Kriwolutski: „Mentoring hat einen hohen Stellenwert bei der Integration und Bindung von Nachwuchskräften. Gerade auf Baustellen, die für viele Ausbildungsberufe im Baubetrieb der Arbeitsplatz sind, schafft eine begleitende Person Vertrauen und erleichtert die Lernprozesse. Ein unterstützender Ansprechpartner in jedem Arbeitsbereich eines Baubetriebs vermittelt den Azubis mehr Sicherheit und fördert ihre Eigenständigkeit. Dies steigert die Leistungsbereitschaft und unterstützt die Integration der neuen MitarbeiterInnen. Es ist daher entscheidend, das Mentoring nach außen zu kommunizieren, um potenzielle Lehrlinge vom Unternehmen zu überzeugen.“

Welche Maßnahmen können Baubetriebe unternehmen, um noch potenzielle Auszubildende erreichen zu können?

Witali Kriwolutski: „Die sozialen Medien sind nicht die erste Anlaufstelle für Menschen, die sich um eine Ausbildung bemühen. Azubis suchen aktiv über Google nach Ausbildungsplätzen, nur sind Firmen dort oft nicht so aktiv. Das bedeutet, eine sinnvolle Investition, um von potenziellen Auszubildenden gefunden zu werden, wäre in Google-Werbung zu investieren. Dennoch ist ein Auftritt in den sozialen Medien von Vorteil, damit junge Talente einen Einblick in das Unternehmen erhalten.“

Welche besonderen Anreize oder Vorteile können Baubetriebe bieten, um Azubis zu gewinnen?

Witali Kriwolutski: „Neben der Ausbildungsvergütung ist die Intensität, mit der Bauunternehmen die Auszubildenden in schulischen Angelegenheiten unterstützen, eine vielversprechende Möglichkeit, gegenüber anderen Firmen hervorzustechen. Übungsbaustellen können dabei helfen, Kenntnisse zu verfestigen oder die praktischen Fähigkeiten auszubauen. Offenheit gegenüber alternativen Ausbildungsmethoden ist ebenso ein Alleinstellungsmerkmal. Teilzeitausbildungen können ein Anreiz sein, sich für einen bestimmten Betrieb zu entscheiden.“

Wie wichtig ist die Unternehmenskultur und das Arbeitsumfeld im Baubetrieb, um Auszubildende zu halten und ihre Zufriedenheit zu gewährleisten?

Witali Kriwolutski: „Wie die Mitarbeitenden im Unternehmen miteinander umgehen, macht den Unterschied zwischen einem guten und einem weniger guten Arbeitsklima aus. Der größte Anreiz für Auszubildende ist, wenn ein Unternehmen erfolgreich nach außen kommuniziert, dass den Azubis auf Augenhöhe begegnet wird und sie als vollwertige Teammitglieder angesehen werden. Eine offene Fehlerkultur zu leben bedeutet, Talente konstruktiv zu fördern. Respekt gegenüber den neuen MitarbeiterInnen und deren Ansichten sowie Ideen verstärkt die Integration in die Unternehmensprozesse.“

Wie können Baubetriebe sicherstellen, dass ihre Ausbildungsprogramme den Bedürfnissen und Erwartungen der heutigen Generation von Auszubildenden entsprechen?

Witali Kriwolutski: „Ein Baubetrieb darf sich nicht davor scheuen, den Bewerbungsprozess zu vereinfachen. Das Bewerbungsaufkommen steigt, wenn die Hürde für Personen, mit einer Firma in Kontakt zu treten, so gering wie möglich ist. Zum Beispiel könnte das erste Gespräch als Videointerview stattfinden, während dem Auszubildenden beim zweiten Gespräch vor Ort das Arbeitsumfeld gezeigt wird. Damit das Ausbildungsprogramm den Bedürfnissen und Erwartungen der neuen MitarbeiterInnen entspricht, lohnt es sich, die Auszubildenden in die Gestaltung der Ausbildung einzubeziehen. Durch deren regelmäßiges Feedback über die Ausbildung und mögliche Interessenbereiche kann die Ausbildung weitestgehend an die Wünsche der Azubis angepasst werden. Diese Form der Wertschätzung steigert das Engagement.“

Fazit

Auf den ersten Blick scheint die Azubi-Gewinnung im Baugewerbe, besonders nach dem offiziellen Start des Ausbildungsjahres, eine große Herausforderung zu sein. Doch mit den richtigen Strategien ist diese Aufgabe auch für kleine und mittelständische Bauunternehmen zu bewältigen. Von der Vereinfachung des Bewerbungsprozesses über die Schaffung spezieller Karriereseiten für Auszubildende bis hin zur Implementierung von Mentoring-Programmen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Attraktivität von Baubetrieben für potenzielle Nachwuchstalente zu steigern. Die Unternehmenskultur und das Arbeitsumfeld spielen dabei eine entscheidende Rolle für die Bindung und Zufriedenheit von Auszubildenden.

Im Suiteify-Ratgeber erhalten Sie weitere Informationen zum Thema „Azubis in der Baubranche anwerben und halten“.

Weitere Tipps, um selbst noch einen Ausbildungsplatz zu finden, gibt die Bundesagentur für Arbeit

Kurz zusammengefasst:

Warum ist es so schwer, Azubis im Baugewerbe zu gewinnen?

Starker Wettbewerb um Nachwuchskräfte und ein teils veraltetes Branchenimage.

Welche Faktoren beeinflussen die Entscheidung von Bewerber*innen?

Für Jugendliche spielen bei der Wahl ihres Ausbildungsplatzes besonders folgende Punkte eine Rolle:

  • Attraktivität des Berufsbildes (Karrieremöglichkeiten, Aufstiegschancen)
  • Betriebsklima und Teamkultur
  • Ausbildungsvergütung und Zusatzleistungen
  • Work-Life-Balance (geregelte Arbeitszeiten, Freizeit)
  • Digitalisierung und moderne Arbeitsmethoden

Wie können Bauunternehmen Azubis besser ansprechen?

Bauunternehmen haben verschiedene Möglichkeiten, sich im Wettbewerb um Nachwuchskräfte zu positionieren:

  • Authentische Kommunikation: Azubi-Videos, Erfahrungsberichte und Social Media nutzen
  • Kooperationen mit Schulen: Praktika, Schnuppertage, Schulbesuche
  • Attraktive Zusatzangebote: z. B. Azubi-Werkzeuge, Weiterbildungsmöglichkeiten, Übernahmegarantie
  • Modernes Employer Branding: Bauunternehmen als innovativer, digitaler und nachhaltiger Arbeitgeber präsentieren

1 Quelle: Pressebericht „Lage auf dem Ausbildungsmarkt für Bewerbende weiter gut", Bundesagentur für Arbeit

Sommer-Baustellen: Hitzeschutz und effizientes Arbeiten bei Hitze
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Sommer-Baustellen: Hitzeschutz und effizientes Arbeiten bei Hitze

Sommerliche Temperaturen stellen für Baubetriebe eine ernsthafte Herausforderung dar: Hitzekrämpfe, Sonnenstich oder Erschöpfung sind keine Seltenheit. Arbeitgeber tragen die Verantwortung, ihre Mitarbeitenden zu schützen und dennoch einen reibungslosen Bauablauf sicherzustellen. In diesem Beitrag erfahren Sie praxisorientierte Tipps für effektiven Schutz und effizientes Arbeiten auf Baustellen bei Hitze.

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Gefahrenbewusstsein schaffen

Sensibilisieren Sie Ihre Teams für die Risiken von Hitze. Direkte Sonneneinstrahlung, reflektierende Flächen und heiße Maschinen können die Temperaturbelastung erhöhen. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Mitarbeitenden im Notfall wissen, wie sie reagieren müssen. Regelmäßige Unterweisungen und klare Notfallpläne sind unerlässlich.

Bekleidung und Sonnenschutz

Leichte, atmungsaktive Kleidung und Kopfbedeckungen bieten Schutz vor Überhitzung. Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor sollte regelmäßig – vor allem nach dem Schwitzen – aufgetragen werden, um Sonnenbrand und Hautkrebs vorzubeugen.

Schatten, Pausen und Arbeitsplanung

Richten Sie schattige Bereiche ein, wo immer es möglich ist. Regelmäßige Pausen im Schatten helfen, den Kreislauf zu entlasten. Planen Sie besonders anstrengende Arbeiten für die kühleren Morgen- oder Abendstunden oder teilen Sie die Arbeit in kürzere Schichten auf. So bleiben Teams länger leistungsfähig.

Akklimatisierung und Hydration

Der Körper muss sich an hohe Temperaturen gewöhnen. Beginnen Sie nach Urlaub oder längeren Pausen mit moderatem Arbeitspensum und mehr Pausen. Trinken Sie regelmäßig Wasser, auch ohne Durstgefühl. Isotonische Getränke können helfen, Elektrolyte auszugleichen.

Hitzekrankheiten erkennen und vorbeugen

Hitzeerschöpfung

  • Symptome: Starkes Schwitzen, blasse Haut, Muskelkrämpfe, Müdigkeit, Übelkeit, schneller Puls.
  • Erste Hilfe: In den Schatten bringen, enge Kleidung lockern, kühlen und Wasser in kleinen Mengen geben.

Hitzekrämpfe

  • Symptome: Muskelkrämpfe (meist Beine oder Bauch), Erschöpfung, starkes Schwitzen.
  • Erste Hilfe: Kühlen, Wasser oder Elektrolyte geben, Muskeln vorsichtig dehnen.

Hitzschlag (Sonnenstich)

  • Symptome: Körpertemperatur über 40 °C, rote oder heiße Haut, starker Puls, Schwindel, Verwirrung oder Bewusstlosigkeit.
  • Erste Hilfe: Sofort Notarzt rufen! In den Schatten bringen, Kleidung entfernen, mit Wasser kühlen und Luft zufächeln.

Hitzeausschlag

  • Symptome: Rote Pusteln in Hautfalten, Juckreiz oder Brennen.
  • Erste Hilfe: Bereich trocken halten, Hitze vermeiden, ggf. Puder verwenden.

Fazit und weiterführende Informationen

Eine gute Planung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, geeignete Kleidung und Schattenplätze sind die Basis für sicheres Arbeiten im Sommer. Schulen Sie Ihr Team im Erkennen von Hitzesymptomen und setzen Sie Sonnenschutz konsequent um. So schützen Sie Ihre Mitarbeitenden und halten den Betrieb effizient am Laufen.

Weiterführende Infos bietet die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau).

Interview: BIM in der Bauausführung mit Experte Adrian Peritore
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Interview: BIM in der Bauausführung mit Experte Adrian Peritore

Building Information Modelling (BIM) ist eine Schlüsseltechnologie, die die Bauausführung nachhaltig verändert. Sie steigert Effizienz, Sicherheit und Transparenz in Bauprojekten. Besonders für kleine und mittelständische Unternehmen eröffnen sich neue Chancen, wenn BIM konsequent in die Prozesse integriert wird. Im folgenden Interview gibt Adrian Peritore, Experte für BIM, Einblicke in die Vorteile, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der Methode – und zeigt, wie Bauunternehmen durch die in Suiteify integrierte BIM-Methode profitieren.

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Können Sie kurz erläutern, warum die Nutzung von BIM für Baubetriebe von Vorteil ist?

Adrian Peritore:Das Thema BIM verhindert widersprüchliche Auskünfte auf der Baustelle hinsichtlich Planungsstand sowie Mengenermittlung. Das bedeutet, alle Informationen, die früher händisch ermittelt und durch Medienbrüche verfälscht wurden, werden nun durch BIM vernetzt. Ändert sich ein Detail in einem Schlüsselprozess, musste diese Änderung ebenso händisch übernommen werden. Das liefert großes Fehlerpotential, was durch BIM nahezu vollständig eliminiert wird. Darum profitieren Baubetriebe gerade bei der Mengenermittlung durch die Implementierung von BIM.“

Wie weit verändert BIM die Kernprozesse im Baubetrieb?        

Adrian Peritore: „Vollständig! Die Integration von BIM verlangt von einem Baubetrieb, die Kernprozesse komplett zu überdenken. Am Beispiel der Mengenermittlung: Früher wurde dafür ein Plan ausgedruckt, um mit einem Dreikantmaß die Mengen daraus zu ermessen. Dann werden die Positionen ermittelt, die für die Ausführung gebraucht werden. Anschließend werden diese Positionen in ein Roh-LV eintragen sowie die Mengen zu jeder Position gezogen. Das geschah alles händisch. Diese Arbeitsschritte fallen weg, da die Informationen bereits im System übernommen werden. Dadurch entsteht eine komplett neue Arbeitsweise. Vereinfacht gesehen, ist es vergleichbar mit dem Umstieg von Handschaltung auf Automatik.“

Wie helfen die Suiteify-Lösungen hinsichtlich BIM, die Effizienz und Produktivität von Bauprojekten zu verbessern?  

Adrian Peritore: „Bauunternehmen können mit den Suiteify-Lösungen sowohl auf konventionelle Art arbeiten als auch nach der BIM-Methode. Die Anwender haben neben den üblichen Vorteilen von Building Information Modelling auch akkuratere sowie effizientere Arbeitsprozesse und verlässlichere Daten. Der große Vorteil ist, dass es alle Funktionen auf einer Plattform vereint und Unternehmen beispielsweise keine verschiedenen Werkzeuge für ERP und BIM benötigen. Weiterhin ermöglicht es die Anwendung, die händische mit der modellbasierten Projektarbeit zu vermischen und den Grad der BIM-Nutzung zu wählen.“   

Wie unterstützt Suiteify die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren in einem Bauprojekt? Welche Vorteile haben User durch die Suiteify-Lösungen?

Adrian Peritore: „Das Arbeiten mit der Cloud macht die Informationsgewinnung auf der Baustelle sehr einfach. Durch die webbasierte Anwendung ist es dem Anwendenden von überall aus möglich, die Software und damit auch BIM zu nutzen. BIM war immer mit hoher Rechenleistung verbunden, die durch die Suiteify-Lösung hinfällig wird: Die Rechenleistung wird von einem dezentralen Server erbracht und kann von jedem Endgerät über den Browser abgerufen werden.“

Wie trägt die Nutzung von BIM dazu bei, Risiken und Unvorhersehbarkeit in Bauprojekten zu reduzieren?  

Adrian Peritore: „Mit Blick auf das gesamte Bauprojekt hilft BIM schon vor Baubeginn eine ganzheitliche Analyse des Objekts zu liefern. Tatsächlich wird in der Praxis schon gebaut, bevor die Planung komplett abgeschlossen ist. Dadurch entstehen Probleme, die BIM komplett entfernt. Beispielsweise hilft die Technologie dabei, dass Mengenmehrungen oder Bauteilkollisionen im 3D-Modell frühzeitig erkannt und dadurch in der Umsetzung vermieden werden können.“  

Wie kann die Implementierung von BIM dazu beitragen, die Nachhaltigkeit von Bauprojekten zu verbessern?  

Adrian Peritore: „BIM ist für das Thema Nachhaltigkeit von großer Bedeutung. Die Methode erlaubt eine präzisere Koordination und ein effektiveres Management, in dem Themenbereich Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (kurz ESG, vom Englischen). Gerade das Berechnen von CO₂-Äquivalenten oder, was zukünftig von Bedeutung sein kann, beim Erheben einer Umweltbewertung der eigenen Nachhaltigkeit, wird kaum ohne modellbasiertes Arbeiten gelingen.“

Wie kann BIM dazu beitragen, die Zufriedenheit der Auftraggeber zu verbessern?  

Adrian Peritore: „Die integrierten Funktionen von BIM in Suiteify steigern die Qualität der bereitgestellten Bauprojektinformationen und ermöglichen eine akkuratere Datenerhebung. Dadurch hilft die Methode bei der Zeitplanung und erlaubt eine enorme Kostenersparnis, da Fehler vermieden werden können. Weiterhin erhöht BIM die Transparenz in jeder Bauphase.“

Welche Ressourcen bietet Suiteify an, um Nutzer in der effektiven Anwendung von Suiteify Bautechnik zu unterstützen?

Adrian Peritore: „Generell haben wir darauf geachtet, dass die Anwender sich die Softwarebedienung ohne lange Grundlagenschulungen autodidaktisch beibringen können. Dafür haben wir von Anfang an großen Wert auf das Thema User Experience gelegt. Die Anwender sollen möglichst schnell in der Lage sein, die Software selbstständig zu bedienen. Für den kleinen Schubser in diese Richtung haben wir kleine Videoanleitungen angelegt, welche die Kernprozesse erklären. Bei höherem Bedarf gibt es ein größeres Angebot durch unsere Akademie. Weiterhin steht für die individuelle Beratung das Experten-Team aus dem Consulting zur Verfügung.

Wie sieht die Zukunft von BIM in Suiteify aus? Welche Weiterentwicklungen sind geplant? 

Adrian Peritore: „Aktuell können bauausführende Unternehmen anhand des 3D-Modells die Mengen abrechnen, was vorher händisch vorgenommen wurde. Der nächste Meilenstein wird sein, die LV- und Angebotserstellung am Modell vollständig zu integrieren. Dann können Unternehmen anhand ihrer eigenen Standards und ohne Medienumbrüche, die LV- und Angebotserstellung, zusätzlich zur Mengenermittlung, generieren. Parallel dazu entwickeln wir methodische Funktionen weiter. Das bedeutet alle Funktionen, die sich an der BIM-Methode anlehnen oder bedienen, wie der Versionsvergleich, BCF-Management, BIM/LV-Container und vieles mehr. Die vollständige Integration von Microsoft Office ist geplant, wodurch beispielsweise die zu einem Projekt gehörenden Dokumente aus MS Teams direkt mit dem entsprechenden Teil verbunden werden. Dadurch werden alle wichtigen Dokumente im Modell einsehbar. Weiterhin werden wir ein Mängelmanagement in die Software integrieren.“

Was macht die Lösung von Suiteify so besonders?  

Adrian Peritore: „Wir haben frühzeitig erkannt, dass wir in die Cloud müssen, um uns selbst und unsere Kunden zukunftsfähig zu machen. Bei Suiteify entwickeln wir Software auf der Erfahrung von Fachkräften, um auch die tatsächlichen Kundenbedürfnisse zu decken. Wir nutzen unsere Markterfahrung und bieten Lösungen von Bauleuten für Bauleute an.“