Blog

Personalmanagement

Personalarbeit im Mittelstand – von der Einstellung bis zur Entwicklung, mit praktischem Blick auf den Alltag.

Bock auf MINT: Wie begeistert man junge Menschen für Naturwissenschaft und Technik?
HR & Payroll

Bock auf MINT: Wie begeistert man junge Menschen für Naturwissenschaft und Technik?

Vor allem in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) ist der Bedarf an Fachkräften seit Jahren hoch. Gleichzeitig sind bei jungen Menschen oft nur wenig Wissen und ein geringes Interesse an MINT-Studiengängen und -Berufen vorhanden. Wie sich das ändern lässt, erläutert Sabine Fernau von der Initiative Naturwissenschaft & Technik, kurz: NAT, im Suiteify Talk "Butter bei die Fische".

5 Min. Lesezeit

Wer mehr Nachwuchs in technischen Berufen haben will, der muss auch etwas dafür tun – unter dieser Prämisse hat Sabine Fernau vor mehr als 15 Jahren in Hamburg die Initiative Naturwissenschaft & Technik, (NAT) gegründet. Mit ihrem Netzwerk bringt sie Unternehmen und Hochschulen mit Schulen zusammen. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler frühzeitig für Naturwissenschaften und Technik zu begeistern.

MINT zum Anfassen

Um bei jungen Menschen Interesse zu wecken, macht NAT die häufig als „trocken“ wahrgenommenen MINT-Themen anfassbar. Hierzu besuchen beispielsweise Schulklassen Betriebe und Hochschulen – Unternehmensvertreter und Professoren wiederum gehen in die Schulen. Neben solchen gegenseitigen Kontakten gibt es spannende Experimente und Anwendungsbeispiele. Mittlerweile haben mehr als 20.000 Schülerinnen und Schüler an über 700 Veranstaltungen von NAT teilgenommen. Das Netzwerk betreut zwischen 40 und 50 Schulen und in etwa genauso viele Unternehmen. Damit war und ist es Vorbild für weitere Initiativen, die es heute in vielen Bundesländern gibt.

Mehr Mädchen und Frauen für MINT-Themen gewinnen

Ein wichtiges Anliegen ist es NAT auch, mehr Mädchen und Frauen für MINT-Themen zu gewinnen. „Der Frauenanteil bei Studienanfängern in MINT-Fächern liegt mittlerweile immerhin bei 35 Prozent“, sagt Sabine Fernau, verweist aber auf den überdurchschnittlich hohen Frauen-Anteil im Studienfach Biologie. Doch sie sieht auch in Fächern wie Physik und Informatik einen positiven Trend.

Mit mint:pink hat NAT ein spezielles Programm aufgelegt, das Mittelstufenschülerinnen Perspektiven und den Weg zu naturwissenschaftlich-technischen Profilen in der Oberstufe aufzeigt. „Wir möchten Mädchen frühzeitig für die MINT-Fächer begeistern und ihnen zeigen, dass diese durchaus eine Option für ihre Zukunft sein können“, sagt Fernau.

Darüber hinaus steht mit mint:dual ein neues Programm in den Startlöchern, mit dem junge Menschen für eine technische Berufsausbildung begeistert werden sollen. Denn für eine erfolgreiche Karriere muss es ja nicht immer ein Hochschulstudium sein. Und auch aktuelle gesellschaftliche Strömungen greift NAT auf: So werden im Programm cleantech:inside die Themen Klimaschutz und Nachwuchsförderung miteinander verbunden. Das Programm ermöglicht Schülerinnen und Schülern, sich anschaulich und konkret mit nachhaltigen Technologien und deren Anwendung in Unternehmen zu beschäftigen.

Drei Tipps für Unternehmen, um sich für mehr MINT-Nachwuchs zu engagieren

  1. Schauen Sie sich in Ihrer Region nach vergleichbaren Initiativen wie NAT um — Nehmen Sie die Möglichkeit wahr, junge Menschen frühzeitig für die naturwissenschaftlich-technischen Fächer und deren Berufschancen zu begeistern. Oder gehen Sie direkt in eine Schule, um dort Ihr Praxiswissen in den Schulunterricht einzubringen bzw. die Schülerinnen und Schüler in Ihr Unternehmen einzuladen.
  2. Berücksichtigen Sie, dass die Schulen einen Bildungsauftrag haben — Es ist also nicht ihre primäre Aufgabe, Fachkräfte für die Wirtschaft auszubilden. Wenn diese Rollenverteilung klar ist, steht einer erfolgreichen Kooperation oftmals nichts mehr im Weg.
  3. Schaffen Sie die Voraussetzungen, um mehr junge Frauen für technische und naturwissenschaftliche Themen zu gewinnen — Hierfür braucht es den persönlichen Kontakt zu positiven Beispielen (Role Models) sowie einen geschützten Raum (Peer Group), in dem sich Mädchen mit MINT-Themen beschäftigen können.
Unternehmenserfolg sichern: Warum Weiterbildung im Bau wichtig ist
HR & Payroll

Unternehmenserfolg sichern: Warum Weiterbildung im Bau wichtig ist

Fehlendes oder veraltetes Wissen verlangsamt Prozesse und hemmt die Entwicklung eines Unternehmens. Regelmäßige Weiterbildungsmaßnahmen erhöhen die Fachkompetenz der Mitarbeitenden und sichern langfristig die Wettbewerbsfähigkeit. Im Folgenden erfahren Sie, warum Weiterbildung eine lohnende Investition ist – für Unternehmen wie Beschäftigte gleichermaßen.

5 Min. Lesezeit

Warum ist Weiterbildung so wichtig?

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) untersuchte die Beweggründe für betriebliche Weiterbildung:

  • 75 % der Unternehmen mit Schulungsangeboten sehen die Investition ins eigene Personal als kostengünstiger an als externe Rekrutierung.
  • Überraschend: 65 % der Betriebe ohne Weiterbildungsangebote sind derselben Meinung.

Mehr als 80 % der Unternehmen geben an, dass Weiterbildung die Produktivität steigert und Mitarbeitende fit für neue Technologien macht. Besonders entscheidend ist aber der Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit – und damit auf Motivation, Leistungsbereitschaft und Unternehmenstreue.

Weiterbildung als Antwort auf den Fachkräftemangel

In Zeiten knapper Fachkräfte bietet die Qualifizierung eigener Mitarbeitender klare Vorteile:

  • Talente lassen sich gezielt auf betriebliche Anforderungen vorbereiten.
  • Fachliches und organisatorisches Know-how wächst im Unternehmen.
  • Weiterbildung erhöht die Attraktivität als Arbeitgeber.

Gerade in der Bauwirtschaft, wo der Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeitende groß ist, wird Weiterbildung zu einem wichtigen Instrument der Mitarbeiterbindung.

MicrosoftTeams-image (33)-1

Weiterbildung reduziert Fehlzeiten

Eine Studie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zeigt:

  • Mitarbeitende in Betrieben mit hohem Weiterbildungsangebot melden sich seltener krank.
  • Sie schätzen ihren allgemeinen und psychischen Gesundheitszustand signifikant besser ein (WHO-5-Index).

Für Baubetriebe besonders wichtig: Fehlzeiten verringern nicht nur die Produktivität, sondern wirken sich auch negativ auf Zuschlagssätze und Verrechnungslohn aus. Weiterbildung ist also auch ein Hebel für betriebswirtschaftliche Stabilität.

2

Weiterbildung stärkt Mitarbeiterbindung

Ein weiterer entscheidender Faktor: Weiterbildung trägt direkt dazu bei, Mitarbeitende im Unternehmen zu halten. Laut der IW-Studie planen viele Beschäftigte innerhalb der nächsten zwölf Monate einen Jobwechsel – Hauptgründe sind fehlende Entwicklungsmöglichkeiten und mangelnde Perspektiven. Hier setzt Weiterbildung an:

  • Sie zeigt Wertschätzung und Investition in die Belegschaft.
  • Sie eröffnet Karriere- und Aufstiegschancen.
  • Sie steigert die Zufriedenheit im Job und reduziert Wechselgedanken.

Damit wird Weiterbildung nicht nur zur Lösung im Fachkräftemangel, sondern auch zu einem wirksamen Instrument der Mitarbeiterbindung.

1
3

Weiterbildung mit dem Arbeitsalltag vereinbaren

Damit Schulungen wirksam sind, müssen sie in den Betriebsalltag passen. Heute stehen vielfältige Formate zur Verfügung:

  • Online-Schulungen: zeit- und ortsunabhängig, flexibel im eigenen Tempo.
  • Präsenzseminare: Grundlagen- und Methodenwissen, intensiver Austausch.
  • Web-Seminare: kurze Einheiten mit direkter Experten-Interaktion.
  • Blended Learning: Kombination verschiedener Methoden für ein praxisnahes Gesamtpaket.

So können auch kleine und mittelständische Bauunternehmen Weiterbildung effizient integrieren.

Fazit

Weiterbildung ist keine Kür, sondern eine strategische Investition in die Zukunft. Sie sorgt für:

  • effiziente Prozesse,
  • motivierte und gesunde Mitarbeitende,
  • höhere Produktivität,
  • mehr Attraktivität als Arbeitgeber.

Betriebe, die heute in Wissen investieren, sichern sich einen klaren Wettbewerbsvorteil von morgen.

Quellen:

Die neunte IW-Weiterbildungserhebung, Institut der deutschen Wirtschaft Köln

Arbeitsqualität und wirtschaftlicher Erfolg, Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Die digitale Personalakte einführen: Vorbereitung, Struktur und rechtssichere Aufbewahrung
HR & Payroll

Die digitale Personalakte einführen: Vorbereitung, Struktur und rechtssichere Aufbewahrung

Papierakten kosten Personalabteilungen wertvolle Arbeitszeit. Der Beitrag zeigt, warum sich die Umstellung auf die digitale Personalakte lohnt, welche Vorbereitung nötig ist – von Struktur über Zugriffsrechte bis zu rechtlichen Aufbewahrungsfristen – und wie Employee-Self-Service sowie automatisierte Workflows die HR-Abteilung entlasten.

5 Min. Lesezeit

Papierakten kosten Personalabteilungen jeden Monat mehrere Arbeitstage. Mitarbeiter suchen Dokumente, Kollegen entnehmen Unterlagen zum Kopieren, und neue Belege landen unter Zeitdruck unsortiert in der Akte. Die digitale Personalakte löst dieses Problem, sofern Unternehmen sie sorgfältig vorbereiten. Wer einfach nur scannt, ohne Struktur, Rechte und rechtliche Fristen zu klären, überträgt das alte Chaos nur in ein neues System.

Warum sich der Umstieg lohnt

Die digitale Personalakte macht Informationen orts- und zeitunabhängig verfügbar, auch im Homeoffice. Das beschleunigt den Zugriff, senkt Prozesskosten und schafft Kapazitäten für Aufgaben wie die Personalentwicklung. Employee-Self-Service-Funktionen erlauben es Mitarbeitenden zudem, bestimmte Daten selbst zu aktualisieren, was die Personalabteilung entlastet. Automatisierte Workflows übernehmen Fristüberwachungen bei Verträgen oder im Weiterbildungsmanagement, sodass Termine nicht mehr manuell nachgehalten werden müssen. Eine Volltext- oder Schlagwortsuche liefert benötigte Dokumente in Sekunden statt in Minuten.

Auch die elektronische Signatur verändert die Praxis: Neu eingestellte Mitarbeitende können Arbeitsverträge und Richtlinien zu Arbeitsschutz oder Datenschutz papierlos unterschreiben, teilweise schon vor dem ersten Arbeitstag. Wird eine Dokumentenvorlage in einen definierten Workflow eingebettet, lassen sich notwendige Unterschriften vollständig digital und lückenlos einholen.

Das Archiv aufräumen, bevor gescannt wird

Vor der Umstellung lohnt sich eine gründliche Bestandsaufnahme. Listen Sie alle Dokumente in den bestehenden Akten auf und legen Sie eine Negativliste mit entbehrlichen Unterlagen an. Aus datenschutzrechtlichen Gründen müssen bestimmte Dokumente ohnehin gelöscht werden, etwa Abmahnungen, die älter als drei Jahre sind, vertrauliche Krankheitsinformationen wie ärztliche Befunde sowie sämtliche Unterlagen ohne Bezug zum Arbeitsverhältnis. Alte Betriebssporturkunden oder längst überholte Arbeitszeitlisten gehören ebenfalls aussortiert. Das spart Platz, Zeit und am Ende auch Geld beim Scannen.

Am Ende dieser Kategorisierung lässt sich grob abschätzen, wie viele Blatt insgesamt zu digitalisieren sind, und es steht fest, in welchen digitalen Ordnern welche Dokumente künftig liegen. Berücksichtigen Sie dabei die jeweiligen Aufbewahrungsfristen.

Die passende Software auswählen

Der Markt bietet inzwischen auch für kleinere Budgets ausgereifte Lösungen, was die Auswahl nicht unbedingt erleichtert. Neben Funktionsumfang und Preis verdienen vor allem Sicherheitsfragen Aufmerksamkeit:

  • Archiviert die Software revisionssicher, also nachvollziehbar, unveränderbar, unzerstörbar und wiederherstellbar?
  • Werden Dokumente versioniert, und protokolliert das System jede Bearbeitung?
  • Lassen sich Zugriffsrechte individuell konfigurieren, sodass die datenschutzrechtlichen Vorgaben eingehalten werden?

Technisch stellt sich außerdem die Frage, ob die digitale Personalakte als Insellösung ohne Anbindung an andere Systeme laufen soll, was sich etwa für Unternehmen eignet, die ihre Lohnabrechnung extern vergeben, oder ob sie mit dem Lohnabrechnungssystem verknüpft wird. Die integrierte Variante vermeidet Schnittstellenprobleme und doppelte Datenhaltung: Aufbewahrungspflichtige Dokumente aus der Lohnabrechnung fließen dann automatisch ins digitale Archiv und werden dort nach den eigenen Vorgaben verschlagwortet. Wichtig ist zudem eine einfache Bedienung, etwa durch die automatische Vorbesetzung von Mitarbeitername und Personalnummer bei der Verschlagwortung. Prüfen Sie schließlich auch den Anbieter selbst: Wie sieht der Support während Einführung und laufendem Betrieb aus, wie zuverlässig wartet er die Software, und kann er Referenzen vorweisen?

Eine Aktenstruktur schaffen, die im Alltag standhält

Selbst eine ausgefeilte Struktur nach Themen wie Arbeitsverträgen, Altersvorsorge oder Leistungsbeurteilungen gerät mit der Zeit durcheinander, wenn Kollegen Dokumente entnehmen, mehrere Personen parallel ablegen oder neue Unterlagen unsortiert in der digitalen Personalakte landen. Das lässt sich vermeiden, wenn die Struktur von Anfang an feststeht.

Analysieren Sie dazu den bestehenden Aktenbestand und erfassen Sie alle Dokumentarten: Bewerbungsunterlagen, Arbeitsvertrag, Abmahnungen innerhalb der Dreijahresfrist, Schriftwechsel mit dem Arbeitnehmer, Angaben zur Sozialversicherung, Krankenkassenbescheinigungen, Steuerunterlagen, Zeugnisse und Zertifikate, Urlaubsanträge, Vereinbarungen zu Altersvorsorge und vermögenswirksamen Leistungen sowie Kündigungsschreiben und Zwischenzeugnisse. Eine mögliche Ordnerhierarchie sieht so aus:

Personalien: Personalbogen, Korrespondenz, Altersvorsorge

Vertrag: Dienstvertrag, Zielvereinbarung, Beendigung Arbeitsverhältnis

Bescheinigungen: Krankengeld, Mutterschaftsgeld, Arbeitsbescheinigung

Mitarbeiterbeurteilung: Zeugnis, Beurteilung, Rüge oder Abmahnung

Mitarbeiterqualifikation: Bewerbung, Nachweise, Fortbildungen

Gesundheit und Abwesenheit: Fehlzeiten, Krankenkasse, Elternzeit

Verdienstabrechnung, Lohnkonto und Mitarbeitergespräch (Dokumentation der Gespräche) bilden eigene Ordner.

Diese Einteilung lässt sich an betriebliche Anforderungen anpassen. Wichtiger als die exakte Kategorienzahl ist, dass jedes Dokument einen eindeutigen Platz hat, bevor die ersten Belege gescannt werden.

Damit sich die vielen Tausend Dokumente einer digitalen Personalakte trotzdem schnell wiederfinden lassen, kommt es zusätzlich auf eine durchdachte Verschlagwortung an. Typische Schlagwörter, auch Deskriptoren genannt, sind die Personalnummer, der Name des Mitarbeiters, das Erstelldatum eines Dokuments oder das Datum der Unterschrift. Von der Qualität dieser Indexierung hängt maßgeblich ab, wie effizient sich später mit dem Archiv arbeiten lässt.

Zugriffsrechte eindeutig regeln

Anders als ein physischer Aktenschrank erlaubt die digitale Personalakte eine fein abgestufte Rechteverwaltung. Legen Sie fest, welche Mitarbeitenden auf welche Ordner oder Dokumenttypen zugreifen dürfen, und unterscheiden Sie dabei nach Berechtigungsstufen: Lesen, um Dokumente einzusehen, Hinzufügen für neue Ablagen, Bearbeiten für Inhaltsänderungen, Verschieben innerhalb der Struktur und Löschen für die endgültige Entfernung. Auch Führungskräfte benötigen in der Regel Zugriff auf die Akten ihrer Mitarbeiter, und für Geschäftsführung oder Justiziare können eigene Rechte sinnvoll sein. Eine Rollen- und Berechtigungsmatrix, die für alle Beteiligten klare Regeln definiert, erleichtert die tägliche Arbeit und entlastet die Personalabteilung. Klären Sie außerdem, wer für das Scannen zuständig ist, sowohl während der Einführung als auch im späteren Regelbetrieb.

Diese Fragen sind kein Nebenschauplatz: Nach DSGVO und Bundesdatenschutzgesetz müssen unberechtigte Zugriffe auf personenbezogene Daten ausgeschlossen sein. Ein differenziertes Berechtigungskonzept ist dafür Voraussetzung, nicht Kür.

Bestandsakten scannen: selbst erledigen oder Dienstleister beauftragen

Nach Archivbereinigung, Aktenstruktur und Softwareauswahl folgt das Scannen der Bestandsakten. Schon in einem Betrieb mit 150 Beschäftigten kommen erfahrungsgemäß mehrere Tausend Blatt zusammen. Vor der Entscheidung fürs Selbermachen lohnt sich daher eine ehrliche Prüfung der eigenen Ressourcen: Ist im Haus ein leistungsfähiger Scanner mit OCR-Verarbeitung vorhanden? Reicht die Zeit neben dem Tagesgeschäft? Ist das technische Wissen da, um Auflösung, Dateiformat und Farbmodus richtig zu wählen? Aus Datenschutzgründen dürfen die Akten zudem nicht einfach unternehmensintern zum Scannen weitergereicht werden, sondern sollten in der Personalabteilung bleiben, wenn intern gescannt wird.

Fehlen Zeit, Geräte oder Know-how, ist ein spezialisierter Scandienstleister meist die bessere Wahl, zumal er die Digitalisierung in der Regel schneller abschließt als Mitarbeitende, die wochenlang neben dem Tagesgeschäft scannen müssten. Je umfangreicher die Akten, desto eher rechnet sich die externe Vergabe. Klären Sie vorab auch, wer die Vorkategorisierung mit Barcodes übernimmt und wer die Papierdokumente fürs Scannen vorbereitet, etwa Büroklammern und Heftungen entfernt. Eine pauschale Empfehlung für intern oder extern gibt es nicht, holen Sie sich am besten Vergleichsangebote ein und stellen Sie die Kosten beiden Varianten gegenüber.

Welche Papierunterlagen aufbewahrt werden müssen

Nach dem Scannen möchten viele Arbeitgeber die alten Papierbelege am liebsten sofort vernichten. Bei den meisten Dokumenten ist das rechtlich unbedenklich, solange die Datenschutzbestimmungen eingehalten werden. Einige Unterlagen sollten Sie jedoch im Original behalten.

Das betrifft insbesondere Dokumente, die der Schriftform nach § 126 BGB unterliegen: befristete Arbeitsverträge, Arbeitsverträge mit nachvertraglichen Wettbewerbsverboten, Aufhebungsverträge und Kündigungsschreiben. Der Grund liegt im Beweisrecht: Diese Papiere gelten im Streitfall als Urkunden im Sinne der §§ 415 ff. ZPO und haben dort einen höheren Beweiswert. Digitalisierte Dokumente können zwar unter bestimmten Voraussetzungen die Textform nach § 126b BGB erfüllen, doch das Papieroriginal bietet in der Regel mehr Rechtssicherheit, und eingescannte Dokumente lassen sich vor Gericht nicht als Urkundsbeweis heranziehen. Vereinbarungen über ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot nach § 74 Abs. 1 HGB müssen Arbeitgeber dem Arbeitnehmer sogar im Original aushändigen, sonst entfällt dessen Bindungspflicht.

Wer eine möglichst vollständige Digitalisierung anstrebt, sollte die rechtlichen Risiken sorgfältig abwägen und sich bei der Umstellung juristisch beraten lassen. Folgende Schritte erhöhen die Rechtssicherheit zusätzlich:

  • Dokumente vor dem Scannen in Urkunden, darunter Verträge, und Nicht-Urkunden einteilen, im Zweifel mit rechtlicher Unterstützung.
  • Arbeitnehmer im Arbeitsvertrag zur Aufbewahrung ihrer Originaldokumente verpflichten und deren Zustimmung zur digitalen Archivierung einholen. Das schafft rechtliche Absicherung, auch wenn Originale nach der Übernahme in die digitale Akte vernichtet werden.
  • Einen Echtheitsvermerk, etwa einen Bestätigungsaufkleber der Personalabteilung, vor dem Scannen anbringen.
  • Wichtige Dokumente in Farbe scannen, da sich farbige Unterschriften besser vom Text abheben und die Beweisführung erleichtern.
  • Beim Scannen die TR RESISCAN-Richtlinie des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) beachten. Wer sich daran hält, kann vor Gericht leichter belegen, dass der Scan mit dem Original übereinstimmt.

Eine detaillierte Verfahrensdokumentation des Scan-Prozesses stärkt zusätzlich die Beweiskraft der digitalisierten Dokumente und erschwert es Arbeitnehmern, die Einhaltung der Schriftform anzufechten. Das ist auch aus einem anderen Grund Pflicht: Als Nebensystem der Buchführung fällt die digitale Personalakte unter die GoBD. Die Verfahrensdokumentation muss inhaltlich und technisch nachvollziehbar beschreiben, wie die elektronische Archivierung von Personaldaten im Unternehmen abläuft, einschließlich des Berechtigungskonzepts für den Zugriff. Sie ist damit zugleich eine wesentliche Voraussetzung für die Revisionssicherheit des Archivs.

Tägliche Arbeitsprozesse gestalten

Auch nach der Digitalisierung der Bestandsakten fallen im Tagesgeschäft laufend neue Dokumente an. Für deren Archivierung gibt es drei gängige Modelle: spätes Archivieren, halbautomatisiert über Barcodes oder nach manueller Bearbeitung, frühes Archivieren mit Scan und manueller Zuordnung vor der Bearbeitung, sowie die Archivierung während der Bearbeitung, bei der das System automatisch nach dem Ablageort fragt und der Mitarbeiter die Zuordnung vornimmt. Legen Sie zusätzlich fest, wer wann Datensicherungen erstellt und wann gescannte Papierbelege vernichtet werden dürfen.

In der Praxis wünschen sich Unternehmen zunehmend, dass die digitale Personalakte nicht isoliert steht, sondern mit einem Vorlagenmanagement für Formulare und mit HR-Workflows zusammenspielt, etwa um Prozesse rund um neue Formulare oder Vertragsänderungen abteilungsübergreifend zu digitalisieren. Eine zentrale Ablage für Personaldaten allein reicht vielen HR-Teams nicht mehr aus, sie erwarten, dass Vorlagen, Freigaben und Fristüberwachung im selben System zusammenlaufen.

Datenschutz und Sicherheit als Daueraufgabe

Die Sicherheit von Personaldaten hat bei der digitalen Personalakte durchgehend Priorität. Die Einhaltung der DSGVO umfasst verschlüsselte Datenübertragungen, Zugriffskontrollen und regelmäßige Backups. Werden externe Dienstleister für die Auftragsdatenverarbeitung eingebunden, etwa für die Massendigitalisierung von Altakten, sollten Unternehmen diese sorgfältig prüfen, um die Rechtssicherheit zu gewährleisten. ISO-konforme Cloud-Lösungen und zertifizierte Rechenzentren können den Datenschutz zusätzlich absichern.

Projektmanagement und Akzeptanz sichern

Eine digitale Personalakte entfaltet ihre Wirkung, Kostensenkung und Zeitersparnis, nur dann, wenn die Belegschaft sie tatsächlich nutzt. Führen Sie deshalb schon in der Frühphase des Projekts die Interessen von Personalabteilung, IT und Betriebsrat zusammen und nehmen Sie sich Zeit für eine gründliche Analyse der bestehenden Systeme, bevor Sie eine Software auswählen. Ein klarer Plan mit definierten Meilensteinen hilft, die Einführung ohne Verzögerungen umzusetzen. Planen Sie zudem rechtzeitig Schulungen ein, für die künftigen Nutzer der Akte ebenso wie für IT-Administratoren, denn mit der Akzeptanz der Anwender steht und fällt der Projekterfolg am Ende.

Die digitale Personalakte ist damit mehr als eine elektronische Ablage. Sie speichert Daten, die auch andere HR-Prozesse nutzen, etwa im Bewerbermanagement oder in der Personalentwicklung, und wird so zu einem zentralen Baustein einer vernetzten, agilen Personalverwaltung.

Häufige Fragen zur digitalen Personalakte

Was ist eine digitale Personalakte? 

Die digitale Personalakte ist die elektronische Ablage aller personalrelevanten Dokumente eines Mitarbeitenden, etwa Arbeitsvertrag, Bewerbungsunterlagen, Zeugnisse oder Gehaltsabrechnungen. Sie macht Informationen orts- und zeitunabhängig verfügbar, auch im Homeoffice, und ersetzt die physische Papierakte.

Welche Vorteile bietet die digitale Personalakte gegenüber Papierakten? 

Sie beschleunigt den Zugriff auf Dokumente über eine Volltext- oder Schlagwortsuche, senkt Prozesskosten und schafft Kapazitäten für Aufgaben wie die Personalentwicklung. Employee-Self-Service-Funktionen entlasten die Personalabteilung, automatisierte Workflows überwachen Fristen bei Verträgen oder im Weiterbildungsmanagement, und elektronische Signaturen ermöglichen ein papierloses Unterschreiben von Verträgen und Richtlinien.

Wie bereitet man die Einführung einer digitalen Personalakte vor? 

Vor der Umstellung sollte eine gründliche Bestandsaufnahme aller vorhandenen Dokumente erfolgen. Dazu gehört eine Negativliste mit Unterlagen, die aus datenschutzrechtlichen Gründen ohnehin gelöscht werden müssen, etwa Abmahnungen, die älter als drei Jahre sind, oder vertrauliche Krankheitsinformationen. Das reduziert die Menge der zu digitalisierenden Dokumente und spart Zeit sowie Kosten beim Scannen.

Worauf sollte man bei der Auswahl der Software achten? 

Neben Funktionsumfang und Preis sind vor allem Sicherheitsaspekte entscheidend: revisionssichere Archivierung, also nachvollziehbar, unveränderbar, unzerstörbar und wiederherstellbar, Versionierung und Protokollierung jeder Bearbeitung sowie individuell konfigurierbare Zugriffsrechte gemäß Datenschutzvorgaben. Zusätzlich sollte geklärt werden, ob die Lösung als Insellösung oder integriert mit dem Lohnabrechnungssystem laufen soll, und wie zuverlässig der Anbieter Support und Wartung leistet.

Wie sollte die Aktenstruktur der digitalen Personalakte aufgebaut sein? 

Eine bewährte Ordnerstruktur gliedert Dokumente nach Themen wie Personalien, Vertrag, Bescheinigungen, Mitarbeiterbeurteilung, Mitarbeiterqualifikation sowie Gesundheit und Abwesenheit. Wichtiger als die genaue Anzahl der Kategorien ist, dass jedes Dokument von Anfang an einen eindeutigen Platz hat, bevor die ersten Belege gescannt werden. Eine durchdachte Verschlagwortung mit Deskriptoren wie Personalnummer, Mitarbeitername oder Erstelldatum erleichtert zusätzlich das spätere Wiederfinden.

Wie sollten Zugriffsrechte in der digitalen Personalakte geregelt werden?

Zugriffsrechte sollten fein abgestuft nach Berechtigungsstufen vergeben werden: Lesen, Hinzufügen, Bearbeiten, Verschieben und Löschen. Eine Rollen- und Berechtigungsmatrix legt fest, welche Mitarbeitenden, Führungskräfte oder die Geschäftsführung auf welche Ordner zugreifen dürfen. Ein differenziertes Berechtigungskonzept ist nach DSGVO und Bundesdatenschutzgesetz Voraussetzung, um unberechtigte Zugriffe auf personenbezogene Daten auszuschließen.

Sollte man Bestandsakten selbst scannen oder einen Dienstleister beauftragen? 

Das hängt von den vorhandenen Ressourcen ab: einem leistungsfähigen Scanner mit OCR-Verarbeitung, ausreichend Zeit neben dem Tagesgeschäft und dem technischen Wissen zu Auflösung, Dateiformat und Farbmodus. Fehlen diese Voraussetzungen, ist ein spezialisierter Scandienstleister meist die schnellere Lösung. Je umfangreicher die Akten, desto eher rechnet sich die externe Vergabe, weshalb sich Vergleichsangebote lohnen.

Welche Papierdokumente müssen nach dem Scannen im Original aufbewahrt werden? 

Dokumente, für die spezielle gesetzliche Schriftformerfordernisse gelten, sollten im Original erhalten bleiben: Kündigungsschreiben und Aufhebungsverträge nach § 623 BGB, befristete Arbeitsverträge nach § 14 Abs. 4 TzBfG sowie Vereinbarungen zu nachvertraglichen Wettbewerbsverboten nach § 74 Abs. 1 HGB. § 126 BGB definiert dabei lediglich allgemein, was unter „Schriftform" zu verstehen ist, nämlich die eigenhändige Unterschrift; die eigentliche Formvorschrift für das jeweilige Dokument ergibt sich aus der spezielleren Norm. Besonders streng ist § 623 BGB: Er schließt für Kündigung und Aufhebungsvertrag die elektronische Form ausdrücklich aus, sodass selbst eine qualifizierte elektronische Signatur die Schriftform hier nicht ersetzt. Bei der Befristung nach § 14 Abs. 4 TzBfG ist die elektronische Form dagegen nicht ausgeschlossen, sodass nach überwiegender Auffassung und aktueller Rechtsprechung eine qualifizierte elektronische Signatur die Schriftform wahren kann. Diese Papiere gelten im Streitfall als Urkunden nach den §§ 415 ff. ZPO mit höherem Beweiswert, während eingescannte Dokumente vor Gericht nicht als Urkundsbeweis herangezogen werden können.

Was ist die TR RESISCAN-Richtlinie und warum ist sie relevant? 

Die TR RESISCAN-Richtlinie des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) legt Standards für das rechtssichere Scannen von Dokumenten fest. Wer sich beim Scannen daran hält, kann vor Gericht leichter belegen, dass der Scan mit dem Originaldokument übereinstimmt, was die Beweiskraft der digitalisierten Unterlagen stärkt.

Welche Rolle spielt die GoBD bei der digitalen Personalakte? 

Als Nebensystem der Buchführung fällt die digitale Personalakte unter die GoBD. Unternehmen benötigen deshalb eine Verfahrensdokumentation, die inhaltlich und technisch nachvollziehbar beschreibt, wie die elektronische Archivierung von Personaldaten abläuft, einschließlich des Berechtigungskonzepts für den Zugriff. Sie ist zugleich Voraussetzung für die Revisionssicherheit des Archivs.

Wie werden neue Dokumente im laufenden Betrieb archiviert? 

Dafür gibt es drei gängige Modelle: spätes Archivieren nach der Bearbeitung, halbautomatisiertes Archivieren über Barcodes sowie frühes Archivieren mit Scan und manueller Zuordnung vor der Bearbeitung. Zusätzlich sollte festgelegt werden, wer Datensicherungen erstellt und wann gescannte Papierbelege vernichtet werden dürfen.

Wie gelingt die Akzeptanz der digitalen Personalakte in der Belegschaft?

Personalabteilung, IT und Betriebsrat sollten schon in der Frühphase des Projekts eingebunden werden, gefolgt von einer gründlichen Analyse bestehender Systeme vor der Softwareauswahl. Ein klarer Projektplan mit definierten Meilensteinen sowie rechtzeitige Schulungen für Nutzer und IT-Administratoren sind entscheidend, da der Projekterfolg maßgeblich von der Akzeptanz der Anwender abhängt.

Fachkräfte gewinnen: Tipps von einer HR-Expertin
HR & Payroll

Fachkräfte gewinnen: Tipps von einer HR-Expertin

Fachkräftemangel ist eines der zentralen Risiken für die Wirtschaft. Wie können kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Wettstreit um die besten Köpfe mithalten und Fachkräfte gewinnen? Diese Frage beantwortet Professorin Dr. Daniela Eisele-Wijnbergen von der HSBA.

5 Min. Lesezeit

Vorerst keine Entspannung in Sicht: Bis auf Weiteres werde man es in Deutschland infolge des Mangels an Fachkräften flächendeckend mit engen Arbeitsmärkten zu tun haben, sagt Daniela Eisele-Wijnbergen, Professorin für Personalmanagement an der HSBA – Hamburg School of Business Administration.

Sie rät Unternehmen daher, sich auf den „Arbeitnehmermarkt“ einzustellen und als attraktive Arbeitgebermarke zu positionieren.

Wer Fachkräfte gewinnen wolle, müsse individuell auftreten. „Seien Sie als Arbeitgeber authentisch und gehen Sie selbstbewusst ins Rennen“, empfiehlt die Personalexpertin.

Fachkräfte gewinnen – was Arbeitgeber attraktiv macht

Wenn Unternehmen keine Fachkräfte finden, liegt dies oft auch daran, dass sie für Bewerber wenig attraktiv sind. Hier vier Beispiele dafür, worauf es Beschäftigten bei einem Arbeitgeber besonders ankommt.

Das Gehalt

Wer Fachkräfte gewinnen und halten möchte, sollte sich des Themas Entgelt annehmen. Denn das Gehalt sei weiterhin eine zentrale Komponente der Motivation für Mitarbeitende, so Professorin Eisele-Wijnbergen. Und die Gehaltshöhe sei der häufigste Grund für Arbeitsplatzwechsel. Dabei spielten Einkommenstransparenz und Gehaltsvergleiche über Onlineportale eine zunehmend wichtige Rolle.

„Arbeitgeber sollten diese Quellen genau beobachten und für sich nutzen“, rät Eisele-Wijnbergen, beispielsweise durch Kommentare zu besonders positiven oder negativen Einträgen von Mitarbeitenden.

Einen differenzierten Blick hat die Personalexpertin auf Zielvereinbarungen mit Gehaltskomponenten. Hier könne der Schuss auch nach hinten losgehen, wenn die Messbarkeit und die Zuordnungsbarkeit der Ziele nicht gewährleistet sei. In einigen Fällen seien daher Teamziele besser als individuelle Vereinbarungen.

Zusatzleistungen

Neben der Höhe des Entgelts gibt es weitere Leistungen, die einen Arbeitgeber für Fachkräfte attraktiv machen. „Ganz oben an stehen Instrumente der Gesundheitsförderung wie kostenlose Health-Checks, Bezuschussung von Vereins- oder Fitnessstudiobeiträgen oder Bewegungsangebote durch den Arbeitgeber“, sagt Daniela Eisele-Wijnbergen.

Auch bei der Unterstützung in besonderen Lebensphasen, etwa bei pflegebedürftigen Angehörigen oder zu betreuenden Kindern, kann der Arbeitgeber Angebote schaffen.

Sinnstiftende Tätigkeiten

„Zunehmend fragen die Menschen nach dem Sinn ihrer Arbeit“, berichtet die Personalexpertin. Ihren Beobachtungen zufolge sehen hier vor allem die jüngeren Generationen eine starke Motivationsquelle, die von der Arbeitgeberseite als Haltefaktor genutzt werden kann. Zudem lassen sich über diesen Weg auch neue Fachkräfte gewinnen.

Flexible Arbeitszeitmodelle

Ein weiterer Trend ist der verstärkte Wunsch nach flexibleren Arbeitszeiten und -orten. „Hier ist ein Umdenken der Arbeitgeber erforderlich“, stellt Eisele-Wijnbergen fest und appelliert an Vorgesetzte, Verantwortung abzugeben und den Mitarbeitenden zu vertrauen.

Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass etwa ein Drittel aller Tätigkeiten zeitlich und/oder örtlich gebunden sind und daher gar nicht flexibilisiert werden können. Hier ließen sich jedoch innovative Arbeitszeitmodelle oder flexible Vertragsmodalitäten einsetzen, um dem individuellen Bedarf der Beschäftigten entgegenzukommen.

Gesundheitsförderung: Wie gelingt KMU der Einstieg ins betriebliche Gesundheitsmanagement?
HR & Payroll

Gesundheitsförderung: Wie gelingt KMU der Einstieg ins betriebliche Gesundheitsmanagement?

Gesundheitsförderung ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für Unternehmen, sagt die Arbeitspsychologin Dr. Maren Kentgens. In der aktuellen Ausgabe des Suiteify Talkformats "Butter bei die Fische" erläutert die Expertin, wie auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ins betriebliche Gesundheitsmanagement einsteigen können.

5 Min. Lesezeit

Es liegt auf der Hand: Je gesünder die Mitarbeitenden sind, desto geringer sind die Fehlzeiten – und desto höher ist die Produktivität. Nicht zuletzt aus diesem Grund haben viele Arbeitgeber sich die Gesundheitsförderung auf die Fahnen geschrieben. Vor allem größere Firmen bieten ihren Beschäftigten im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) ein breites Portfolio an gesundheitsfördernden Maßnahmen an – vom hauseigenen Fitnesscenter bis hin zu medizinischen Check-ups.

Aber was ist eigentlich mit all den vielen kleinen und mittleren Unternehmen, die ein deutlich schmaleres Budget und keine eigene Abteilung fürs BGM haben? Schauen diese Unternehmen beim Thema Corporate Health in die Röhre? Nein, sagt Maren Kentgens, operative Geschäftsführerin/COO der Oberberg GmbH. Auch für Mittelständler gebe es vielfältige Möglichkeiten, die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden zu fördern.

Drei Tipps für einen erfolgreichen Einstieg ins BGM

Die betriebliche Gesundheitsförderung schaffe eine Win-win-Situation für alle Beteiligten, sagt Arbeitspsychologin Kentgens: So profitieren die Mitarbeitenden von Angeboten zur Verbesserung der physischen und psychischen Gesundheit. Zugleich stehen dem Arbeitgeber gesündere und damit leistungsfähigere Beschäftgte zur Verfügung. Positiver Nebeneffekt: Ein gut organisiertes BGM spricht sich herum und steigert auch die Attraktivität der Arbeitgebermarke auf dem Bewerbermarkt. Um erfolgreich einzusteigen, sollten insbesondere kleine und mittlere Arbeitgeber die folgenden Tipps berücksichtigen:

  1. Analysieren Sie zuerst den konkreten Bedarf in Ihrem Unternehmen! — Befragen Sie zu diesem Zweck neben den Entscheidern (Geschäftsführung, Führungskräfte) auch Mitarbeitende.
  2. Stellen Sie ein bedarfsgerechtes Angebot zur Gesundheitsförderung zusammen! — Greifen Sie sich aus dem Instrumentenkasten des betrieblichen Gesundheitsmanagements die Maßnahmen heraus, die für Ihre Belegschaft infrage kommen. Zu den besonders beliebten Instrumenten in anderen Firmen zählt etwa ein Employee Assistance Program (EAP). Bei diesem Unterstützungsangebot erhalten Mitarbeitende zum Beispiel anonym psychologische Beratung. Auch Angebote zur juristischen Erstberatung in arbeitsrechtlichen Fragen oder ein Facharztservice sind verbreitet.
  3. Steigen Sie niedrigschwellig ins betriebliche Gesundheitsmanagement ein! — Es muss nicht gleich das hauseigene Fitnesscenter sein. Gerade bei kleinerem Budget empfiehlt es sich, mit leicht umsetzbaren Angeboten zu starten. Typische Beispiele hierfür sind der Obstkorb, aus dem sich die Mitarbeitenden bedienen dürfen, oder ein Arbeitgeberzuschuss zu gezielten Sportangeboten. Solche Maßnahmen sind vergleichsweise kostenschonend zu realisieren und für die Beschäftigten sofort greifbar.
11 wichtige Personalcontrolling-Kennzahlen für KMU
HR & Payroll

11 wichtige Personalcontrolling-Kennzahlen für KMU

Um ihren Personalbereich optimal zu steuern und die richtigen Entscheidungen zu treffen, benötigen Arbeitgeber Daten und Zahlen. Dieser Beitrag erläutert, welche Personalcontrolling-Kennzahlen jedes kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Blick haben sollte.

5 Min. Lesezeit

Nicht zuletzt durch den Fachkräftemangel rückt das Personalcontrolling in den Fokus. Unternehmen möchten beispielsweise wissen, ob ihre Aufwendungen für Personal, Ausbildung, Onboarding und Personalbindungsmaßnahmen richtig eingesetzt sind. Um das zu beurteilen und an den Stellschrauben zu drehen, benötigen sie Kennzahlen für das Personalcontrolling.

Was ist Personalcontrolling?

Personalcontrolling, auch HR-Controlling oder Human Resources Controlling genannt, analysiert das Verhältnis von personalbezogenem Aufwand und Ertrag. Es beantwortet zum Beispiel Fragen wie:

  • Wie hoch sind unsere Kosten für Recruiting und Onboarding?
  • Wie wirkungsvoll sind die Verfahren und Prozesse im Personalbereich und was kosten sie?
  • Wie erfolgreich sind wir in der Bindung von Leistungsträgern ans Unternehmen?
  • Konnte die Maßnahme XY unsere Fluktuation senken?

Dabei werden im Allgemeinen nicht die einzelnen Mitarbeiter, sondern die Belegschaft insgesamt oder bestimmte Abteilungen, Teams und Bereiche betrachtet.

Welche Methoden gibt es im Personalcontrolling?

Die Methoden des Personalcontrollings betrachten vier verschiedene Dimensionen des HR-Bereichs:

Controlling-Methode:

Betrachtet zum Beispiel:

Analysiert zum Beispiel:

Operatives Controlling

Gegenwärtige Effektivität des Personaleinsatzes, Wirkung von HR-Maßnahmen und -Prozessen

Kosten-Nutzen-Effekte von Prozessen und Maßnahmen zur Personalbindung etc.

Strategisches Controlling

Personalplanung, strategische Steuerung des Personaleinsatzes

Personalausstattung in Bezug auf langfristige Unternehmensziele

Quantitatives Controlling

Anzahl der Frauen im Unternehmen, Personalkosten

Harte, messbare Zahlen

Qualitatives Controlling

Weiche Faktoren wie Mitarbeiterzufriedenheit

Mitarbeiterbefragungen, 360-Grad-Beurteilungen

Welche Instrumente des Personalcontrollings gibt es?

Dank der Digitalisierung des Personalmanagements mit HR-Software und digitaler Personalakte können Unternehmen heute auf einen großen Werkzeugkasten zugreifen. Dazu gehören:

  • Personalkennzahlen und Kennzahlensysteme — Personalcontrolling-Kennzahlen sind das wichtigste Mittel, um belastbare Zahlen zu erhalten und Vorhersagen im HR-Bereich zu treffen.
  • Auswertungen — Moderne Personalsoftware bietet hier vielfältige Möglichkeiten. Damit behalten Sie die Personalcontrolling-Kennzahlen, die Sie besonders interessieren, im Blick.
  • Vergleiche — Diese geben zum Beispiel Aufschluss darüber, ob die verschiedenen Filialen im Plan liegen (Soll-Ist-Vergleich), ob Maßnahme X im Zeitverlauf Wirkung zeigen wird (Soll-Wird-Vergleich), ob die Prognose von letztem Jahr zutrifft (Wird-Ist-Vergleich) und so weiter.
  • Mitarbeiterbefragungen — Diese sind ein oft unterschätztes Instrument, um die Mitarbeiterzufriedenheit und andere weiche Faktoren zu analysieren. Mit Fragen, bei denen die Mitarbeiter Antworten auf einer Skala von 1 bis 5 geben können, erhalten Sie nicht nur ein Stimmungsbild, sondern Zahlen, aus denen Sie Trends ablesen können.
  • SWOT-Analyse — SWOT steht für Strengths, Weaknesses, Opportunities und Threats, also Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken. Anhand Ihrer HR-Analyseergebnisse erkennen Sie, welche Aspekte in Ihrem Unternehmen gut laufen und wo Sie nachjustieren sollten.

{{box-list-left}}

Was sind die Ziele von Personalcontrolling?

Wie jedes Controlling hat auch das Personalcontrolling eine beratende Funktion: Es versetzt die Geschäftsleitung in die Lage, informierte Personalmanagement-Entscheidungen zu treffen. Außerdem zielt das Personalcontrolling darauf ab, eine integrierte, koordinierte und transparente Personalarbeit zu ermöglichen, Fehlsteuerungen früh zu erkennen, Maßnahmen und Prozesse zu evaluieren und die Zielerreichung im Personalwesen zu kontrollieren und zu steuern.

Welche Daten brauchen KMU für ein effektives Personalcontrolling?

Jedes Unternehmen hat individuelle Fragen und Herausforderungen. Deshalb sollten möglichst viele Daten und ein breites Spektrum an Personalcontrolling-Kennzahlen verfügbar sein. Hilfreich sind zum Beispiel folgende Zahlen und Daten – jeweils bezogen auf die Gesamtbelegschaft, eine Filiale oder einzelne Teams und Abteilungen:

  • Personalbestand
  • Durchschnittliche Verweildauer
  • Kündigungsquote
  • Recruiting-Kosten
  • Ausbildungsquote
  • Krankenstand
  • Ausfallquoten
  • Diversität
  • Bildungsstand und Kompetenzen der Arbeitnehmer
  • Löhne und Gehälter
  • Effizienz von Onboarding-Maßnahmen
  • Planstellen
  • Vakanzen
  • Altersstruktur
  • Teilzeitregelungen
  • Nachfolgeplanung
  • Zufriedenheitsdaten

Wie kommen KMU an die Daten fürs Personalcontrolling?

Es liegt auf der Hand, dass die für ein effektives Personalcontrolling notwendige Informationsbreite und -tiefe ohne eine HR-Software nicht zu erreichen ist. In der HR-Software laufen alle personalbezogenen Informationen zusammen (digitale Personalakte). Sie können zu Kennzahlen verarbeitet und individuell bereitgestellt werden.

Welche Personalcontrolling-Kennzahlen sind besonders wichtig?

Für ein KMU sind immer diejenigen Personalkennzahlen wichtig, die ihm helfen, in HR-Fragen noch wirtschaftlicher, strategischer und effizienter zu werden – siehe SWOT-Analyse. Das können ganz unterschiedliche Aspekte sein. Folgende Kennzahlen gelten gemeinhin als besonders hilfreich.

11 wichtige Kennzahlen für das Personalcontrolling

  1. Fluktuationsrate und Verweildauer im Unternehmen: Wie lange bleiben Mitarbeitende uns treu? Wie viele kündigen pro Jahr und gibt es hier einen Trend? Welche Personalbindungsmaßnahmen sind erfolgreich?
  2. Überstunden: Wie hoch ist die Überstundenbelastung? Sollten wir weitere Mitarbeiter einstellen oder durch Digitalisierung die vorhandenen entlasten?
  3. Effizienz der Mitarbeiter: Wie viele Mitarbeitende erreichen ihre Ziele? Wie entwickelt sich die Produktivität der Mitarbeitenden? Welche Incentives zeigen welche Wirkung? Zum Beispiel Boni, Weiterbildung, betriebliche Altersvorsorge usw.
  4. Krankenstand: Wie viele krankheitsbedingte Fehltage haben wir im Schnitt pro Mitarbeitendem? Sind bestimmte Abteilungen hier Spitzenreiter? Warum?
  5. Altersstruktur: Manche KMU haben hauptsächlich Mitarbeitende aus den geburtenstarken Jahrgängen, die bald in Rente gehen. Es wäre fatal, davor die Augen zu verschließen.
  6. Durchschnittsgehalt pro Vollzeitstelle: Wieviel kostet uns ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin im Schnitt? Bezahlen wir Frauen für die gleiche Tätigkeit niedriger als Männer?
  7. Personalbedarf: Wie viele Mitarbeitende benötigen wir für unser operatives Geschäft? Wie viele werden wir nächstes oder übernächstes Jahr brauchen? Können wir Vakanzen besetzen?
  8. Personalbeschaffungskosten (Recruiting-Kosten): Wieviel kostet es uns, eine Stelle zu besetzen? Angefangen von der Ausschreibung über die Bewerberauswahl bis hin zum Onboarding. Und wie lange dauert es, neue Mitarbeitende zu finden? Wie effizient ist unser Personalbeschaffungsprozess?
  9. Ausbildungsquote: Wie viele Auszubildende haben wir, gemessen in Prozent an der Gesamtbelegschaft? Wie viele von ihnen übernehmen wir im Schnitt?
  10. Interne Besetzungsquote: Wie viele Fachkräfte können wir aus den eigenen Reihen heranziehen? Wie wirtschaftlich ist das im Vergleich zum Recruiting von Externen?
  11. Mitarbeiterzufriedenheit: Wie zufrieden sind unsere Mitarbeitenden mit ihren Aufgaben, dem Management, den Entwicklungsmöglichkeiten, der internen Fortbildung, der allgemeinen Stimmung? Haben wir Mobbing-Probleme? Wenn ja, in welcher Abteilung?

SMARTes Personalcontrolling

Personalcontrolling-Kennzahlen dienen der Unternehmenssteuerung. Sie führen zu Erkenntnissen, die in Maßnahmen umgesetzt werden sollen. Damit sich diese Maßnahmen evaluieren lassen, sollten sie an SMARTe Ziele geknüpft sein, das heißt, sie sollten spezifisch, messbar, angemessen, realistisch und zeitlich terminiert sein.

Ein mögliches Ziel für ein Unternehmen mit 100 Beschäftigten könnte beispielsweise lauten: „Nächstes Jahr wollen wir zehn Prozent der freiwerdenden Stellen mit Bewerbern aus den eigenen Reihen besetzen.“

Fazit zur Kennzahlensteuerung im HR-Bereich

Personalcontrolling-Kennzahlen sind im HR-Bereich unverzichtbar. Sie ermöglichen Arbeitgebern, ihr wichtigstes Kapital – die Mitarbeitenden – effizient einzusetzen und Leistungsträger ans Unternehmen zu binden. Das Zahlenmaterial für das Personalcontrolling kommt dabei aus der HR-Software. Moderne Personalsoftware ermöglicht die verschiedensten Analysen, um ein Unternehmen auch für die Zukunft personell gut aufzustellen.

Top Recruiting-Trends 2025: Von KI-gestützter Auswahl bis hin zu Gamification
HR & Payroll

Top Recruiting-Trends 2025: Von KI-gestützter Auswahl bis hin zu Gamification

2025 werden 85% aller Bewerbungen mit KI ausgewertet. Das zeigt, wie wichtig neue Technologien für das Recruiting werden. Wir sehen einen großen Wandel in der Personalbeschaffung, getrieben von KI und kreativen Methoden wie Gamification.

5 Min. Lesezeit

Unternehmen, die früh in die Zukunft des Recruitings investieren, haben einen großen Vorteil. KI hilft, Talente schneller und besser zu finden. Gamification macht das Bewerbungsverfahren positiv und stärkt die Marke des Arbeitgebers.

Es gibt aber auch Herausforderungen. HR-Verantwortliche müssen ethische Fragen klären und Diskriminierung verhindern. Es ist wichtig, die richtigen Tools zu wählen und die Prozesse anzupassen. So können Unternehmen das Beste aus der Zukunft des Recruitings herausholen.

Takeaways

  • KI und Gamification prägen die Recruiting-Trends 2025
  • Künstliche Intelligenz in der Personalbeschaffung beschleunigt die Talentsuche
  • Gamification im Recruiting verbessert die Candidate Experience
  • Ethische Fragen beim Einsatz von KI müssen berücksichtigt werden
  • Anpassung der Recruitingprozesse ist entscheidend für den Erfolg

Die Zukunft des HR-Recruitings: Technologie als Schlüsselfaktor

Der Einsatz neuer Technologien im Personalwesen kann Unternehmen wertvolle Vorteile bringen und können zum entscheidenden Erfolgsfaktor werden. Die Digitalisierung im Recruiting bringt viele Chancen, um die besten Talente zu finden und den Einstellungsprozess zu verbessern.

Ein großer Trend ist die Automatisierung der Rekrutierung. Intelligente Systeme können Aufgaben wie die Auswahl von Bewerbern automatisieren. So können Recruiter sich auf wichtige Aufgaben konzentrieren und schneller die besten Kandidaten finden.

Neue Technologien wie künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen verändern, wie Firmen Talente finden. KI-Systeme analysieren große Datenmengen, um Muster zu erkennen und Vorhersagen zu treffen. Das hilft bei der Auswahl der besten Kandidaten und spart Zeit und Kosten.

Die Digitalisierung im Recruiting verlangt auch nach neuen Fähigkeiten bei HR-Fachleuten. Recruiter müssen die neuesten Technologien kennen und effektiv nutzen. Es ist auch wichtig, die menschliche Komponente nicht zu vergessen und Technologie und persönliche Interaktion auszubalancieren.

Unternehmen, die frühzeitig Trends im Personalwesen erkennen und umsetzen, haben im Wettbewerb um die besten Talente Vorteil. Die Zukunft des Recruitings hängt von der Kombination von menschlicher Expertise und technologischer Innovation ab. Das ist entscheidend für den Erfolg im Personalwesen. Bei der Implementierung neuer Technologien ist es zudem wichtig, mögliche Fehler frühzeitig zu identifizieren und zu beheben, um eine reibungslose Benutzererfahrung zu gewährleisten.

KI im Recruiting: Automatisierung und intelligente Entscheidungsunterstützung

Künstliche Intelligenz verändert, wie Firmen Talente finden und einstellen. Sie spart Recruiter Zeit und verbessert die Einstellungsqualität.

KI-Systeme analysieren große Datenmengen mit maschinellem Lernen. So finden Firmen schneller die besten Kandidaten. Sie können vorhersagen, wer zu einer Position passt und die Rahmenbedingungen und Anforderungen am besten erfüllt.

Maschinelles Lernen für effizientes Recruiting

Maschinelles Lernen automatisiert Aufgaben wie das Screening von Lebensläufen. KI-Algorithmen finden die besten Bewerber und geben Recruitern eine kuratierte Liste zur weiteren Bearbeitung.

Algorithmen zur Unterstützung der Talentauswahl

Algorithmen können jedoch mehr nutzen als nur Lebensläufe. Wenn gewünscht berücksichtigen sie auch Online-Assessments und Persönlichkeitstests. So erstellen KI-Systeme ein umfassendes Bild der Kandidaten.

Der Einsatz von KI im Recruiting ermöglicht es uns, schneller die besten Talente zu finden und einzustellen. Wir können uns auf die menschliche Interaktion mit den Kandidaten konzentrieren, während die Technologie die Vorauswahl für uns übernimmt." - Sarah Müller, Head of Talent Acquisition

Prädiktive Analysen für optimierte Stellenbesetzungen

Prädiktive Analyse nutzt Daten, um die besten Kandidaten vorherzusagen. Sie berücksichtigt Erfahrung, Bildung und Persönlichkeit. So treffen Recruiter bessere Entscheidungen basierend auf Daten und Fakten.

KI im Recruiting bringt große Vorteile, wirft aber mitunter ethische Fragen auf. Firmen müssen faire Algorithmen entwickeln und nutzen. So verbessern sie ihre Einstellungen und Mitarbeiterbindung und vermeiden einseitige oder kurzsichtige Entscheidungen.

Chatbots als digitale Assistenten im Bewerbungsprozess

Chatbots sind für die Bewerberkommunikation unverzichtbar geworden. Sie sind digitale Rekrutierungstools, die die Bewerbung revolutionieren können. Chatbots automatisieren den Einstellungsprozess zu großen Teilen, was für alle Seiten gut ist.

Chatbots im Bewerbungsprozess bringen viele Vorteile. Sie ermöglichen 24/7-Kommunikation mit Bewerbern. Das heißt, sie sind immer da, um Fragen zu beantworten und Bewerber zeitnah mit Informationen zu unterstützen.

Dies verbessert die Bewerbererfahrung und entlastet das Recruiting-Team. Weniger manuelle Arbeit ist nötig.

24/7-Kommunikation mit Bewerbern

Mit Chatbots haben Bewerber immer Zugriff auf wichtige Infos. Sie können Fragen stellen und sofort Antworten bekommen. Das schafft Vertrauen und zeigt, dass das Firmen die Bewerbererfahrung wichtig nimmt.

Vorteile für Bewerber Vorteile für Arbeitgeber
24/7-Verfügbarkeit Entlastung des Recruiting-Teams
Sofortige Antworten auf Fragen Automatisierung wiederkehrender Aufgaben
Verbesserte Candidate Experience Effizientere Kommunikation

Automatisierte Beantwortung häufiger Fragen

Chatbots können häufige Fragen automatisch beantworten. Recruiter müssen sich nicht mehr mit denselben Fragen auseinandersetzen. Das spart Zeit und ermöglicht die Bearbeitung strategischerer Aufgaben. Zudem ist es wichtig, dass Chatbots auch bei 'Seite nicht gefunden'-Meldungen effizient reagieren, um Nutzer schnell zu informieren und mögliche Fehler zu beheben.

Chatbots sind die Zukunft der Bewerber-Arbeitgeber-Kommunikation. Sie verbessern die Effizienz, steigern das Candidate Experience und helfen Firmen, im Wettbewerb um Talente voranzukommen.

Gamification: Spielerische Elemente zur Attraktion von Talenten

Gamification ist ein weiterer neuer Trend im Recruiting. Es nutzt spielerische Elemente, um Bewerber anzuziehen. So können Firmen sich von anderen abheben.

Zu den beliebtesten Mechanismen gehören:

  • Punktesysteme und Ranglisten
  • Virtuelle Auszeichnungen und Abzeichen
  • Interaktive Jobsimulationen
  • Quizzes und Wissenstests

Ein gutes Beispiel ist die Kampagne "Challenge Accepted" von PwC. Sie entwickelte eine App mit Aufgaben und Rätseln. Die Besten bekamen ein Vorstellungsgespräch.

Firmen Gamification-Ansatz Ergebnis
PwC Challenge Accepted App 15% mehr qualifizierte Bewerber
Marriott International My Marriott Hotel Simulation 30% höhere Bewerberzahlen
Google Code Jam Programmierwettbewerb Anstieg der Tech-Talente um 20%

Um Gamification erfolgreich zu nutzen, sollten Firmen folgendes beachten:

  1. Zielgruppengerechte Gestaltung
  2. Sinnvolle Integration in den Bewerbungsprozess
  3. Ausgewogenheit zwischen Unterhaltung und Information
  4. Optimierung durch Bewerber-Feedback

Gamification im Recruiting ist eine spannende Chance. Es hilft, innovative Methoden zu nutzen und attraktiver, jünger und sympathischer zu wirken. Mit gut durchdachten Konzepten können Firmen so ihre Strategien verbessern.

Personalisierte Candidate Experience durch KI

Im digitalen Zeitalter ist die personalisierte Candidate Experience sehr wichtig. Künstliche Intelligenz verbessert das Bewerbererlebnis hier enorm. Firmen können Kandidaten individuell ansprechen und passende Stellen vorschlagen.

Individualisierte Ansprache und Feedback

KI analysiert Bewerberprofile und -unterlagen. So lernt sie die jeweiligen Stärken und Präferenzen kennen und kann auf diese eingehen. Dies ermöglicht eine individuelle Ansprache, die genau passt.

Im Feedback-Bereich bietet KI ebenfalls neue Chancen. Kandidaten bekommen spezifisches Feedback zu ihren Stärken. Dies zeigt, dass das Firmen sie wertschätzt.

Passgenauere Stellenvorschläge für Bewerber

KI hilft, passende Stellen zu finden. Sie vergleicht Bewerberkompetenzen mit Jobanforderungen. So bekommen Bewerber Angebote, die zu ihnen passen.

Ohne KI Mit KI
Standardisierte Ansprache Individualisierte Ansprache
Allgemeines Feedback Maßgeschneidertes Feedback
Breite Streuung von Stellenangeboten Passgenaue Stellenvorschläge

KI macht die Candidate Experience besser. Bewerber fühlen sich wertgeschätzt und gesehen. Unternehmen profitieren von besserer Bewerberqualität und einer stärkeren Marke.

Natural Language Processing für die Analyse von Bewerbungsunterlagen

Technologie spielt in der Personalgewinnung eine immer größere Rolle. Besonders vielversprechend ist Bewerbungsanalyse durch NLP (Natural Language Processing). Diese Technologie hilft, große Mengen an Bewerbungen schnell zu analysieren.

Mit künstlicher Intelligenz für Recruiting können Unternehmen den Screening-Prozess verbessern. NLP-Algorithmen erkennen Schlüsselwörter und Fähigkeiten in Bewerbungen. So finden Unternehmen schneller die besten Kandidaten.

Ein großer Vorteil ist die Objektivität. NLP-Systeme haben keine Vorurteile. Sie bewerten Bewerber nach gleichen Kriterien. Das macht den Auswahlprozess fairer und kann vor Diskriminierung und voreingenommener Auswahl schützen.

Die folgende Tabelle zeigt, wie NLP Recruiting verbessern kann:

Aufgabe Manuell Mit NLP
Sichtung von 100 Bewerbungen ca. 8 Stunden wenige Minuten
Identifikation relevanter Skills Hoher Zeitaufwand, Ungenauigkeiten Automatisiert, präzise
Vorauswahl geeigneter Kandidaten Subjektiv, zeitintensiv Objektiv, schnell

Die Zukunft des Recruitings liegt in der intelligenten Automatisierung. Mit NLP können wir Bewerbungen effizienter und fairer analysieren als je zuvor.

NLP wird in der Zukunft im Recruiting immer wichtiger. Unternehmen, die NLP früh nutzen, haben zukünftig einen Vorteil bei der Talentgewinnung.

Bias-Reduktion durch den Einsatz von KI im Recruiting

Künstliche Intelligenz im Recruiting-Prozess kann Bias und Voreingenommenheit verringern. Eine KI-gestützte Kandidatenbewertung setzt auf objektive Kriterien. So werden unbewusste Vorurteile minimiert.

KI-Systeme bewerten Bewerberprofile nach vorgegebenen Parametern. Sie liefern eine neutrale Einschätzung der Qualifikationen. Alle Kandidaten werden nach denselben Maßstäben bewertet, unabhängig von Geschlecht, Alter oder Herkunft.

Objektive Bewertung von Bewerberprofilen

KI analysiert Bewerberprofile nach Qualifikationen, Berufserfahrung und Kompetenzen. Persönliche Merkmale, die oft Vorurteile hervorrufen, werden ausgeklammert. So entsteht eine faire Bewertungsgrundlage für alle.

"KI-basierte Systeme zur Bewertung von Bewerberprofilen sind ein wichtiger Schritt in Richtung Chancengleichheit im Recruiting-Prozess."

Vermeidung unbewusster Vorurteile in der Vorauswahl

In der Vorauswahl können unbewusste Vorurteile die Entscheidungen beeinflussen. KI-Systeme helfen, diese Voreingenommenheit bei KI-Systemen zu reduzieren. Sie basieren auf objektiven Kriterien und verhindern, dass qualifizierte Bewerber wegen Bias aussortiert werden.

KI-Systeme sind jedoch nicht vollkommen frei von Vorurteilen. Die Algorithmen müssen sorgfältig entwickelt und getestet werden. So sichert man eine faire und diskriminierungsfreie Bewertung.

Mobile Recruiting: Optimierung für die Bewerbung via Smartphone

Mobile Recruiting wird immer wichtiger. Viele Kandidaten nutzen immer mehr ihr Smartphone, um sich über Jobs zu informieren. Unternehmen müssen ihre Recruiting-Prozesse für Smartphones verbessern, um die besten Talente zu gewinnen.

Responsive Karriere-Websites und Bewerbungsformulare

Responsive Karriere-Websites sind ein Muss. Sie passen sich automatisch an verschiedene Bildschirmgrößen an. So ist die Navigation einfach und benutzerfreundlich.

Bewerbungsformulare müssen auch für Smartphones optimiert sein. Das sorgt für einen reibungslosen Bewerbungsprozess.

Eine responsive Karriere-Website ist das A und O im Mobile Recruiting. Sie schafft die Basis für eine positive Candidate Experience.

Mobile-friendly Kommunikation mit Kandidaten

Mobile-friendly Kommunikation ist ebenso wichtig. Stellenausschreibungen und Infos müssen auf Smartphones leicht zu lesen sein. Der Einsatz von Chatbots und anderen mobilen Kanälen hilft ebenfalls, Kandidaten schnell zu informieren und zu den entsprechenden Formularen und Seiten zu leiten.

Durch mobile Recruiting steigern Unternehmen ihre Attraktivität als Arbeitgeber. Eine mobile-optimierte Candidate Journey ist für den Erfolg im Recruiting entscheidend.

Video-Interviews und virtuelle Assessments

Im digitalen Zeitalter wird das Recruiting immer wichtiger. Video-Interviews und virtuelle Assessments sind dabei sehr hilfreich. Sie helfen, den Bewerbungsprozess zu verbessern und Kandidaten fair zu bewerten.

Video-Interviews sparen Zeit und Geld. Recruiter können Bewerber von überall einstellen. Virtuelle Assessments testen, wie gut Kandidaten in realen Situationen arbeiten können.

Ein großer Pluspunkt ist die Analyse von Bewerberverhalten durch KI. So kann man viel über die Persönlichkeit und Fähigkeiten der Bewerber lernen. Das hilft, bessere Entscheidungen zu treffen und die Persönlichkeit passend zum Team zu matchen.

Methode Vorteile
Video-Interviews Zeit- und Kostenersparnis, ortsunabhängige Durchführung
Virtuelle Assessments Standardisierte Bewertung, praxisnahe Szenarien
KI-gestützte Videoanalyse Automatisierte Auswertung nonverbaler Signale, Erkenntnisse über Persönlichkeit und Potenzial

Video-Interviews, virtuelle Assessments und KI-Analyse verbessern das Recruiting. Sie helfen, die besten Talente zu finden. Unternehmen, die diese Technologien nutzen, haben einen großen Vorteil.

Employer Branding im digitalen Zeitalter

Employer Branding gewinnt zunehmend an Bedeutung. Arbeitgeber müssen ihre Marke authentisch zeigen, um Top-Talente anzuziehen. Die Unternehmenskultur ist dabei sehr wichtig.

  • Klare Werte und Vision
  • Authentizität und Konsistenz
  • Differenzierung vom Wettbewerb
  • Emotionale Ansprache der Zielgruppe

Authentische Darstellung der Unternehmenskultur im UnternehmenEs ist wichtig, die Unternehmenskultur ehrlich zu zeigen. Durch Storytelling und Mitarbeiterinterviews können Unternehmen ihre Werte teilen. So macht man den Arbeitsalltag greifbar.„Authentizität ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen Employer Branding. Nur wenn Unternehmen ihre Kultur ehrlich darstellen, können sie die richtigen Talente anziehen."

Gezielte Ansprache relevanter Zielgruppen

Um die richtigen Kandidaten zu finden, müssen Unternehmen genau wissen, wen sie suchen. Sie sollten gezielt ihre Zielgruppe ansprechen und personalisierte Kommunikation nutzen. So fällt es auch Bewerbern leichter das richtige Unternehmen zu finden.

Zielgruppe Relevante Kanäle Anspracheform
Studenten und Absolventen Social Media, Karrieremessen Locker, inspirierend
Erfahrene Fachkräfte Fachportale, Netzwerkveranstaltungen Professionell, informativ
Führungskräfte Persönliche Ansprache, Empfehlungen Individuell, wertschätzend

Durch zielgerichtete Ansprache steigern Unternehmen die Wirkung ihrer Employer-Branding-Maßnahmen. So gewinnen sie die richtigen Talente.

Datengetriebene Entscheidungsfindung im Recruiting

Die datengetriebene Entscheidungsfindung verändert das Recruiting. Sie macht die Talentauswahl effizienter und zielgerichteter. Durch fortschrittliche Analysetools und prädiktive Modelle gewinnen Unternehmen wertvolle Einblicke aus Bewerberdaten.

Prädiktive Analysen erkennen Muster in den Daten, die unsichtbar sind. Sie bewerten Qualifikationen, Erfahrungen und Persönlichkeitsmerkmale. So können Recruiter die besten Talente finden und ansprechen.

Technologie hilft, die Mitarbeiterauswahl objektiv und fair zu machen. Einheitliche Kriterien und Algorithmen reduzieren Vorurteile. So wird die Belegschaft vielfältiger und die Einstellungsentscheidungen besser.

Die datengetriebene Entscheidungsfindung bringt aber auch Herausforderungen. Daten müssen hochwertig und relevant sein. Es ist wichtig, die richtigen Modelle zu entwickeln und zu verbessern. HR-Experten und Data Scientists müssen zusammenarbeiten.

Vorteile Herausforderungen
Effizientere Talentauswahl Datenqualität und -relevanz
Fundiertere Entscheidungen Entwicklung geeigneter Analysemodelle
Objektive und faire Bewertung Kontinuierliche Optimierung
Reduzierung unbewusster Vorurteile Zusammenarbeit von HR und Data Science

Daten sind der Treibstoff für ein effektives Recruiting im digitalen Zeitalter.

Um das Potenzial der datengetriebenen Entscheidungsfindung zu nutzen, braucht es eine starke Datenbasis. Die richtigen Technologien und eine datenorientierte Kultur sind wichtig. So bleiben Unternehmen im Wettbewerb erfolgreich.

Fazit

Die Zukunft des Recruitings wird stark von Digitalisierung und neuen Technologien beeinflusst. Künstliche Intelligenz (KI) und Gamification werden dabei besonders wichtig sein. Sie helfen, den Rekrutierungsprozess effizienter und gerechter zu machen.

Durch KI können Unternehmen Bewerber besser managen und passende Talente finden. So wird die Erfahrung der Bewerber verbessert. Gamification, wie interaktive Tests, macht den Prozess für Bewerber interessanter.

Mobile Recruiting-Lösungen und Video-Interviews ermöglichen eine bessere Ansprache. Datengetriebene Entscheidungen und echte Unternehmenskultur im Employer Branding sind ebenfalls wichtig. Diese Elemente machen das Recruiting moderner und ansprechender.

Unternehmen und HR-Verantwortliche müssen sich früh mit Digitalisierung im Recruiting auseinandersetzen. Die richtigen Technologien zu nutzen, ist entscheidend, um im Wettbewerb um die besten Talente zu bestehen. Es ist wichtig, dass KI und andere Methoden transparent und ethisch bleiben. Mit der richtigen Mischung aus Mensch und Technologie können Unternehmen erfolgreich sein.

FAQ

Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz im Recruiting der Zukunft?

Künstliche Intelligenz wird im Recruiting der Zukunft sehr wichtig. KI-Technologien helfen, den Rekrutierungsprozess zu automatisieren. So können Unternehmen schneller die richtigen Kandidaten finden. Informiere dich über unsere Recruiting-Lösungen.

Wie können Chatbots den Bewerbungsprozess verbessern?

Chatbots können den Bewerbungsprozess verbessern. Sie sind immer erreichbar und beantworten Fragen automatisch. Das entlastet Recruiting-Teams und hilft Bewerbern schneller zu helfen.

Was versteht man unter Gamification im Recruiting?

Gamification nutzt Spielelemente, um Bewerber anzuziehen. Es macht den Rekrutierungsprozess spannender und fördert das Engagement. So können Unternehmen sich im Wettbewerb um Talente abheben.

Wie kann KI zu einer personalisierten Candidate Experience beitragen?

KI ermöglicht eine personalisierte Bewerbererfahrung. Sie nutzt Daten, um individuell anzusprechen und passende Stellen zu finden. Das macht Bewerber zufriedener und stärkt die Marke.

Welche Vorteile bietet der Einsatz von KI bei der Analyse von Bewerbungsunterlagen?

KI verbessert die Analyse von Bewerbungen. Sie kann Lebensläufe schnell auswerten. Das hilft, die besten Kandidaten schneller zu finden.

Wie kann KI helfen, Bias im Recruiting zu reduzieren?

KI kann Bias im Recruiting verringern. Sie analysiert Bewerberobjektiver und fairer. Es ist wichtig, Algorithmen auf Verzerrungen zu prüfen.

Was sind die Vorteile von Video-Interviews und virtuellen Assessments?

Video-Interviews und virtuelle Assessments sparen Zeit und Kosten. Sie ermöglichen eine faire Bewertung der Bewerber. KI kann dabei helfen, noch mehr Einblicke zu gewinnen.

Wie können Unternehmen eine authentische Arbeitgebermarke im digitalen Zeitalter vermitteln?

Eine echte Arbeitgebermarke ist im digitalen Zeitalter wichtig. Unternehmen sollten ihre Kultur und Werte teilen. Storytelling und Social Media helfen dabei, die Marke zu stärken.

Welchen Mehrwert bietet die Suiteify Software für das Bewerbermanagement?

Suiteify HR Software Lösungen unterstützen das digitale Bewerbermanagement. Sie automatisiert den gesamten Prozess. KI-Funktionen wie automatisiertes Screening verbessern die Effizienz.

CV Parsing im Recruiting-Prozess sinnvoll einsetzen
HR & Payroll

CV Parsing im Recruiting-Prozess sinnvoll einsetzen

Lebensläufe erreichen Unternehmen in unterschiedlichsten Formaten: als PDF, Word-Dokument, HTML-Datei oder sogar als Bild. CV Parsing sorgt dafür, dass diese Informationen automatisiert ausgelesen, strukturiert und vergleichbar gemacht werden. Angaben zu Ausbildung, Berufserfahrung, Fähigkeiten oder Weiterbildungen landen direkt im Bewerbermanagementsystem – ohne manuelle Vorarbeit.

5 Min. Lesezeit

Warum CV Parsing im Recruiting immer wichtiger wird

Im Recruiting zählt der erste Eindruck – und der entsteht heute oft unter enormem Zeitdruck. Die Zahl eingehender Bewerbungen wächst, gleichzeitig steigen die Erwartungen an schnelle Rückmeldungen und transparente Prozesse. Genau an dieser Stelle kommt CV Parsing ins Spiel.

Lebensläufe erreichen Unternehmen in unterschiedlichsten Formaten: als PDF, Word-Dokument, HTML-Datei oder sogar als Bild. CV Parsing sorgt dafür, dass diese Informationen automatisiert ausgelesen, strukturiert und vergleichbar gemacht werden. Angaben zu Ausbildung, Berufserfahrung, Fähigkeiten oder Weiterbildungen landen direkt im Bewerbermanagementsystem –ohne manuelle Vorarbeit.

Das Ergebnis: Recruiting-Teams gewinnen wertvolle Zeit, reduzieren Fehlerquellen und schaffen eine objektive Grundlage für fundierte Entscheidungen.

Dieser Artikel gibt einen praxisnahen Überblick darüber, was CV Parsing leistet, wie moderne Technologien – inklusive KI – dabei unterstützen und worauf Unternehmen beim Einsatz achten sollten.

Was versteht man unter CV Parsing?

CV Parsing – auch Resume Parsing genannt – beschreibt den automatisierten Prozess, bei dem Informationen aus Bewerbungsunterlagen erkannt, interpretiert und in strukturierte Datensätze überführt werden.

Die Software identifiziert relevante Inhalte wie:

  • persönliche Daten
  • Ausbildungsstationen
  • berufliche Erfahrungen
  • Kompetenzen und Qualifikationen

Diese Informationen werden automatisch den passenden Feldern im Bewerbermanagementsystem zugeordnet. Der Lebenslauf selbst muss dadurch nicht mehr vollständig manuell gesichtet werden, um grundlegende Informationen zu erfassen.

Gerade bei umfangreichen Bewerbungen mit Zeugnissen, Zertifikaten oder Praktikumsnachweisen bedeutet das eine spürbare Entlastung. Gleichzeitig steigt die Datenqualität, da Übertragungsfehler durch manuelle Eingaben vermieden werden.

CV Parsing und Künstliche Intelligenz – wie intelligent ist die Technologie?

Auf den ersten Blick wirkt CV Parsing wie eine rein regelbasierte Technologie, die lediglich nach bestimmten Begriffen oder Mustern sucht. Moderne Systeme gehen jedoch deutlich weiter.

Viele CV Parser nutzen heute KI-nahe Verfahren wie maschinelles Lernen und adaptive Algorithmen. Sie analysieren große Mengen an Bewerbungen, erkennen wiederkehrende Strukturen und lernen kontinuierlich dazu. Dadurch können sie auch mit ungewöhnlichen Lebenslauf-Layouts oder alternativen Formulierungen umgehen.

In vielen Fällen lassen sich zudem Profile aus beruflichen Netzwerken wie LinkedIn direkt auslesen und in den Recruiting-Prozess integrieren.

Wichtig ist dennoch:
CV Parsing unterstützt die Vorauswahl – es ersetzt keine fundierte menschliche Entscheidung.

Welche Vorteile bringt CV Parsing im Recruiting-Alltag?

Als Bestandteil moderner Bewerbermanagement-Prozesse bringt CV Parsing einen echten Mehrwert – vor allem in Phasen hoher Bewerbungsvolumina.

Die wichtigsten Vorteile auf einen Blick:

  • deutliche Zeitersparnis bei der Vorauswahl
  • strukturierte, einheitliche Darstellung aller Bewerbungen
  • bessere Vergleichbarkeit von Qualifikationen
  • weniger administrative Routinetätigkeiten
  • höhere Transparenz im Auswahlprozess

Recruiter können sich dadurch stärker auf qualitative Aspekte konzentrieren: Gespräche führen, Rückmeldungen geben, Potenziale erkennen und die Passung zur Unternehmenskultur beurteilen.

Ein praxisnahes Beispiel ist die Bewerbermanagement-Software von Suiteify. Sie verbindet automatisches CV Parsing mit klaren Workflows, zentraler Datenhaltung und strukturierter Kommunikation zwischen HR, Fachabteilungen und Führungskräften. So entsteht ein durchgängiger Recruiting-Prozess ohne Medienbrüche.

Zeitdruck im Recruiting: Warum Parsing immer relevanter wird

Studien zeigen, wie knapp Zeit im Recruiting tatsächlich ist. Laut einer StepStone-Eyetracking-Studie aus Österreich betrachten Recruiter einen Lebenslauf im Durchschnitt nur 43 Sekunden, bevor eine erste Einschätzung erfolgt.

In dieser kurzen Zeit können wichtige Details leichtübersehen werden – insbesondere bei mehrseitigen oder unübersichtlich gestalteten Lebensläufen. CV Parsing schafft hier Abhilfe, indem alle relevanten Informationen sofort strukturiert zur Verfügung stehen.

Die Software übernimmt den initialen Check, filtert Mindestanforderungen und sorgt dafür, dass nur Profile weiter betrachtet werden, die tatsächlich zur ausgeschriebenen Position passen. Das beschleunigt den Prozess, ohne die Qualität der Auswahl zu beeinträchtigen.

Kommunikation mit Kandidaten: Wie CV Parsing den Dialog verändert

Eine professionelle und wertschätzende Kommunikation mit Kandidaten ist heute ein zentraler Erfolgsfaktor im Recruiting. Bewerber haben meist mehrere Optionen gleichzeitig und erwarten schnelle, transparente Rückmeldungen. Der erste Eindruck entscheidet oft darüber, wie ein Unternehmen wahrgenommen wird – und ob ein Bewerbungsprozess positiv in Erinnerung bleibt.

CV Parsing verändert genau an dieser Stelle den Dialog zwischen Unternehmen und Bewerbern. Durch den automatisierten Import und die strukturierte Aufbereitung von Lebenslaufdaten stehen Recruitern alle relevanten Informationen sofort zur Verfügung. Qualifikationen, Berufserfahrung und Kompetenzen sind auf einen Blick ersichtlich, ohne dass Dokumente manuell gesichtet oder Daten übertragen werden müssen.

Diese strukturierte Datenbasis ermöglicht eine gezieltere und individuellere Kommunikation. Eingangsbestätigungen lassen sich nicht nur schneller versenden, sondern auch personalisiert gestalten. Rückfragen zu bestimmten Stationen im Lebenslauf oder zu konkreten Fähigkeiten können direkt und kontextbezogen gestellt werden, da die relevanten Informationen bereits im Recruiting-System vorliegen.

Auch im weiteren Verlauf des Bewerbungsprozesses unterstützt CV Parsing eine konsistente und transparente Kommunikation. Status-Updates, Intervieweinladungen oder Feedback lassen sich effizient und nachvollziehbar übermitteln. Bewerber wissen jederzeit, wo sie im Prozess stehen – ein Aspekt, der maßgeblich zur positiven Candidate Experience beiträgt.

Insgesamt sorgt CV Parsing dafür, dass der Dialog mit Kandidaten nicht nur schneller, sondern auch relevanter wird. Unternehmen gewinnen Zeit, ohne an persönlicher Ansprache zu verlieren, und stärkengleichzeitig ihr Employer Branding durch einen professionellen, strukturierten und wertschätzenden Bewerbungsprozess.

Worauf Unternehmen beim Einsatz von CV Parsing achten sollten

Damit CV Parsing sein volles Potenzial entfaltet, sind einige Punkte entscheidend:

Passende Konfiguration:

Der Parser sollte so eingestellt sein, dass er die für die jeweilige Stellerelevanten Kriterien priorisiert – etwa bestimmte Qualifikationen, Berufserfahrungen oder Ausbildungsschwerpunkte.

Technologie bewusst einsetzen:

CV Parsing ist kein Selbstläufer. Unkonventionelle Layouts oder kreative Lebensläufe sollten regelmäßig geprüft werden, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.

Menschliche Entscheidungshoheit sichern:

Soft Skills, Motivation oder individuelle Karrierewege lassen sich nicht vollständig automatisieren. Die finale Bewertung bleibt Aufgabe erfahrener Recruiter.

Nahtlose Integration sicherstellen:

Der größte Nutzen entsteht, wenn CV Parsing vollständig in die Bewerbermanagement-Software integriert ist und Daten medienbruchlos weiterverarbeitet werden.

Zudem sollten Unternehmen darauf achten, dass die eingesetzte Software den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) entspricht und eine sichere Verarbeitung personenbezogener Daten gewährleistet ist. Die Auswahl eines geeigneten Software Anbieters mit umfassendem Support und regelmäßigen Updates ist ebenfalls wichtig, um die Funktionalität und Sicherheit langfristig sicherzustellen. Besonders die E-Mail-Kommunikation spielt eine zentrale Rolle bei Supportanfragen sowie beider Kontaktpflege und Information von Talenten im Talent Pool.

Fazit: CV Parsing entfaltet seine Stärke im Zusammenspielmit dem Menschen

CV Parsing entlastet Recruiting-Teams spürbar und sorgt für Struktur im Bewerbungsprozess. Es reduziert den administrativen Aufwand, erhöht die Vergleichbarkeit und schafft die Grundlage für schnellere, fundierte Entscheidungen.

Gleichzeitig bleibt klar:
Gute Personalentscheidungen entstehen nicht allein durch Algorithmen. Sie brauchen Erfahrung, Kontext und menschliches Urteilsvermögen.

Richtig eingesetzt ist CV Parsing daher kein Ersatz für Recruiter – sondern ein Werkzeug, das ihnen den Rücken freihält.

CV Parsing – häufige Fragen (FAQ)

Was versteht man unter E-Recruiting?

E-Recruiting bezeichnet die digitale Abwicklung des gesamten Recruiting-Prozesses – von der Stellenausschreibung über Active Sourcing bis zur Bewerberauswahl. Bewerbermanagementsysteme sorgen dabei für Struktur und Transparenz.

Was bedeutet Lebenslauf-Parsing konkret?

Lebenslauf-Parsing beschreibt den automatisierten Prozess, bei dem relevante Informationen aus Bewerbungsunterlagen extrahiert und strukturiert gespeichert werden.

Wie lange wird eine Bewerbung tatsächlich gelesen?

Studien zeigen, dass Recruiter im Durchschnitt weniger als eine Minute für die erste Sichtung eines Lebenslaufs aufwenden – oft sogar nur rund 43 Sekunden.

Archivierung von Entgeltunterlagen: Diese Vorgaben gelten
HR & Payroll

Archivierung von Entgeltunterlagen: Diese Vorgaben gelten

Seit 2022 müssen Arbeitgeber die Entgeltunterlagen elektronisch führen. Lesen Sie hier, welche Dokumente betroffen sind, welche Anforderungen an die Archivierung von Entgeltunterlagen bestehen und wie bei Dokumenten mit Unterschriftserfordernis vorzugehen ist.

5 Min. Lesezeit

Bei Betriebsprüfungen durch die Deutsche Rentenversicherung (DRV) müssen Arbeitgeber seit 2023 alle notwendigen Daten elektronisch übermitteln. Dieses Verfahren wird als elektronisch unterstützte Betriebsprüfung (euBP) bezeichnet. Um die Voraussetzungen dafür flächendeckend zu schaffen, hat der Gesetzgeber im Jahr 2020 im „Siebten Gesetz zur Änderung des Vierten Buches Sozialgesetzbuch und anderer Gesetze“ festgelegt, dass Arbeitgeber grundsätzlich alle Entgeltunterlagen elektronisch führen müssen. Die Verpflichtung bezieht sich also nicht nur auf die Abrechnungsdaten aus der Entgeltabrechnungssoftware, sondern auch auf die begleitenden Entgeltunterlagen.

Welche begleitenden Entgeltunterlagen müssen elektronisch geführt werden?

Im Zuge der oben genannten Gesetzesänderung wurde die Beitragsverfahrensverordnung (BVV) angepasst. Nach § 8 Abs. 2 BVV müssen Arbeitgeber nun „elektronisch zur Verfügung zu stellende Unterlagen […] in elektronischer Form zu den Entgeltunterlagen […] nehmen.“ Hierzu zählen unter anderem die folgenden begleitenden Entgeltunterlagen:

  • Anträge von Minijobbern auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht
  • Erklärung kurzfristig Beschäftigter zu weiteren Tätigkeiten im Kalenderjahr
  • Nachweis der Elternschaft (z. B. Geburtsurkunde)
  • Immatrikulationsbescheinigungen zur Feststellung des Werkstudentenstatus
  • Unterlagen zu einer Arbeitnehmerentsendung
  • Informationen zur Staatsangehörigkeit
  • Mitgliedsbescheinigungen von Krankenkassen
  • Informationen zur Versicherungsfreiheit oder Befreiung von der Versicherungspflicht eines Arbeitnehmers
  • Rückmeldungen von Krankenkassen, z. B. zur Feststellung der Versicherungspflicht
  • Aufzeichnungen der Arbeitszeit gemäß Mindestlohngesetz (MiLoG)
  • Unterlagen zu in Anspruch genommener Pflegezeit

Wie sind Entgeltunterlagen elektronisch aufzubewahren?

Im Idealfall legt der Arbeitnehmer beziehungsweise die zuständige Stelle die Unterlagen bereits in elektronischer Form vor. Studierende können beispielsweise ihre Immatrikulationsbescheinigung direkt per E-Mail einreichen. Reicht der Beschäftigte seine Unterlagen in Papierform ein, muss der Arbeitgeber sie in ein digitales Format überführen.

Es gibt aber auch Unterlagen, für die die Schriftform vorgeschrieben ist und eine Unterschrift benötigt wird, zum Beispiel der Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht für einen Minijobber. In diesem Fall hat der Arbeitgeber drei Möglichkeiten, die ergänzenden Entgeltunterlagen elektronisch zu führen:

  • Mit qualifizierter elektronischer Signatur — Der Beschäftigte reicht die Unterlagen bereits in elektronischer Form beim Arbeitgeber ein. Die Originalunterschrift auf dem Papierdokument wird in diesem Fall durch eine qualifizierte elektronische Signatur des Arbeitnehmers ersetzt. Viele Privatpersonen haben jedoch nicht die Möglichkeit, eine qualifizierte elektronische Signatur zu erstellen.
  • Mit fortgeschrittener elektronischer Signatur — Erhält der Arbeitgeber das Dokument in Papierform, muss er es digitalisieren. Diese Umwandlung in ein elektronisches Format erfolgt mithilfe einer fortgeschrittenen elektronischen Signatur, für die das im Meldeverfahren genutzte Softwarezertifikat verwendet werden kann. Für die Übertragung ist weder eine Signaturkarte noch ein Kartenlesegerät erforderlich. Das Papierdokument muss in diesem Fall nicht mehr aufbewahrt werden.
  • Ohne qualifizierte elektronische Signatur — Eine begleitende Entgeltunterlage kann außerdem ohne Signatur in elektronischer Form vorliegen. Das Papierdokument ist dann zusätzlich im Original aufzubewahren.

HINWEIS: Es ist unzulässig, schriftliche Erklärungen und Anträge mit Unterschriftserfordernis als unsignierte Dateien in den Formaten PDF, JPEG, BMP, PNG oder TIFF vorzuhalten.

Welche Dateiformate und Dateinamen sind bei der Archivierung von Entgeltunterlagen zulässig?

Auf Anforderung der Deutschen Rentenversicherung müssen Arbeitgeber die Entgeltunterlagen in separaten Dateien zur Verfügung stellen. Hinsichtlich der Aufbewahrung und Bereitstellung sind die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) zu beachten. Zusätzlich kann es abweichende Regelungen aus dem Sozialversicherungsrecht geben.

  • Zulässige Dateiformate für die Speicherung von Entgeltunterlagen sind: PDF, JPEG, BMP, PNG, TIFF
  • Für die Dateinamen gilt: maximal 64 Zeichen; ohne Sonderzeichen, Komma, Punkt, Umlaute, Leerzeichen und scharfes S (ß)

Der Dateiname sollte eine schnelle Zuordnung ermöglichen und die Art des Dokuments, den Namen der beschäftigten Person und den betreffenden Zeitraum erkennen lassen. Beispiel:

Befreiung-Rentenversicherungspflicht_Maier-Sonja_2022.pdf

Welche Aufbewahrungsfristen gelten?

Abgabenordnung (AO)

Nach § 147 AO müssen Buchungsbelege wie Lohn- und Gehaltsabrechnungen seit dem 1. Januar 2025 mindestens acht Jahre aufbewahrt werden. Für Jahresabschlüsse und Buchführungsunterlagen gilt weiterhin eine Frist von zehn Jahren, für sonstige steuerlich relevante Unterlagen von sechs Jahren.

Handelsgesetzbuch (HGB)

Nach § 257 HGB gilt für Buchungsbelege – darunter Lohn- und Gehaltsabrechnungen – eine Aufbewahrungsfrist von acht Jahren. Handelsbücher, Jahresabschlüsse und Bilanzen sind zehn Jahre aufzubewahren, empfangene und abgesandte Handelsbriefe sechs Jahre. Für Kreditinstitute, Versicherungsunternehmen und Wertpapierinstitute gilt abweichend auch für Buchungsbelege eine Frist von zehn Jahren.

Sozialgesetzbuch (SGB)

Das Sozialgesetzbuch (SGB IV) verlangt nach § 28f, dass Arbeitgeber die für die Sozialversicherung relevanten Entgeltunterlagen mindestens fünf Jahre aufbewahren. Dies betrifft alle Dokumente, die für die Berechnung und Abführung von Sozialversicherungsbeiträgen notwendig sind. Bei laufenden Prüfungen oder anhängigen Rechtsstreitigkeiten kann sich diese Frist verlängern. Es ist also ratsam, diese Unterlagen ebenfalls zehn Jahre aufzubewahren, um auf der sicheren Seite zu sein.

Einkommensteuergesetz (EStG)

Nach § 41 EStG müssen Lohnsteuerunterlagen sechs Jahre lang aufbewahrt werden. Dies umfasst alle Dokumente, die zur Berechnung und Abführung der Lohnsteuer notwendig sind.

Gesetz über die Festsetzung eines Mindestlohns (MiLoG)

Nach § 17 MiLoG sind Arbeitgeber verpflichtet, die Arbeitszeitnachweise, die für die Einhaltung des Mindestlohns relevant sind, mindestens zwei Jahre aufzubewahren. Dies gilt insbesondere für Minijobs und andere geringfügige Beschäftigungsverhältnisse.

Betriebsrentengesetz (BetrAVG)

Das Betriebsrentengesetz (BetrAVG) schreibt vor, dass Unterlagen, die für die betriebliche Altersversorgung relevant sind, zehn Jahre lang aufbewahrt werden müssen. Dies betrifft insbesondere Vereinbarungen zur Entgeltumwandlung und andere Dokumente, die die betriebliche Altersvorsorge regeln.

Arbeitsrechtliche Vorgaben

Arbeitsverträge und sonstige Vereinbarungen, die die Entgeltzahlung betreffen, sollten mindestens bis zum Ende der allgemeinen Verjährungsfrist von drei Jahren (§ 195 BGB) aufbewahrt werden. Diese Frist beginnt mit dem Ende des Kalenderjahres, in dem der Anspruch entstanden ist. Dadurch können mögliche arbeitsrechtliche Ansprüche abgewehrt werden.

Empfehlung: Wenn mehrere gesetzliche Grundlagen greifen (z. B. HGB, AO, SGB IV, BVV), sollte im Zweifel die jeweils längste Frist angewandt werden.

Kann man sich von der Führung elektronischer Entgeltunterlagen befreien lassen?

Arbeitgeber können sich auf Antrag bis zum Stichtag 31. Dezember 2026 von der Führung der ergänzenden Entgeltunterlagen in elektronischer Form befreien lassen. Der Antrag ist formlos beim zuständigen Prüfdienst der Deutschen Rentenversicherung zu stellen. Ab dem 1. Januar 2027 soll es keine Befreiung von der Pflicht zur Führung elektronischer Entgeltunterlagen mehr geben.

Digitale Personalakte erleichtert Umsetzung der Anforderungen

Arbeitgeber, die ihre Personalverwaltung noch in Papierform durchführen, sollten jetzt die Einführung der digitalen Personalakte in Betracht ziehen. Mit dieser Lösung können nicht nur die Personalakten, sondern auch alle Entgeltunterlagen gesetzeskonform geführt werden. Im Zusammenspiel mit der Lohnsoftware archiviert das System zudem viele Dokumente direkt in elektronischer Form. Die wichtigsten Vorteile der digitalen Personalakte:

  • Effizientere Arbeitsabläufe und damit geringere Kosten
  • Minimierte Suchzeiten
  • Einfachere Umsetzung von Zugriffsberechtigungen und Datenschutz
  • Orts- und zeitunabhängiger Zugriff auf Daten
  • Revisionssichere Archivierung von Personal- und Entgeltunterlagen
  • Positives Arbeitgeberimage durch Einsatz moderner Technologien