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Personalmanagement

Personalarbeit im Mittelstand – von der Einstellung bis zur Entwicklung, mit praktischem Blick auf den Alltag.

Warum Mitarbeiterbindung immer wichtiger wird
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Warum Mitarbeiterbindung immer wichtiger wird

Emotional gebundene Mitarbeiter sind zufriedener, leistungsbereiter, weisen weniger Fehlzeiten und Krankheitstage auf und neigen auch nicht dazu, vorschnell den Arbeitsplatz zu wechseln.

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Was ist Mitarbeiterbindung?

Mitarbeiterbindung zielt als Funktion im Personalwesen darauf ab, den Arbeitgeber für die eigenen Mitarbeiter kontinuierlich attraktiv zu machen bzw. zu halten und sie so näher an das Unternehmen zu binden. Mitarbeiterbindung kann auch als der Grad der Beziehung zwischen beiden Seiten gesehen werden. Je intensiver die Beziehung, desto engagierter und motivierter agieren die Arbeitnehmer.

Warum ist Mitarbeiterbindung wichtig für Unternehmen?

Fachkräftemangel hat hier wohl den größten Einfluss. Die Zahl der verfügbaren Arbeitnehmer wird längst nicht mehr nur im IT-Bereich immer knapper. Doch neben dem Ziel Talente im Unternehmen durch attraktive Maßnahmen der Mitarbeiterbindung zu halten, bringt eine hohe emotionale Mitarbeiterbindung positive Effekte für den Arbeitgeber. Die Wechselbereitschaft sinkt deutlich, doch geht eine emotionale Mitarbeiterbindung auch über bestehende Arbeitnehmer hinaus. Diese Mitarbeiter sprechen Weiterempfehlungen des Unternehmens an externe Talente vermutlich deutlich eher aus, als wenn sie unzufrieden wären.

Der Gallus Report von 2021 zeigt, dass die emotionale Bindung der Arbeitnehmer durch die Corona-Situation gestiegen ist. Das lediglich 17 von 100 Beschäftigten eine hohe emotionale Mitarbeiterbindung aufweisen, sollte Personalabteilungen dennoch zu denken geben. Arbeitnehmer, die sich nicht engagiert und motiviert in ein Unternehmen einbringen, kosten tatsächlich Geld. Eine innere Kündigung beläuft sich laut Gallup Report von 2021 auf volkswirtschaftliche Kosten von bis zu 115,1 Milliarden Euro.

Mitarbeiter erfolgreich binden: Unternehmen von Zweifeln geplagt

Drei Viertel der Personalmanager, die von dem Personaldienstleister Robert Half für eine Studie befragt wurden, gaben an, dass sie von großen Zweifeln hinsichtlich der Mitarbeiterbindung geplagt werden. Ihre größte Sorge: Bleiben ihre Spitzenkräfte angesichts der aktuellen Bedingungen in ihrem Unternehmen oder entschließen sie sich über kurz oder lang dazu abzuwandern, weil andere Unternehmen mehr Benefits für ihre Mitarbeiter bieten? Gar so falsch liegen die Befragten in diesem Punkt nicht.

So fanden Wissenschaftler der Universität Bamberg für die Studie Recruiting Trends 2017 heraus, dass Arbeitnehmer die Arbeitskonditionen eines Arbeitgebers tatsächlich immer genauer unter die Lupe nehmen. Passen sie nicht, ziehen sie die Reißleine: Sie haben heute die Wahl und müssen sich nicht mit Bedingungen zufriedengeben, in denen sie sich nicht entfalten können. Die wohl wichtigste Erkenntnis der Bamberger Studie ist somit: Nur über finanzielle Anreize lässt sich die Mitarbeiterbindung heute nicht mehr steigern. Insbesondere die Balance zwischen Berufs- und Privatleben ist stattdessen für 86,1 Prozent der Kandidaten einer der ausschlaggebenden Faktoren. Die Bedeutung der Work-Life-Balance ist sogar so groß, dass 47,6 Prozent der Kandidaten Einbußen im Gehalt hinnehmen würden, wenn sich das Zusammenspiel von Arbeit und Privatleben durch einen Jobwechsel verbessern würde.

Employee Self Service: Wehret den Bürokratiemonstern!
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Employee Self Service: Wehret den Bürokratiemonstern!

Wohl kaum ein Bereich hat mit so viel mit Bürokratie zu kämpfen wie das Human Ressources Management. Immer mehr Unternehmen versuchen daher, ihre Personalabteilung diese Last von den Schultern zu nehmen – und führen Employee Self Services ein. Top oder Flop?

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In vielen Unternehmen geschieht die Verwaltung von Stammdaten, Formularen und Anträgen noch auf Papier oder in sperrigen Excellisten. Letzte haben meist keine Anbindung an die Datenablage anderer Abteilungen. Also liegen Informationen über Abteilungen hinweg nicht einheitlich vor, sondern müssen von HR mühsam per Copy&Paste übertragen werden. Oder schlimmer noch: HR erhält einen Ausdruck und tippt ihn per Hand ab. Auf diese Weise geschehen nicht nur viele Übertragungsfehler. Es geht auch viel Zeit ins Land, die eigentlich viel besser in andere Aufgaben investiert wäre. Ganz unabhängig davon, wie selten konzentriertes Arbeiten in einer HR-Abteilung möglich ist, weil alle naslang ein/e Kolleg/in hereinschneit und ganz dringend noch diese eine klitzekleine Info benötigt, geht auch ganz schnell, versprochen! Aber bis man als unterbrochener HR-Stratege wieder voll „in den Flow“ einsteigen kann, dauert es natürlich – und schon klingelt wieder das Telefon …

Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Employee Self Service“?

Viele Unternehmen (oder präziser: die Personalabteilungen darin) suchen händeringend nach Lösungen, um hier Abhilfe zu schaffen und sich auf wertschöpfende Aufgaben konzentrieren zu können – und das wortwörtlich. Eine Lösung, die nicht nur stark an Beliebtheit, sondern auch schlicht an flächendeckendem Einsatz gewonnen hat: ESS!

Hinter der Abkürzung verbirgt sich nun (leider?) kein Aufruf zur Völlerei, sondern die Rede ist von Employee Self Services. Auf Deutsch übersetzt bedeutet das nichts Anderes als Mitarbeiter-Selbstbedienung.

Das Prinzip: Mitarbeiter und nicht mehr HR verwalten ihre persönlichen Daten und Vorgänge selbst. Dafür gibt es verschiedene Tools (die natürlich auch im Produktportfolio von Suiteify zu finden sind, aber das nur am Rande), die mit minimalem Aufwand ganze Berge versetzen können.

Beispiel: Stammdatenpflege. Mitarbeiter loggen sich mit ihren persönlichen Zugangsdaten in die HR-Software ein und erhalten Zugriffe auf:

  • Persönliche Daten
  • Qualifikationen
  • Ausbildungen
  • Betriebliche Funktionen

Was sind klassische Einsatzgebiete von Self Services in der Personalabteilung?

Frau Meier zieht um, Herr Müller heiratet, Frau Schmid schließt ein Zertifikat ab, bei Herr Wie-auch-immer ändert sich der Titel von „Most Important Manager“ zum „Chief Happiness Officer“. Und das alles tragen sie einfach selbst in die zentrale Datenbank ein, ohne dafür bei Ihnen auf der Matte zu stehen und gleich noch etwas vom neuen Nachbarshund zu erzählen.

Bedürfen bestimmte Informationen einer Aktualisierung, nehmen Angestellte diese mit einem ESS ganz einfach selbst vor. Sie können sich außerdem über das Portal ihren elektronischen Gehaltszettel abholen oder Anträge wie Urlaubs- oder Reiseformulare ausfüllen, verwalten und an den jeweiligen Ansprechpartner adressieren. Praktisch? Und wie!

Was sind die Vor- und Nachteile bei der Nutzung eines ESS?

Verlagert HR solche einfachen Aufgaben an die eigenen Mitarbeiter, bietet das verschiedene Vorteile:

  • Die Wahrscheinlichkeit von Übertragungsfehlern reduziert sich – keiner kennt seine Daten schließlich besser als der Mitarbeiter selbst.
  • Personalverantwortliche werden von einem großen Teil ihrer administrativen Tätigkeiten entlastet. Zum Beispiel, weil Lohnzettel nicht mehr einzeln ausgedruckt, kuvertiert und den Mitarbeitern zugestellt werden müssen, sondern per Knopfdruck über das System versandt und abgerufen werden können. Du kennst das.
  • Last but not least sagt die Umwelt Danke, weil auf diese Weise der Papierverbrauch erheblich reduziert wird.

Der einzige Nachteil, der mit der Einführung eines ESS-Systems verbunden sein kann: Die fehlende Akzeptanz der Mitarbeiter. So liegt zunächst der Gedanke nahe, dass HR zwar durch ESS entlastet, die Mitarbeiter aber mit zusätzlichen bürokratischen Prozessen belastet werden. Aber betrachten wir diesen Aspekt ein wenig näher – und schöpfen dabei aus realen Erfahrungswerten.

Belastet ESS die Mitarbeiter eines Unternehmens zusätzlich? Im Gegenteil!

Die Antwort ist einfach: Ein solches Vorurteil, das gerne mit Employee Self Service in Verbindung gebracht wird, stimmt so nicht. Ein einfaches Beispiel aus dem Bereich des Abwesenheitsmanagements verdeutlicht, dass Mitarbeiter durch ESS im Gegenteil sogar entlastet werden.

Heute sieht das Einreichen eines Urlaubsantrags so aus:

  • Die Arbeit unterbrechen
  • Formular aus dem Intranet (oder aus einem beliebigen Ordner auf dem lokalen Desktop, aber das darf bitte der/die IT-Verantwortliche nicht wissen) fischen
  • ausdrucken
  • händisch ausfüllen
  • sich verschreiben – alternativ: das Blatt vollklecksen, weil im Umkreis einfach keine nicht-klecksenden Kugelschreiber zu finden scheinen
  • nochmal ausdrucken und ausfüllen
  • mehrfach kopieren
  • Kopien ins Büro des Vorgesetzten und von HR bringen
  • Jeweils vorsichtig anklopfen, Kopf einziehen, hoffen dass es keine Diskussionen gibt – und auf dem Weg zwischen Vorgesetzten und HR noch diversen Kollegen über den Weg laufen, die freudestrahlend vom neuen Nachbarshund erzählen

Ein solches Vorgehen erübrigt sich mit ESS. Puh! Der Urlaubsantrag kann direkt im System ausgefüllt und an die zuständigen Entscheidungsträger mit einem Mausklick versandt werden. Liegt die Genehmigung vor, wird der Mitarbeiter automatisch vom System informiert. Fertig. So sind Prozesse, die früher viele einzelne Schritte und „Botengänge“ in Anspruch nahmen, mit ESS binnen weniger Klicks erledigt.

Man unterschätzt leicht, was es bedeutet, solche Aufgaben nicht mehr selbst erledigen zu müssen. Und die meisten Mitarbeiter sind froh, wenn sie nicht mehr mit ihrem verknickten Urlaubsantrag über die Gänge huschen müssen oder ihr HR-Ansprechpartner völlig genervt vom Laptop aufschaut, weil sie ihre neue Adresse durchgeben wollen.

An dieser Stelle daher ein kurzer Blick in ein Praxisbeispiel, wie und warum sich der Gewürzhersteller Kotányi dazu entschieden hat, Unterbrechungen dieser Art via ESS Einhalt zu gebieten.

Blick in die Praxis: ESS bei Gewürzhersteller Kotányi

Im Jahr 2009 startete Kotányi mit dem Betrieb unseres Personalmanagement-Moduls, mit dem die Führungskräfte und Mitarbeiter auf personalbezogene Informationen und Dokumente zugreifen können – berechtigungsgesteuert, versteht sich. Mit den Self-Services stehen aktuelle Personal-, Lohn- und Gehaltsdaten sowie diverse Auswertungen nun jederzeit auf Knopfdruck zur Verfügung.

Nach den guten Erfahrungen in der Firmenzentrale rollte Kotányi das ESS-System auch in den internationalen Niederlassungen aus. „Zuvor mussten wir Excellisten an die Länder schicken, um zum Beispiel Ein- und Austritte von Mitarbeitern zu aktualisieren. Das war umständlich und zeitraubend, oft kamen unvollständige Informationen an“, erinnert sich Personalleiter Mag. Thomas Schlechta. Nun managen die Länder ihre personalbezogenen Informationen selbst.

Damit sind auch tagesaktuelle Auswertungen, etwa zu Löhnen und Gehältern, möglich. „Das System benachrichtigt zum Beispiel alle Verantwortlichen automatisch bei Neueintritten oder Abgängen. Das erleichtert die länderübergreifende Personalarbeit wesentlich, schafft Transparenz, spart Zeit und hilft, Fehler zu vermeiden.“

Einführung von Personalsoftware: 10 häufige Stolperfallen
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Einführung von Personalsoftware: 10 häufige Stolperfallen

Die Einführung von Personalsoftware ist für Unternehmen ein wichtiger Schritt in Richtung Digitalisierung der Personalarbeit. Ob digitale Personalakte, Lohnabrechnungssoftware oder modulare HR-Software – wer das Projekt strukturiert angeht, spart langfristig Zeit, Kosten und Ressourcen. Dennoch scheitern viele Einführungen, weil typische Fehler gemacht werden. In diesem Leitfaden erfahren Sie, wie Sie Stolperfallen umgehen können.

5 Min. Lesezeit

1. IT-Abteilung führt die Einführung von Personalsoftware allein durch

In manchen KMU übernimmt die IT-Abteilung die komplette Auswahl und Implementierung der HR-Software. Das Problem: Die Lösung erfüllt oft nicht die Bedürfnisse der Personalabteilung.

Tipp: IT und HR sollten gemeinsam die passende Personalmanagement-Software auswählen, um Technik und Prozesse optimal zu verbinden.

2. HR-Abteilung entscheidet ohne IT über die HR-Software

Die HR-Abteilung wählt eine Personalsoftware, die ihre Prozesse abbildet – vergisst jedoch Schnittstellen zu ERP oder Finanzbuchhaltung.

Tipp: IT-Spezialisten müssen von Anfang an eingebunden werden, um die Integration der HR-Software in die bestehende Systemlandschaft sicherzustellen.

3. Vertragsdetails bei der Einführung von Personalsoftware werden ignoriert

Unklare Regelungen zu Service, Lizenzkosten oder Updates können teuer werden.

Tipp: Prüfen Sie Vertragsdetails zu Support, Customizing und Folgekosten sorgfältig, bevor Sie die Personalsoftware einführen.

4. Datenschutzanforderungen in der HR-Software werden unterschätzt

Nicht jede HR-Software erfüllt automatisch die DSGVO-Anforderungen. Besonders bei Cloudlösungen müssen Serverstandorte und Supportbedingungen geprüft werden.

Tipp: Achten Sie auf DSGVO-konforme Personalsoftware und bevorzugen Sie bei Cloudlösungen Anbieter mit Servern innerhalb der EU.

5. Kein klarer Anforderungskatalog für die Personalsoftware

Ohne klare Anforderungen wird oft eine Lösung ausgewählt, die wichtige Funktionen nicht abdeckt – z. B. Baulohnabrechnung oder andere branchenspezifische Besonderheiten.

Tipp: Erstellen Sie vor der Auswahl einen detaillierten Anforderungskatalog (Lastenheft) basierend auf Ist-Analyse und Prozesszielen.

6. Einführung der Personalsoftware ohne Projektleitung

Ohne Projektverantwortlichen versanden viele Einführungsprojekte für Personalsoftware im Tagesgeschäft.

Tipp: Benennen Sie eine Projektleitung, die Zeit, Budget und Kommunikation steuert.

7. Zu viele Entscheider beim Personalsoftware-Projekt

Zu große Entscheidungsrunden verzögern die Einführung und führen zu Stillstand.

Tipp: Beschränken Sie den Entscheiderkreis auf HR, IT, Geschäftsführung und ggf. Datenschutzbeauftragte. So bleibt das Projekt effizient.

8. Zu knappes Budget für die Personalsoftware-Einführung

Ein zu knappes Budget führt zu halbgaren Lösungen.

Tipp: Planen Sie bei den Kosten für HR-Software auch Schulungen und Support ein – nicht nur die Lizenzkosten.

9. Eine nicht skalierbare Personalsoftware ausgewählt

Eine leicht bedienbare Lösung ist gut – solange sie skalierbar ist.

Tipp: Wählen Sie eine skalierbare Personalsoftware, die sich Ihren Prozessen anpasst und funktionell erweitert werden kann.

10. Funktionsumfang der HR-Software nicht zukunftssicher

Wachstum kann schnell dazu führen, dass die Personalsoftware an ihre Grenzen stößt.

Tipp: Entscheiden Sie sich für eine modulare Personalsoftware, die Sie bei Unternehmenswachstum flexibel ausbauen können.

Fazit: Erfolgreiche Einführung von Personalsoftware braucht Planung

Die Einführung einer HR-Software betrifft nicht nur die Technik, sondern auch Prozesse, Menschen und langfristige Unternehmensziele. Mit einem klaren Anforderungskatalog, der Einbindung aller relevanten Abteilungen und einer skalierbaren Personalsoftware vermeiden Sie teure Fehler und schaffen eine nachhaltige Lösung für Ihr Unternehmen.

Warum Personalcontrolling in KMU so wichtig ist
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Warum Personalcontrolling in KMU so wichtig ist

Viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vernachlässigen das Controlling im Bereich Human Resources (HR). Der HR-Experte Rudolf Kast rät dazu, das zu ändern und ein effektives Personalcontrolling in KMU aufzubauen.

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Welche Defizite sehen Sie beim Personalcontrolling in KMU?

Rudolf Kast: Der Anteil der kleinen und mittleren Unternehmen mit Personalcontrolling ist meines Erachtens sehr gering. Allerdings gilt es hier, eine Begriffsklärung vorzunehmen. Die Aufgaben des Personalcontrollings sind je nach Unternehmen unterschiedlich gestaltet und davon abhängig, wie es im Unternehmen gesehen wird.

Als Minimalfunktion ist die Berichterstattung zu nennen. Häufig wird in diesen Berichten kein Soll-Ist-Abgleich dargestellt, sondern es wird lediglich der Ist-Stand strukturiert aufgezeigt. Hierzu gehören Zahlen wie Personalstand, Fluktuationsrate und Einstellungen – ferner Informationen zu den Mitarbeitern, wie die Anzahl der leitenden Angestellten und Tarifangestellten, Durchschnittsalter oder Betriebszugehörigkeit. Dieses reine Personalreporting wird in nahezu allen KMU praktiziert.

Unter Personalcontrolling ist indes die Herstellung der Transparenz über personalwirtschaftliche Wirkungszusammenhänge zu verstehen, also zum Beispiel die Analyse von Gehaltsstrukturen oder die Kosten- und Leistungstransparenz von personalwirtschaftlichen Prozessen. Dies finden wir nur in wenigen KMU.

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Warum behandeln kleinere Unternehmen das Personalcontrolling oft so stiefmütterlich?

Kast: Das Personalgeschäft im immer schwieriger werdenden Arbeitsmarkt erfordert alle Kapazitäten für Entgeltabrechnung, Personalmarketing und Rekrutierung. Viele Personalabteilungen sind mit dem Tagesgeschäft und den Extraarbeiten wegen gesetzlicher und sozialversicherungsrechtlicher Änderungen an der Grenze der Belastbarkeit angekommen. Es fehlt ihnen schlichtweg die Zeit. Die Personalabteilungen in KMU werden Personalcontrolling daher nur dann leisten, wenn sie es im Rahmen eines generell bestehenden Controllingsystems leisten müssen.

Ferner müssen sie einen Nutzen in der Einführung eines Personalcontrollings sehen. Dies hängt davon ab, welche Bedeutung der Personalarbeit für den Unternehmenserfolg beigemessen wird. Hat die Personalfunktion in einem Unternehmen keinen großen Stellenwert, wird der Stelleninhaber nur das Notwendige tun. Natürlich kann man argumentieren, dies wäre doch gerade die Chance, um über Aufwand-Nutzen-Relationen personalwirtschaftlicher Konzepte den Nutzen von Personalcontrolling zu verdeutlichen, aber diese Kreativität und auch die Managementhaltung ist vielen Funktionsträgern im Personalwesen fremd.

Erschwerend kommt hinzu, dass in den wenigsten KMU eine Personalstrategie existiert. Fehlt es an einer Personalstrategie, werden wir auch keine daraus abgeleiteten Ziele mit Aktionen und messbaren Ergebnissen vorfinden. Die Grundlagen für wirksames Personalcontrolling sind somit schon im Ansatz nicht vorhanden.

Inwieweit unterstützt Personalcontrolling die Personalarbeit?

Kast: Grundsätzlich kann Personalcontrolling zur Steigerung der Effizienz und der Effektivität des Personals und der Personalarbeit eingesetzt werden. Beim faktororientierten Personalcontrolling geht es um die Optimierung des Einsatzes von Beschäftigten. Themen, die hierbei analysiert werden, sind zum Beispiel Personalstrukturdaten (Gehaltsstrukturen, soziodemografische Daten), personelle Stabilität (Betriebszugehörigkeit, Fluktuation), Kosten für personalwirtschaftliche Sondermaßnahmen (z. B. Weihnachtsgeld) und Personaleinsatz (Arbeitszeiten).

Im prozessorientierten Personalcontrolling untersucht die Personalabteilung die Indikatoren oder Leistungskennziffern, die die Leistung des HR-Bereichs messen. Beispiele sind die Betreuungszahlen pro Mitarbeiter, die Anzahl von Entgeltabrechnungen pro Entgeltabrechner, die Durchlaufzeiten für die Stellenbesetzungen und die Preise für die Leistungen der Personalabteilung. Mit solchen Kennzahlen kann der Personalbereich seine Leistungsfähigkeit auch im Vergleich zu existierenden Zahlen aus dem Markt unter Beweis stellen.

Und welchen Beitrag leistet das Personalcontrolling in KMU zum Unternehmenserfolg?

Kast: Der Nutzen für das Unternehmen lässt sich am Beispiel der Weiterbildung verdeutlichen: Weiterbildung soll die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit sichern und die Entwicklung und Anpassung neuer Technologien ermöglichen. Sie ist aber nur dann erfolgreich, wenn sie bedarfsgerecht durchgeführt wird. Mithilfe von Bildungscontrolling lässt sich der Nutzen der erworbenen Kenntnisse für die Arbeit der Mitarbeiter und ihre Produktivität aufzeigen.

Umfangreiche Controllingsysteme, wie es sie in Konzernen gibt, sind für die meisten kleineren Firmen eine Nummer zu groß. Wie lässt sich dennoch ein wirksames Personalcontrolling in KMU einführen?

Kast: Die Personalabteilungen kleinerer Firmen sind gut beraten, die Strategieziele des Unternehmens auf die Personalarbeit herunterzubrechen und mit Bezug darauf ein Personalcontrolling aufzubauen. Die Ausgestaltung hängt von der Zielsetzung ab. Liegt der Schwerpunkt beispielsweise auf der schnellen Rekrutierung von Bewerbern für einen neuen Geschäftsbereich, tut der Personalbereich gut daran, die Zeitdauer von der Ausschreibung bis zur Stellenbesetzung zu erfassen.

Für das Personalreporting lässt sich die Datenmenge aus der Entgeltabrechnung nutzen. Aktuelle Daten zu Personalaufwand, Mitarbeiteranzahl und Mitarbeiteraufschlüsselung (z.B. nach Funktionsgruppen oder Kosten je Mitarbeiter) lassen sich dabei mit dem Vorjahr vergleichen.

Interessant wird es, wenn Unternehmen strategisch abgeleitete Kennzahlensysteme nutzen, um damit die Erfüllung ihrer Ziele aus der Strategie heraus zu überprüfen. Die Personalabteilung kann ihren Nutzen für das Unternehmen verdeutlichen, indem sie beispielsweise transparent macht, wie viele der intern entwickelten Talente in den letzten Jahren durch Personalentwicklungsmaßnahmen zu welchen Kosten in Führungs-, Fach- und Projektleitungspositionen entwickelt wurden. Dies bringt im Erfolgsfall jede Unternehmensleitung dazu, die Arbeit ihrer Personalabteilung wertzuschätzen und entsprechende Mittel weiter zu genehmigen.

Welche Personalkennzahlen sind denn überhaupt wichtig?

Kast: Dies sollte das Unternehmen gemeinsam mit dem Personalbereich aufgrund der firmenspezifischen Lage klären. Neben den bereits erwähnten Grundlagen des Personalreportings sollten auf jeden Fall die Risiken ermittelt werden, die dem Unternehmen vom Markt her begegnen.

Besteht zum Beispiel ein Anpassungsrisiko, weil die Beschäftigten nicht ausreichend qualifiziert für neue Technologie sind, ist dies zu ermitteln. Benötigt das Unternehmen aufgrund eines Firmenkaufs wichtige Know-how-Träger, muss das Engpassrisiko geprüft werden: Wie lange können wichtige Positionen unbesetzt bleiben, ohne dass es zu massiven Projektverzögerungen kommt? Hier gibt es keine generelle Empfehlung.

Wichtig ist, dass es eine aus der Unternehmensstrategie heraus abgeleitete Personalstrategie wenigstens in Ansätzen gibt und diese strategischen Ziele auch in der Umsetzung gemessen werden. Dies erhöht den Stellenwert und die Akzeptanz der Personalfunktion.

Effizientes Seminarmanagement – Weiterbildung smart planen
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Effizientes Seminarmanagement – Weiterbildung smart planen

Die Qualifizierung der Mitarbeitenden durch Weiterbildung ist für kleine und mittlere Unternehmen wichtiger denn je. Software für das Seminarmanagement unterstützt Personalabteilungen bei der Planung, Organisation und Nachbereitung von Seminaren und anderen Veranstaltungsformaten.

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Früher umwarben Jobsuchende die Unternehmen, heute ist es häufig umgekehrt: Arbeitgeber müssen um die Gunst von Fachkräften werben. Den Bewerbenden und Beschäftigten geht es, wie Studien zeigen, dabei nicht mehr nur um Gehalt und Status, sondern um hohe Arbeitszufriedenheit durch sinnstiftende Tätigkeiten und die Möglichkeit zum kontinuierlichen Wissensaufbau.

Zielgerichtete Weiterbildung erfordert Seminarmanagement

Gerade kleine und mittelständische Arbeitgeber sind angesichts des teilweise knappen Fachkräfteangebots gut beraten, attraktive Weiterbildungsangebote bereitzustellen. Dadurch erleichtern sie das Recruiting neuer Fachkräfte und binden gleichzeitig leistungsstarke und potenzialreiche Beschäftigte ans Unternehmen.

Es reicht jedoch nicht, nur das Budget für Weiterbildung zu erhöhen und Mitarbeitende zu Seminaren zu schicken. Damit die Aufwendungen die gewünschten Effekte erzielen, ist ein systematisches Seminarmanagement erforderlich.

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Bildungsmanagement mit Excel und Co. ist meist aufwendig und ungenau

Viele Arbeitgeber planen Weiterbildungsmaßnahmen für ihre Beschäftigten bislang mithilfe von Tabellenkalkulationsprogrammen wie Microsoft Excel. Dies erfordert jedoch eine aufwendige doppelte Datenhaltung von Personalstammdaten, weil das externe Programm nicht mit der Software für die Personalverwaltung/-abrechnung verknüpft ist.

Darüber hinaus lässt sich der Planungsverlauf einer Weiterbildungsmaßnahme mit Excel und Co. nur schwer abbilden. Und notwendige Informationen, etwa zu externen Seminarveranstaltern und ihrem Angebot, sind meistens nicht im System hinterlegt, sondern müssen an anderer Stelle recherchiert werden.

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Besser: Ein in die HR-Software integriertes Seminarmanagement

Eine in die HR-Software integrierte Seminarmanagement-Lösung reduziert den Planungs- und Organisationsaufwand deutlich. Sie ermöglicht:

  • Schnelle Auswahl passender Schulungen und Veranstalter
  • Einfache Termin- und Ortsplanung inklusive Kostenkalkulation
  • Definition von Seminaren nach Themen mit allen relevanten Details (Veranstalter, Lehrende, Ort, Zeitplan, Zielgruppe)
  • Gezielte Teilnehmendenauswahl per Einzelauswahl oder Zielgruppenfilter
  • Automatische Wartelistenfunktion für verhinderte Teilnehmende
  • Zentrale Datenhaltung aller Informationen in einem System

Der Vorteil: Alle relevanten Informationen sind gebündelt, was Zeit spart, Kosten senkt und das Bildungsmanagement optimiert. So verbessert integriertes Seminarmanagement nachhaltig Recruiting-Erfolge und die Bindung von Mitarbeitenden.

Wellbeing am Arbeitsplatz: Die wichtigsten Trends 2025
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Wellbeing am Arbeitsplatz: Die wichtigsten Trends 2025

Die Zukunft der Arbeit wird stark von der digitalen Transformation beeinflusst. Bis 2025 werden sich wichtige Trends entwickeln, die den Arbeitsplatz verändern.

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Die Zukunft der Arbeit wird stark von der digitalen Transformation beeinflusst. Diese Veränderung ändert, wie wir arbeiten und wie gut wir uns fühlen. Arbeitnehmende sollten gezielt nach Arbeitgebern suchen, die Werte wie Nachhaltigkeit und gesellschaftlichen Mehrwert fördern, um ihre Lebensqualität und berufliche Zufriedenheit zu steigern. Bis 2025 werden sich wichtige Trends entwickeln, die den Arbeitsplatz verändern.

Unternehmen, die sich auf diese Veränderungen vorbereiten, können ihre Produktivität steigern. Sie können auch das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter verbessern. Dazu gehören Remote-Arbeit, Work-Life-Balance, kontinuierliche Weiterbildung und eine gesunde Arbeitsumgebung.

Takeaways

  • Digitale Transformation prägt die Zukunft der Arbeit
  • Flexible Arbeitsmodelle und Remote-Arbeit gewinnen an Bedeutung
  • Mitarbeiterwohlbefinden rückt in den Fokus
  • Work-Life-Balance und Gesundheitsförderung als Schlüsselfaktoren
  • Kontinuierliche Weiterbildung sichert Wettbewerbsfähigkeit

Remote-Arbeit als neuer Standard

Die Arbeitswelt verändert sich schnell. Remote-Arbeit wird immer beliebter. Viele Firmen bieten die Möglichkeit, von Zuhause zu arbeiten.

Durch digitale Tools und flexible Arbeitsmodelle steigt die Produktivität. Gleichzeitig verbessert sich die Work-Life-Balance der Mitarbeiter.

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Vorteile der Fernarbeit für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Remote-Arbeit hat viele Vorteile für die Mitarbeiter. Sie sparen Zeit, weil sie nicht pendeln müssen. Sie können im eigenen Homeoffice arbeiten. Zudem unterstützt Fernarbeit die Rechte des Arbeitnehmers am Arbeitsplatz, indem sie flexible Arbeitsbedingungen schafft und die Mitbestimmung fördert.

Dies gibt ihnen mehr Zeit für Familie und Hobbys. Fernarbeit macht den Arbeitsalltag oft flexibler und verbessert die Work-Life-Balance.

Arbeitgeber profitieren auch. Sie sparen Kosten, weil sie weniger Bürofläche brauchen. Da Fernarbeit ortsunabhängig ist, öffnet sie den Zugang zu einem größeren Talentpool.

So können Firmen die besten Mitarbeiter finden und halten.

Herausforderungen und Lösungen für effektives Remote-Arbeiten

Remote-Arbeit hat auch Herausforderungen. Kommunikation und Zusammenarbeit im Team sind wichtig. Datensicherheit und soziale Isolation können zum Problem werden.

Um diese im Vorfeld zu lösen, braucht es effektive Lösungen:

  • Kollaborative Tools wie Videokonferenzen und Chat-Plattformen fördern die Kommunikation.
  • Schulungen zur Cybersicherheit und starke Sicherheitsmaßnahmen schützen die Daten.
  • Virtuelle Teamevents und informelle Austausch fördern den Zusammenhalt.
  • Klare Regeln für Erreichbarkeit und Arbeitszeiten im Homeoffice sind wichtig.

Durch diese Maßnahmen können Firmen Remote-Arbeit erfolgreich umsetzen. So nutzen sie die Vorteile der Fernarbeit voll aus.

Digitalisierung und künstliche Intelligenz im Büro

Die Digitalisierung am Arbeitsplatz entwickelt sich schnell. Künstliche Intelligenz wird immer wichtiger. Unternehmen nutzen moderne Technologien, um besser zu arbeiten und mehr zu produzieren. Die Interaktion mit Arbeitsmitteln spielt eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung und Einrichtung von Arbeitsplätzen.

Kollaborationstools wie Slack und Microsoft Teams erleichtern die Zusammenarbeit. Selbst wenn Leute nicht zusammen in einem Büro sind. KI macht diese Tools noch besser und einfacher zu nutzen.

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Automatisierung von Routineaufgaben durch KI

KI kann viele Routineaufgaben automatisieren und erleichtert die Interaktion zwischen Mensch und digitalen Arbeitsmitteln im Arbeitsalltag – etwa beim Erstellen von Rechnungen oder der Terminplanung. So bleibt mehr Zeit für kreative Aufgaben.

Digitale Tools zur Steigerung der Produktivität

Viele digitale Tools helfen, produktiver zu arbeiten. Projektmanagement-Software wie Asana hilft, alles im Griff zu halten. Cloud-Lösungen ermöglichen es, Dokumente überall zu bearbeiten.

Cybersicherheit als wichtiger Faktor im digitalen Arbeitsumfeld

Cybersicherheit wird immer wichtiger. Unternehmen müssen Daten schützen. Schulungen zu Passwort-Sicherheit und E-Mail-Verhalten sind wichtig, um Angriffe zu verhindern.

Flexible Arbeitszeiten und Work-Life-Balance

In der heutigen Arbeitswelt sind flexible Zeiten und eine gute Work-Life-Balance sehr wichtig. Der räumliche und organisatorische Bereich, in dem Menschen mit Arbeitsmitteln interagieren, spielt dabei eine entscheidende Rolle. Unternehmen, die auf ihre Mitarbeiter hören, können hier mehr Erfolg haben. Sie profitieren von zufriedeneren Mitarbeitern und mehr Produktivität.

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Flexibles Arbeiten heißt, dass Mitarbeiter ihre Zeiten selbst bestimmen können. Es gibt viele Arten, wie man flexibel arbeiten kann, wie Gleitzeit oder Teilzeit. So können Beruf und Privatleben besser aufeinander abgestimmt werden und langfristig zusammenpassen.

Agilität ist auch wichtig. Agile Methoden helfen Teams, schnell auf Veränderungen zu reagieren. Durch kurze Schritte und regelmäßiges Feedback können Projekte schneller vorankommen. Das verbessert die Lebensqualität der Mitarbeiter. Die Einführung flexibler Arbeitszeiten und neuer Arbeitsmodelle ist ein Muss für Unternehmen, die im Wettbewerb um die besten Talente bestehen wollen. Um diese Veränderungen umzusetzen, muss sich die Unternehmenskultur ändern. Führungskräfte müssen Vertrauen in ihre Mitarbeiter haben. Sie sollten Ergebnisse anstreben, nicht nur Anwesenheit im Büro.

Durch offene Kommunikation und klare Erwartungen können Teams auch in flexiblen Umgebungen gut zusammenarbeiten.

Kontinuierliche Weiterbildung und Upskilling

In unserer schnelllebigen Arbeitswelt ist Weiterbildung und Upskilling sehr wichtig. Unternehmen und Mitarbeiter müssen sich ständig anpassen. Es gibt eine hohe Nachfrage nach Fachkräften in verschiedenen Bereichen wie Bildungs- und Gesundheitswesen. So bleiben sie wettbewerbsfähig und entwickeln die Fähigkeiten der Zukunft.

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Skill-Entwicklung ist ein ständiger Prozess, der nicht mit der Ausbildung endet. Lebenslanges Lernen ist zum Standard geworden. Es hilft, sich an Veränderungen anzupassen und die eigenen Chancen am Arbeitsmarkt zu verbessern.

Bedeutung lebenslangen Lernens in einer sich wandelnden Arbeitswelt

Lebenslange Weiterbildung ist für den beruflichen Erfolg sehr wichtig. Durch Digitalisierung und Technologie kommen neue Berufe und Anforderungen. Mitarbeiter müssen sich ständig weiterbilden und neue Fähigkeiten erlernen um sich an den Stand der Technologien anzupassen.

Unternehmen profitieren von lernwilligen Teams. Durch Weiterbildungsmaßnahmen können sie ihre Mitarbeiter auf die Zukunft vorbereiten und bleiben selbst wettbewerbsfähig.

Innovative Weiterbildungsformate und -plattformen

Es gibt immer mehr neue Wege, sich weiterzubilden. E-Learning, Microlearning und Mobile Learning ermöglichen flexibles Lernen. Man kann überall und zu jeder Zeit lernen.

Virtual und Augmented Reality sowie Gamification machen das Lernen spannender. Unternehmen sollten diese Methoden nutzen wo sie sinnvoll sind. So motivieren sie ihre Mitarbeiter zum lebenslangen Lernen.

Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz

Der Klimawandel rückt Nachhaltigkeit für uns alle stärker in den Fokus. Der Wandel in der Arbeitswelt betont die Bedeutung nachhaltiger Praktiken und flexible, technologiegestützte Arbeitsmodelle. Im Büro ist das besonders wichtig. Unternehmen setzen auf umweltfreundliche Büros und fördern umweltbewusstes Verhalten. Aber was bedeutet das genau?

Ökologisch nachhaltige Bürogestaltung

Ökologische Nachhaltigkeit beginnt bei der Bürogestaltung. Viele Firmen nutzen jetzt energieeffiziente Lösungen für Licht und Klima. Sie wählen auch nachhaltige Materialien, wie zertifiziertes Holz oder recycelte Stoffe.

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Grünflächen im Büro sind ein neuer Trend. Pflanzenwände und Dachgärten verbessern die Luft und das Klima. Hier sind einige Beispiele:

  • Begrünte Fassaden und Dachgärten
  • Einsatz von Solarenergie und Geothermie
  • Verwendung von recycelten Baumaterialien
  • Energieeffiziente Beleuchtung und Klimatisierung

Förderung eines umweltbewussten Mitarbeiterverhaltens

Mitarbeiterverhalten ist ebenso wichtig wie die Bürogestaltung. Firmen können durch spezielle Maßnahmen umweltbewusstes Verhalten fördern. Zum Beispiel durch:

Maßnahme Beschreibung
Mülltrennung Bereitstellung von Behältern für Papier, Plastik, Bio-Abfälle etc.
Energiesparende Geräte Verwendung von energieeffizienten Computern, Druckern und anderen Geräten
Papierlose Kommunikation Förderung digitaler Kommunikation statt Ausdrucken von Dokumenten
Ökologische Büromaterialien Verwendung von Recyclingpapier, wiederbefüllbare Stiften etc.

Durch solche Schritte können Firmen ökologisch nachhaltiger werden. Sie sparen auch Kosten und sensibilisieren ihre Mitarbeiter für Umweltthemen. Nachhaltigkeit im Büro ist eine Aufgabe für alle.

Diversität und Inklusion als Erfolgsfaktoren

In unserer globalisierten Welt ist Vielfalt am Arbeitsplatz wichtig geworden. Unternehmen, die Vielfalt fördern, haben viele Vorteile. Diese Vorteile verbessern den Erfolg und die Innovationskraft.

Eine vielfältige Belegschaft bringt neue Ideen und Fähigkeiten. Das hilft, Probleme besser zu lösen. Forschungen zeigen, dass vielfältige Führungsteams bis zu 19% höhere Gewinne erzielen.

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Um eine inklusive Kultur zu schaffen, können Unternehmen verschiedene Schritte unternehmen. Dazu zählen:

  • Schulungen zu Diversität und Inklusion für alle
  • Gründung von Employee Resource Groups (ERGs)
  • Überprüfung von Einstellungsverfahren auf vorhandene Bias
  • Förderung flexibler Arbeitsmodelle

Ein gutes Beispiel ist SAP. Dort sind 34% der Führungskräfte Frauen und 6,2% der Mitarbeiter haben Behinderungen. SAP setzt damit in der Tech-Branche Maßstäbe.

Unternehmen Frauenanteil in Führungspositionen Anteil von Mitarbeitern mit Behinderungen
SAP 34% 6,2%
Branchendurchschnitt 28% 4,5%

Vielfalt und Chancengleichheit sind wichtig für den Erfolg. Sie sind nicht nur sozial, sondern auch wirtschaftlich vorteilhaft. Unternehmen, die Vielfalt fördern, sind besser vorbereitet für die Zukunft und nutzen das Potenzial von vielfältigen Gesellschaften.

Gesundheit und Wohlbefinden der Mitarbeiter

Die Gesundheit der Mitarbeiter ist sehr wichtig für die Produktivität und Motivation im Job. Wenn man in die Gesundheit am Arbeitsplatz investiert, spart man langfristig Zeit und Geld. Das führt zu weniger Fehlzeiten und mehr Zufriedenheit bei der Arbeit.

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Ein wichtiger Punkt ist die ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes. Höhenverstellbare Schreibtische und bequeme, ergonomische Stühle helfen, körperliche Probleme zu vermeiden. Gute Beleuchtung verbessert auch die Konzentration. Schulungen zur richtigen Haltung und Ausgleichsübungen sensibilisieren die Mitarbeiter für ergonomische Aspekte.

Stressmanagement und Burn-out-Prävention

Stress und Burn-out sind in der heutigen Arbeitswelt ein großes Problem. Unternehmen müssen Strategien zum Umgang mit Stress entwickeln. Dazu zählen klare Kommunikation, realistische Ziele und die Wertschätzung von Pausen und Erholungszeiten. Coaching und Entspannungskurse können helfen, stressige Phasen besser zu bewältigen.

Förderung von Bewegung und gesunder Ernährung

Bewegung ist wichtig für das Wohlbefinden der Mitarbeiter. Sportangebote wie Yoga-Kurse oder Laufgruppen motivieren zu mehr Bewegung. Auch der Weg zur Arbeit kann durch Jobräder oder öffentliche Verkehrsmittel aktiver gestaltet werden. Gesunde Ernährung unterstützt die Gesundheit. Unternehmen können durch gesunde Snacks und Getränke in Meetings und Zuschüsse für gesundes Essen helfen.

Investitionen in die Gesundheit am Arbeitsplatz sind gut für alle. Sie steigern nicht nur die Leistung und Zufriedenheit der Mitarbeiter. Sie machen Unternehmen auch attraktiver für neue Mitarbeiter und zahlen auf das Employer Branding ein.

Neue Bürokonzepte und Arbeitsformen

Bürokonzepte und Arbeitsformen werden immer wichtiger. Sie beeinflussen, wie produktiv und zufrieden Mitarbeiter sind.

Coworking-Spaces sind ein großer Trend. Sie sind Büros, die von vielen genutzt werden. Hier kann man leicht mit anderen zusammen arbeiten und sich austauschen.

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Traditionelle Büros werden ebenfalls zunehmend flexibler. Unternehmen nutzen oft modulare Konzepte. So passen sie sich schnell an den jeweiligen Bedarf der Mitarbeiter an.

Möbel und Arbeitsbereiche werden flexibler. Von Einzelarbeitsplätzen bis zu Kreativbereichen. So fördern sie Zusammenarbeit und Innovation.

Die Tabelle zeigt, wie sich Büros verändern:

Traditionelle Büros Moderne, flexible Arbeitsumgebungen
Feste Arbeitsplätze Flexibel nutzbare Arbeitsbereiche
Hierarchische Strukturen Flache Hierarchien und agile Teams
Begrenzte Kommunikation zwischen Abteilungen Offene Kommunikation und interdisziplinäre Zusammenarbeit
Festgelegte Arbeitszeiten Flexible Arbeitszeiten und ortsunabhängiges Arbeiten

Coworking-Spaces und flexible Arbeitsumgebungen

Coworking-Spaces sind eine tolle Alternative zu alten Büros. Sie fördern den Austausch, Inspiration und die Zusammenarbeit. Gemeinsame Räume schaffen Synergien.

Agilität und Flexibilität als Schlüsselfaktoren für erfolgreiche Teams

Agile Teams sind für den Erfolg wichtig. Sie passen sich schnell an und arbeiten effizient. Offene Kommunikation und flache Hierarchien fördern Kreativität und Zufriedenheit.

Mitarbeiterführung und Unternehmenskultur

Firmen stehen vor immer neuen Herausforderungen. Sie müssen neue Wege finden, wie sie ihre Mitarbeiter führen und eine starke, resiliente Unternehmenskultur schaffen. Führungskräfte müssen innovative Methoden nutzen und die Wichtigkeit von Wertschätzung und Anerkennung Ihrer Mitarbeiter verstehen.

Führung auf Distanz und virtuelle Teambuilding-Maßnahmen

Die zunehmende Remote-Arbeit verlangt nach Anpassungen in der Führung. Führung auf Distanz erfordert neue Methoden, um Teams zu leiten und zu motivieren. Wichtige Elemente sind regelmäßige virtuelle Treffen, klare Kommunikation und die Nutzung von Kollaborationstools.

Virtuelle Teambuilding-Aktivitäten werden immer wichtiger. Sie helfen, den Zusammenhalt und die Verbundenheit in Teams zu stärken. Hier sind einige Beispiele für effektive Aktivitäten:

  • Online-Spieleabende oder Quizzes
  • Virtuelle Kaffee- oder Mittagspausen
  • Gemeinsame Fitnesskurse oder Meditationssitzungen
  • Digitale Teamherausforderungen oder Wettbewerbe

Wertschätzung und Anerkennung als Grundpfeiler der Mitarbeitermotivation

Wertschätzung und Anerkennung sind wichtig für die Mitarbeiterführung. Führungskräfte sollten regelmäßig positives Feedback geben und die Leistungen der Mitarbeiter würdigen. Eine Kultur der Wertschätzung steigert die Zufriedenheit und Bindung der Mitarbeiter.

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Eine Gallup-Studie zeigt, dass wertgeschätzte Mitarbeiter besser arbeiten und seltener wechseln:

Mitarbeiterkategorie Produktivitätssteigerung Verringerung der Fluktuation
Wertgeschätzte Mitarbeiter 21% 37%
Nicht wertgeschätzte Mitarbeiter 0% 0%

Führungskräfte müssen die Bedeutung von Mitarbeiterführung, Wertschätzung und Teambuilding erkennen. Nur so können Unternehmen auch im digitalen Zeitalter erfolgreich sein.

Fazit

Die Zukunft der Arbeit bringt viele spannende Entwicklungen mit sich. Arbeitsplatzgestaltung und Mitarbeiterengagement sind dabei sehr wichtig. Unternehmen, die Flexibilität, Wohlbefinden und Technologie schätzen, werden erfolgreich sein.

Remote-Arbeit und digitale Tools verändern den Arbeitsalltag. Themen wie Work-Life-Balance und Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz werden immer wichtiger. Ergonomische Arbeitsplätze und Coworking-Spaces fördern Gesundheit und Zusammenarbeit.

Um erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen ihre Mitarbeiter schätzen. Eine wertschätzende Kultur und Führung auf Distanz sind wichtig. Nur so können Mitarbeiter ihr volles Potenzial entfalten und zum Erfolg beitragen.

FAQ

Wie wird sich Remote-Arbeit ab 2025 weiterentwickeln?

Remote-Arbeit ist bereits 2025 sehr wichtig. Unternehmen werden zunehmend flexibler arbeiten, um mehr zu erreichen. Sie sparen so Kosten und bieten bessere Lebensbedingungen.

Es werden neue Technologien entwickelt, um Remote-Arbeit zu erleichtern. So bleibt die Zusammenarbeit effektiv.

Welche Rolle spielen Digitalisierung und künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz der Zukunft?

Digitalisierung und KI werden zentral sein. KI hilft bei Routineaufgaben und unterstützt die Mitarbeiter. Digitale Tools steigern die Produktivität.

Cybersicherheit wird wichtig, um Daten zu schützen. Das ist in einer vernetzten Welt entscheidend.

Wie wichtig werden flexible Arbeitszeiten und Work-Life-Balance in Zukunft sein?

Flexible Zeiten und Work-Life-Balance werden immer wichtiger. Unternehmen, die auf ihre Mitarbeiter achten, gewinnen im Wettbewerb. Neue Arbeitsmodelle wie Jobsharing werden beliebter.

Warum ist kontinuierliche Weiterbildung am Arbeitsplatz so wichtig?

In einer sich wandelnden Welt ist lebenslanges Lernen wichtig. Weiterbildung hilft, mit neuen Technologien Schritt zu halten. Neue Lernmethoden wie Microlearning werden das Lernen revolutionieren.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz der Zukunft?

Nachhaltigkeit wird zentral. Unternehmen setzen auf ökologisch nachhaltige Büros. Sie wollen ihren ökologischen Fußabdruck verringern.

Maßnahmen wie Mülltrennung und Energiesparen werden wichtig. Sie fördern ein umweltbewusstes Verhalten.

Wie können Unternehmen von Diversität und Inklusion profitieren?

Diversität und Inklusion sind entscheidend. Vielfältige Teams sind kreativer und treffen bessere Entscheidungen. Eine inklusive Kultur steigert Engagement und Zufriedenheit.

Unternehmen, die Vielfalt fördern, haben im Wettbewerb um Talente Vorteile.

Warum ist die Gesundheit der Mitarbeiter so wichtig für Unternehmen?

Die Gesundheit der Mitarbeiter beeinflusst Produktivität und Motivation. Investitionen in die Gesundheit sparen Kosten und steigern die Mitarbeiterbindung. Ergonomische Arbeitsplätze und Stressmanagement sind wichtig.

Wie sehen die Bürokonzepte der Zukunft aus?

Die Zukunft bringt flexible und kreative Büros. Coworking-Spaces und flexible Arbeitsplätze werden die alten Büros ersetzen. Unternehmen bieten eine Mischung aus festen und flexiblen Plätzen.

Vor welchen Herausforderungen stehen Führungskräfte im digitalen Zeitalter?

Führungskräfte müssen neue Wege finden, um Teams zu führen. Virtuelle Teambuilding und regelmäßige Check-ins sind wichtig. Eine wertschätzende Kultur fördert Zusammenhalt und Leistung.

Führungskräfte müssen als Vorbilder dienen und Vertrauen und Transparenz fördern.

Krisenmanagement in stürmischen Zeiten - wie ein Touristikunternehmer erfolgreich durch die Pandemie navigiert
Insights

Krisenmanagement in stürmischen Zeiten - wie ein Touristikunternehmer erfolgreich durch die Pandemie navigiert

Fast hätte die Covid-19-Pandemie die über 100-jährige Firmengeschichte des Hamburger Schiffstouristikunternehmens Barkassen-Meyer jäh beendet - doch inzwischen gehen bei dem mittelständischen Traditionsbetrieb täglich wieder bis zu 1.000 Menschen für Hafenrundfahrten, Schiffs-Charter und Veranstaltungen an Bord. Im Suiteify Videotalk "Butter bei die Fische" spricht Inhaber und Geschäftsführer Hubert Neubacher über sein Krisenmanagement und seine Gemütslage während der Zwangspause.

5 Min. Lesezeit

Eigentlich seien die Geschäftsaussichten Anfang 2020 exzellent gewesen, erinnert sich Hubert Neubacher, der Chef von Barkassen-Meyer. Als sich dann im Februar 2020 jedoch die Meldungen über die Verbreitung des Coronavirus überschlugen und infolgedessen die Buchungsstornierungen zunahmen, wusste der Touristikunternehmer: „Da braut sich ein Sturm zusammen“. Und richtig: Anfang März 2020 musste er seinen Betrieb von heute auf morgen schließen. „Wenn ich da schon geahnt hätte, dass ich von den kommenden 24 Monaten neun Monate komplett zumachen muss, wäre ich vermutlich verzweifelt“, sagt Neubauer rückblickend. Aber so blieb ihm kaum Zeit zum Nachdenken und er machte sich sofort ans Krisenmanagement.

Erfolgsfaktoren in der Krise: offene Kommunikation und Transparenz

Neubachers erster Schritt im Krisenmanagement bestand darin, die knapp 50 Mitarbeitenden zu informieren. „Ich habe die gesamte Zeit der Krise über immer sehr offen und transparent kommuniziert“, erzählt er. Die Beschäftigten mitnehmen, ihnen Halt und Orientierung geben, in Einzelgesprächen individuelle Regelungen treffen, in der Gruppe kommunizieren und motivieren – das waren für den Firmenchef die wichtigsten Aufgaben, während sein Unternehmen geschlossen war. „Alle haben mitgemacht und sind an Bord geblieben“, sagt er heute stolz über sein Team.

Auch gegenüber Steuerberater, Arbeitsagentur, Hausbank und Behörden hat der Unternehmer in der Krise stets mit offenen Karten gespielt. Zugleich informierte er sich intensiv darüber, welche Unterstützung er bekommen und wie er die schwierige Lage wirtschaftlich überbrücken kann. Mit Erfolg, denn trotz der Unsicherheit, nicht zu wissen, wie lange er auf Einnahmen verzichten muss, konnte Neubacher finanzielle Schieflagen weitgehend vermeiden.

Nachhaltiges „Nebenprodukt“ der Zwangspause: ein eigener Podcast

Damit ihm die Situation nicht zu sehr aufs Gemüt schlägt, behielt der umtriebige Touristikunternehmer auch während der Betriebsschließung viele Routinen bei. Für sein persönliches Krisenmanagement konnte er zudem auf Unterstützung im privaten Umfeld zählen, und er entdeckte den Sport wieder für sich.

Darüber hinaus ist im Zuge der Krise ein neues Kommunikationskonzept entstanden, nämlich der Podcast Hubi`s Hafenschnack. Alle 14 Tage unterhält sich der Touristiker mit anderen „Playern“ im Hamburger Hafen, vom Festmacher über den Hafenpastor bis zum Partyboot-Betreiber. „Bei aller Arbeit, die mit dem Podcast verbunden ist, möchte ich auf diese Form der Kommunikation nicht mehr verzichten“, sagt Neubacher. Wobei ihm für sein Podcaster-Leben nicht mehr so viel Zeit bleibt, seit das Touristikgeschäft wieder voll angezogen hat.

Fünf Tipps für erfolgreiche Krisen-Navigation

  1. Stärken Sie Ihr Team! Schon vor einer Krise ist das Zusammenspiel der einzelnen Crew-Mitglieder wichtig – in einer Krise noch mehr. Dann zeigt sich, ob das Team wirklich zusammenhält oder auseinanderfällt.
  2. Spielen Sie mit offenen Karten! Offenheit ist Trumpf: Um die Motivation in einer schwierigen Situation aufrechtzuhalten, ist Vertrauen notwendig. Dies wiederum entsteht durch transparente Information und offene Kommunikation.
  3. Denken Sie auch an sich selbst! Um als Unternehmer aus einem Wellental erfolgreich herauszukommen, sind Kraft und Ausdauer erforderlich – und Motivation für zwei: für die Crew und für einen selbst. Daher ist es gerade für den „Kapitän“ wichtig, auch an die eigene geistige und körperliche Gesundheit zu denken. Sport, Ablenkung und Entspannung sind hilfreiche Begleiter in angespannten Phasen.
  4. Nehmen Sie Hilfe in Anspruch! Wenn es auf See ruppig wird, braucht es jede Hand an Deck – auch die von Beratern und Institutionen, die Hilfe anbieten. Es wäre falsch verstandener unternehmerischer Ehrgeiz, diese Unterstützung nicht anzunehmen.
  5. Vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl! Auf die meisten Krisensituationen bereiten einen weder das Leben noch ein Lehrbuch vor. Deshalb bedarf es insbesondere in Krisen mutiger Entscheidungen, bei denen Instinkt und Bauchgefühl eine wichtige Rolle spielen. Ob man richtig oder falsch lag, weiß man leider erst hinterher. Ein bisschen Glück gehört also auch zum erfolgreichen Unternehmerleben dazu.
Forschungskooperationen: Wie finden KMU und Hochschulen zusammen?
HR & Payroll

Forschungskooperationen: Wie finden KMU und Hochschulen zusammen?

Viele größere Unternehmen profitieren vom Wissens- und Technologietransfer mit Hochschulen - bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sind Forschungskooperationen dagegen nach wie vor selten. Im Videotalk "Butter bei die Fische" erläutert Experte Alois Krtil, welche Möglichkeiten KMU haben und wie sie bei der Suche nach Partnern aus dem wissenschaftlichen Bereich vorgehen sollten.

5 Min. Lesezeit

Für Unternehmen ist es angesichts des digitalen Wandels heute wichtiger denn je, ihre Produktpalette auf zukunftsfähigem Niveau zu halten. Daher setzen insbesondere größere Firmen auf Forschungskooperationen mit Hochschulen, um ihre Innovationsfähigkeit zu stärken. Zudem haben sie meist eigene Abteilungen für Forschung und Entwicklung (FuE). „Das sieht bei KMU häufig anders aus“, sagt Alois Krtil, Geschäftsführer von ARIC e.V. (Artificial Intelligence Center Hamburg), dem führenden Kompetenzzentrum für Künstliche Intelligenz (KI) in Norddeutschland.

Krtil zufolge haben kleine und mittlere Unternehmen oft keine spezielle Abteilung für Forschung und Entwicklung. Teilweise sei der Themenkomplex bei der Geschäftsführung aufgehängt, teilweise im Innovationsbereich angesiedelt. „Da ist es dann schon eine Herausforderung, so etwas intern zu organisieren und erst einmal das Bewusstsein dafür zu schaffen: Es gibt dort draußen eine Menge an Wissen, auf das ich zugreifen könnte“, so Krtil.

Häufig sei den Verantwortlichen auch nicht klar, wie sie eine Forschungskooperation angehen sollen und wie der Prozess abläuft. Vor allem KMU ohne direkten Zugang zu Wissenschaft, Clustern und Netzwerken benötigten daher Unterstützung bei der Suche nach Ansprechpartnern, themenbezogenen Angeboten und Fördermitteln.

Wie finden KMU den Zugang zu Forschungskooperationen mit Hochschulen?

Unternehmer, die mit einer Hochschule bzw. einer wissenschaftlichen Einrichtung kooperieren möchten, sollten sich zuerst folgende Fragen beantworten: Welchen Stellenwert hat das Ganze für mich? Geht es um ein strategisches Thema, das „brennt“ und bei dem ich eine schnelle Lösung erwarte? Oder möchte ich mich lediglich inspirieren lassen? Wie könnte das Format einer Zusammenarbeit später aussehen?

Im nächsten Schritt können KMU sich an verschiedene Institutionen wenden, die bei der Anbahnung von Forschungskooperationen unterstützen. Hierzu zählen die sogenannten Transferstellen an Hochschulen, aber auch Einrichtungen wie die IKS Hamburg, die mit beiden Seiten kooperieren und zwischen den Partnern in spe vermitteln können. Solche Systeme gebe es bundesweit, sagt Krtil. Besonders wichtig sei es, das Timing und die unterschiedliche Sprache, die Wirtschaft und Wissenschaft sprechen, zu beachten. „Wenn man den Prozess nicht von Anfang an gut begleitet und erst einmal eine vernünftige Sprachebene findet, ist man teilweise ‚lost in translation‘ und spricht lange aneinander vorbei“, weiß der Experte.

Als niedrigschwelliger Einstieg in den Wissens- und Technologietransfer bieten sich zum Beispiel Praktika von Studierenden an. Alois Krtil: „Hierzu muss man sich aber vorher genau überlegen: Was sind geeignete Themen? Gibt es eine gute Betreuungssituation? Kann man so ein Praktikum vielleicht ausweiten in Richtung einer studentischen Arbeit? Auch Abschlussarbeiten sind ein gutes Einstiegsinstrument.“

Wie sieht es bei Forschungskooperationen mit öffentlicher Förderung aus?

Zur Finanzierung von Forschungskooperationen hat die öffentliche Hand zahlreiche Förderprogramme aufgelegt. „Die allermeisten Fördermöglichkeiten gibt es tatsächlich für kleine und mittelständische Unternehmen, und dort ist in der Regel auch die Förderquote höher als bei größeren Unternehmen“, sagt Alois Krtil. Dies wiederum sei auch für die Hochschulen interessant, weil diese darüber teilweise ihre Doktorandenstellen und ihre Ausstattung finanzierten.

Da die Beantragung von Fördergeldern sehr aufwendig sein kann, empfiehlt der Experte insbesondere Einsteigern, sich frühzeitig jemanden mit Erfahrung ins Boot zu holen. Dies können Personen aus dem Hochschulbereich sein, die die formellen Rahmenbedingungen genau kennen. Aber auch die verschiedenen Förderbanken in den Bundesländern beraten KMU zu den lokalen Förderprogrammen.

Fünf Tipps zum Thema Forschungskooperationen

  1. Nutzen Sie die Option einer Zusammenarbeit mit Hochschulen! Viele KMU stehen vor technologischen Herausforderungen, die sie in Zukunft nicht allein werden bewältigen können. Hier tragen Forschungskooperationen dazu bei, die Innovationskraft nachhaltig zu stärken. Werben Sie daher im eigenen Unternehmen dafür, über den Tellerrand zu schauen!
  2. Machen Sie sich mit den Rahmenbedingungen vertraut! Lernen Sie Ihr Gegenüber auf Hochschulseite frühzeitig kennen und entwickeln Sie ein Gespür für das richtige Timing. Ein simples Beispiel: Legen Sie den Projektstart nicht in die Semesterferien!
  3. Kommunizieren Sie verständlich! So manches Kooperationsprojekt ist daran gescheitert, dass die Partner die vermeintlich klar vereinbarten Ziele unterschiedlich interpretierten. Achten Sie deshalb darauf, mit Ihrem künftigen Partner von Beginn an eine gemeinsame Sprachebene zu finden und den Auftrag klar zu formulieren!
  4. Klären Sie Schutzrechte und Fördermöglichkeiten unbedingt vor Kooperationsbeginn! Starten Sie die Zusammenarbeit erst dann, wenn alle Urheberrechts-, Patent- und Lizenzfragen abschließend geregelt sind. Warten Sie zudem ab, bis die beantragten Fördermittel bewilligt worden sind. Andernfalls fallen Sie nämlich wegen vorzeitigen Maßnahmenbeginns komplett aus der Förderung heraus.
  5. Starten Sie mit einem überschaubaren Projekt! Auch wenn die eigenen Ziele ambitioniert sein mögen: Fassen Sie für eine Kooperation nicht zu große Konsortien ins Auge  – etwa auf EU-Level. Solche Projekte weisen eine hohe Komplexität auf und erfordern beträchtlichen Verwaltungsaufwand. Steigen Sie lieber mit einfacheren Formaten und kleineren 1:1-Projekten wie studentischen Arbeiten, Praktika etc. ein!
Mediation in Unternehmen: Warum außergerichtliche Streitbeilegung oft besser ist
HR & Payroll

Mediation in Unternehmen: Warum außergerichtliche Streitbeilegung oft besser ist

Viele Streitfälle in oder zwischen Unternehmen landen vor Gericht - und dieser Weg ist öffentlich, teuer und langwierig. Doch es gibt eine deutlich diskretere, unbürokratischere und günstigere Möglichkeit zur Konfliktbeilegung: die Wirtschaftsmediation. Im Videotalk "Butter bei die Fische" berichtet die zertifizierte Mediatorin Ann-Kathrin Witte über ihre Erfahrungen mit Mediation in Unternehmen.

5 Min. Lesezeit

Streit kommt nicht nur in den besten Familien, sondern auch in Unternehmen vor. Die Liste möglicher Anlässe ist lang: Unterschiedliche Auffassungen zwischen Management und Eigentümern, Meinungsverschiedenheiten zwischen Mitarbeitenden und Vorgesetzten, unterschiedliche Auslegungen von Vertragsklauseln, gescheiterte Kooperationen mit Folgeschäden und noch vieles mehr kann zu Konflikten führen.

Bevor die Beteiligten gleich einen Rechtsanwalt beauftragen und vor Gericht ziehen, empfiehlt es sich, eine außergerichtliche Streitbeilegung in Erwägung zu ziehen – sagt Ann-Kathrin Witte, Expertin für Mediation in Unternehmen.

„Der größte Teil der Verfahren bei der Wirtschaftsmediation dreht sich um innerbetriebliche Streitfälle wie Führungs- oder Teamkonflikte“ berichtet die studierte Juristin und Psychologin. Platz zwei im Häufigkeitsranking nehmen Vertragsstreitigkeiten zwischen zwei oder mehr beteiligten Unternehmen ein.

Aber auch familiäre Auseinandersetzungen sind Gegenstand von Mediationsverfahren, zum Beispiel, wenn die Unternehmensnachfolge ansteht oder zwei Generationen im Betrieb gemeinsam verantwortlich sind.

Warum die Neutralität der Mediationsleitung so wichtig ist

Zu ihrer Rolle in einem Mediationsverfahren hat Ann-Kathrin Witte eine klare Auffassung: „Eine Richterin bin ich nicht!“ Vielmehr müsse sie sich im Verfahren zurückhalten. Sie habe nicht die Aufgabe, Lösungsvorschläge zu erarbeiten, sondern die Konfliktparteien genau dabei zu unterstützen und zu begleiten. Zu Beginn jedes Verfahrens gehe es erst einmal um den Aufbau von Vertrauen – in die Personen und den Prozess. „Dabei ist die Allparteilichkeit, also meine Neutralität, die wichtigste Voraussetzung für das Gelingen eines Mediationsverfahrens“, erläutert die Expertin.

Wie lange dauert ein Mediationsverfahren?

Die Dauer eines Mediationsverfahrens variiert von Fall zu Fall und hängt von der Bereitschaft der Konfliktparteien zu einer Einigung ab. Ein wichtiger Vorteil gegenüber einem Gerichtsverfahren besteht darin, dass die Beteiligten das Tempo bei der Mediation selbst bestimmen können. Am Ende des Verfahrens steht häufig eine Mediationsvereinbarung. Diese hat den gleichen rechtlichen Status wie ein Vertrag unter zwei oder mehr Parteien und gilt solange sich die Beteiligten an das Vereinbarte halten.

Wo finde ich eine passende Person für die Mediation?

Die Berufsbezeichnung „Mediator/in“ ist in Deutschland nicht geschützt, obwohl es hierzulande ein Mediationsgesetz gibt. Daher kommt es bei der Auswahl eines Mediators bzw. einer Mediatorin auf persönliche Qualitätskriterien an. Gute Anlaufstellen, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen, sind die Industrie- und Handelskammern sowie Verbände wie der Zentralverband Mediation Deutschland (ZvMD) oder der Bundesverband Mediation. Bei diesen Organisationen sind ausschließlich Personen gelistet, die entsprechende Aus- und Weiterbildungsaktivitäten im Bereich der Mediation vorweisen können.

Drei Tipps zur Mediation in Unternehmen

  1. Wählen Sie die „richtige“ Person für die Mediation aus! Da ein Mediationsverfahren das Vertrauen aller Beteiligten voraussetzt, ist es unerlässlich, dass sich die Konfliktparteien gemeinsam auf einen Mediator bzw. eine Mediatorin einigen, bevor der Prozess startet.
  2. Reflektieren Sie Ihre Position vor Verfahrensbeginn! Die Vorstellung, das Verfahren sei nur bei der Durchsetzung der eigenen Position erfolgreich, verhindert das Gelingen einer Mediation in Unternehmen. Daher ist es sinnvoll, schon vor dem Prozessbeginn die eigene Position zu hinterfragen, den Konflikt aus der eigenen Sicht zu beschreiben und mögliche Kompromisslinien zu identifizieren.
  3. Geben Sie dem Mediationsverfahren Zeit! Eine Meditation braucht die Zeit, die sie braucht. Also geht es nicht darum, einen Konflikt in Rekordgeschwindigkeit zu „beerdigen“ – aber auch nicht darum, das Verfahren künstlich in die Länge zu ziehen. Gerade beim richtigen Timing zeigt sich die Qualität einer guten Mediationsleitung.