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Künstliche Intelligenz
KI im Unternehmenseinsatz: Was sich heute schon lohnt, worauf es bei der Einführung ankommt.

Künstliche Intelligenz – was genau ist das und was nicht?
Kaum ein anderes Thema wird derzeit so intensiv diskutiert wie Künstliche Intelligenz (KI) – doch was verbirgt sich wirklich dahinter? Zwischen Buzzwords, Hype und Missverständnissen lohnt sich ein genauer Blick: Was ist KI tatsächlich, was nicht, und warum ist das Zusammenspiel verschiedener Methoden so spannend? Der Beitrag zeigt, wie KI funktioniert, wo ihre Grenzen liegen und warum sie weit mehr ist als nur ChatGPT.
Was ist Künstliche Intelligenz?
Künstliche Intelligenz beschreibt ganz allgemein, dass Computer Fähigkeiten des menschlichen Denkens erlernen. Es geht also darum, dass Maschinen Aufgaben übernehmen, die bislang Menschen vorbehalten waren – von der Mustererkennung bis zur Entscheidungsfindung. Dabei werden Begriffe wie „KI“, „Machine Learning“ oder „ChatGPT“ oft synonym verwendet, obwohl sie unterschiedliche Aspekte abdecken. KI ist ein Sammelbegriff für viele Technologien, die darauf abzielen, Maschinen intelligentes Verhalten beizubringen.
Die Geschichte der KI: Von den Anfängen bis heute
KI ist kein neues Phänomen. Bereits in den 1940er Jahren wurde intensiv daran geforscht. Nach Anfangserfolgen galt das Thema lange Zeit als zu komplex und wurde eher verdrängt. Erst mit dem rasanten Anstieg von Rechenleistung und Datenverfügbarkeit in den letzten Jahren erlebte KI einen neuen Aufschwung. Die Entwicklung verlief in Wellen: Nach ersten Erfolgen folgten sogenannte „KI-Winter“, in denen das Interesse abnahm, bis neue Technologien und mehr Daten die Forschung wieder beflügelten.
Machine Learning und Deep Learning – die Motoren der KI
Ein Teilgebiet der KI ist das Machine Learning (ML). Hier lernen Algorithmen aus Daten, ohne dass sie explizit für jede einzelne Aufgabe neu programmiert werden müssen. Deep Learning wiederum ist eine spezielle Form des ML, die mit tiefen neuronalen Netzen arbeitet – und die Grundlage für moderne Sprachmodelle wie ChatGPT bildet. Machine Learning ist heute das Herzstück vieler KI-Anwendungen, weil es ermöglicht, Muster und Zusammenhänge in großen Datenmengen zu erkennen.
Was ist KI – und was nicht?
Ein entscheidender Unterschied: KI und ML benötigen immer Daten. Klassische Automatisierung, die auf festen Regeln basiert („Wenn A, dann B“), ist keine KI. Erst wenn Algorithmen eigenständig aus Daten lernen und Muster erkennen, spricht man von KI. Ohne Daten – keine Intelligenz. Automatisierung ist zwar nützlich, aber nicht „intelligent“ im eigentlichen Sinne. KI geht darüber hinaus, indem sie flexibel auf neue Situationen reagieren kann, wenn die entsprechenden Daten zur Verfügung stehen.
Die drei Lernformen: Supervised, Unsupervised und Reinforcement Learning
- Supervised Learning: Algorithmen lernen anhand von Trainingsdaten, z. B. zur Vorhersage von Kategorien oder Entwicklungen. Hier besteht die Gefahr von Verzerrungen, wenn die Trainingsdaten nicht repräsentativ sind.
- Unsupervised Learning: Hier werden Strukturen und Ähnlichkeiten in Daten erkannt, etwa durch Clustering oder Dimensionsreduktion.
- Reinforcement Learning: Lernen durch Belohnung und Bestrafung – ähnlich wie ein Kind, das laufen lernt. Besonders wichtig für Sprachmodelle, die darauf trainiert werden, hilfreiche Antworten zu geben


Sprachmodelle und neuronale Netze
Sprachmodelle wie ChatGPT basieren auf tiefen neuronalen Netzen. Diese benötigen enorme Datenmengen und Rechenleistung. Erst durch das Internet und moderne Hardware wurde diese Entwicklung möglich. Die ersten Anwendungen waren Bild- und Objekterkennung. Transformer-Modelle, die seit 2017 im Einsatz sind, haben die Möglichkeiten noch einmal deutlich erweitert. Neben Aufgaben der Textklassifikation können sie als generative Modelle auch Texte erzeugen und Fragen beantworten.
Praktische Einsatzmöglichkeiten von KI
KI kann allerdings noch weit mehr als nur Texte generieren. Besonders bei der richtigen Nutzung strukturierter Daten – etwa für Predictive Maintenance – lassen sich große Einsparungen erzielen. Sprachmodelle ermöglichen es, riesige Textmengen effizient zu durchsuchen und relevante Informationen zu extrahieren. Die Kombination verschiedener Techniken eröffnet neue Möglichkeiten, etwa das automatische Erkennen von Objekten in Bildern oder das Extrahieren von Daten aus Grafiken. Auch in der Baubranche und im Energiemanagement spielt KI eine immer größere Rolle.

Die intelligente Kombination: KI als Wettbewerbsvorteil
Das große Versprechen der KI liegt in der geschickten Kombination unterschiedlicher Methoden. Durch die Multiplikation der Möglichkeiten entsteht ein riesiger Lösungsraum. Wenn Unternehmen hier kreativ agieren, können sie sich entscheidende Wettbewerbsvorteile verschaffen. Die optimale Nutzung dieser Potenziale wird uns noch viele Jahre beschäftigen. Besonders spannend ist die Verbindung von klassischen Machine-Learning-Methoden mit generativen Modellen, um sowohl strukturierte als auch unstrukturierte Daten optimal zu nutzen.
Fazit: KI verstehen und nutzen
KI ist mehr als ein Hype. Sie umfasst viele Methoden, die sich sinnvoll kombinieren lassen. Wer die Unterschiede und Möglichkeiten versteht, kann KI gezielt einsetzen und echten Mehrwert schaffen. Es lohnt sich, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen – nicht nur mit generativen Modellen, sondern auch mit klassischen Ansätzen.
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Künstliche Intelligenz: Chancen und Risiken für den Mittelstand
Spätestens seit der Veröffentlichung des Chatbots "chatGPT" im November 2022 beschäftigen sich auch mittelständische Unternehmen mit dem Thema künstliche Intelligenz, abgekürzt: KI. Doch welche Chancen bietet KI der Wirtschaft eigentlich? Und welche Risiken sind damit verbunden? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich KI-Experte Professor Dr. Dirk Johannßen im Videotalk "Butter bei die Fische".
Gegenwärtig erlebt das Thema künstliche Intelligenz in der Öffentlichkeit einen regelrechten Boom. Dabei stammen der Begriff und die dahinter stehenden Planungssysteme und Verfahren aus den 1950er-Jahren, sind also seit Langem bekannt. Doch erst technologische Durchbrüche in jüngerer Vergangenheit, etwa beim maschinellen „deep learning“, haben die Leistungsfähigkeit heutiger KI-Systeme ermöglicht, sagt Dirk Johannßen, KI-Experte bei der effective WEBWORK GmbH und Professor für künstliche Intelligenz in der Mensch-Maschine-Interaktion an der FH Westküste.
Der erste Schritt hin zu einer leistungsfähigen KI sei ein Umdenken beim Schutz des Quellcodes der KI-Lösung „Tensorflow“ von Google im Jahr 2015 gewesen, erläutert Johannßen. Seitdem habe sich einiges getan. Mittlerweile seien die nötigen Rechnerkapazitäten verfügbar. Zudem wachse die Menge brauchbarer Daten kontinuierlich an, weil Unternehmen erkannt hätten, dass Daten „das neue Gold“ seien. Beste Voraussetzungen für einen weiteren Siegeszug von KI? Ja, sagt der Experte im Videotalk mit Suiteify Geschäftsführer Ulrich Brehmer – und warnt zugleich vor Risiken.
Wie können Unternehmen künstliche Intelligenz einsetzen?
Die möglichen Einsatzszenarien für KI in Unternehmen sind nach Einschätzung von Dirk Johannßen vielfältig. Beispielsweise lassen sich durch Zeitreihenanalysen und Suchalgorithmen die Flottenplanung in der Schifffahrt oder Fracht- und Laderouten optimieren. In der Versicherungsbranche können neuronale Netze in Verbindung mit Bildverarbeitungssystemen zur Automatisierung der Schadensregulierung bei kleineren Schadenssummen führen. Und dann sind da noch Sprachmodelle wie Chatbots. Diese erfordern allerdings ein extrem hohes Maß an Training, riesige Datenmengen und große Rechnerkapazitäten, um befriedigende Ergebnisse zu liefern.
Unter dem Strich weisen alle Einsatz-Szenarien eine Gemeinsamkeit auf: Es kommt stets darauf an, bei einem Sachverhalt die immer gleiche Entscheidung zu treffen – wobei es jeweils nur eine richtige Entscheidung gibt und verschiedene Menschen ebenfalls zu dieser Entscheidung gekommen wären. Weiteres wichtiges Kriterium: Die Entscheidung ist nicht durch herkömmlichen Programmiercode abbildbar. Nur dann könne von künstlicher Intelligenz gesprochen werden, sagt Johannßen.
Welche Risiken sind mit dem Einsatz von KI verbunden?
In der gegenwärtigen Diskussion geht es aber auch um die Gefahren von KI für Gesellschaft, Demokratie oder den Rechtsstaat. Diese Sorgen hält Experte Johannßen für nachvollziehbar, denn zum ersten Mal in der Geschichte der künstlichen Intelligenz erweckten Sprachmodelle wie chatGPT den Anschein menschlicher Interaktion. KI-Systeme bzw. neuronale Netze mit einer solchen Leistungsfähigkeit seien nur schwer beherrschbar. So seien zum Beispiel bei chatGPT bis zu 175 Milliarden Parameter eingebracht worden. Dies lasse sich durch menschliches Handeln nicht mehr steuern oder kontrollieren. Aus diesem Grund empfiehlt der Experte, KI-Systeme als reine Werkzeuge zu betrachten und deren Nutzung – nicht deren Erstellung – zu regulieren.
Drei Tipps zum Thema KI für Mittelständler
- Suchen Sie die Kooperation mit der Wissenschaft — Hier bietet es sich beispielsweise an, Werkstudenten zu beschäftigen oder Master- und Promotionsarbeiten zum eigenen unternehmensspezifischen KI-Projekt zu vergeben.
- Gehen Sie beim Datensammeln nach dem Modell der Knowledge Discovery in Databases (dt.: Wissensentdeckung in Datenbanken) vor — Die notwendigen Schritte beschreibt Johannßen so: zuerst die Fragestellung, die mit KI gelöst werden soll, exakt festlegen, dann den Datentopf definieren, Daten herausziehen, Daten reinigen, Daten transformieren, Daten im Modell nutzen und anschließend das Modell evaluieren.
- Greifen Sie nicht einfach auf vorhandene Datentöpfe zu — Grund hierfür ist, dass die benötigten Daten eine hohe Qualität und Quantität aufweisen und zudem zu der zu untersuchenden Fragestellung passen sollten.

Gesetz zur Unterstützung und Entlastung in der Pflege (PUEG)
Das Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz (PUEG) ist zum 1. Juli 2023 in Kraft getreten. Es bringt eine Anhebung des Beitrags zur Pflegeversicherung mit sich, gleichzeitig werden Familien mit mehreren Kindern finanziell entlastet. Arbeitgeber sind gefordert, die neuen Regelungen zeitnah in ihren Abrechnungen zu berücksichtigen.
Neue Beitragssätze zur Pflegeversicherung
Mit dem PUEG steigt der allgemeine Beitragssatz zur Pflegeversicherung von bisher 3,05 % auf 3,40 %.
Der Beitragszuschlag für Kinderlose erhöht sich zusätzlich von 0,35 % auf 0,60 %.
Entlastungen für Eltern mit mehreren Kindern
Eltern werden spürbar entlastet:
- Ab dem zweiten Kind reduziert sich der Beitragssatz um 0,25 % pro Kind.
- Berücksichtigt werden bis zu vier Kinder zusätzlich (maximal bis zum fünften Kind).
- Kinder fließen in die Berechnung ein, solange sie das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
Damit soll die finanzielle Last in der Pflegeversicherung gerechter verteilt werden.
Ausnahmen von der Beitragserhöhung
Von der Beitragserhöhung ausgenommen sind:
- Arbeitnehmer, die ihre Elterneigenschaft beim Arbeitgeber nachweisen.
- Beschäftigte bis zum Ablauf des Monats, in dem sie das 23. Lebensjahr vollenden.
- Personen, die vor dem 1. Januar 1940 geboren sind.
Handlungsempfehlungen für Arbeitgeber
Damit die Abrechnung korrekt erfolgen kann, sollten Arbeitgeber frühzeitig aktiv werden. Dazu gehört insbesondere:
- Abfrage und Dokumentation der Namen und Geburtsdaten aller Kinder von Beschäftigten.
- Erfassung der Daten in der eingesetzten Baulohn-Software, um die Entlastungen korrekt abzubilden.
Fazit: Rechtzeitig auf das PUEG vorbereiten
Auch wenn das Gesetz im Bundestag erst am 16. Juni 2023 beschlossen wurde, gilt es rückwirkend zum 1. Juli 2023. Arbeitgeber sollten daher alle Vorbereitungen treffen, um die Änderungen rechtssicher und pünktlich umzusetzen. Das PUEG sorgt so zwar für höhere Beiträge bei Kinderlosen, bringt aber gleichzeitig spürbare Entlastungen für Familien.




